Augsburg: tim und Riegele

Ingolstadt liegt relativ mittig im Zentrum der Raute Nürnberg, Regensburg, München und Augsburg. Nach Augsburg komme ich nicht so häufig, obwohl es die drittgrößte Stadt Bayerns ist. Ich liebe halt Regensburg und München. Nürnberg war sehr lange nur eine Etappe auf dem Weg ins wiederum geliebte Würzburg (Studium!). Inzwischen weiß ich es mir aber durchaus zu schätzen…

Das größte Näheverhältnis zu Dingen haben wir zum Essen – es wird Teil von uns! Dann aber kommt schon die Kleidung – wir tragen sie auf der Haut! Ein Grund – meine Empfehlung – deshalb mal nach Augsburg zu fahren. In der Fuggerstadt gibt es nämlich das tim – das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg:

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Interessante Infos in tollen Räumlichkeiten (ehemalige Kammgarnspinnerei). Dabei unbedingt – und schon bin ich wieder beim Essen :-) – auf einen Happen ins nunó, das Museumsrestaurant, gehen. Frische Zubereitung, saisonale Zutaten aus der Region, Fleisch ausschließlich von Bioland, beachtliche, gute Getränkeauswahl. Angenehme Stimmung:

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Ein weiterer Tipp – insbesondere für Bier-Aficionados: Die Riegele Brauerei und im Besonderen die Riegele BierManufaktur. 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof. Spitzenbiere, ordentliches Wirtshaus, mustergültiges Ambiente:

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Hopfendreiklang von Hallertauer Perle, Hallertauer Opal und dem amerikanischen Simcoe: Simco 3 – spektakulär gut!

augsburg5Diese Bierspezialitäten gibt es derzeit übigens in Ingolstadt zu kaufen! Näheres im diesem Post.

Zu guter Letzt: Immer(!) wenn ich in Augsburg bin, kehre ich auf der Heimfahrt in ein fabelhaftes Wirtshaus ein. Ein Bericht darüber folgt demnächst. Hier.

Im Einklang: Schuhe putzen, Musik und Bier

Nachdem ich jemandem ins Gesicht gesehen habe, blicke ich auf dessen Schuhe. Das gilt gleichermaßen für Männchen wie Weibchen. Es folgen dann bei Frauen die Beine und wieder geschlechtsunabhängig die Hände. Schuhe sind mir nicht unwichtig. Sie erden uns.

Im Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit – F l o w – vergeht die Zeit scheinbar besonders schnell. Meine soeben gefühlten 15 Minuten dauerten tatsächlich annähernd drei Stunden. Verantwortlich dafür dieser wunderbare Dreiklang:

Schuhe putzen, pflegen, imprägnieren, Sohlen einölen:

schuheSo sehr ich Conchita Wurst den Gewinn des gestrigen Eurovision Song Contest gönne – das ist mein Europa, Freiheit, Vielfalt und Toleranz – bin ich musikalisch immer noch angenehm umwoben vom Beitrag aus den Niederlanden. The Common Linnets “Calm After The Storm” läuft in der Dauerschleife:

Dazu – und ich werde nicht damit aufhören Euch Gutes, Sauberes und Faires hinzuhalten – ein feines Bierchen. Heute: Ein “Xaverl” vom Siegenburger Schmidmayer Bräu. Feiner Hopfen, nicht zu schwer. Süüüffig. Danke Elisabeth!

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Marginalie (19) – Jetzt also nonverbal

Ich muss und will es unumwunden eingestehen – es hat leider nicht gewirkt. Von wegen “Ende einer Frage” … Als wäre nichts unternommen, fordert man weiterhin eine Antwort von mir. Wohlerzogen wie ich bin, wissend dass der weisungsgebundene Fragesteller keine wirkliche Wahl hat, gebe ich sie. Ohne Zirkus.

Hilfe könnte jetzt ein Geburtstagsgeschenk leisten. Dem lieben Gönner ist es hoch anzurechnen – beantwortet er die Frage doch regelmäßig mit nur zwei Buchstaben. Ich rechne deshalb übrigens fest damit, dass ihm der Kauf Punkte gebracht hat!

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(18) – Marginalie – (20).

Wer hilft mir einen Laden auszuräumen?

Weiß jemand, was ein “Carrotmob” ist? Ich will gleich zugeben, dass es kein lupenreiner ist, den ich hiermit anstoßen möchte. Es dürfte aber wohl der erste halbe in Ingolstadt werden.

Das Original sieht so aus: Über die Online-Community/soziale Netze werden Unterstützer dazu aufgerufen, in einem ausgesuchten Laden in einem fest umgrenzten Zeitraum einzukaufen. Der Ladenbesitzer hat zuvor seine Bereitschaft erklärt, einen festgesetzten Teil seines Umsatzes, den er im Rahmen des Carrotmobs erzielt, in eine klimagerechte Sanierung seines Geschäfts zu investieren.

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Verkaufsstätten die sich durch Individualität, Service, Detailliebe, Sachkunde, Kreativität und Geschmack auszeichnen, gehören unbedingt zu einer vitalen Innenstadt. Nichtaustauschbarkeit macht sie zu etwas Besonderem. Lässt Kunden weite Wege gehen und mit Lust verweilen. Man erlaube sich zur Gegenprobe mit verbundenen Augen in eines der unzähligen seelenlosen Einkaufszentren in der Peripherie fahren und dann sehenden Auges zu raten (wissen dürfte ausgeschlossen sein) in welcher Stadt man überhaupt ist… 

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Altstadtretter. So nenne ich Menschen, die durch ihr Tun urbane Lebensqualität schaffen. Es sind gerade auch die Inhaber oben beschriebener Stätten. Aus diesem Holz sind Hansi Maunitsch und Mariana Wille geschnitzt. Ihr feines Bekleidungsgeschäft “Zenit” liegt in der Mauthstraße 13.

Es dürfte sich inzwischen hinreichend herumgesprochen haben, was den beiden leider passiert ist. Vergangene Woche, in der Nacht vom 25. auf den 26. November räumten Einbrecher Laden und Lager vollständig aus. Der nicht(!) gedeckte Schaden beläuft sich auf etwa 200.000(!) EUR. In dieser Lage ist viel Raum für die berühmte Hamlet-Frage… 

Der Donaukurier berichtete darüber – hier und da. Und dort Ingolstadt-today.de.

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Ich will den beiden helfen und bitte daher um Eure Unterstützung. Für das einzige, was jetzt wirklich hilft: Wir machen zusammen das Zenit noch einmal leer! Diesmal aber über den Weg zur Ladenkasse. Seit dem Wochenende sind die Regale und Bügel vor Ort wieder bestückt. Wenn jeder mit einem Teil nach Hause ginge…

  • Wann: Mittwoch, 04.12.2013 von 17 bis 19 Uhr
  • Wo: Zenit, Mauthstraße 13, 85049 Ingolstadt

Rappelvoller Laden. Warteschlange davor. Dieser Carrotmob wird das globale Klima nicht verändern. Die ein oder andere dunkle Wolke werden wir aber sicher vertreiben können. Info verbreiten! Teilen! Einladen! Dabei sein!

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Nachträge (05.12.13) von Ingolstadt-today.de hier und da. Jetzt habe ich endlich eine Schiebermütze! Ein in jeder Hinsicht passender Kauf. Befand sich doch 55 Jahre in dem Haus in der Mauthstraße 13 der “Hut-Breindl”.

Lunch/Dinner for 25 – Teil 4

Scott Schuman – The Sartorialist – hat zum vierten Mal zum “Lunch/Dinner for 25″ eingeladen. Die neue Auflage (seit gestern online) gefällt mir aber im Gegensatz zu den grandiosen Teilen 1 + 2, und Teil 3 nicht so wirklich. Es fehlt die getragene, feine Grundstimmung. Schnelle Schnitte und eine Überladung mit Stereotypen huldigen dem lauten Schein. Das unzweifelhaft vorhandene Sein der charismatischen Protagonisten bleibt da diesmal leider auf der Strecke.

Das Set dürfte nunmehr auch nicht in Florenz gewesen sein. Schaut nach New York aus. Wer IV sagt, wird auch V sagen. Dann vielleicht mal mit 25 Damen in dieser Spielklasse. Wäre ein Leckerbissen!