Biohotel Gralhof

Der padrone schätzt Bio. Eine besondere Disziplin in diesem Bereich ist das Biohotel. Unter der Dachmarke “BIO-Hotels” haben sich eigenständige(!) Hotels aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich zur gemeinsamen Vermarktung zusammengeschlossen.

Erstmals - wenn auch nur indirekt – bin ich mit den BIO-Hotels über die Biohotel Tafernwirtschaft Hörger, Hohenbercha 38, 85402 Kranzberg in Berührung gekommen. Der Hörger liegt von Ingolstadt kommend auf halber Strecke nach München. Ich kenne und empfehle ihn gerne als ausgezeichnetes Wirtshaus. Er ist Slow Food Mitglied und auch im Genussführer empfohlen.

Im Bett eines BIO-Hotels habe ich mich erstmals im  Naturhotel Chesa Valisa, Gerbeweg 18, A-6992 Hirschegg, Kleinwalsertal ausgestreckt. Ich bin sehr gerne wiedergekommen und komme wieder…

Der nächste bleibende Eindruck im Herbst 2010: Das Naturhotel Grafenast, Am Hochpillberg, A-6130 Schwaz, Tirol. Wahrlich ein Ort der Sehnsucht…

Das letzte, noch ganz frische Erlebnis dann Ende August 2011: Das Biohotel Gralhof, Neusach 7, A-9762 Weissensee, Kärnten. Eine schöne Woche! Als Gastgeber dafür verantwortlich: Michael und Corinna Knaller:

Michael und Corinna Knaller.

Wer ein Biohotel führt, ist verrückt. Im positivsten Sinne natürlich! Bio ist richtig verstanden nämlich mehr als vernünftiges Essen und Trinken. Es ist eine Lebenseinstellung. Die dabei zu bohrenden Bretter sind oftmals schwer, weil dick.

Der Gralhof als Bauernhof mit Gästezimmern existiert bereits seit über 100 Jahren. Mitte der 90er Jahre haben die Knallers (Eltern von Michael) die Landwirtschaft auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Konsequent folgte 2007 dann das Hotel. In diesem Umfeld spielen Details keine untergeordnete Rolle. Liebe und Leidenschaft für die Sache spürt man hier deshalb auf Schritt und Tritt. Alle bisher besuchten, familiengeführten Biohotels ticken so. Haben aufgrund der Individualität ihrer Bewirtschafter interessante Ecken und Kanten. Das kann man nicht mal auf die Schnelle hinstellen oder am grünen Tisch designen. Das wächst. Slow. Unaufgeregt. Der Gralhof atmet Authentizität.

Wir hatten ein Zimmer zum Waldrand. Für die Kühe (natürlich noch auf der Alm) wurde als Wintervorrat täglich unter unserem Balkon Heu eingelagert. Dessen einmaliger Duft war allgegenwärtig.

Jeden Morgen das gleiche Ritual. Mit dem Hauptdarsteller des schönen, ruhigen Tals. Dem Weissensee! Glasklar. Trinkwasserqualität. Direkt aus den Federn in die Badehose. Vom Hof zur eigenen Wasserstelle – zwischen Bootshaus und Steg. Keine 100 Meter. Frische, herrliche Kühle. Schwimmeditation in grün-türkis. Dann Frühstück. Unterm Birnbaum. Dort gibt es am Nachmittag auch hausgemachten Kuchen.

Das Bootshaus.

Zum Abendessen gab es täglich zwei viergängige Menüs (eines davon immer vegetarisch) zur Auswahl. Die Wahl wird nach dem Frühstück getroffen. Ab dem zweiten Tag war die Vorfreude auf das Nachtmahl eine treue Begleiterin… Es wird herrlich gekocht! Sechs Tage, vier Gänge, kein Streichergebnis. “Variation von Weissensee Räucherfischen, Wiener Saftgulasch vom Lesachtaler Bio-Ochsen, Saiblingfilet in Butter gebraten, Berglinsen mit Balsamico und Knusperspeck, Topfennockerl auf Mangoldrahm, Mohncreme auf Beerenragout, …” Für mich die bisher beste Küche in einem Biohotel. Und das will was heißen!

Wandern, Radeln, Seele baumeln lassen… Und immer wieder in den See!

Rund um den Weissensee.

Es gibt 16 Zimmer. Schnell kennt man die anderen Gäste. Wie nicht anders zu erwarten, waren diese in keine gemeinsame Schublade zu bringen. Gut so! Lieben Gruß nach Wien an der Stelle – to whom it may concern (besonders an eine kleine Rakete!).

Im Winter ist der See zugefroren und muss ein Eldorado für Schlittschuhläufer sein. Kurz vor dem Bootshaus steht eine Sauna… lange Schneewanderung, gepflegtes Schwitzen, Sprung in den See durchs Eisloch, Dösen im Ruheraum, Tee, Essen in der Stube, das Feuer knistert am offenen Kamin… So wird es kommen! Bin mir sehr sicher. Vorfreude. Liebe Familie Knaller – gut gemacht. Bitte weiter so!

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