Abendmarkt Ingolstadt – zweiter Besuch

Donnerstag. Mittagszeit. Wo war ich? Natürlich im Golden. Wenn die nicht gerade umbauen würden… Ab dem 22. Juli haben sie aber wieder offen. Donnerstag? Genau! Da gibt es ja jetzt den Abendmarkt – hier. Und dort war ich heute eh, weil es galt ein Foto zu machen – als Einstimmung für die Festivität zum 10-jährigen von Slow Food Ingolstadt am 14. Juli ab 18:00 Uhr im Schutterhof – Gäste sind herzlich willkommen!

Foto: Cornelia Hammer. Quelle: www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Ingolstadt-DKmobil-Im-Positiven-die-Welt-veraendern;art599,3461067

Auf Burger konditioniert probierte ich sogleich die „Zupfte Sau“ (Pulled Pork) derer von Harpfenburg (Philip und Maximilian Schneider). Sie sind erfreulicherweise zukünftig beim Abendmarkt dabei. Ich probierte sie auch deshalb, weil mir die beiden nunmehr schon sehr häufig positiv mit ihren Produkten (und ihrem Bekenntnis zu Regionalität und Saisonalität) aufgefallen sind.

Dieses Bild hing heute etwas schief. Die Laugensemmel macht der Wolfgang Erhard. Gut so. Zum Rest – die Sau und das Kraut – übe ich mich im Vergessen. Hatte aber freilich gleich die schöne Schweinegeschichte – die morgen auch im Schutterhof vorgestellt wird – auf Sendung. Und dieses Kraut. Ehrlicher, praktischer Rat. Leuten gegenüber, die ich wertschätze. Ich habe ein gutes Gefühl…

Donnerstag ist einfach Burgertag. Glück gehabt – bei Soulkitchen:

Abendmarkt Ingolstadt

Am vergangenen Donnerstag (06.07.17) fand der erste Ingolstädter Abendmarkt in der Ludwigstraße (beginnend am Schliffelmarkt) statt.

Es ist ihm eine erfolgreiche Zukunft zu wünschen – denn er bereichert die Altstadt mit einem qualitativ beachtlichen Angebot. Nachdem wir LEIDER keine feste, dauerhafte Markthalle haben, kommt die Schanz mit dem neuen Format wenigstens an 50% der Werktage (mit dem Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag) in den Genuss frischer, regionaler Lebensmittel direkt vom Erzeuger.

Mein persönliches Highlight: Das Schinken-Ambiente ist (endlich) in der Stadt! Köstliche, handgemachte Spezialitäten aus gutem Ursprung von Slow Food Unterstützer und Freund Wolfgang Speth:

Und so liebe Ingolstädter, kann man zur Premiere auf Sendung gehen!

Quelle: www.schinken-ambiente.de

Am Stand gibt es gleich auch das wunderbare Kürbiskernöl der Familie Hiermeier aus dem Altmühltal:

Frisches Obst und Gemüse bieten der Biohof Hundszell und der Gemüsehof Humbold aus Unsernherrn:

Soulkitchen Burger. Food Truck(s) in der Innenstadt – ein Politikum…

Dazu „alte“ Bekannte, die wir bereits in der Innenstadt kennen, aber gerne auch so erleben: Marianne und Rüdiger Ahnfeldt vom Ars Vivendi (Slow Food Unterstützer):

Birgit Obermeier (Liebe Vegan) und die District Five Coffee Roasters:

Und das waren nicht einmal die Hälfte der Stände – aber meine Favoriten. Die nächsten Termine, immer von 16 bis 20 Uhr:

13./20./27. Juli 2017
7./14./21./28. September 2017
5./12./19./26 Oktober 2017

Sonne in der Nacht

…von Peter Maffay (1985). Und von Sonnenglas – einem großartigen Fair-Trade Produkt aus Südafrika. Vier solarbetriebene LED-Leuchten erzeugen mit der gesammelten Energie des Tages ein angenehmes Licht. Gut so. Die Nächte werden seit 7 Tagen ja wieder länger…

Die Geschichte gibt es in Ingolstadt im feinen Weltladen in der Sauerstraße 7b. Sogar günstiger als im Laden von Jeff Bezos!

Die Glasfüllungen sind nicht ganz unwesentlich für die Gesamtstimmung. Ich habe es mal mit Korken und dann mit Kieselsteinen probiert. Illuminiert wurden bisher eine Zigarre zum wohlverdienten Feierabend und Nachklänge vom kürzlich verbrachten Urlaub (ebenfalls wohlverdient) in der Provence. Dazu gehört auch, dass meine Boule-Kugeln jetzt wieder rostfrei sind…

Ich bin sicher, es wird nicht unser einziges Sonnenglas bleiben. Die Dinger sind klasse! Allerdings finden auch sie ihren Meister. Dieser lässt sich aber nicht wirklich gut fotografieren. Glühwürmchen! Dieses Exemplar war gestern um 22:54 Uhr auf Sendung:

Marginalie (49) – Fünfhundert + eins

The year after. Das Jahr eins nach den letztjährigen Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots. Erster Eindruck: An der Donau nichts Neues. Ingolstadt vollzog soeben zum vierten Mal sein „Fest zum Reinen Bier“. Mit dabei: Danielbräu, Herrnbräu, Nordbräu, Schwalbenbräu, Hofbrauhaus Freising, Gutmann, Riedenburger, Schneider (Essing), Weltenburger und – erstmalig – Yankee & Kraut.

Die Zeit um 1516 gab und gibt den Takt vor: In Musik, Gewand und Unterhaltung. Eine solide Veranstaltung. Gut und aufwendig organisiert. Soweit so bekannt.

Damit wird es aber wohl nicht (mehr) gelingen den Bogen neugierig und glaubwürdig ins Heute zu spannen. In eine quicklebendige, kreativ-pulsierende Bierszene, die der lange vergessenen Vielfalt des wunderbaren Tranks Respekt zollt. Das gewählte Format stößt hier an Grenzen. Das zeigt sich bereits an einem nicht zu unterschätzenden Detail. Für alle ausgeschenkten Biere wird ein einheitlicher Steinkrug verwendet. Das ist sicher praktisch – er kann an allen Stationen per Pfandmarke zurückgegeben werden. Und er passt natürlich ins historische Bild. Dem Genuss dient er vielfältig aber gerade nicht. Bereits optisch. Ein Weltenburger Barock Dunkel oder ein Rotbier von Schneider wollen gesehen werden. Die Perlen der Kohlensäure im Weißbier und Pils brauchen Weg und Raum. Und für das herrliche Hopfenbukett eines Indian Pale Ales und seine Aromen ist ein Steinkrug nicht einmal eine Ersatzspielstätte! Da hilft es dann leider auch nicht, die guten Jungs von Yankee & Kraut da zu haben (die zu der oben beschriebenen lebendigen Bierszene gehören). Wobei – da waren sie in persona der Brauer (Bryan France und Max Senner) ja gar nicht – sondern bezeichnenderweise auf der Beer Craft in Bozen…

Ihr ausgeschenktes köstliches „Hoada“ (Black Ale, Kooperations-Gebräu mit Isarkindl) passte jedenfalls zum Wetter – mit dem man letztlich doch Glück im Unglück hatte. Hoada steht (angeblich – ich finde dafür keinen Beleg) für eine kalte, klare Winternacht:

Wenn nicht (nur) mit diesem Fest, wie und wann will Ingolstadt seinem (selbst formulierten!) Anspruch als Bier-Stadt denn gerecht werden? Die Veranstaltungskalender für das weitere Jahr rufen zu dieser Angelegenheit nichts Erwähnenswertes mehr auf… Und ich dachte wirklich, dass es jetzt – nach dem großen Geburtstag – erst so richtig losgeht!

Eine Momentaufnahme beim Ausschank meiner Lieblingsbrauerei – Riedenburger – zeigt auf einen Blick ansatzweise, welches Segel es beherzt zu entrollen gilt:

An dieser Stelle soll deshalb unbedingt auch der neu gegründete Verein der Deutschen Kreativbrauer Erwähnung finden. Zur Vertiefung hier. Ihr gefordertes Natürlichkeitsgebot (lesen!) wäre/ist meine Heimat.

Quelle: www.facebook.com/deutschekreativbrauer

Bei Nordbräu hielt Andrea Mödl – Wirtin im Schutterhof – ihren Veranstaltungskalender für 2017 hoch:

Freitag den 14. Juli ab 18:00 Uhr sollte man sich dabei ganz dick vormerken!

Draußen vollzieht sich zur Stunde immer noch der Abbau des Bierfestes. Wir sind gerne mittendrin 😉

Und gegen ein süffiges Helles im Steinkrug ist ja nichts einzuwenden. Wobei Gerhard Polt auch hier eine Unwägbarkeit sieht („…I ziag o, das heisst ich trinke quasi, aus am Steinkrug, nam, plötzlich vermerke ich a so an Schlader, hab i so an Gschlader im Hois…“).

Abschwenk. Paulaner. Es wird nicht meine Marke werden. Trotz feiner Werbung. Ich konstatiere aber gerne die Bewegung in die richtige Richtung. Probiert am Wochenende im Münchener Wirtshaus im Braunauer Hof. Sehr fein renoviert. Gute Küche (Kalbsherz vom Grill!):

Foto: Moritz Olma

(48) – Marginalie – (50).

Bärlauch 2017

Nach der Ernte ist vor der Ernte! So kommentierte Slow Food-Freundin Theresia einmal meine Header-Collage:

Eigentlich ein Provisorium – das sich dauerverwendet von der Jahreszeitlichkeit gelöst fast schon zum fehlenden Bloglogo befähigt hat. Gerade passt sie freilich (wieder) perfekt.

Den ersten Allium ursinum futterte ich bereits letzte Woche bei Neuburger Freunden. Jetzt also der persönliche First Flush 2017. Ritual. Diesmal eine Pflückung südlich vom Hopfenwehrl (Nähe Baggersee-Zulauf):

Derzeit im Golden – verlässlich sicher auf der Höhe der Zeit: