Moderne Landwirtschaft – sogenannte

Ich musste es mir einmal vor Ort selbst ansehen. Also machte ich kürzlich beim Motorradfahren einen kurzen Abstecher nach

Die kleine Dorf empfängt einen mit seiner Schokoladenseite. Ich wollt ich wär ein Huhn – bis dahin gerne in Eschelbach…

Kurz nach dem Ortsausgang war es mit der imaginierten Inkarnation als Huhn auch schon wieder vorbei. Gleich zwei dieser Unappetitlichkeiten lagern hier:

Kinderteller! Blick nach rechts: Das personifizierte Grauen erscheint – die größte(!) Hühnermastanlage in Bayern (für 145.000 Tiere):

Ich ahnte ja was kommt. Trotzdem war ich für einen Moment wirklich fassungslos – was für ein W a h n s i n n. Diese Konzentration kann nicht richtig sein. Unter keinem Blickwinkel, unter keinem Aspekt. Es kotzt mich weiter an… Heute in genau zwei Monaten ist Landtagswahl in Bayern – was freue ich mich darauf! Übrigens – wo immer die Kreaturen nach ihrer Erlösung von dieser Anlage auch landen – sie werden, zumindest in unseren Breiten, als regionales (ober)-bayerisches Huhn vermarktet werden… Merke! Regionalität alleine ist gar nichts.

Es sollte beim Geflügel bleiben – auf dem Heimweg war ich auf der Suche nach einer heilsamen Augenweide. Gut, dass ich weiß, wo solche (noch/wieder) zu haben sind. Im Ingolstädter Süden wurde ich fündig. Ich wollt ich wär ein Truthahn:

… noch 18 Tage Weltmeister

Habe mich heute im Laufe des Tages einige Male gefragt, auf wen wir im Achtelfinale treffen – Brasilien oder die Schweiz…

Interessante Statistik: Bereits fünfmal zuvor schied ein Weltmeister schon in der Gruppenphase des Turniers aus: Italien 1950, Brasilien 1966, Frankreich 2002, Italien 2010 und Spanien 2014. Aber nur auf den ersten Blick! 1954, 1958, 1962, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998 und 2006 – also zwölfmal – war das nicht der Fall.

Fast schon vergessen – das wohl bitterste Einzelschicksal des Abends: Der Südkoreaner Hwang Hee-chan wurde in der 56. Spielminute eingewechselt und dann in der 79. Spielminute (ohne erkennbaren Grund) wieder ausgewechselt…

Der Satz des Abends und gleichzeitig das mit Sicherheit bitterste Kollektivschicksal beschreibend, stammt vom Live-Kommentator Béla Réthy: „Das ist hier alles keine Zeitlupe, das sind reale Bilder!“

Deutschland qualifizierte sich für die Endrunde als einzige Mannschaft mit 30 Punkten in zehn Spielen (und 43:3 Toren). Wurde im Juni 2017 U-21-Fußball-Europameister und gewann im Juli 2017 den FIFA-Confederations-Cup. Vor dem Spiel war unser heutiger Gegner bereits ausgeschieden. Wir reisen als Gruppenletzter ab. Mehr Elend geht eigentlich nicht…

Im März 2019 werde ich das 54er Leiberl wieder anlegen. Genug Zeit zur Sammlung. Dann beginnt die Qualifikation für die EM 2020. Die Gruppen dafür werden am 02.12.2018 ausgelost. Mexiko und Südkorea sind nicht im Topf. Dafür die Niederlande und Italien.

K&U Hausmesse: Rückblick 2016 und justament!

Ein Weinjahr hat – in der Rückschau – idealerweise viele Höhepunkte. Bei einigen kann man sogar in Vorfreude schwelgen, da sie fest terminiert sind und folglich sicher angesteuert werden können. Dazu gehört für mich stets die K&U-Hausmesse in Nürnberg. Wobei – das mit den fixen Terminen hat auch seine Ausnahmen. Fand die Veranstaltung bisher regelmäßig im November statt, wurde sie dieses Jahr erstmals ins Frühjahr gelegt. Und fiel aus diesem Grund Ende 2017 aus. Ungeachtet dessen traf ich mich letzten Mai trotzdem mit Martin Kössler. Er versorgte mich nämlich mit wertvollen Tipps zu einer bevorstehenden Provence-Reise der Familie. Er kennt dort jede Reblaus persönlich. Der liebe Gott allein weiß, wann ich dazu kommen werde diese wunderbare Exkursion zu verbloggen – im Wartezimmer stapeln sich die Kandidaten bis zur Decke…

Auf einer Weinmesse kann man sich treiben lassen, oder einem Plan folgen. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. So habe ich mich heute schon fleißig mit der Liste der teilnehmenden Winzer und der von ihnen zu probierenden Tropfen beschäftigt. Als Einstimmung ließ ich mir daneben Fotos und Notizen vom letzten Zusammentreffen am 19.11.2016 gefallen – ich hatte sie tatsächlich noch nicht im Blog (das Wartezimmer ist wirklich zum Bersten gefüllt):

Florian Gojer/Franz Gojer, Glögglhof/Südtirol/Vernatsch, Alte Reben:

Simone Adams/Adams Wein/Rheinhessen/Spätburgunder (und, und, und!):

Ulrich Luckert/Zehnthof Luckert/Franken/Spätburgunder und Blauer Silvaner:

Matthias Neumeister/Weingut Neumeister/Steiermark/Gelber Muskateller und Gemischter Satz:

Beim Abendessen fielen wir leider ziemlich auf die Nase. Im Nürnberger „Steichele“. Karpfenzeit! Der Aischgrund vor der Türe! Was macht man um Himmels Willen hier nur aus einer der mittelfränkischen Leibspeisen? Ein Bild spricht tatsächlich mehr als 1.000 Worte:

Morgen gilt es wieder: „Es soll keiner so wenig Wein trinken, dass er seiner Gesundheit schadet“ – Marc Aurel:

Marginalie (54) – Bitte nennt es nicht Frankenstein!

1994 saß ich in einem Kino in New York. Es lief der Film „Mary Shelley’s Frankenstein“ (Regie: Keneth Branagh). Als die Handlung zum ersten Mal in eine kleine Stadt an der Donau führte, stand brettlbreit auf der Leinwand „Ingolstadt“. Wenn ich es auch nicht kontrollieren konnte, ich bin mir absolut sicher, ich hatte als einziger im Saal ein breites Grinsen im Gesicht. Für einen kurzen Moment fühlte ich mich ganz persönlich, selbst im Big Apple, sehr bedeutend.

Im Strafrecht gibt es die sogenannte Garantenpflicht. Sie bezeichnet die Verpflichtung, dafür einzustehen, dass ein bestimmter tatbestandlicher Erfolg nicht eintritt (§ 13 StGB). Sie ist Voraussetzung für eine Strafbarkeit wegen Unterlassens. Die verpflichtete Person heißt Garant. Jetzt lassen wir das Strafgesetzbuch einmal beiseite, halten aber die Idee der besonderen Pflichtenstellung weiter hoch. Sie trifft – wie ich finde – jeden Ingolstädter aus enger natürlicher Verbundenheit seiner Heimatstadt gegenüber und verdonnert ihn als Beschützergarant zum Einschreiten, zum Handeln, wenn er einer unreflektieren Verwurstelung gewahr wird.

Es gilt nämlich zwei verschiedene Figuren sauber auseinanderzuhalten (was an diesem Wochenende nicht einmal dem Donaukurier gelingt). So wie sie sich Mary Shelley – die Autorin des 1818 erschienenen Romans „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ – erdachte: Einmal den jungen Schweizer Medizinstudenten Victor Frankenstein und zum anderen seine Schöpfung – das Ungeheuer, die Kreatur, den Unhold, das Monster. Einen Namen hat diese nicht und wird im englischen Original auch nur „creature“ oder „daemon“ genannt. Wenigstens der Ingolstädter sollte hier differenzieren, respektive unermüdlich aufklären (Garantenpflicht!). Frankenstein ist kein Synonym für ein Monster. Ein kleiner, wenn auch erster Fortschritt wäre es, wenn es Boris Karloff oder meinetwegen auch Victor Dornberger genannt würde…

Hier kann man das Gruseln lernen: Dr. Frankensteins Mystery Tour. Die Stadt Ingolstadt hat zum Jubiläum 200 Jahre (1818-2018) Frankenstein gleich zwei Broschüren am Start – hier und dort.

(53) – Marginalie – (55).

Marginalie (52) – Von Üblichkeit zur Übelkeit

In Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen) hält eine Familie zur Selbstversorgung ein paar Hühner und einen Hahn. Nachbarn fühlen sich durch das Krähen des Hahns belästigt. Sie bemühten die Justiz und klagten dagegen. Jetzt hat das Amtsgericht Pfaffenhofen entschieden: Der Gockelhalter hat „Maßnahmen zu ergreifen, die es ausschließen, dass von seinem Grundstück Beeinträchtigungen durch Hahnkrähen ausgehen“. Das Gericht stufte das Krähen als „nicht ortsüblich“ ein.

Willkommen in der Pathologie! Aber das Gericht hat wohl (zwischenzeitlich) recht. Was ist nämlich (heute) ortsüblich? Zumal vor Ort im Landkreis Pfaffenhofen? Im nur ca. 5 km südwestlich von Wolnzach gelegenen Eschelbach wurde im Juli 2017 die Baugenehmigung für die größte(!) Hühnermastanlage in Bayern (145.000 Tiere) erteilt. Im Nachbarsgarten kräht nach dem Urteil kein Hahn mehr. In Eschelbach sowieso nicht. Diese (neue) Ortsüblichkeit kotzt mich an!

(51) – Marginalie – (53).