Margherita in Ingolstadt (2)

Die nächste (echte) “Pizza Margherita” in der Stadt. Im Ristorante La Fontana, Mauthstraße 8, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/3709529. Mit Mozzarella. Leider, wie schon beim Stella D’Oro, ist der Käse vollkommen verlaufen. Schön und richtig wäre das deutlich sichtbare Weiß der Mozzarella in mehr oder weniger dicht beieinander liegenden Tupfen. Aber immerhin!

la fontana

Pizza in Eichstätt – Wo bist du?

“Was ist ein gutes Lebensmittel?” Der Titel des aktuellen Slow Food Magazins. Für Slow Food ist es gut, sauber und fair. Das bedeutet guter, natürlicher Geschmack – ökologische Nachhaltigkeit bei Urerzeugung, Verarbeitung und Genuss – sowie gerechte Teilhabe/Entlohnung aller an der Wertschöpfung Beteiligter.

eich3 (8)Der Regionaltisch Eichstätt von Slow Food Ingolstadt hat sich vorletzte Woche zum Kriterium “gut” ein ganz besonderes Essen hingelegt: Pizza! Merke: “You can’t make everyone happy. You are not pizza.” Wie kommt der Mensch auf den Geschmack? Zur Schulung der Sinneswahrnehmung ist ein Mittel der sensorische Vergleich einer Vielzahl von Produkten einer Gruppe. Ich mache das sehr gerne, um mein geschmackliches Koordinatensystem zu pflegen und zu entwickeln. Siehe z. B. Weißwurst, alkoholfreies Weißbier, Schweinshaxe, griechischer Joghurt, Krapfen, Lebkuchen oder Karottensaft.

Unter dem Motto “Pizza ante portas” belieferten zeitgleich 12 verschiedene Eichstätter Pizzabäcker das Depot Piemont von Fritz Schäffler:

eich3 (2)eich3 (3)eich3 (4)Hier stand für die Vergleichsverkostung bereits alles am vorbildlichsten bereit. Gute Leute, eine gedeckte Tafel, Bier (das klassische Getränk der Italiener zur Pizza), Wein und Wasser. Schreiner Andreas Deinhart fertigte gar für jeden Tester massive Buchenholzteller, unterteilt mit den Ziffern 1 bis 12 für die einzelnen Schnitten:

eich3 (5)Der Eichstätter Kurier berichtete in einem kurzweiligen Artikel über den Abend. Der Feststellung darin, dass es keinen “Totalausfall” gab, will und kann ich mich aber nicht anschließen:

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Eichstätter Kurier, 17.06.2015, Seite 23

Bei der Blindverkostung haben wir uns natürlich für eine “Pizza Margherita” entschieden. Sie ist eine klassische “Pizza Napoletana” (siehe Verordnung (EU) Nr. 97/2010 der Europäischen Kommission… was für ein Aufwand!). Im (scheinbar) Einfachen erkennt man am besten die Meisterschaft. Man bestelle sich zur verlässlichen Prüfung einer bayerischen Wirtshausküche z. B. einfach nur einen Teller klare Rindfleischbrühe… Zurück zur kreisförmigen Backware: Ihr Belag soll an die Farben der italienischen Flagge erinnern (egal ob die Geschichte vom 11. Juni 1889 in Neapel mit König Umberto I. und seiner Frau Margherita nun stimmt oder nicht): Grünes Basilikum, weißer Mozzarella und rote Tomaten.

Und was machen die Eichstätter Pizzabäcker – alle miteinander? Frisches Basilikum: Fehlanzeige! Mozzarella: Fehlanzeige! Das ist grotesk. Daher der Titel dieses Blogeintrags.

eich3 (6)eich3 (1)Und dabei haben wir uns bei diesem Test lediglich dem Kriterium “gut” gewidmet…

Für das Protokoll: Auf dem Siegertreppchen ganz oben: Ristorante Tartufo (hier gab es auch eine homöopathische, wenn auch leider verbrannte Dosis Basilikum), gefolgt von der Pizzeria Lüften Romeo.

Wie würde der Test wohl in Ingolstadt ausfallen? Findet sich hier eine “Pizza Margherita”? Meine Referenz in dieser Spielklasse habe ich übrigens in Regensburg genossen… privat… aus einem Haushaltsofen (aber mit Pizzastein)… Lieber Holger – brauche dringend eine Auffrischung!

Auf jeden Fall hat die Zusammenkunft – so betrüblich der ein oder andere Bissen auch war – viel Freude gemacht. Kompliment dafür an den Eichstätter Regionaltisch! In der Stadt beginnt sich was zu rühren. Siehe exemplarisch dazu auch den schönen Artikel von Stephan Zengerle im aktuellen Eichstätter Journal – “Slow-Food-Bewegung erreicht Eichstätt”:

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Eichstätter Journal 3.2015, Seite 11

Der nächste Regionaltisch Eichstätt tagt am 21.10.2015 um 19:00 Uhr. Darauf einen Grappa Fritz – Salute!

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Berlin – Naschmarkt

La dolce vita am nächsten Tag in der Markthalle Neun – Naschmarkt!

“Hochwertige süße Leckereien aus kleinen Manufakturen in Berlin und Brandenburg, auf traditionelle Weise liebevoll mit der Hand hergestellt, mit guten, natürlichen Zutaten möglichst aus der Region und nach der Saison, bevorzugt aus biologischem Anbau und fairer Produktion/Handel. Auf gentechnisch veränderte Rohstoffe, synthetische Zusatz-, Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe, Süßungsmittel, Geschmacksverstärker und Prozesshilfen wird verzichtet.”

Wie passend: 2. Advent – heute(!) –  ist wieder Naschmarkt – Lebkuchen, Plätzchen, Schokolade, Kuchen, Torten, Macarons, Cakepops oder Marmelade… – von 12 -18 Uhr.

nasch1nasch3nasch6nasch4nasch5nasch2Fortsetzung.

Das muss kesseln!

Mitte November 2014. Nördliche Hallertau. Milder Spätherbst. Zwischen den leeren Hopfengärten blüht der Senf.

sf kochen 38Rauke wird gezupft, frischer Kren gerieben, Majoran und Zwiebel (Höri Bülle – Slow Food Archepassagier) geschnitten. Verschiedene Brotsorten gehen auf. Feine Bierflaschen ploppen. Köstliche Zwetschgen-Chutneys warten. Auf dem Feuer, im Kessel: Allerlei (Kronfleisch, Zunge, Leber, Herz) vom Murnau -Werdenfelser Rind (Slow Food Archepassagier).

Kurz: Slow Food Ingolstadt (Kochgruppe) war wieder einmal zu Gast bei Matthias. Was für ein Nachmittag/Abend! Danke!! Das Folgende ist selbsterklärend. Bis auf das letzte Bild. Wobei – an solchen Kraftplätzen darf mit allem gerechnet werden:

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