Marginalie (28) – Dîner en blanc in Ingolstadt

In der letzten Donaukurier-Beilage “Der Sonntag” (9./10.08.) findet sich ein Bericht über das Picknick-Phänomen “Dîner en blanc”:

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Ich habe immer schon damit geliebäugelt, einmal an einem solchen teilzunehmen. Gemeinsames, lustvolles Tafeln – so viele offene Türen kann man bei einem Slow Foodler gar nicht einrennen! Freilich würde ich neben der weißen Garderobe besonders darauf achten, dass vor mir gutes Essen und Trinken steht…

Das besondere Picknick ist eine Domäne der (weltweiten) Großstadt. Laut Donaukurier finden sich aber in unserer Region ebenfalls Tafelrunden zusammen. So wird aus Neuburg und Berching berichtet. Allein in Ingolstadt… Dabei gibt es seit 2009 einmal im Jahr vor Ort ein Abendessen in Weiß. Den Fotos nach fand dieses bisher abwechselnd im Planetenpark (Schlosslände), im Park vor dem Christoph-Scheiner-Gymnasium und im Park neben dem Herzogskasten statt. Die Teilnehmerzahl war immer …. überschaubar.

Nächstes Jahr bin ich dabei! Und ich werde es meinen Slow Food Freunden nahelegen. Die Website des Dîner en blanc Ingolstadt findet sich hier. Termin 2015 ist der 20. Juni um 19:30 Uhr. Der Ort ist bis zum Veranstaltungstag offen. Laut den Regeln wird um 22 Uhr abgebaut. Man folgt hier offensichtlich dem “Wenn es am schönsten ist”-Ansatz. Ob dem auch wirklich so ist – wir werden sehen. Ein Problem gilt es noch zu lösen: Ich habe (noch) keine weiße Hose…

(27) – Marginalie – (29).

Toskana an der Schutter

Irgendwann hält man zum ersten Mal einen Warenkatalog der Fattoria La Vialla in Händen. Nicht wenige dürften ihn nach dem Durchblättern mit der vollkommen nachvollziehbaren aber trügerischen(!) Erkenntnis – “Das ist ja alles gar nicht wahr” – zur Seite legen. Zu schön um …

Ich bestellte trotzdem. Wirkung: Seit ungefähr sieben Jahren vertrauen wir in der heimischen Speisekammer auf mindestens eine Grundausstattung von Produkten – Olivenöl, Pasta und Torbolone (= Cuvée aus Sangiovese, Cabernet Sauvignon und Merlot) – des in jeder Hinsicht mustergültigen Landguts der Familie Lo Franco. Weil der Zweifel aber die dicksten Bretter durchnagt, sind wir im Mai 2010 für eine Woche in die Toskana gefahren um zu begreifen. Nach Castiglion Fibocchi, gute 10 km nord-westlich von Arezzo gelegen. Unsere herrliche Unterkunft auf dem Anwesen, eine Wohnung im Landhaus “Casale di sotto Ponente”:

la vialla1la vialla2Doch – es ist wahr. Alles. Gut. sauber, fair + wunderbare Gastfreundschaft. Der landwirtschaftliche Betrieb der Fattoria La Vialla – natürlich Slow Food Mitglied in Italien – wird seit 1978 biodynamisch (Demeter) bewirtschaftet. Ein profunder, lesenswerter Bericht dazu findet sich in den Musenblättern.

la vialla4la vialla5la vialla3la vialla6Wer Lust auf seine erste Bestellung bekommen hat, sollte sich soweit angeboten, gleich auch dieses Büchlein (255 Seiten) zulegen. Es ist die feine Rezeptsammlung von Giuliana (Ehefrau/Mama – 3 Buben/Schwiegermama/Großmutter) Lo Franco:

la vialla14Noch ziemlich unbekannt, obwohl seit bereits knapp zwei Jahren geöffnet, ist die Speisekammer Frankfurt. Der erste Ort, neben dem Hofladen in der Toskana, wo man Produkte der Fattoria verkosten und direkt erwerben kann.

Eine weitere, wenn auch seltene Möglichkeit dazu, hatten gut informierte Ingolstädter am vergangenen Wochenende. Ingrid und Andreas Ridder – Naturmöbel-Einrichtungshaus Ridder² (Mitglied im Verband ökologisch engagierter Möbelhändler) – ist es nämlich gelungen, ein Stück La Vialla für drei Tage an die Donau (ganz präzise an die Schutter, die hinter dem Haus vorbeifließt) zu holen. Am 18. Juli gab es einen besonderen Abend für Slow Food Ingolstadt:

la vialla10la vialla9la vialla7la vialla8la vialla11Ein Teil des Einrichtungshauses ist im ehemaligen Gewächshaus der Gärtnerei Stern untergebracht. Traumhaftes Raumgefühl mit viel wertigem Inhalt. Hell, großzügig, frisch. Und sommerlich warm ;-) Herzlichen Dank an die Familie Ridder und das Team von La Vialla (Michela!) – es war ein schmackhafter, sehr wohltuender Abend!

Marginalie (27) – Da hat es jemand geschafft

Gewusst? „Der Oktober ist eine Frau“.

Im Ankündigungstext für die 20. Ingolstädter Künstlerinnentage (28.09. bis 30.10.2014) steht ein scheinbar unscheinbarer Satz: “Der Vorverkauf für die Veranstaltung mit Monika Gruber findet exklusiv am Samstag, 26. Juli, von 11 bis 14 Uhr in der Kleinkunstbühne Neue Welt statt.”

Respekt! 11:15 Uhr heute vor Ort:

gruber1gruber2Für Freunde der Abendkasse (muahahaha!): Der Auftritt der Gruber ist am 01.10.2014 um 20:00 Uhr im Stadttheater.

(26) – Marginalie – (28).

Marginalie (26) – Gut für Ingolstadt

Der Kuchen ist (hoffentlich) groß genug. Ich meine, wenn sich Brüssel, Berlin und München ihre Stücke abgeschnitten haben… Auf jeden Fall ist er uns am nächsten. Und deshalb ist es gut, dass heute unser Stadtrat diesen Mann zum neuen Umweltreferenten der Stadt Ingolstadt gewählt hat:

rupert ebnerRupert Ebner. Auf dieser Position ein Slow Food Mitglied, einen Conviviumleiter (von München), gar einen Vorstand von Slow Food Deutschland zu wissen, ist extra prima good! Lieber Rupert – herzlichen Glückwunsch. Und jetzt mach hin!

(25) – Marginalie – (27).

Gutes Geflügel

Der Anteil der in Deutschland zum Verzehr bestimmten Hühner und Puten in industrieller Massenqualhaltung liegt bei >98%. Damit können bestimmte Figuren gut arbeiten. Zum Beispiel im 2010 in Betrieb genommenen Geflügelschlachthof in Wietze (Niedersachsen). Er hat eine Schlachtkapazität von 27.000 Tieren. Pro Stunde(!). Nur mal so: Der Bau wurde mit 6,5 Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert und erhielt weitere 800.000 Euro von der Bundesregierung…

Lust auf die knappen 2%? Dazu gleich zwei gute Nachrichten. Man hat es in der Hand. Und – denken hilft. Findet sich Fleisch von Geflügel mit einem Leben vor dem Tod in der Ketten- und Systemgastronomie, in Chicken-Nuggets (die man erstaunlicherweise gerne seinen ganz Lieben vorsetzt), bei der alleinigen Konzentration auf die sogenannten “Edelteile” (Brust), beim Discounter, in der Wurst mit Bärchengesicht oder in Bratwürsten für die Dieter Bohlen wirbt, in Fitness-Putenbruststreifen, bei Grillhendln von Parkplatz und Ausfallstraße oder Tiefgefrorenen für um die 2,49 EUR? Jeder finde seine Antwort(en) selbst.

Eigentlich unbezahlbar – sauteuer – sind diese 98%. Der Preis für fehlenden Geschmack (und das in jeder Hinsicht), nicht vorhandenen Tier- und Umweltschutz, für den Verlust regionaler Kultur und Wertschöpfung, für die Zerstörung von Märkten in Entwicklungsländern oder dramatisch steigende Antibiotikaresistenzen ist nur leider auf der Strecke geblieben…

Geist ist geil. Der wirtschaftlichen Herausforderung (Haushaltskasse!) begegne ich einmal mit einer klaren Prioritätensetzung und zum weiteren mit einem zurück in Richtung Sonntagsbraten. Vorletztes Wochenende – noch ganz im Fußballfieber – verwandelten wir genüsslich diese Steilvorlage auf dem Ingolstädter Wochenmarkt:

hendl1Passgeber: Biohof Mayer aus Preith. Endergebnis:

hendl2Ich werde mitnichten hier alle meine Quellen für köstliche Mistkratzer aus der Region nennen ;-) Andererseits darf von extra prima good Tröstung, Festigung, gar Erbauung erwartet werden. Hier ist sie. Gutes Geflügel haben:

Biohof Mayer – Franz Josef und Andrea Mayer
Steigweg 4, 85131 Preith, Tel: 08421/906257
Bioland. Regelmäßige Bestandsgröße ca. 25 Tiere. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: 15-18 Wochen.

Jura-Geflügel – Roswitha u. Matthäus Hüttinger
Jurastraße 8, 85137 Walting-Rapperszell, Tel: 08426/9883-80
Konventionell. Regelmäßige Bestandsgröße 150-200 Tiere. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: 12-14 Wochen. Eigene Schlachtung.

→ Thaller-Hof – Paul jun. Thaller
Thannbergstraße 24, 85084 Reichertshofen, Tel: 08453/1772
Konventionell. Regelmäßige Bestandsgröße – sehr klein; richtet sich nach den Bestellungen der (Stamm-)kunden. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Schlachtalter der Tiere: >8 Wochen. Eigene Schlachtung.

→ Bronze-Freilandputen – Petra Schmidl
Kirchstraße 22 a, 85051 Ingolstadt, Tel: 0841/76076
Konventionell. Freilandhaltung. Hofeigenes gentechnikfreies Futter. Eigene Schlachtung.

Zum Zweinutzungshuhn in unserer Region ist es freilich noch ein langer – aber unbedingt erstrebenswerter – Weg.

Meisterlich geht die Grund- und Mittelschule Großmehring das Thema Hühner an. Ein wunderbares Projekt. Meine Hochachtung!