Marginalie (42) – Glänzen in Abwesenheit

Im Winter tut sich der Wochenmarkt schwer. Und der Mittwoch ist im Vergleich zum Samstag der schwächere Markttag. Trotzdem kann man Flagge zeigen. Sogar in Abwesenheit. An einem Mittwoch. Als hätten sie eine eigene Marketing-Abteilung… großartig!

markt1markt2(41) – Marginalie – (43).

Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

Foto-Überbleibsel aus Arbeitsgruppen von Slow Food Ingolstadt. Beim letzten Termin der Produzentenführer-Gruppe, die zukünftig wohl am Slow Food „Einkaufsführer“ arbeiten wird, ging es um Kartoffeln der Bauern Alexander Fuchs (Bioland) aus Schrobenhausen, Michael Stöckl (Naturland) aus Ehekirchen, Josef Glöckl aus Karlshuld und Franz Josef Mayer (Bioland) aus Preith:

kartoffeltest2kartoffeltest1Weingruppe. Thema: Lieblingsweine weiß, einige Wochen später rot:

bb weiß1bb weiß2bb rot1bb rot2bb rot3Regionaltisch Eichstätt mit Gast Michael Gutmann – mit eigenem Hochzeits-Bier (dunkler Doppelbock) im Gepäck – im Wirtshaus Zum Gutmann. Auf der Tageskarte ein köstlicher Eintopf vom Altmühltaler Lamm. Information am Rande: Demnächst wird es in Ingolstadt einen basic Bio-Supermarkt geben (am Audi-Kreisel)!

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Gutes in der Hallertau

Beim letztjährigen Pressegespräch zu den Bier-Genuss-Tagen hatte Veranstalter Alexander Herzog Brezen dabei. Ein bisserl kleiner als normal, aber spektakulär gut! Ich achte auf diese Dinge… Gleich aber auch die schlechte Nachricht: Gebacken werden sie leider weit weg von Ingolstadt, im Landkreis Freising, in Attenkirchen… Vor einigen Wochen habe ich Herzog dort besucht – in der nächsten Ausgabe seines Hallertau Magazins wird es einen Bericht über Slow Food geben 🙂 Dabei hat er verkündet: 2016 folgt die zweite Auflage der Bier-Genuss-Tage in der Exerzierhalle. Freu! Und vom 03. bis 05. Juni das 4. Hallertauer Bierfestival. In Attenkirchen.

Genau hier habe ich dann endlich Bäcker Uli Schindele (Hopfenstraße 1, 85395 Attenkirchen, Tel. 08168/216) besucht:

schindele1Im ersten Lehrjahr mit dabei: Aghahowa Akunedo aus Nigeria und Luzia Wendl:

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Aghahowa Akunedo, Uli Schindele und Luzia Wendl

Wegen der Brezen bin ich gekommen. Der Schindele hat aber noch ein ganz anderes Eisen im Ofen: Seine „Doppelten“ – ich habe noch keine bessere Semmel gegessen!!!

schindele3Wenn schon in der Hallertau, habe ich mir gleich diese beiden mitgenommen. Im ehemaligen Bürgerbräu in Wolnzach wird ja dank Urban Chestnut (Bayern und USA) wieder gebraut! Ein Pale Ale so zu nennen – klasse!

urban chestnutZu guter Letzt ausgezeichnet Mittagessen. In der Slow Food Familie. Bei Stefan Spitzer:

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Stefan Spitzer

 

Fingerzeig (27) – Aus der Pfanne, vom Huber, im Diagonal

Es sind diese scheinbaren Kleinigkeiten, für die leider viel zu wenig Menschen einen Blick haben, die aber so wichtig sind und die den Unterschied machen. Sie zu verkünden ist eine stete Herzensangelegenheit von extra prima good. Unter uns – irgendjemand muss es machen!

Gestern Abend war im Diagonal Stammtisch von Slow Food Ingolstadt. Die beiden Wirte Norbertus von Jordans und Reinhard Maier nahmen dies zum Anlass, endlich eine empfindliche Lücke in ihrer Speisekarte zu schließen. In meinem Lobgesang auf ihre Currywürste hatte ich sie klar ausgemacht:

„Das Schnitzel kommt, schön wellig in Butterschmalz gebraten, aus der Pfanne. Auch seine Herkunft soll in Zukunft – das wurde mir versprochen 🙂 – erwähnenswert sein. Ich bestehe darauf! Speisekarten sind dem Mannschaftssport zuzurechnen. Da ist Geschlossenheit gefragt.“

Das Versprechen ist erfüllt – Danke!!!

diagonal huber (3)

Und wenn der Joseph Huber einige Bauern in der Region von der ökologischen Schweinehaltung überzeugt hat – er ist dran! – dann spricht ja nichts dagegen, dass… OK?!

diagonal huber (1)diagonal huber (5)diagonal huber (2)diagonal huber (4)(26) – Fingerzeig – (28).

Mancher gibt sich viele Müh‘ Mit dem lieben Federvieh

Mein Lieblingsessen mit Fleisch? Huhn. In allen seinen köstlichen Varianten. Mit Curry, mit Paprika, mit Waschmaschinenmotor gegrillt.

Auf Volksfesten gilt das Hendl als Klassiker. Leider kommen diese mit Antibiotika satt gefütterten Tiere für gewöhnlich aus Massenqualhaltung (die Agrar-Industrie-Lobby bemüht dafür den Begriff „moderne Tierhaltung“). Sie zu essen heißt seinen (beachtlichen!) Teil zur Aufrechterhaltung dieses abartigen Systems beizutragen.

Erfreulicherweise haben wir aber die Wahl. Die Artikelüberschrift von Wilhelm Busch gilt. Auf dem Münchener Oktoberfest, sogar auf dem Ingolstädter Volksfest. Wenn es auch Rückschläge gibt. Können kommt vom Wollen…

Slow Food Magazin Ausgabe April/Mai 2015:

hüttinger3Es war mir eine echte Freude dieser Tage Roswitha Hüttinger (Jura Geflügel in Walting/Rapperszell) ein Exemplar davon in die Hand zu drücken:

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Roswitha Hüttinger

Sie hat Haltung und ermöglicht eine gute solche. Auf ihrem Hof tummeln sich im Freiland – bei hofeigenem gentechnikfreiem Futter und eigener Schlachtung – neben Mast- und Legehybriden (Thema Zweinutzungshuhn) auch Sulmtaler, Wachteln, Perlhühner, Puten (ab nächstem Jahr ebenfalls Bronzeputen), Flug-, Mularden- und Pekingenten sowie Gänse. Mit ihrem Betrieb steht sie deshalb auf meiner Empfehlungsliste für gutes Geflügel in unserer Region.

Auf dem richtigen Weg ist auch die Stadt Pfaffenhofen. Im Koalitionsvertrag des Bündnisses von FW, SPD, Grüne und ÖDP steht unter Ziffer 5 (Nachhaltigkeit, Tierschutz, Umweltschutz, Klimaschutz) der Punkt „aktive Förderung von regionalen Produkten und Lebensmitteln aus artgerechter Haltung bei städtischen Veranstaltungen“. Seht dazu auch das wunderbare Aktionsbündnis Artgerechtes München!

Festwirtin Julia Spitzenberger (selbst im Pfaffenhofener Stadtrat) ist heuer dazu auf dem

logo volksfest pafmit ihrem Pfaffenhofener Voixfest-Giggal an den Start gegangen. Und das kommt von – der Kreis schließt sich – Frau Hüttinger. Gleich 2-mal (mittags wird es nicht angeboten… arrgh) bin ich hingefahren, um der schönen Idee meine Aufwartung zu machen:

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Julia Spitzenberger

spitzenberger (3)spitzenberger (1)Im großen Festzelt gibt es in Pfaffenhofen zum schönen Überfluss auch noch ein Bio-Hendl:

spitzenberger (4)Weiß eigentlich schon jemand wie es ab kommenden Freitag auf dem Schanzer Herbstfest in Sachen gutes, sauberes und faires Hendl aussehen wird? Wir gehen jedenfalls nächsten Donnerstag schon mal hier auf Nummer sicher.

Nachtisch: Frau Hüttinger hat ihre Mitgliedschaft bei Slow Food angekündigt. Passt gut!

Nachtrag (26.09.2015): Es gibt leider kein Bio-Hendl auf dem Ingolstädter Volksfest. Es ist erbärmlich.