Traumkochbücher

Nach Auf die Hand gleich noch zwei Bücher. Kochbücher :-)

Es ist vollbracht! “Zu Tisch” ist gedruckt und ausgeliefert:

zu tisch1Anna und Catherine Pearson hatten dafür im Frühjahr ein Crowdfunding-Projekt gestartet. extra prima good hat dieses gerne unterstützt.

zu tisch2Der Sommer ging ins Land. Herbst = Erntezeit. Tolles Buch – Kompliment!

zu tisch3Einer meiner kulinarischen Leuchttürme – Katharina Seiser – ist nach Österreich vegetarisch und Deutschland vegetarisch jetzt mit “Italien vegetarisch” auf Sendung gegangen:

vege italienAutor ist Claudio Del Principe. Die regelmäßige Lektüre seines Blogs Anonyme Köche gehört zu meiner Selbsterhaltung. Die Regel lautet, dass eine Fortsetzung selten an den ersten Teil heranreicht. Danach war Teil zwei bereits eine Ausnahme. Teil drei hält den Kurs. Verdammt gute Leute sind hier am Werk! Ich wünsche mir diese Serie in die Hände vieler Menschen. Wer so ausgestattet immer noch meint, jeden Tag Fleisch auf dem Teller haben zu müssen, vor dem hätte ich Angst.

vege italien2Liebe Katha, die Vereinten Nationen haben gegenwärtig 193 Nationen… Frankreich, Spanien/Portugal, Griechenland, Skandinavien, Nordafrika, Indien, Tailand/Vietnam, Argentinien, USA, Mexiko, … ich will sie alle – alle!

Auf die Hand!

Es geht nicht um das große Besteck. Dieses bleibt heute sogar ganz in der Schublade. Es geht aber natürlich – wie immer – um gutes Essen. Das gerne „Fast“ sein darf. Schnell zubereitet. Schnell nach der Bestellung da. Dabei soll es aber immer auch „Slow“ sein. Langsam gewachsen, gehalten, gereift, veredelt, … Auf diesem Feld tummelt sich das Rückgrat unseres Essens – ganz egal ob klassisch, vegetarisch oder vegan: Brotzeit, Burger, Sandwich, Fish & Chips, Bratwurst, Toast, Tramezzini, Hot Dog, Abendbrot, Curry Wurst, Pizza, … Oft ist das auch und gerade Nahrung für die Seele – gut gemacht kann es einen ganzen Tag retten…

Gut ist es sehr oft, wenn handwerklich hergestellt. Das höchste an Verbindlichkeit ist für viele immer noch der Handschlag. Und dieses Essen kommt auf die Hand! Der von mir hoch geschätzte Stevan Paul hat sich diesem Thema jetzt mit einem wunderbaren Buch angenommen. Ich mag den Typen. Sein Blog NutriCulinary ist der Hammer. Er kann wirklich Schreiben – „Schlaraffenland” (Ein Buch über die tröstliche Wirkung von warmem Milchreis, die Kunst, ein Linsengericht zu kochen, und die Unwägbarkeiten der Liebe). Er vertritt Deutschland in Katharina Seisers köstlicher „… vegetarisch” – Reihe. Dem Buch hat der Brandstätter-Verlag sogar einen eigenen Blog spendiert.

Vergangenen Montag war die Präsentation in München. Endlich konnte ich ihm einmal die Hand schütteln. In der Kochgarage von Graciela Cucchiara. Toller Laden!

stevan1Überall gab es Essen aus dem Buch:

stevan5Seitenblicke: Sehr schönen Apéritif entdeckt: Mondino – Amaro Bavarese. Bio-Qualität aus Traunstein. Und auch unter den Gästen: Theo Hartl – Chef der Senfmanufaktur Münchner Kindl. Ich hatte ihn dieses Frühjahr auf der Biofach in Nürnberg getroffen. Ein Besuch 2015 von Slow Food Ingolstadt in seinem Betrieb ist so gut wie in trockenen Tüchern.

Mittendrin Stevan Paul:

stevan3Und dann der Höhepunkt des Abends: Natürlich auf die Hand!

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Marginalie (31) – Rettungsring

Der Bericht vor dem Mittagessen war jetzt vielleicht doch ein bisserl viel Burgenland… Österreich… Oder zu wenig? Zu wenig! Solche Sehnsuchtsanfälle – namentlich wenn dann auch noch Wien ins Spiel gerät – sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wohl dem, der jetzt weiß wo er – ohne die Koffer zu packen – schnelle Tröstung und Erbauung erfährt: Pfarrgasse 6 – “Patisserie Chocolaterie mundgerecht”:

mundgerecht sacherGeretttet!

En passant – viele Läden reden heute von der Verwendung regionaler Produkte. Ein Blick auf die Website von mundgerecht zeigt, wie das wirklich geht – Respekt!

mundgerecht lieferanten(30) – Marginalie – (32).

 

Burgenland begegnet Ingolstadt – ganz slow

Zuallererst ein herzliches Dankeschön an die Brüder des Kapuzinerklosters Ingolstadt. Für ihre tolle Gastfreundschaft! Wie schon zum fünfjährigen Bestehen von Slow Food Ingolstadt waren wir auch letzten Sonntag bei ihnen bestens aufgehoben.

andert1Willkommener Besuch aus einer besonderen Genussregion hatte sich angekündigt: Demeter-Winzer Michael Andert und Fleischhauer (so heißen die Metzger in Österreich) Martin Karlo.

andert3Beide sind Mitglieder bei Slow Food Burgenland und kommen aus Pamhagen. Die kleine burgenländische Gemeinde liegt zwischen dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel und der ungarischen Grenze.

andert2Während Andert uns kurzweilig seine Weine und deren Lebensräume nahebrachte,

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schmurgelte Karlo in der Küche.

andert6Graues Steppenrind, Wasserbüffel und Mangalitza Schwein.

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Die stetig erfreulichen Ergebnisse von dort führten regelmäßig zum Öffnen neuer Flaschen. Das Genuss-Karussell drehte viele Runden…

andert7Im Besonderen hat sich Karlo dem Grauen Steppenrind verschrieben. Die alte fast ausgestorbene Haustierrasse zählt heute wieder um die 500 Tiere und weidet nach Vorgaben der biologischen Landwirtschaft im Nationalpark. Selbst geschlachtet (Mindestalter 3 Jahre) veredelt Karlo das Fleisch zu Rindersaftschinken, Rohschinken und Würsten. Ohne Geschmacksverstärker und Chemie – mit Gewürzen und Handwerk. Das Frischfleisch hat einen kräftig ausgeprägten Rindfleischgeschmack und eignet sich besonders gut zum Sieden und Schmoren. So war auch das herrliche Gulasch – zusammen mit dem schon legendären Brot von Matthias – mein kulinarisches Gipfelerlebnis der Veranstaltung. Schnell war ich mir auch mit Pater Jose einig, dass ein gutes Gulasch ein Gottesbeweis ist!

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Das eingelegte Gemüse steuerte Michael Andert bei. Wie natürlich seine Weine – durchweg eigene Persönlichkeiten. Diese polarisieren zuweilen. Mich begeisterten(!) der 2011er „Lærchenfeld“ (90% Cabernet Sauvignon, 10% Zweigelt – gebrauchtes Barrique), der 2012er „Ruländer“ (großes Holzfass) und das 2012er weiße Cuvée “Pamhogna” (70% Ruländer, 25% St. Neuburger, 5% Weißer Burgunder – großes Holzfass).

andert4Zusammen mit seinem Bruder Erich bewirtschaftet Michael das biodynamisch zertifizierte (Demeter) Weingut. Die ca. 4,5 ha Rebflächen stehen auf Schwarzerdeböden. Gelesen wird händisch. Als Dünger dient ausschließlich natürlicher Mist. Der Pflanzenschutz kommt ohne Insektizide und Herbizide aus. Hefen: Naturhefen/Spontanvergärung. < 50.000 Flaschen.

Mein letzter Besuch im Burgenland liegt leider schon etwas zurück. Sommer 2011 (Weingut Moric, Umathum/Stecovics, Hannes Reeh, Fischrestaurant Varga und Gasthaus zur Dankbarkeit. Wen ich das nächste Mal besuche… eh klar!

Frei nach Lurchi: „Lange schallt’s im Walde noch: Slow Food lebe hoch!“

Fingerzeig (16) – Gehe zurück nach der Schäffbräustraße

Beim Monopoly geht es für gewöhnlich nach vorne: Rücke vor bis… Eine Abweichung gibt es davon: “Gehe zurück nach der Badstraße”. So ähnlich könnte auch eine Ereigniskarte der Ingolstädter Gastroszene lauten. Was ist passiert? Die “Locanda Artusiana” gibt es nicht mehr!

locanda altVor dem Haus in der Kanalstraße 2 erblickt man jetzt innerhalb der vier alten Bohrlöcher die Beschilderung des Ristorante “La Locanda”:

locanda neu

Eine kurze Aufklärung tut not. Bitte sehr:

Im März 2012 eröffnete Katia Garelli in der Schäffbräustraße 3 ihr wunderbares “Artusiana – Pasta fresca e salsa”. extra prima good berichtete begeistert vom Startblock weg: Neu und Gott sei Dank in Ingolstadt. Sowie in der Folgezeit: Slow Food und Hellas im Artusiana.

Ende 2013 öffnete sich eine weitere Türe. Fast ein Jahr nach dem Ende der “Nudelstube Carrara” sollten in der Kanalstraße 2 wieder die Töpfe dampfen. extra prima good widmete dem Ereignis eine kleine Serie: Vorsprung durch Genuss, Auf der Zielgeraden und Offen!

“Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen” ließ uns John Lennon wissen. Im Gegensatz zum “Artusiana” sollte die “Locanda Artusiana” auf mehreren Schultern ruhen. Leider traten im baldigen Fortgang zwischen den Beteiligten doch recht unterschiedliche – und dann letztlich unüberbrückbare – Denkweisen zur Einkaufs- und Kochphilosophie auf. Man trennte sich. Die “La Locanda” wird nunmehr von Mauro Castagna geführt. Zur gegenwärtigen Küche kann ich nichts sagen, freue mich aber darüber, dass der Ort weiter bespielt wird.

Gehe zurück nach der Schäffbräustraße – ins ursprüngliche “Artusiana” – heißt es für jene, die Katia Garellis frische, täglich selbstgemachte Pasta schätzen. Die besonderen Wert auf regionale Produzenten und Saisonalität legen. Slow Food eben.

katia2Artusiana, Schäffbräustraße 3, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/97071119. Dienstag bis Samstag von 10 bis 15 Uhr. Vor Ort genießen. Einkaufen für zu Hause. Feierservice (Catering) bis 40 Personen (mehr hat sie sich noch nicht getraut…).

katia(15) – Fingerzeig – (17).