Weiße am Würstelstand

In Ingolstadt existiert ja leider kein Wirtshaus in dem es hausgemachte Weißwürste gibt. Anderenfalls bitte ich um sofortige Mitteilung! Wohl haben sie – eingekauft – aber etliche im Angebot. Ein Klassiker ist und bleibt der Verzehr von Würsten am Würstelstand. In der Altstadt habe ich vier davon ausgemacht. Woher kommen die Weißen, die dort im Kessel schwimmen?

Am Wochenmarkt (Mittwoch und Samstag) gibt es zwei Stände. Der Pfafflinger steht am oberen Ende (schräg im Rücken zum Herzogkasten). Roswitha und Christian Pfafflinger beziehen die ihren von der Metzgerei Walk (Weißwursttest Nr. 3). Am unteren Ende (im Rücken zur Donau) ist das Revier der Peyerls (Standbetreiber sind Renate und Rupert Stark). Der Wochenmarkt bleibt aber – was die Würstelstände angeht – in einer Metzgerhand. Denn Marianne und Peter Peyerl/bzw. die Starks kaufen ihre auch beim Walk ein.

Der Würstelstandklassiker schlechthin – ebenfalls von den Peyerls betrieben – befindet sich in der Georg-Oberhäuser-Straße (ehemalige Eselbräustraße), vis-à-vis vom Merkur – nein – ich meinte den Horten – wieder falsch – jetzt heißt er ja Kaufhof… Wie am Wochenmarkt auch, kommen die Weißen hier vom Walk. Es gibt sie täglich, von Montag – Samstag.

Ebenfalls täglich (Montag – Samstag) kann man schließlich Weiße am Viktualienmarkt zu sich nehmen. Bei Anni Daufratshofer. Dass es kein Walk-Würstelstand-Monopol in der Ingolstädter Altstadt gibt, ist hier der Metzgerei Karl Vogl aus Vohburg zu verdanken. Die Weißen im Kessel von Frau Daufratshofer kommen nämlich von dort. Allerdings hat diese Metzgerei Ende August 2011 zu gemacht. So die Information vom Stand selbst. Der padrone hat sich das bei einem Anruf in Vohburg bestätigen lassen. Wie lange also von dort aus noch der Imbiss in Ingolstadt beliefert wird, ist wohl sehr offen…

Einmal mit der Materie beschäftigt, fiel dem padrone noch etwas Kurioses auf. Es ging im Frühjahr 2009 sogar als „Würschtlkrieg auf dem Viktualienmarkt“ durch die Presse:

Alle Stände auf dem Viktualienmarkt werden von der städtische Tochtergesellschaft IFG an die jeweiligen Betreiber verpachtet. So auch der Imbiss von Frau Daufratshofer und der Stand für bayerische und deutsche Küche von Frau Silvia Beck. Vertraglich scheint das erlaubte Speisenangebot der jeweiligen Stände genau festgehalten zu sein. Jedenfalls verkaufte Frau Daufratshofer von Anfang an Weißwürste. Wohl auf den Namen ihres Standes „bayerische und deutsche Küche“ vertrauend gab es im Verlauf dann auch bei Frau Beck Weißwürste. Die IFG wollte das aber – weil scheinbar vertraglich anders geregelt – nicht akzeptieren. Auch die Standbetreiberinnen, zu allem Überfluss unmittelbare Nachbarinnen und – eine weitere Steigerung – Mutter (Daufratshofer) und Tochter (Beck) – gingen sich auf die Pelle. Es formierte sich ein Unterstützerkreis von Beck-Stammgästen… Das Ende vom Sturm um den Wurstkessel: Die IFG lenkte ein und Frau Beck erhielt die Genehmigung für den Verkauf von Weißwürsten. „Die Verträge werden entsprechend ergänzt“, sagte IFG-Geschäftsführer Werner Richler gestern dem DONAUKURIER“ (Donau Kurier vom 06.05.2009).

Warum es heute auf dem Viktualienmarkt aber trotzdem nur bei Frau Daufratshofer Weißwürste gibt, erschließt sich dem padrone nicht. Er hat mit Frau Beck gesprochen. Bei ihr gibt es keine Weißwürste… Punkt. Damit sind es – wie zu Beginn schon festgestellt – vier Würstelstände in der Altstadt.

2 Gedanken zu „Weiße am Würstelstand

  1. Was hier jedoch nicht erwähnt wird, ist, dass beide Stände auf dem Viktualienmarkt (aussagegemäß) die Weißen vom Walk nach dem alten Rezept der Metzgerei Meixner extra gemacht bekommen. So kann man sie laut Stark und Pfafflinger nicht im Laden kaufen.

  2. Lieber Insider – diese Geschichte kenne ich (natürlich 😉 auch. Bezogen auf das ehemalige Geschäft der Metzgerei Meixner in der Donaustraße. Dort sollen von der Metzgerei Walk (die das Geschäft heute ja als eine ihrer Filialen betreibt) die dort (und nur dort) verkauften Weißen eben nach der alten Rezeptur der Meixners gefertigt werden. Eine schöne Geschichte! Ganz ehrlich – zu schön. Ich kann sie nicht glauben. Ihre Version modifiziert das Ganze ein wenig. Geht aber auch von noch zu habenden „Meixner“-Würsten (gefertigt vom Walk) auf dem Wochenmarkt aus. Vorschlag: Eine Blindverkostung organisieren! Dann wissen wir Bescheid. Wäre dabei.

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