Bärlauchpesto

Astrid hat heute Geburtstag. Sie ist gerade mit ihrer Familie (bis auf Tochter Marie-Luise – die in Kanada weilt – hier ihr Reise-Blog) in den Donau-Auen beim Bärlauch sammeln. Sie bat mich um mein Rezept für Bärlauchpesto. Ich habe die letzten Jahre dazu viel ausprobiert und experimentiert. Nachfolgende Variation scheint sich als persönlicher Prototyp zu festigen.

Zutaten: Bärlauch, Öl – zu gleichen Teilen mildes Olivenöl (Bio) und Sonnenblumenöl (Bio), „Nüsse“ – zu gleichen Teilen Cashewkerne (Bio) und Sonnenblumenkerne (Bio), Käse – Parmigiano Reggiano (meistens) oder Pecorino (jeweils Bio), Salz (ein Hauch), einige Spritzer Zitronensaft (Bio).

Nach der Pflückung wiege ich den Bärlauch. Sein Gewicht ist der Maßstab für die restlichen Zutaten. Bärlauch = 100%. Dann 90% davon Öl, 45% davon „Nüsse“ und 45% davon Käse. Vor einigen Tagen (First Flush 2018) ergab die Verteilung: 315 g Bärlauch, 280 ml Öl  = 140 ml Olivenöl und 140 ml Sonnenblumenöl, 140 g „Nüsse“ = 70 g Cashewkerne und 70 g Sonnenblumenkerne, 140 g Parmigiano Reggiano.

Zubereitung: Bärlauch waschen und trockenschleudern. „Nüsse“ in der Pfanne anrösten. Abkühlen lassen. Alle Zutaten (gemischt geschichtet) in einen Mixer geben. Zu einer cremigen Masse mixen. Dabei zu große Erwärmung vermeiden, also slow. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Fertiges Pesto in Gläser geben. Mit Olivenöl bedecken.

Liebe Astrid – alles Gute zum Geburtstag!

Frühlingsboten von Karfreitag bis Ostermontag

Österliche Schnipsel: Karfreitag. Spaziergang rund um das Felsentor in Unteremmendorf:

Leberblümchen

Karfreitag und Unteremmendorf – schon kombiniert? Man wird in der Region keinen bessern Platz zum Fischessen finden, als den Landgasthof Wagner (ist im Slow Food Genussführer!). Keine Überraschung also im vollbesetzten Haus den ein oder anderen Fischschmecker anzutreffen (Grüße an Paul S. und Fritz S.). Auf der Karte ein schönes Programm: Geräucherter Lachs, Fischsuppe, gebackener Kabeljau, Zander, Waller, Forelle, Saibling und natürlich Karpfen. Meine Wahl nach der Fischsuppe: ein 1/2 Karpfen im Bierteig gebacken – köstlich (auch der Kartoffelsalat!).

Karsamstag. Einkaufen: Bäcker, Wochenmarkt Ingolstadt, Osterschinken vom Joseph Huber, Wochenmarkt Eichstätt – Osterschinken vom Wolfgang Speth.

Schneeglöckchen

Und natürlich Eier. Besuch an einer unserer Quellen dafür:

Schließlich ging es noch in den Gerolfinger Eichenwald:

Blaues Schneeglöckchen

Hohe Schlüsselblume

Geflecktes Lungenkraut

Huflattich

Ziel war natürlich dieses wunderbare Gewächs – Bärlauch First Flush 2018:

Welcher Wein passt zum Bärlauch? Nach vielen Versuchen steht für mich fest – die weiße Rebsorte Viognier (sehr säurearm) ist eine gute Partnerin:

Ostersonntag. Franziskanerkirche. Auch dieses Jahr habe ich die Osternacht mit der Segnung des Osterfeuers (5:00 Uhr!) nicht geschafft. Aber 2019 gilt es…

Zum sechsten Mal in Folge – und damit zwischenzeitlich undenkbar ohne – die gefüllten Eier:

Ostermontag. Gasttafeln bei Moni – Danke!!! Im zweiten Gang Osterlamm (nach Yotam Ottolenghi). Dazu ein Barolo (Silvio Grasso) – Brüderlichkeit:

Einfach und köstlich – Chioggia Rübe

Wunderbar inspiriert von diesem feinen Bericht ging es sogleich ans Werk. Die Beschaffung der Tondo di Chioggia gestaltete sich aber überraschend schwierig. Meine Bio-Gemüsegärtner in der Region winkten leider ab – „diesjährig nicht im Anbau“ – war die mehrfach gehörte Antwort. Eine Fahrt nach Moosinning – so wie im Film – war mir dafür zu weit (steht aber demnächst an – am 17.03.18 ist dort ein Hoffest). Schließlich wurde ich beim Obstkistl (Slow Food Unterstützer!) fündig. Wenn auch die Rüben aus konventionellem Anbau in den Niederlanden stammten:

Ziegenfrischkäse. Da gibt es eine grandiose regionale Quelle: Den Hallertauer Ziegenhof! Unter anderem erhältlich auf dem samstäglichen Wochenmarkt in Pfaffenhofen:

Dann verlegte sich die Handlung – bei steigendem Spannungsbogen – in die Küche:

Wie sagte der Schmidt Max so schön? „Des is ja unfassbar guad.“ Stimmt!

Am Wochenende gibt es Tondo di Chioggia

Der Mogli Billesberger hat einen tollen Bio-Hof (Naturland) in Moosinning. Der Koch Otto Geisel war mal Vorsitzender von Slow Food Deutschland. Der Professor Volkmar Nüssler leitet das Tumorzentrum München und hat gerade das Buch „Stark gegen Krebs“ geschrieben. Und der Schmidt Max ist eh eine Weltmacht. Zusammen machen sie uns mit diesem Bericht (freizeit/BR) eine sehr große Freude!

Unter anderem bereiten – bei guter Musik – Otto Geisel und Max eine Tondo di Chioggia (alte Rote Rübe Sorte) im Salzmantel zu (45 bis 50 min im Ofen bei knapp 200 Grad garen). Danach in Scheiben schneiden – noch lauwarm auf einem Teller mit Meersalz, Pfeffer, Olivenöl und Balsamico anrichten. Obenauf ein Ziegenfrischkäse. Rezept. Schaut mal wie sich der Max ab Minute 16:30 freut – herrlich. Am Wochenende mache ich mir genau das!

Nachtrag (22.02.18): Ich habe sie mir gemacht.

Sind Sie ein Eisenmann?

Während Vincent (John Travolta) und Jules (Samuel L. Jackson) in der Garage mit einer Fahrzeuginnenreinigung beschäftigt sind, fragt Wolf (Harvey Keitel) im Schlafzimmer Jimmie (Quentin Tarantino):

Ich persönlich mag Eiche. Was ist mit Ihnen Jimmie? Sind Sie ein Eichenmann?“ Jimmie: „Eiche ist schön.“

Der Kenner weiß längst Bescheid – wir sind in einer Szene von „Pulp Fiction“. Da es sich hier um eine Schlafzimmerausstattung handelt, hätte ich diese Frage verneint. Würde mich Mr. Wolf aber in der Küche fragen, ob ich ein Eisenmann bin, wäre meine Antwort – ja!

Aber noch nicht lange. Erst kurz vor dem letzten Weihnachten zog in unseren Haushalt ein Bräter aus Gusseisen ein. Endlich! Nach einer ausgewachsenen Markterhebung haben wir uns für die Firma STAUB entschieden. Konkret für einen ovalen (33 cm) Cocotte. Seine Feuertaufe absolvierte er – als Franzose – mit Bravour. Am 1. Feiertag bei der Sauce:

Und am 2. Feiertag beim Braten:

Dieser stammte vom Murnau-Werdenfelser Rind – Einkaufsquelle hier.

Bis heute folgten ein ragù alla bolognese und ein Gulasch. In Bälde Zitronenhuhn. Einen Sonntagsbraten im Rohr zu haben – welch ein beruhigender, wohlriechender Zustand: