Slow Food Stammtisch. Aber wo?

Am vergangenen Freitag (09.03.12) war ich noch einmal im Hotel Rappensberger. Wohl zum letzten Mal. Das Ingolstädter Traditionshaus in der Harderstraße schließt bekanntlich nach 422 Jahren (1590 als Brauhaus gegründet) endgültig seine Türen. Seit dem Wochenende ist der Betrieb des Restaurants eingestellt. Das Haus wird jetzt noch als Hotel garni betrieben. Am 30.06.2012 ist dann Schluss. Warum? Ich weiß es nicht. Geredet wird viel… In jedem Fall ist es ein Verlust! Für Ingolstadt-Kenner: Das Rappensberger dürfte bei den Hotels das sein, was der Wagner bei den Modehäusern war. Dessen Schließung schmerzt bis heute…

Was verband den padrone mit dem Rappensberger? Übernachtet habe ich dort nie. Aber oft mit guten Leuten zusammen gesessen und gespeist. Der Betrieb war Slow Food Förderer. Und seit November 2007 guter Gastgeber für unseren Slow Food Stammtisch. Am 12.01.2012 war hier der letzte. Die Stammtische des Conviviums Ingolstadt finden immer am zweiten Donnerstag in den ungeraden Monaten statt. Die sechs jährlichen Treffen sind so aufgeteilt, dass wir uns im Wechsel drei Mal in Ingolstadt und drei Mal in den umliegenden Landkreisen zusammenfinden. In Ingolstadt sind wir jetzt ohne Ankerplatz. Im Umland können wir hingegen mit sehr sicheren Häfen – hier – glänzen.

Am Freitag bin ich also noch einmal hin und habe unsere “Stammtischschnecke” und unseren “Tischbanner” geholt. Schnitt.

Am 10. Mai ist wieder Stammtisch. In Ingolstadt. Wo? Ich sage es ganz offen: Es gibt die Qual der Wahl. Und es gibt das Elend des Gegenteils… Wir suchen ein Wirtshaus mit diesen Charaktereigenschaften:

  • Verwendung frischer, weil saisonaler Produkte („Alles zu seiner Zeit“)
  • Verwendung regionaler Produkte („Heimat auf dem Teller“, regionale Wertschöpfung), idealerweise Herkunftsnachweis auf der Speisekarte
  • Verwendung nachhaltig erzeugter Produkte
  • regionaltypische Gerichte und Rezepte („kulinarischer Denkmalschutz“, Biodiversität)
  • die Speisen und Getränke bereiten wahrhaft sinnlichen Genuss („das Auge isst mit“, anregendes Riechen, gutes Schmecken) und heben sich deutlich vom industriell geprägten Massengeschmack ab
  • Verarbeitung auf handwerkliche Art und Weise (keine vorgefertigten Convenience-Produkte)
  • Verzicht auf künstliche Aromen, Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker
  • Gastlichkeit (angenehmes Ambiente, guter Service) – man fühlt sich willkommen

Wir überlegen, grübeln, denken nach. Selten waren Ideen und Anregungen dazu so willkommen wie heute… Hier wird es stehen.

11 Gedanken zu “Slow Food Stammtisch. Aber wo?

  1. Lieber Ralf, ich darf Dir “verraten” dass das “Genussführerteam” schon ein Auge auf den Vogelsang geworfen hat…

  2. Ingolstadt ist schon ein schwieriges Pflaster, was das anbelangt. So was wie der Beckerwirt in IN wäre schon ein Traum. Allein die Biersorten…
    Wir waren kürzlich im Vogelsang in Weichering und wurden angenehm überrascht. Es gibt viele eigene bzw. regionale Produkte …

  3. @ gintonic: …”Die sechs jährlichen Treffen sind so aufgeteilt, dass wir uns im Wechsel drei mal in Ingolstadt und drei mal in den umliegenden Landkreisen zusammenfinden”… Der Beckerwirt ist für letztere Treffen einmal gesetzt. Wir suchen einen Ankerplatz in Ingolstadt!

  4. Ingolstadt scheint sich bei der Suche nach einem Stammtisch-Lokal für die bekannten Ansprüche als gastronomische Diaspora zu zeigen.
    Vielleicht macht es Sinn, die kommenden Stammtische variabel bezüglich der Lokalität
    zu wählen, bis sich ein würdiger Ort findet.
    Auf Auf zum lustigen Testen!

  5. Hallo Michael,
    ganz klares Votum meinerseits: Beckerwirt!
    Grüße
    Yves

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