Genussführer im Donaukurier

Heute auf Seite 16 im Donaukurier: Ein Bericht über die zweite Ausgabe des Slow Food Genussführers. Wie passend! – erst gestern Abend waren wir wieder bei einem Kandidaten zur Musterung. Ich darf verraten, er hat einen großen Schritt Richtung seiner Empfehlung für die dritte Ausgabe 2016 gemacht…

Der Donaukurier stellt fest: “Unmittelbar aus Ingolstadt ist auch in dieser Auflage kein Restaurant vertreten, obwohl es dort sogar ein eigenes Convivium gibt.” Das stimmt. Leider! Die von Slow Food Ingolstadt positiv beurteilten Wirtshäuser finden sich alle in den umliegenden Landkreisen (die zu unserem Conviviumgebiet gehören). Auch das aussichtsreiche, gestern besuchte Haus.

dk genussführer

Fingerzeig (16) – Gehe zurück nach der Schäffbräustraße

Beim Monopoly geht es für gewöhnlich nach vorne: Rücke vor bis… Eine Abweichung gibt es davon: “Gehe zurück nach der Badstraße”. So ähnlich könnte auch eine Ereigniskarte der Ingolstädter Gastroszene lauten. Was ist passiert? Die “Locanda Artusiana” gibt es nicht mehr!

locanda altVor dem Haus in der Kanalstraße 2 erblickt man jetzt innerhalb der vier alten Bohrlöcher die Beschilderung des Ristorante “La Locanda”:

locanda neu

Eine kurze Aufklärung tut not. Bitte sehr:

Im März 2012 eröffnete Katia Garelli in der Schäffbräustraße 3 ihr wunderbares “Artusiana – Pasta fresca e salsa”. extra prima good berichtete begeistert vom Startblock weg: Neu und Gott sei Dank in Ingolstadt. Sowie in der Folgezeit: Slow Food und Hellas im Artusiana.

Ende 2013 öffnete sich eine weitere Türe. Fast ein Jahr nach dem Ende der “Nudelstube Carrara” sollten in der Kanalstraße 2 wieder die Töpfe dampfen. extra prima good widmete dem Ereignis eine kleine Serie: Vorsprung durch Genuss, Auf der Zielgeraden und Offen!

“Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen” ließ uns John Lennon wissen. Im Gegensatz zum “Artusiana” sollte die “Locanda Artusiana” auf mehreren Schultern ruhen. Leider traten im baldigen Fortgang zwischen den Beteiligten doch recht unterschiedliche – und dann letztlich unüberbrückbare – Denkweisen zur Einkaufs- und Kochphilosophie auf. Man trennte sich. Die “La Locanda” wird nunmehr von Mauro Castagna geführt. Zur gegenwärtigen Küche kann ich nichts sagen, freue mich aber darüber, dass der Ort weiter bespielt wird.

Gehe zurück nach der Schäffbräustraße – ins ursprüngliche “Artusiana” – heißt es für jene, die Katia Garellis frische, täglich selbstgemachte Pasta schätzen. Die besonderen Wert auf regionale Produzenten und Saisonalität legen. Slow Food eben.

katia2Artusiana, Schäffbräustraße 3, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/97071119. Dienstag bis Samstag von 10 bis 15 Uhr. Vor Ort genießen. Einkaufen für zu Hause. Feierservice (Catering) bis 40 Personen (mehr hat sie sich noch nicht getraut…).

katia(15) – Fingerzeig – (17).

Fingerzeig (15) – Bierparadies in Ingolstadt

Michael Kenne hat sich mit Leib und Seele dem Bier verschrieben. Geboren in Dresden, lebt er seit zwei Jahren in Ingolstadt. Und es ist gut, dass er hier ist!

Die Craft Beer-Bewegung feiert – ausgehend von den USA über Italien – endlich auch in Deutschland die Wiederbelebung der Vielfalt, die Lust am Genussexperiment, die Wertschätzung für gute handwerklich gebraute Biere. Das Thema liegt mir bekanntlich sehr am Herzen – seht insbesondere hier, da, dort und ebenda. Wie aber kommt man an die guten Tropfen? Die spärlichen Einkaufsquellen habe ich hochgehalten – eins (gut) und zwei (eher mühsam). Internet also? Jein. Think global, act local! Und genau da kommt morgen Michael Kenne ins Spiel und behebt unser Problem. Restlos.

donaupointDer Hammer – er macht das in der Innenstadt! In seinem Donaupoint, Rathausplatz/Ecke Sauerstraße. Der ältere Schanzer weiß – da war mal die Metzgerei Kloiber drin.

Eröffnung ist morgen (04.10.) um 10 Uhr. Am Start: 320(!) verschiedene Bierspezialitäten. Auf meine Frage welche spontan davon seine zwei Favoriten sind, nahm er ein Pyraser Herzblut und ein Braukraft Wei-Zen in die Hände. Bis Mitte nächsten Jahres will er sein Sortiment auf 800(!!) Biere steigern. Es soll regelmäßig geführte Bierverkostungen geben. Außerdem steht 2015 seine Ausbildung zum Biersommelier an.

Der Mann hat viel Gutes vor. Unterstützen wir ihn dabei! Menschen wie er mit ihren feinen, wertigen Nischen- und Spezialitätengeschäften, sind die Fettaugen die es auf einer wohlschmeckenden Innenstadtsuppe so notwendig braucht.

Ein gutes Omen zum Schluss. Seit dieser Woche ist das aktuelle Slow Food Magazin 5/2014 zu haben. Schwerpunktthema: Bier! Natürlich habe ich ihm gleich eins in die Hand gedrückt:

donaupoint2Ich wünsche einen guten Start!

(14) – Fingerzeig – (16).

Marginalie (29) – Start Spielzeit 2014/15

Spielzeitbeginn 2014/15 des Stadttheaters Ingolstadt: “Komm! ins Offene, Freund!”. Seit Jahren gibt es keinen Turm aus Elfenbein (mehr). Das Haus und seine schöpferischen Menschen öffnen sich – neben der klassischen Bühnenpräsenz – mit einer Vielzahl an frischen Aktivitäten in und für die Stadt. So auch am Wochenende. Ein Traum, eine Gnade, dieses Theater in der Stadt zu haben!

komm3Was für eine Inszenierung. Was für eine Arbeit. Es war absolut fantastisch! Die Kamera blieb daheim. Ich wollte mich entspannen und unmittelbar präsent sein. Mein Old School Mobile hatte aber einen Blick für Gulliver:

kommAndré Heller hätte seine Freude gehabt! Ich musste während des Spaziergangs oft an ihn denken. Schon ewig wollte ich ihn auf dem Blog einmal fallen lassen. Es passt gerade. Diese Scheiben schließen Räume auf! Treibstoff für Abenteuer im Kopf:

komm4Dem Getreuen sei auch die wunderbare Biografie von Christian Seiler empfohlen:

komm5Zurück zum Eröffnungsspektakel. Einziger (kleiner) Wermutstropfen: Der Eintritt: 10 EUR pro Kopf. Für Erwachsene OK. Meinetwegen auch mehr. Aber leider gab es keine Abstufung für Kinder = zu viel. Auch etwas unglücklich: Alle jene, die südlich der Donau gezahlt hatten, trafen wenig später am Nordufer auf mindestens die gleiche Menge von Besuchern, die keine Kasse gesehen haben…

Mein skurrilstes Erlebnis – und das will in diesem bunten Reigen was heißen: Vor dem Stadttheater ließ sich eine Kuh ihr Heu schmecken. Hinter mir eine Mutter zu ihrer Tochter: “Schau auf die Hörner. Das ist ein Er. Von diesem Stier gibt es keine Milch.” ARRRRRRGH.

komm2Die Kuh(!) heißt übrigens “Schalong”, ist 16 Jahre und hat 13 Kälber geboren. Sie ist eine stolze Murnau-Werdenfelserin aus einer in Weidehaltung lebenden Naturlandherde im Landkreis Neuburg. Sie ist PR-Profi. Siehe hier. Wer Lust hat – ihr nächster Auftritt ist bei den Bayerischen Öko-Erlebnistagen auf dem Neuburger Wochenmarkt am 27.09.2014.

(28) – Marginalie – (30).

Wandkunstwerke Auf der Schanz

Diesen Beitrag wollte ich am Vorabend der großen Ferien des Schuljahrs 2013/14 veröffentlichen. Er ist aber nicht fertig geworden… Eine gute Zeit fand am nächsten Tag sein Ende: Für meinen Buben waren es vier Jahre auf der

schanz- für mich vier Jahre Mitarbeit in dessen Elternbeirat.

Die Schule wurde in drei Abschnitten zwischen 1954 und 1964 erbaut und steht seit 2006 unter Denkmalschutz. In den Räumen der Gebäude finden sich die für 50er Jahre typischen Wandkunstwerke. An ihnen habe ich mich immer wieder erfreut. Sie dürften für Außenstehende gänzlich unbekannt sein. Schade eigentlich.

Links vom Eingang des Zentralgebäudes ein Mosaikbild (gestaltet wohl von Gustl Schneider, 1910-1988):

schanz10Im Arbeitszimmer der Rektorin Ilse Miedaner (Gruß und Danke für die Fotoerlaubnis!) nimmt eine 1955 entstandene Malerei von Knut Schnurer (1920-2007) eine ganze Wand ein:

schanz1Besonders gefällt mir die Länder-Serie von Karl Schulz (1883-1975). Die Exemplare finden sich über vielen Eingängen der Klassenzimmer:

schanz2schanz3schanz4schanz5schanz6schanz7schanz8Zu diesem Sgraffito ist mir keine Zuordnung möglich:

schanz9Auch zu diesem Mosaik nicht:

schanz11Der Höhepunkt. Die Gestaltung des Treppenhauses (Erdgeschoss und erster Stock) des Zentralgebäudes. Der Künstler ist mir leider ebenfalls unbekannt:

schanz15schanz16schanz17schanz18schanz19schanz20Ein letzter herzlicher Gruß an Frau Zimmer und Frau Vasiu!

Heute hat in Bayern das neue Schuljahr 2014/15 begonnen. Was folgt auf die Schanz? Die Schule ist nach einem Jesuiten benannt. Er entdeckte vom Turm der Heilig-Kreuz-Kirche in Ingolstadt am Vormittag des 21. März 1611 die Sonnenflecken…

Allen Schülern einen guten Start – Geist ist geil!