Einfach und köstlich – Chioggia Rübe

Wunderbar inspiriert von diesem feinen Bericht ging es sogleich ans Werk. Die Beschaffung der Tondo di Chioggia gestaltete sich aber überraschend schwierig. Meine Bio-Gemüsegärtner in der Region winkten leider ab – „diesjährig nicht im Anbau“ – war die mehrfach gehörte Antwort. Eine Fahrt nach Moosinning – so wie im Film – war mir dafür zu weit (steht aber demnächst an – am 17.03.18 ist dort ein Hoffest). Schließlich wurde ich beim Obstkistl (Slow Food Unterstützer!) fündig. Wenn auch die Rüben aus konventionellem Anbau in den Niederlanden stammten:

Ziegenfrischkäse. Da gibt es eine grandiose regionale Quelle: Den Hallertauer Ziegenhof! Unter anderem erhältlich auf dem samstäglichen Wochenmarkt in Pfaffenhofen:

Dann verlegte sich die Handlung – bei steigendem Spannungsbogen – in die Küche:

Wie sagte der Max so schön? „Des is ja unfassbar guad.“ Stimmt!

Am Wochenende gibt es Tondo di Chioggia

Der Mogli Billesberger hat einen tollen Bio-Hof (Naturland) in Moosinning. Der Koch Otto Geisel war mal Vorsitzender von Slow Food Deutschland. Der Professor Volkmar Nüssler leitet das Tumorzentrum München und hat gerade das Buch „Stark gegen Krebs“ geschrieben. Und der Schmidt Max ist eh eine Weltmacht. Zusammen machen sie uns mit diesem Bericht (freizeit/BR) eine sehr große Freude!

Unter anderem bereiten – bei guter Musik – Otto Geisel und Max eine Tondo di Chioggia (alte Rote Rübe Sorte) im Salzmantel zu (45 bis 50 min im Ofen bei knapp 200 Grad garen). Danach in Scheiben schneiden – noch lauwarm auf einem Teller mit Meersalz, Pfeffer, Olivenöl und Balsamico anrichten. Obenauf ein Ziegenfrischkäse. Rezept. Schaut mal wie sich der Max ab Minute 16:30 freut – herrlich. Am Wochenende mache ich mir genau das!

Nachtrag (22.02.18): Ich habe sie mir gemacht.

Abendmarkt Ingolstadt

Am vergangenen Donnerstag (06.07.17) fand der erste Ingolstädter Abendmarkt in der Ludwigstraße (beginnend am Schliffelmarkt) statt.

Es ist ihm eine erfolgreiche Zukunft zu wünschen – denn er bereichert die Altstadt mit einem qualitativ beachtlichen Angebot. Nachdem wir LEIDER keine feste, dauerhafte Markthalle haben, kommt die Schanz mit dem neuen Format wenigstens an 50% der Werktage (mit dem Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag) in den Genuss frischer, regionaler Lebensmittel direkt vom Erzeuger.

Mein persönliches Highlight: Das Schinken-Ambiente ist (endlich) in der Stadt! Köstliche, handgemachte Spezialitäten aus gutem Ursprung von Slow Food Unterstützer und Freund Wolfgang Speth:

Und so liebe Ingolstädter, kann man zur Premiere auf Sendung gehen!

Quelle: www.schinken-ambiente.de

Am Stand gibt es gleich auch das wunderbare Kürbiskernöl der Familie Hiermeier aus dem Altmühltal:

Frisches Obst und Gemüse bieten der Biohof Hundszell und der Gemüsehof Humbold aus Unsernherrn:

Soulkitchen Burger. Food Truck(s) in der Innenstadt – ein Politikum…

Dazu „alte“ Bekannte, die wir bereits in der Innenstadt kennen, aber gerne auch so erleben: Marianne und Rüdiger Ahnfeldt vom Ars Vivendi (Slow Food Unterstützer):

Birgit Obermeier (Liebe Vegan) und die District Five Coffee Roasters:

Und das waren nicht einmal die Hälfte der Stände – aber meine Favoriten. Die nächsten Termine, immer von 16 bis 20 Uhr:

13./20./27. Juli 2017
7./14./21./28. September 2017
5./12./19./26 Oktober 2017

Falsche Kapern

Die Bärlauchzeit 2017 ist ja schon länger durch. Zumindest die klassische Ernte betreffend. In der Folge bot sich aber noch eine limitierte Spielart. Es geht um die Blütenknospen, auch „Falsche Kapern“ oder Bärlauchkapern genannt. Das Zeitfenster dafür ist jedoch nur sehr kurz. Die Knospen sollten bereits voll ausgebildet sein, aber noch nicht geblüht haben. Das erwischt man nicht so leicht. Dieses Jahr hat es endlich geklappt! Wir waren zur richtigen Zeit – 15. April – am richtigen Platz – Gerolfinger Eichenwald:

Zunächst ordentlich gewaschen, habe ich sie auf kleinere Gläser verteilt und diese dann mit einem aufgekochten Sud aus Weißweinessig, Zucker und Lorbeerblättern aufgefüllt. Gute zwei Wochen haben sie durchgezogen. Die nach wie vor bissfesten Knospen landen jetzt peu à peu mal auf dem Butterbrot, im Salat oder Frischkäse oder begleiten die Brotzeit einfach so.

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Allerdings werde ich den Sud nächstes Jahr besser abschmecken – er ist mir heute zu essiglastig. Dazukommen werden deshalb Senf-, Piment- und Pfefferkörner sowie etwas Salz und mehr Süße in Form von Honig. Außerdem werde ich den Weißweinessig mit Apfelessig und Aceto balsamico mischen.

Spargel 2017

Letzten Freitag durchkreuzte ein Blick in den Wetterbericht endgültig meine Hoffnung auf ein baldiges Schwelgen im Spargelüberfluss. Ein Anruf bei Familie Rehm, den Spargelbauern meines Vertrauens im Schrobenhausener Land, bestätigte die wetterbedingt brenzlige Angebotssituation. Sie trifft zuallererst jene Landwirte, die auf plastiküberzogene Felder verzichten. „Ein kleiner Rest wäre als Extrawurst noch zu haben“, so Christine Rehm. Sie wollte ihn für mich vom eh schon viel zu geringen Wochenmarktkontingent abzwacken. Ein Angebot, das ich natürlich nicht abschlagen konnte.

Den ganzen Tag in der Kanzlei sitzend, beschloss ich aus einem kleinen Anflug von Übermut noch am Spätnachmittag mit dem Fahrrad zu fahren. Es war herrlich klar, aber windig und saukalt… Die Partie über die Felder wurde jedoch belohnt. Die Begegnung mit Meister Adebar ist für mich noch immer etwas Besonderes:

Angekommen wärmte mich ein heißer Kaffee. Dabei berichtete mir Josef Rehm über den Fortgang seines Anbauversuchs alter Spargelsorten in einem abgetrennten Feldbereich. Vor zwei Jahren begann die schöne Geschichte – siehe hier. Nächstes Jahr wird erstmals richtig geerntet. Dann gilt es Huchels Leistungsauslese (weiß), Ariane sowie Violetta (beide grün) zu probieren. Ich freu mich und bin gespannt! Nachdem ich meinen ersten Spargel 2017 im Rucksack hatte, ging es mit Josef Rehm noch aufs Feld. Es liegt nur wenige 100 m vom Hof entfernt.

650 Tonnen(!) Folien aus der Landwirtschaft landen jährlich alleine beim Recyclinghof Schrobenhausen (Quelle: Beitrag „Tonnenweise Plastik – Umweltfrevel Frühspargel“, quer/BR vom 06.04.2017). Die Alternative dazu ist bereits eine Augenweide:

Hier das „Alte-Sorten-Feld“. Der Nachtfrost hat den grünen Spargel auf dem Gewissen:

Auf dem Heimweg fand ich tatsächlich noch eine Speise-Morchel. In Butter gebraten wurde sie zur Vorspeise. Der Rest verlief ohne jede Überraschung: