Wenn man OLMA heißt (16) – Plakat 2017 ist da!

Es ist wieder soweit! Im schweizerischen St. Gallen steht „die OLMA“ an. Der Kenner freut sich. Der noch Unkundige staunt hier. 2017 feiert man ein Jubiläum:

Dazu hat man sich einiges einfallen lassen. Zunächst aber das heurige Einladungsplakat:

Einladung 2017. Mit freundlicher Genehmigung der Olma Messen St.Gallen.

Ich finde es deutlich besser als das von 2016. Zum Vergleich alle Plakate seit 1943.

Sehr fein zum runden Geburtstag – hier können Reproduktion der OLMA-Plakate in Originalgrösse F4 (89 x 128 cm) bestellt werden. Ebenfalls sehr schön – die Plakate fungieren auch als Flaschenetiketten für das eigens zur Festivität gebraute Bier (mit regionalen Rohstoffen) der Brauerei Schützengarten (vor Ort in St. Gallen). Ein Vieles mehr findet sich im eingerichteten Olmapedia.

Die Messe startet am 12. und geht bis zum 22. Oktober. Zum ersten und bisher einzigen Mal war ist 2012 dort (mein Bericht). So nach fünf Jahren könnte ich eigentlich wieder… Die Entscheidung fällt nicht wirklich schwer. Zunächst habe ich im Austellerverzeichnis nachgeschaut. „McDonald’s Schweiz“ ist nicht (mehr) dabei. Sehr, sehr gut! Gleich mal eine Anregung wer dagegen (leider) noch fehlt: Slow Food Schweiz. Und dann hat man so seine Verpflichtungen. Es wurden 75 „Olma-Botschafter“ ernannt. Sie finden sich hier

In der Ruhe liegt viel Kraft

Filmtipp eines Freundes – Danke Bernd! Er weiß um mein Interesse für die langsamere Taktung… Zusammen genossen wir einmal „Die große Stille“ in einer Aufführung im Dom zu Eichstätt – Trailer (und Gedanken zur Taktung) hier.

Der Bauer bleibst Du.“ Gestern geschaut. Ein wunderbarer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von Benedikt Kuby. Das ist der mit der Filmreihe (BR) über alte Handwerksberufe. Nicht unwesentlich und sehr angenehm – Off-Text Sprecher ist Tobias Moretti (manchmal schlichen sich bei mir unweigerlich Szeneschnipsel aus „Das finstere Tal“ ein):

Quelle: www.facebook.com/DerBauerBleibstDu

Zum Inhalt:

„Heinrich Wanner ist 81 Jahre alt und betreibt in einem hoch über dem Inn gelegenen Weiler, dessen wenige Höfe allesamt unter Denkmalschutz stehen, seine Landwirtschaft – vierzig Hektar, den Wald mit eingerechnet. Das stattliche Gebäude, das er alleine bewohnt, ist ein über 600 Jahre alter Erbhof – einer der ältesten Tirols. “Mein Problem ist, dass meine Sippschaft schon seit zehn Generationen hier auf diesem Hof lebt, ich aber keine Nachkommen habe. Da frage ich mich: Wie wird sich die Zukunft weiter gestalten, wie werde ich leben, wenn ich mal alt bin? Mit dieser Frage des Bauern beginnt der Film. Dass er es ist, der die zehn Generationen lange Erbfolge abreißen lässt, treibt ihn um. Er hält Ausschau nach einem Nachfolger – und er wird fündig. An einen Zwanzigjährigen, an Johannes Gastl wird der Bauer seinen Hof übergeben. Die über das Jahr anfallenden Arbeiten, die Weitergabe alter Bauern- und Handwerkstechniken und das sich dabei entwickelnde Zusammenwirken von alter und junger Generation, sind wesentliche Bestandteile des Films. Dabei macht der Film deutlich, dass es möglich ist, sich nicht dem Diktat des zunehmend schnelleren Stundenschlags unterwerfen zu müssen. Über drei Jahre hat die Kamera Heinrich Wanner und Johannes Gastl und dessen Familie begleitet. Dabei ist nicht nur ein einmaliges und berührendes Bilddokument entstanden, welches das Leben eines Menschentyps, einer Zeit und einer Kultur dokumentiert, die für viele bereits Vergangenheit ist, sondern auch ein Film über Gelassenheit, Achtung und Freundschaft und eine andere Zeit – einer langsameren Zeit.“ (Quelle: https://www.facebook.com/DerBauerBleibstDu/)

Bei Gelegenheit ansehen! Die Chance besteht aktuell noch zwei Tage (bis 11.08.17) über die Mediathek des BR.

Nach dem Film erinnerte ich mich sogleich an ein schönes Mitbringsel vom letzten Besuch bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und holte es als verlängerten Nachspann aus dem Bücheregal: „Bäuerliche Lebensformen sterben mit den alten Leuten“ von Fotograf Roland Bauer. Die Geschichte spielt hier nicht in Tirol, sondern im Hohenloher Land. Aber im absolut gleichen Takt:

Fotos: Roland Bauer

Foto: Roland Bauer

Nicht „gute, alte Zeit“. Gott bewahre! Es gab (viele) Abgründe. Sehr bewegend war für mich die Szene im Film, als es um (fehlende) Nähe – bereits in den Arm nehmen – und um Gefühle ging… Dafür gab es insgesamt weniger Bullshit. Dieser entsteht sehr häufig geschwindigkeitsbedingt 😉

Marginalie (46) – Tierwohllabel

Interview im Ingolstädter Donaukurier mit Christian Schmidt (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft). Frage der Zeitung:

Quelle: Donaukurier, 13.01.2017, Seite 2

Zur nicht unwichtigen Präzisierung: Die 0,75 Quadratmeter beziehen sich auf ein Schwein mit bis zu 110 kg…!

Die Antwort des Ministers:

Quelle: Donaukurier, 13.01.2017, Seite 2

Ich probiere es mal. Gemäß Schmidt gewährleisten die gesetzlich festgeschriebenen Mindeststandards eine tiergerechte Haltung. Und Platz im Stall, der über diese gesetzlichen Standards hinausgeht, führt zum Tierwohl(label). Demnach gehört also das Wohl der Tiere beim Mindeststandard nicht zur tiergerechten Haltung. Einen anderen Schluss kann ich dem ministrabelen Klimmzug nicht entnehmen. Und damit hätte er sogar Recht. Die Mindeststandards für die Haltung von Schweinen in Deutschland (auch jenseits der reinen Platzfrage) haben mit deren Wohlergehen (gar einem Sauwohl) nichts gemein!

Im Gespräch stellte Schmidt dann aber gleich noch klar, dass mit dem (noch dazu nur freiwilligen… arrrgh) Label kein „Premium-Luxus-Label“ eingeführt werden soll. Puh! Da hat die Agrarindustrie aber noch mal Glück gehabt. Fast so viel wie mit den gesetzlichen Mindeststandards…

Die Demo wird organisiert von diesen Organisationen. Slow Food Deutschland ist auch dabei 🙂

Hier das Geeiere zum 2013 eingeführten Tierschutzlabel.

(45) – Marginalie – (47).

Man sollte nicht mit jedem ins Blatt gehen (2)

2017. Erst mal Ballast abwerfen. Leider. Bis vor Kurzem hatte ich das österreichische „A La Carte Magazin“ nicht als solchen geführt. Nachdem man sich dort aber seit zwei Ausgaben für einen Junk Food Clown tief – zu tief – bückt, liegt es schwer in meinem Briefkasten. Hier kann man dem bedauerlichen Vorgang auf den Grund gehen. Die neue Ausgabe ist da. Und? Meine Hoffnung empfahl sich auf Seite 57. Man hat es sich mit dem neuen Freund weiter gemütlich gemacht… Die Öffentlichkeitsarbeit erklärt das aalglatt so:

Quelle: Screenshot facebook-Seite A La Carte Magazin

Gerade als aufgeklärter und intelligenter Leser gehe ich hier nicht (mehr) mit. Und darf noch einmal zitieren: „Die Grenze ist für mich aber dann erreicht, wenn man einen Handel eingeht, der (auch) über Dinge disponiert die (eigentlich) unbezahlbar sind. In dieser Schublade finden sich Werte wie Charakter, Haltung, Stil, Niveau, Format, Würde, Stolz, Selbstachtung, Wertgefühl oder Rückgrat. Das ist dann ein schlechter Deal“.

Magazin für Ess- und Trinkkultur…. ts, ts, ts.

Marginalie (45) – Wea ko, dea ko

Noch ein Nachtrag zum neuen Slow Food Genussführer. Seine Schokoladenseite zeigt er untrüglich von vorne:

fuchsbraeu-amatrice-3Sein Rücken sieht so aus:

sf-bayern1Kommen wir schließlich zum Blickwinkel, der Grund für diese Zeilen ist – sein Vorderschnitt:

sf-bayern2Der Genussführer ist noch jung. Es ist erst seine dritte Veröffentlichung. Das bedingt eine große Dynamik. In der ersten Ausgabe waren 300 Wirtshäuser vertreten, in der zweiten bereits 400, und jetzt sind es schon über 500. Dazu kommt, dass noch nicht jedes regionale Slow Food Convivium überhaupt eine Testgruppe gebildet hat, die Empfehlungen für das nationale Gemeinschaftswerk abgibt. Und es gibt natürlich Testgruppen, die fleißiger sind als andere.

Trotzdem! Ein bisschen Stolz darf sein. Man konzentriere sich dazu auf die zwölf farbigen Registermarken im Buchschitt. Für den praktischen Schnellzugriff (man kennt das ja von Telefonbüchern) wurden hier alle Einträge zu den jeweiligen Bundesländer markiert. Und nachdem es sechszehn davon gibt, wurden bei zwölf Abschnitten also auch Länder zusammengefasst. Die Markierungen erfolgten sinnvollerweise alphabetisch. Nun was soll ich noch sagen? Schaut noch einmal genau hin und geht dann die Länder in Buchstabenfolge durch:

sf-bayern3Vom Heimatdichter Ludwig Ganghofer stammt der schöne Satz: „Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land“.

(44) – Marginalie – (46).