Fingerzeig (46) – Spargelkampagne 2018

Angebot! Familie Rehm aus Schrobenhausen liefert ihren vorzüglichen (nicht nur plastikfreien) Spargel – diesen hier – nunmehr einmal wöchentlich nach Ingolstadt. Das funktioniert so:

I.
Es gibt (jeweils Kilopreise):
– Spargel Klasse I – 13,00 EUR, Spargelspitzen Klasse I – 13,00 EUR
– Spargel Klasse II – 11,00 EUR, Spargelspitzen Klasse II – 11,00 EUR
– Spargel Klasse II b – 8,00 EUR
– Spargel Huchels Leistungsauslese – 12,00 EUR
– Purpurspargel – 13,00 EUR
– Grünspargel – 11,00 EUR
– Grünspargel Ariane – 12,00 EUR
– Bruchspargel – 6,50 EUR
– Babyspargel (ungeschält verwendbar) – 6,50 EUR /500 g

II.
Verbindliche Bestellungen mit Name und Vorname bitte ausschließlich über: info@spargel-rehm.de
Kennwort/Betreff: Spargelkampagne 2018; Bestellungen werden von den Rehms bestätigt

III.
Abholort und Bezahlung (bitte recht passend):
Parkbereich der Total-Tankstelle, Manchinger Straße 84, 85053 Ingolstadt

IV.
Abholzeit: Sonntags von 11:00 – 11:15 Uhr

Letzten Sonntag gab es die erste Lieferung. Durchgehend seit 2010 sind die Rehms übrigens Slow Food Unterstützer.

Nicht uninteressant – am Abholort gibt es die erste Wasserstofftankstelle in Oberbayern (außerhalb von München). Zukunftsträchtig wie der langsame Spargel der Rehms!

(45) – Fingerzeig – (47).

Zeit statt Plastik – Spargel 2018

Es gibt Lebensmittel, die haben eine Saison. Dann – und nur dann – sind sie auf ihrer Höhe und wirklich wohlschmeckend. Wachsen sie dazu noch in der Region in der man sich gerade aufhält, ist man hervorragend bedient. Das mit der passenden Jahreszeit ist heute aber leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Bei der Einstellung (gar dem oft aufgeregt proklamierten Anspruch) einer Vielzahl von Konsumenten, alles jederzeit verfügbar haben zu müssen, lässt sich die Angebotsseite selbstredend nicht zweimal bitten… Es funktioniert freilich auch gegenläufig. Stehen die Erdbeeren zur Unzeit an der Kasse, wird bedauerlicherweise viel zu oft zugegriffen. Hier ein besonders trauriges Beispiel.

Es geht um Zeit. Die man den Lebensmitteln gibt um l a n g s a m zu wachsen, um in Ruhe auszureifen. Und die man sich selbst nimmt. Um warten zu können. Um das Zulassen und vielleicht sogar Ertragen von Vorfreude. Der richtige Moment kommt – ohne jede Beschleunigung. Ganz wie beim Wellenreiten:

Geht man von der Eisbachwelle in München die Prinzregentenstraße in östliche Richtung, kommt man bald nach dem Friedensengel linkerhand zum Feinkostladen Käfer. Dort war ich Anfang April:

Abschweif: Zum tatsächlich ersten Mal! Hatte sich bisher nie ergeben. Ein Neugierbesuch. In sehr sparsamer Dosierung machen solche Stätten (Julius Meinl in Wien, KaDeWe (sechste Etage) in Berlin, Harrods Food Halls in London, Galeries Lafayette in Paris) durchaus Laune. Das Beobachten der Kunden ist daneben noch eine eigene Disziplin… Fazit: Bei Bedarf wäre in München der Dallmayr meine erste Wahl. Er ist deutlich unaufgeregter. Zurück zur Saison: In der Käfer-Gemüseabteilung fielen partiell einige Dinge nach oben… Und weil es um Spargel geht, will ich Euch das Tagesangebot nicht vorenthalten: In Plastik eingeschweißter, bereits geschälter Spargel vom niederbayerischen Gäuboden – das Kilo für … 48,00 EUR … Mit Blick auf den Kalender sehr wahrscheinlich ein bedauerliches Erzeugnis aus einer sogenannten Verfrühungsanlage (Bodenheizung ab Mitte Januar). Diese pathologischen Machenschaften gibt es leider auch im Schrobenhausener Land.

Dort war ich vorgestern. Meine Asparagus-Dealer (natürlich folienfrei) – Christine und Josef Rehm – signalisierten Bewegung im Boden. J e t z t hat die Saison angefangen. Und sie dauert noch ganze zwei Monate! Wem reicht das eigentlich nicht? Den Hechlern und Schnappatmern dürfte der Spargel eh schon zum Hals heraushängen. Ein Problem. Benötigen sie den Platz doch bereits für Hochgeschwindigkeitserdbeeren…  Nach Überwindung unseliger Plastikmeere

fand mein Auge schließlich Tröstung und Erfrischung:

Es gibt ab Hof der Rehms weißen und grünen (hell- und dunkelgrün) Spargel der deutschen Hybridsorten Ramada und Ramires. Und heuer erstmals – nach drei Jahren Anlauf dazu (2015 und 2017) – diese drei Sorten: Violetta (purpur), Huchels Leistungsauslese (weiß) und Ariane (grün):

Im Mai möchte ich versuchsweise eine Sammelbestellung organisieren. Dann liefert Slow Food Unterstützer Rehm direkt an einen Treffpunkt in Ingolstadt. Wer Lust und Interesse hat, über weitere Details dazu informiert zu werden, signalisiert das bitte in einem Kommentar unter diesem Post. Ich melde mich dann bei Zeiten.

Frühlingsboten von Karfreitag bis Ostermontag

Österliche Schnipsel: Karfreitag. Spaziergang rund um das Felsentor in Unteremmendorf:

Leberblümchen

Karfreitag und Unteremmendorf – schon kombiniert? Man wird in der Region keinen bessern Platz zum Fischessen finden, als den Landgasthof Wagner (ist im Slow Food Genussführer!). Keine Überraschung also im vollbesetzten Haus den ein oder anderen Fischschmecker anzutreffen (Grüße an Paul S. und Fritz S.). Auf der Karte ein schönes Programm: Geräucherter Lachs, Fischsuppe, gebackener Kabeljau, Zander, Waller, Forelle, Saibling und natürlich Karpfen. Meine Wahl nach der Fischsuppe: ein 1/2 Karpfen im Bierteig gebacken – köstlich (auch der Kartoffelsalat!).

Karsamstag. Einkaufen: Bäcker, Wochenmarkt Ingolstadt, Osterschinken vom Joseph Huber, Wochenmarkt Eichstätt – Osterschinken vom Wolfgang Speth.

Schneeglöckchen

Und natürlich Eier. Besuch an einer unserer Quellen dafür:

Schließlich ging es noch in den Gerolfinger Eichenwald:

Blaues Schneeglöckchen

Hohe Schlüsselblume

Geflecktes Lungenkraut

Huflattich

Ziel war natürlich dieses wunderbare Gewächs – Bärlauch First Flush 2018:

Welcher Wein passt zum Bärlauch? Nach vielen Versuchen steht für mich fest – die weiße Rebsorte Viognier (sehr säurearm) ist eine gute Partnerin:

Ostersonntag. Franziskanerkirche. Auch dieses Jahr habe ich die Osternacht mit der Segnung des Osterfeuers (5:00 Uhr!) nicht geschafft. Aber 2019 gilt es…

Zum sechsten Mal in Folge – und damit zwischenzeitlich undenkbar ohne – die gefüllten Eier:

Ostermontag. Gasttafeln bei Moni – Danke!!! Im zweiten Gang Osterlamm (nach Yotam Ottolenghi). Dazu ein Barolo (Silvio Grasso) – Brüderlichkeit:

Einfach und köstlich – Chioggia Rübe

Wunderbar inspiriert von diesem feinen Bericht ging es sogleich ans Werk. Die Beschaffung der Tondo di Chioggia gestaltete sich aber überraschend schwierig. Meine Bio-Gemüsegärtner in der Region winkten leider ab – „diesjährig nicht im Anbau“ – war die mehrfach gehörte Antwort. Eine Fahrt nach Moosinning – so wie im Film – war mir dafür zu weit (steht aber demnächst an – am 17.03.18 ist dort ein Hoffest). Schließlich wurde ich beim Obstkistl (Slow Food Unterstützer!) fündig. Wenn auch die Rüben aus konventionellem Anbau in den Niederlanden stammten:

Ziegenfrischkäse. Da gibt es eine grandiose regionale Quelle: Den Hallertauer Ziegenhof! Unter anderem erhältlich auf dem samstäglichen Wochenmarkt in Pfaffenhofen:

Dann verlegte sich die Handlung – bei steigendem Spannungsbogen – in die Küche:

Wie sagte der Schmidt Max so schön? „Des is ja unfassbar guad.“ Stimmt!

Sind Sie ein Eisenmann?

Während Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson) in der Garage mit einer Fahrzeuginnenreinigung beschäftigt sind, fragt Wolf (Harvey Keitel) im Schlafzimmer Jimmie (Quentin Tarantino):

Ich persönlich mag Eiche. Was ist mit Ihnen Jimmie? Sind Sie ein Eichenmann?“ Jimmie: „Eiche ist schön.“

Der Kenner weiß längst Bescheid – wir sind in einer Szene von „Pulp Fiction“. Da es sich hier um eine Schlafzimmerausstattung handelt, hätte ich diese Frage verneint. Würde mich Mr. Wolf aber in der Küche fragen, ob ich ein Eisenmann bin, wäre meine Antwort – ja!

Aber noch nicht lange. Erst kurz vor dem letzten Weihnachten zog in unseren Haushalt ein Bräter aus Gusseisen ein. Endlich! Nach einer ausgewachsenen Markterhebung haben wir uns für die Firma STAUB entschieden. Konkret für einen ovalen (33 cm) Cocotte. Seine Feuertaufe absolvierte er – als Franzose – mit Bravour. Am 1. Feiertag bei der Sauce:

Und am 2. Feiertag beim Braten:

Dieser stammte vom Murnau-Werdenfelser Rind – Einkaufsquelle hier.

Bis heute folgten ein ragù alla bolognese und ein Gulasch. In Bälde Zitronenhuhn. Einen Sonntagsbraten im Rohr zu haben – welch ein beruhigender, wohlriechender Zustand: