Slow Food Kochgruppe: Backen

Diese Kulisse geht eigentlich schon ein bissl über den Realismus hinaus…

sf pizzaDank Entschleunigung trügt der erste surreale Eindruck aber. Gott sei Dank. Das Leben ist phantastisch.

Kommt man bei unserem Gastgeber Matthias in Geisenfeld an, wird das Flussbett der Zeit tief und breit. Der Ofen ist lange angeschürt, der Stein hat ordentlich Temperatur aufgenommen. Die Kochgruppe von Slow Food Ingolstadt (diesmal zu zwölft) hat sich einen Backnachmittag hingelegt: Pizza, Brot und Blootz (in Hohenlohe und Franken für Flammkuchen). Machen und genussvoll wieder verschwinden lassen:

sf pizza 6sf pizza 3sf pizza 2sf pizza 5sf pizza 4sf pizza 9Auf dem Tellerrand findet sich tatsächlich Sebastian Kneipp. Nichts wurde verwässert oder getreten.

sf pizza 7Mitkochen? Küche zur Verfügung stellen? Ideen zum Thema? Gunter Wagner. So heißt der Leiter unserer Gruppe…

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Allerlei in Leipzig

Zu gutem Essen außer Haus führen meiner Erfahrung nach sechs Wege:

  1. Der in die eigene Restauration.
  2. Die Einladung zum Gastmahl bei Lebenslüstlern.
  3. Persönliche Lokalkenntnis.
  4. Der Ratschlag von Wissenden.
  5. Der Zufall.
  6. Zwischen Flensburg und Oberstdorf der Blick in den Slow Food Genussführer.

Auf dem Programm stand ein Besuch in Leipzig. Und so sehr ich diese prächtige Stadt schätze, die Ziffern 1 bis 3 fielen hier leider gleich aus. Ziffer 1 eigentlich weltweit. Hätte ich allerdings eine, der Weg würde sich lohnen! Der Blick in Ziffer 6 trifft in Ostdeutschland (noch) auf viele der sprichwörtlichen weißen Flecken. Leipzig gehört dazu.

Der Tüchtige hat es mit Ziffer 5 nicht schwer. Nikolaistraße 12 – 14, gleich neben der Nikolaikirche (Herbst 1989!). Es ist schon spät. Wir bummeln zum Hotel. Eine alte Slow Food Zeitung liegt im Schaufenster. Schon war der Frühstückplatz für den nächsten Tag gefunden! Volltreffer Handbrotzeit:

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Es wird selbst gebacken. Die Zutaten kommen – soweit möglich – aus der Region. Soeben hat der Lieferant vom Wochenmarkt um die Ecke mit der Handkarre frische Ware gebracht…

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Der Laden selbst ist auch ofenfrisch. Eröffnung war erst im August.

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Vor der Thomaskirche (Bach!) erklingt die Toccata und Fuge in d-Moll. Virtuos gespielt von Alex Jacobowitz auf einem Marimbaphon. Solltet Ihr diesen Mann einmal in irgendeiner Innenstadt sehen – freut Euch aufs hören!

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Die friedliche Revolution, die so eng mit dieser Stadt verbunden ist, hatte ich schon angedeutet. Das vom Bürgerkomitee Leipzig e. V. getragene Museum in der “Runden Ecke” (ehemaligen Zentrale der Staatssicherheit in Leipzig) leistet einen unschätzbar wichtigen Dienst zur Bewahrung von Zeitgeschichte:

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Viel zu viele laufen mir da draußen herum die meinen, dass es mit der Erinnerung an diese Verbrechen und Verbrecher langsam reicht. Es darf nie reichen.

Ziffer 4 noch im Gedächtnis? Der gute Rat. Natürlich hatte ich vor Reiseantritt beim Kollegen Peter Niemann von Slow Food Leipzig-Halle danach gefragt. Sein Wirtshaustipp (Sankt Benno) scheiterte am Ruhetag… Geöffnet war hingegen die empfohlene Kaffeerösterei Ganos. Deren Veredelungen werden übrigens auch in der Handbrotzeit getrunken. Bei einer guten Tasse bemühten wir bei einem Mitarbeiter weiter Ziffer 4. Das hocherfreuliche Resultat: Die spanische Tapas-Bar Barcelona in der Gottschedstraße 12 (Tel. 0341/2126128). Donnerwetter – Herzlichen Dank dafür!

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Butterweiche Bäckchen vom Iberischen Schwein in brauner Sauce, köstlich gebratene Chorizo in Tomatensauce, feinwürzige Hackfleischbällchen, deliziöse Artischockenherzen, … Es wird frisch gekocht. Die Karte benennt sogar einige regionale Lieferanten (Gemüse). Weißbier von Gutmann(!). Ordentliche Weinkarte.

Der zweite kulinarische Tipp aus dem örtlichen Convivium führte uns in die Südstadt. Dort soll es gute Burger geben. Selbstverständlich wurde das überprüft. Ort des Geschehens: Burgermeister am Südplatz 1. Kürzlich gewolftes Hackfleisch (keine TK-Patties) auf dem Grill, das Haus-Relish wird bei unserer Ankunft gerade frisch geschnippelt und gerührt. Schöne Auswahl – auch 5 verschiedene Veggie-Burger und eine Reminiszenz an Pulp Fiction: Der Big Kahuna Burger. Ganz Regionalist bestelle ich mir den Südplatz-Burger:

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Streichergebnis unserer Bestellung Nr. 587 und wohl überhaupt Achillesferse der Kreationen im Burgermeister sind die Brötchen. Wer den Weg schon so weit gegangen ist, handwerklich arbeitet und sich erfolgreich um echten Geschmack bemüht, sollte sich bei der Umarmung seiner Inhalte nicht diese industriellen Fließbandteile hinlegen. Tipp: Mit gutem vor-Ort-Bäcker ein bissl experimentieren und dann Maßanzüge ausgeben.

In Sachen Streetart war ich natürlich gespannt, ob mir das Springinkerl begegnen würde. Ist er doch wie festgestellt von Ingolstadt nach Leipzig umgezogen. Leider gab es keinen einzigen Auftritt für uns.

Das Leipziger Allerlei ist u. a. mit seinem knackig jungen Gemüse (gelbe Rüben, Erbsen, Spargel) und einem der ersten Frühjahrspilze (Morchel) eine klassische Spezialität der saisonalen Küche. Wir haben uns danach im Oktober also gar nicht erst auf die Suche gemacht. Wobei es natürlich angeboten wird…

Am Essen führt kein Weg vorbei. Schenken wir ihm deshalb gebührende Aufmerksamkeit. Es wird uns nicht enttäuschen. Über dem Eingang der Connewitzer Verlagsbuchhandlung im Specks Hof findet sich dazu dieses schöne Fundstück:

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Wenn nicht beim Winzer dann sehr gerne hier

Beim Weineinkauf schöpfe ich aus verschiedenen Quellen. Am liebsten natürlich direkt beim Winzer. Letzten Monat war die jährliche Hausmesse der Weinhalle (Kössler & Ulbricht) in Nürnberg.

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Mitte der 90er Jahre habe ich diesen fantastischen Weinhändler entdeckt. Martin Kössler steht für das “K” in K&U. Und mit ihm – dem kalifornischen “Reds” – ging es damals für mich los:

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Heute hat er einen Schraubverschluss. Seinerzeit zierten die Korken des “Wine for the people” noch Konterfeis von Karl Marx, Lenin, Mao oder Chruschtschow. Als es für diese Provokation Proteste aus konservativen Kreisen der USA gab, kam der ehemalige FBI-Chef Edgar Hoover dazu. Und die Aufschrift: “Findet den Roten und bringt ihn ans Licht.” Klasse!

Für Martin Kössler ist der entscheidendste Qualitätsfaktor bei der Weinentstehung (ausreichende) Zeit. Er spricht von “Zeit im Wein“, vom “langsamen Wein”. Natürlich ist er damit Slow Food Mitglied!

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Martin Kössler

Die Website, der Blog, die Weintermine, die Hauspost (Weinzeit/Flaschenpost) und insbesondere der jährliche Programmkatalog von K&U sind ein Füllhorn an exzellenten Informationen über handwerklich gemachten, weitgehend biologisch zertifizierten Wein. Der Extrakt ist schließlich die Hausmesse. Das Gros der Winzer persönlich – deren Rebflächen, Keller und Fässer Kössler fast so gut kennt wie sie selbst – war versammelt. Eine kleine Auswahl:

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Infos aus kundigsten Quellen. Riechen und probieren – das ganze Sortiment war zu haben! Eine kleine, feine Abordnung aus Ingolstadt hatte nur selten leere Gläser:

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Meine Messeentdeckung: Die spanische Bodega Azul y Garanza. Großartiger Alltagsrotwein in weiß (Viura de Azul y Garanza) und rot (Abril de Azul y Garanza).  Und auf den Alltag kommt es letztlich an…

Brot und Käse. Butterbrot – gutes Fast Food!

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Und endlich konnte ich einmal Erbelbrot kosten. Der mittelfränkische Freibäcker hat eine beachtliche Rufbugwelle. In jeder Hinsicht zurecht!

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Michaela (mit Doppelback) und Arnd (mit Drescherbrot) Erbel

Zu guter Letzt eine Enthüllung. Ulbricht. Das ist alles was ich bisher über das “U” in K&U wusste. Dahinter verbirgt sich Dunja Ulbricht. Und das ist sie:

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Dunja Ulbricht

Seit 30 Jahren leitet sie zusammen mit Martin Kössler die Weinhalle. Die nächste Hausmesse ist übrigens bereits terminiert: Am 15. und 16.11.2013. Guter Laden!

Bemerkenswert wie der (Wein-)blogger Chez Matze in die K&U Hausmessen einsteigt: Seine Berichte 2011 und 2012.

Slow Food Convivium Ingolstadt 2007-2008

Das Slow Food Magazin (Print) erscheint mit der aktuellen Ausgabe (11/12-2012) jetzt im Münchner Oekom Verlag. Nächstes Jahr wird es ein neues Layout geben. Und ich gehe sicher davon aus, dass auch die Website von Slow Food Deutschland (irgendwann) einen Umbau erfahren wird. Das Convivium Ingolstadt hat seit Gründung (11. Mai 2007) dort alle seine Veranstaltungen und Aktivitäten gepostet und wird dies natürlich auch weiter tun. Es ist jetzt aber nicht auszuschließen, dass ältere Beiträge (z. B. einem neuen Layout geschuldet)  “hinten runterfallen”. Das wäre betrüblich.

extra prima good ist also zur Stunde ganz präventiv tätig und entfaltet zur Gefahrenabwehr einen in diesen Tagen allseits beliebten Rettungsschirm. Die Texte und Fotos (allesamt vom padrone) habe ich (historisch korrekt) im Original belassen. Beim Zusammenstellen wurden viele Erinnerungen wach. Sie dürfen mit dem Einschlafen gerne ein bisserl warten…

Und ich habe gesehen, dass die Nudelstube Carrara von Frau Gschwendtner in der Kanalstraße 2 am 22.12.2012 zusperrt. Schade. Aktuell auf der Tageskarte gibt es Wildschweinragout oder Thunfischravioli. Wer also…

Genug des Prologs. Mit Schulterblick heute die Jahre 2007 bis 2008:

23.09.2007 – „Autochthone Nutztierrassen“

Zum Thema “Autochthone Nutztierrassen” besuchten wir am 23.09.2007 in einem Biotop im Umland von Neuburg eine Herde mit Murnau-Werdenfelser Rindern.

Anschließend fanden wir uns zum Mittagessen im Klosterbräu in Bergen ein. Unser Menü:

  • Klare Rindssuppe mit Lebernockerl (beides vom Murnau-Werdenfelser Rind)
  • Geschmortes Murnau-Werdenfelser Weiderind mit Gartengemüse und Kartoffelgratin
  • Bayerische Creme auf Himbeermark

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 12.01.2008 – Bäckerei Erhard

Am 12.01.2008 besuchten wir die familiengeführte Bäckerei Erhard in Ingolstadt. Diese backt ausschließlich mit Natursauerteig und verzichtet auf Fertigmischungen.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 12:00 Uhr in der Laboratoriumstraße 6, 85055 Ingolstadt.

Wir erhielten durch den Eigentümer Wolfgang Erhard eine sehr engagierte und aufschlussreiche Führung durch die “Backstube” und wurden dabei u.a. über verwendete Rohstoffe, Backtechnik und natürlich die hergestellten Waren informiert. Danach bestand die Möglichkeit zur Verkostung einzelner Produkte vor Ort.

Die Kinder hatten die Möglichkeit mit dem Konditormeister Marzipanrosen zu fertigen und selbst Brezen zu “drehen”.

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 04.03.2008 – Nudelstube Carrara

Wir besuchten die Nudelstube Carrara.

Die Nudelstube Carrara (Carrara = italienische Partnerstadt von Ingolstadt) in der Altstadt wird von unserem Mitglied Frau Inge Gschwendtner geführt. Alle Nudeln werden frisch hausgemacht.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war am 04.03.2008 um 19:30 Uhr in der Nudelstube, Kanalstraße 2, 85049 Ingolstadt.

Frau Gschwendtner stellte uns ihr Lokal und ihre Küchenphilosophie vor. Dieses leckere Menü war uns dann eine große Freude:

  • Antipasti mit hausgebackenem Brot
  • kleine Hauptspeisen nacheinander serviert: Mangoldlasagne, Nudeln mit Flusskrebsen und Nudeln mit wahlweise Gorgonzola oder quattro formaggi
  • Tiramisu im Glas
  • dazu nach Wahl ein kleines Glas Rotwein/Weißwein (Haus) und ein Mineralwasser still oder “mit Hupf”

Herzlichen Dank an Frau Gschwendtner für den schönen Abend!

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 08.04.2008 – Weinprobe Weingut Wirsching

08.04.2008 Weinprobe vom Weingut Hans Wirsching, Franken.

Auf Einladung des Hotel Rappensberger in Ingolstadt wurde für uns eine Weinprobe vom fränkischen Weingut Hans Wirsching aus Iphofen veranstaltet. Die Weinprobe wird vom Winzer des Weinguts, Herrn Huth sehr engagiert und informativ gestaltet.

Zu den Proben wurde eine Auswahl an Wurst- , Schinken- und Räucherspezialitäten sowie Berg- und Almkäse gereicht.

Als Überraschung gab es den ersten Schrobenhausener Spargel der Saison 2008! Ein schöner Abend!

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31.05.2008 – Riedenburger Brauhaus

Am 31. Mai 2008 besuchten wir das Riedenburger Brauhaus. Eine gemeinsame Veranstaltung mit unserem Nachbar-Convivium Nürnberg!

Das in der 4. Generation geführte Riedenburger Brauhaus hat eine große Brautradition seit 1866. Früher besonders bekannt für obergärige Weißbierspezialitäten, hat die Qualität der Biere seit jeher oberste Priorität und Tradition.

Der eherne Qualitätsgrundsatz wurde von Michael Krieger zur heutigen ökologischen Unternehmensphilosophie weiterentwickelt. Grundlage dieser Unternehmensphilosophie sind die ökologischen Unternehmensrichtlinien, das integrierte Managementsystem nach ISO 9001 und dem Öko-Audit, sowie die Bioland-Richtlinien. Seit 1994 braut die Brauerei ausschließlich ökologische Bierspezialitäten.

Durch die, seit 1997 bestehende, Kooperation mit der Benediktinerabtei Plankstetten werden im Riedenburger Brauhaus nach der klösterlichen Tradition und regionalem Kreislaufkonzept auch die Plankstettener Biere gebraut. Die Getreide für diese Bierspezialitäten stammen aus dem ökologischen Klostergut der Abtei.

Ablauf der Veranstaltung:

Kurze Einführung durch Braumeister und Eigentümer Michael Krieger, anschließend Führung durch die Betriebsräume der Brauerei.

  • Bierprobe im Biergarten
  • Brotzeit im Biergarten mit Biobauern-Brotzeitteller oder Bio-Käseteller aus der Benediktinerabtei Plankstetten

Eine angenehme Veranstaltung! Wetter war spitze, Herr Krieger hat uns auf angenehm ruhige Art (slow!) gut informiert. Höhepunkt: Die Bierprobe im Kastaniengarten – anschließend stellten wir Tische zu einer großen Tafelrunde zusammen und lebten das Convivium (=Tafelrunde). Danke an die Kriegers!

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07.09.2008 – Infostand des Conviviums auf dem Ökobauernmarkt

Am 07.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Öko-Bauernmarkt (Ökobauern aus der Region stellen sich vor, informieren und verkaufen – mit Musik und Bewirtung) im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell mit einem Infostand vertreten.

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21.09.2008 – Infostand des Conviviums beim Gemüsehoffest Niederfeld

Am 21.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Hoffest des Gemüsehofs Niederfeld mit einem Infostand vertreten.

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03.10.2008 – Kulinarische Reise im Aischgrund

Am 3. Oktober 2008 machten wir uns zu einer kulinarischen Reise durch den Aischgrund auf. Im Mittelpunkt standen Karpfen und Meerrettich (bayerisch = Kren).


Der Aischgrund ist eines der bekanntesten Teichgebiete Deutschlands. Er ist benannt nach dem Flüsschen Aisch und liegt in Mittelfranken, an der Grenze zu Oberfranken, etwa in einem Dreieck, das die Städte Nürnberg, Bamberg und Neustadt a. d. Aisch bilden. Die Landschaft ist seit Jahrhunderten geprägt von einer Vielzahl an Teichen. Die Teichwirtschaft ist kleinstrukturiert und erfolgt meist im bäuerlichen Nebenerwerb. Im Aischgrund gibt es derzeit etwa 4000 Teiche mit einer Fläche von etwa 3500 ha, die etwa von 1200 Teichwirten bewirtschaftet werden. Die Teiche sind im Aischgrund, neben dem Anbau von Meerrettich und dem Anbau von Kräutern, eine wichtige Sonderkultur und daher Erwerbsgrundlage der Landwirtschaft. Die Teichwirtschaft ist ein bedeutender wirtschaftlicher aber auch kultureller Faktor, der nicht nur die reizvolle Landschaft sondern wesentliche Züge der gesamten Region prägt.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 10:00 Uhr die Außenstelle für Karpfenwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Höchstadt a. d. Aisch. Wir starteten mit einer sehr informativen und lebendigen Einführung in die Thematik Karpfenzucht durch Dr. Martin Oberle. Im Anschluss wurden als amuse geule/Mogntratzerl diverse Karpfenprodukte gereicht (ein Knaller: Karpfen geräuchert). Dazu gab es feinen Riesling und schönes Gebläse.

Es folgte ein gezielter Einkehrschwung beim Brauereigasthof Prechtel in Uehlfeld.

Nach einer Brauereibesichtigung widmeten wir uns dem gebührenden Verkosten diverser Karpfenprodukte mit Livemusik.

Noch einmal einige Infos von Dr. Oberle und Karpfen zum anfassen.

Fahrt durch die Teichlandschaft mit kurzen Spaziergängen.

Zum Abschluss besuchten wir den Meerrettichbauernhof Schmidt in Biengarten. Natürlich konnten Hofprodukte direkt verkostet und erstanden werden. Wir erfuhren wie arbeitsintensiv der Krenanbau ist. Im Anschluss gab es hausgemachten Kuchen (u.a. Apfelkuchen mit Vanillepuddingfüllung und Zimt – herrlich!).

Bilanz: Schön wars! Die meisten Teilnehmer werden den Karpfen als Speisefisch in Zukunft wohl nicht mehr unterschätzen… Mit der richtigen Zubereitung (z.B. in Brotteig oder in Senfsoße) hat er auch richtige Fans gefunden!

Lieben Dank an Klaus Kürzinger für die Idee und die Klasse-Organisation!

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02.11.2008 – Stallweihe

Das Murnau-Werdenfelser Rind ist Passagierin der “Arche des Geschmacks”, einem internationalen Projekt von Slow Food.

Der Züchtergemeinschaft Dr. Rupert Ebner und Dr. Franz Eller gelang es (mit viel Enthusiasmus) in den letzten 2 1/2 Jahren eine Herde Murnau-Werdenfelser Rinder aufzubauen. Die Sommerweide liegt im Moor-Renaturierungsgebiet “Langer Weiher” südlich von Neuburg a. d. Donau.

Zur Stallweihe am 02.11.2008 im neu gefundenen Winterquartier im Gut Rohrenfeld (Wittelsbacher Ausgleichsfond) fanden sich nunmehr Freunde und Unterstützer der Familien Ebner und Eller zusammen. Eine wunderbare Veranstaltung – ein hoch respektables Projekt!

Verkostet wurden:

  • Leberstreichwurst vom Murnau-Werdenfelser Rind
  • Sauerbraten vom Murnau-Werdenfelser Rind mit Rahm-Wirsing und Semmelknödel
  • Brunnthaler Mineralwasser und Fassbier der Juliusbrauerei Neuburg

Für das vorzügliche Essen zeichnete sich die Küche des Gasthofs Neuwirt in Neuburg verantwortlich.

Dr. Rupert Ebner – Dr. Franz Eller. Landrat Neuburg-Schrobenhausen Roland Weigert mit Vorgänger Dr. Richard Keßler:

Hochwürden Helmut Bullinger bei der Stallsegnung – Neuburger Jagdhornbläser:

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29.11.2008 – Adventsbeginn im Gasthof Stirzer

Vorabend zum ersten Advent im Gasthof Stirzer. Das Ehepaar Irmgard und Sepp Hierl bewirtschaften den Historischen in Dietfurt. Seit Mitte dieses Jahres sind sie auch Fördermitglieder von Slow Food Deutschland und gehören zu unserem Convivium.

Zeit wurde es also, sich hier zu einem “Willkommensbesuch” einzufinden!

Die Hierls erläuterten uns kurz ihre “Wirts- und Küchenphilosophie”. Beim gemeinsamen Abendessen (quer durch die traumhafte Speisekarte) verbrachten wir gemütliche Stunden am warmen Stubenofen.

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Fortsetzung: Das Jahr 2009.

Zwischen Brotscheiben – in Wien

Ein Butterbrot mit etwas Salz und frisch geschnittenem Schnittlauch. Slow Food erster Güte! Bezieht sich das slow doch nicht – wie aber irrtümlich oft angenommen – auf die Zeit der Zubereitung. Diese ist hier ja sehr fast. Slow Food grenze ich deshalb auch lieber gegen Junk Food ab. Zurück zum slow. Damit soll das Werden des Essens beschrieben werden. Zeit zum wachsen, zum reifen. Im Einklang mit seiner und der Natur. Handwerklich verarbeitet. Aus der Region. Mit Saison. Bereits die Beschleunigung eines Discounter-Backautomaten-Brots…

Die weltweite Vielfalt ist überwältigend. Beim Runterfallen landet es auf der falschen Seite. In der Hauptstadt heißt es Stulle. John Montagu, 4. Earl of Sandwich adelte es. Die Turiner Spielart hat es mir besonders angetan: Das Tramezzino.

Der aufmerksame Leser weiß um meine tiefe Sehnsucht nach Wien. Dort, am Franzikanerplatz 3 gibt es bei Expedit Van Veinsten mit die besten Tramezzini die ich heute kenne. Paté di funghi (Steinpilz-Champignoncreme, Radicchio), Prosciutto-Asparagi (gek. Schinken mit Spargel) oder Tacchino affumicato (geräucherte Putenbrust, Curry, Salat). Köstlich. Das Brot liefert die Bäckerei Kolm (2011 von Slow Food Wien für die beste Handsemmel Wiens ausgezeichnet). Natürlich war ich bei meinem letzten Stadtbesuch auf einige Schnitten dort.

Zum ersten Mal war ich im Mai 1989 in Wien. Das Abitur war gerade abgelegt. Der Grundwehrdienst stand vor der Tür. Mein Schulfreund Jörg weilte in Mödling (Städtchen im Wienerwald südlich der Donaumetropole) und empfahl mir ebenfalls einen Besuch dort. Was bin ich heute noch froh ihn gemacht zu haben! Das historische Jahr 1989 öffnete gerade seine ersten Knospen. Am 2. Mai begannen ungarische Soldaten mit der Demontage des Grenzsignalzauns zu Österreich. Ende Mai waren Jörg und ich sogar in Budapest. Eine einmalige Stimmung lag in der Luft. Am 19. August dann das sogenannte Paneuropäische Picknick – die symbolische Grenzöffnung Ungarn/Österreich für drei Stunden. Hunderte DDR-Bürger nutzten das umgehend zur Flucht in den Westen. 30. September – Deutsche Botschaft in Prag. Genscher. 9. November – die Mauer fällt. Endlich.

Sternstunden der Geschichte. Ich wollte freilich nur von meinen ersten Tramezzini erzählen. Also, 20. Mai 1989 – das Internet lässt mich diesen Tag genau bestimmen. Früher Abend. Ich komme im Wienerwald an. Gleich auf dem Programm – ein großartiges Konzert von Johannes Cernota in der Mödlinger Bühne. Er spielte Erik Satie. Dessen Gnossiennes und Gymnopédies begleiten mich bis heute. In der Pause verkaufte jemand bauchladengemäß die Weißbrote. Ich war begeistert! Bleibender Eindruck. Großer Hunger in Kombination mit wunderbarem Geschmack brachte meine Reisekasse gleich in Unordnung. Nach dem Konzert wurden überschüssige Brote verschenkt. Oh Gott! Habe die Zügel aus der Hand gegeben… endgültig bleibender Eindruck.

Im aktuellen A la Carte – Bookazine “Wien isst schnell” sind einige Sandwich-Manufakturen empfohlen. Darunter – nicht überraschend – die Mannschaft vom Franziskanerplatz. Und was lese ich im dazugehörigen Artikel? Die Tramezzini-Bar wurde ursprünglich 1987 in Mödling(!) von Otto Gratz gegründet… aha! Da bin ich mir jetzt ganz sicher.

Zwei weitere A la Carte – Empfehlungen habe ich mir hingelegt. Beide mache ich hiermit zu meinen. Einmal die Paninoteca in der Margaretenstraße 22. It´s toasted:

Der Architekturstudent(!) Xaver Kollegger fertigt hier Panini und Piadine (Basis Bosnisches Fladenbrot). Feines Caprese al Prosciutto:

Zum anderen die belegten Brote der Bio-Bäckerei Joseph in der Naglergasse 9.

Es gibt (derzeit) drei Sorten mit der Kastenbrot-Variante Josephbrot/Urlaib: “Huhn-Avocado”,  “Tofu mit Stangensellerie” und “Roastbeef mit Schafcamembert”. Alle gehen in feinen Papierboxen liegend und mit Seidenpapier umhüllt über die Ladentheke:

Ich hatte Huhn. Deliziös!

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wiener Leitungswasser hat (zurecht) einen hervorragenden Ruf. Die Wiener Wasserwerke haben dazu diese sehr gute Idee:

Ach Wien!