Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden

Foto-Überbleibsel aus Arbeitsgruppen von Slow Food Ingolstadt. Beim letzten Termin der Produzentenführer-Gruppe, die zukünftig wohl am Slow Food „Einkaufsführer“ arbeiten wird, ging es um Kartoffeln der Bauern Alexander Fuchs (Bioland) aus Schrobenhausen, Michael Stöckl (Naturland) aus Ehekirchen, Josef Glöckl aus Karlshuld und Franz Josef Mayer (Bioland) aus Preith:

kartoffeltest2kartoffeltest1Weingruppe. Lieblingsweine weiß, einige Wochen später rot:

bb weiß1bb weiß2bb rot1bb rot2bb rot3Regionaltisch Eichstätt mit Gast Michael Gutmann – mit eigenem Hochzeits-Bier (dunkler Doppelbock) im Gepäck – im Wirtshaus Zum Gutmann. Auf der Tageskarte ein köstlicher Eintopf vom Altmühltaler Lamm. Information am Rande: Demnächst wird es in Ingolstadt einen basic Bio-Supermarkt geben (am Audi-Kreisel)!

gutmann1gutmann2

Wo das Gemüse fast in die Küche wächst

Als Ingolstädter toure ich nach Regensburg (sehr gerne) oder Nürnberg (gerne). Sehr selten befahre ich die Autobahn (A3) zwischen diesen beiden Städten. Geschieht dies aber doch einmal, gilt es unbedingt – ziemlich in der Streckenmitte – im Winkler Bräu in Legenfeld einzukehren. Das herrliche Wirtshaus ist selbstredend im Slow Food Genussführer gelistet.

Vergangener Juli. Regionaltreffen der Genussführer-Kommission Deutschland. Autobahn A3. Mittig zwischen Regensburg und Nürnberg. Neuland: Hilzhofen. Hier findet man den Landgasthof Meier. Ich mache es ganz kurz: Hinfahren!

Zum Thema „regional“ und „saisonal“ schon einmal sowas in einer Speisekarte gelesen?: „Erst bei Bestellung wird der Salat von unserem Gemüsefeld frisch geerntet“.

meier (5)Das Feld beginnt unmittelbar beim Hinterausgang zur Küche:

meier (4)Eine (von mehreren) Gaststuben gibt durch Fenster am Tisch den Blick in die Küche frei:

meier (1)Und was hier entsteht, lässt sich wahrlich sehen! Und sehr fein schmecken!!

meier (3)Wirtsleute – Claudia und Michael Meier – aus dem Bilderbuch:

meier (2)meier (6)Auch dieses Haus ist selbstverständlich im Slow Food Genussführer. Und ein guter Grund sich rein seinetwegen auf den Weg zu machen und Nürnberg links und Regensburg rechts liegen zu lassen…

Auf dem Heimweg (nach nur 10 km) führte dann doch kein Weg vorbei. Am spektakulären Kupfer Spezial beim/vom Winkler Bräu:

winkler

Paradeiser. Jetzt!

Tomaten – Selbstverständlichkeiten in unseren Küchen und auf unseren Tellern. Willkommen und köstlich. Ausländer – die einmal auf Schiffen zu uns nach Europa kamen… 😉

Treffender finde ich bei meiner ihnen gegenüber gepflegten Wertschätzung (siehe exemplarisch hier, da und dort) übrigens die Bezeichnungen Paradeiser oder Goldäpfel (pomodoro). Gute Saisonkalender (ein Beispiel) rufen für sie die Monate Juli bis Oktober auf. Daran sollte man von November bis Juni denken! Mitte August habt Ihr also noch nichts versäumt. Im Gegenteil. Wer sie isst, weil sie einem schmecken :-), freut sich jetzt auf die sogenannten alten Sorten.

tomaten preith (4)tomaten preith (5)Jörg Christmann, der auf dem Preither Biohof Mayer (Bioland) den Gemüseanbau kuliviert, hat gerade die Geschmacksbomben Adlerschnabel, Orange Russian, Purple Calabash, Ananas Noir, Feuerwerk, Banana Legs, Black Ethiopian, Black Plum und Ochsenherz im Angebot:

tomaten preith (1)Wir finden ihn auf den Wochenmärkten Treuchtlingen (Freitag) und Weißenburg (Samstag). Seine Köstlichkeiten gibt es natürlich auch am Stand der Mayers (Eichstätt und Ingolstadt, jeweils Mittwoch und Samstag; aktuell aber Sommerpause bis Mitte September!).

Wir haben uns letzten Donnerstag eingedeckt:

tomaten preith (3)Unter anderem um endlich(!) einmal Katharina Seisers Pfirsich-Paradeiser-Salat zu probieren. Süß-sauer-salzig – ein Traum. Dazu ein kongenialer 2012er Berg Eisenhut Roter Veltliner Reserve von Söllner. Et voilà:

tomaten preith (7)tomaten preith (6)

Spargelzeit 2015. Verlängerung, 2. Halbzeit.

Die sehr großzügige, alle 14 Tage erscheinende Donaukurierserie ‚“Hier! – Geschichten über Menschen aus unserer Region“, lese ich recht gerne. Auch im Blog ist sie deshalb schon aufgetaucht. Folge 16/2015 vom letzten Freitag hat mich besonders erfreut. In ihr wird nämlich meine Spargelbäuerin – Christine Rehm – porträtiert:

hier rehm

Foto: Steffen Jagenburg/Donaukurier

Schon oft habe ich darüber nachgegrübelt, ob wir im Gebiet von Slow Food Ingolstadt einen Passagier für die Arche des Geschmacks haben. Mir fällt dazu (leider) nicht wirklich was ein. Wer eine Idee hat meldet sich bitte unbedingt. Bitte!

Bis mich ein Freund – Danke Holger – auf den Spargel brachte. Da könnte was dabei sein! Das zeigt schon der Umstand, dass wir dieses edle Gemüse nur mehr nach der Gattung benennen – Spargel. Das heutige Feld gehört faktisch ausschließlich den auf Frühreife (was denn sonst?!) getrimmten Hybridzüchtungen. Was ist mit den echten, alten Sorten, in denen sich die feinen Bitter- und Nussnoten wiederfinden? Exemplare wie Ruhm von Braunschweig, Frühbote, Mary und Martha Washington, Huchels Alpha, Huchels Leistungsauslese, Ariana, Eros oder Schwetzinger Meisterschuss?

Ich sprach vergangenes Jahr mit den Rehms darüber. Und die reagierten auch prompt wie es echten Slow Foodlern gebührt – Danke! Im Frühjahr wurde gleich ein Feldbereich von 3.000 qm abgetrennt und mit Ölrettich (Aufschluss des Bodens, Gründüngung) bepflanzt:

rehm neu1rehm neu2rehm neu3Die Anlage mit alten Sorten (bin gespannt) wird dann 2016 und 2017 erfolgen. Für 2018 ist mit der ersten Ernte zu rechnen (bin noch mehr gespannt).

Anfang Juni besuchten Slow Food München, Augsburg und Ingolstadt die Rehms. Dazu gibt es einen Bericht im Schneggele-Blog von Slow Food Augsburg.

Urban Gardening auf der Schanz

Mit der Bayerischen Landesausstellung Napoleon und Bayern (30.04. bis 31.10.15) kommen gegenwärtig viele Menschen nach Ingolstadt. Mehrheitlich wohl aus dem süddeutschen Raum. Ins Neue Schloss.

schloss3schloss4Der Stadtbewohner selbst hat seit kurzem einen weiteren Grund an diesen Ort zu kommen. Die Stadtverwaltung legte nämlich gemeinsam mit dem Freistaat Bayern hier einen öffentlichen Kräutergarten an. Mit dem Franzosen kommt die kulinarische Lebensart…

schloss5Frei zu haben sind: Salbei, Thymian, Rosmarin, Oregano, Schnittknoblauch, Petersilie, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Estragon und Pfefferminze:

schloss1schloss2Gartenamtsleiter Ulrich Linder erklärte im Donaukurier: … „ein Angebot, den Ingolstädtern langfristig ein Bewusstsein für natürliche Produkte, die Genusswelt der regionalen Küche und die Freude am Ernten und Kochen zu vermitteln“. Und weiter: „Der Kräutergarten ist, wie schon die vielen Obstwiesen im Stadtgebiet, unser Beitrag zum Urban Gardening“. Die Essbare Stadt Andernach ist noch weit… ein Anfang aber ist gemacht!

Zukünftig – ab 14. August 2015 – kommen noch viel mehr Menschen nach Ingolstadt. Aus ganz Deutschland. Wenn wohl auch nicht ins Neue Schloss. Heute machte der FC Ingolstadt 04 nämlich den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga klar! Glückwunsch!!!