Fingerzeig (34) – An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen

Ich will es gleich zugeben: Ich bin hochbefangen! Ich wertschätze Klöster im Allgemeinen. Im Besonderen das in Plankstetten. Warum dem ganz persönlich so ist, habe ich hier beschrieben. Und wenn es überhaupt etwas zu beklagen gibt, dann nur indirekt. Es betrifft den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. Er war von 1993 bis 2006 Abt in Plankstetten. In seinem neuen Amt ist er mir (viel) zu leise.

Seit heute gibt es – zu meiner großen Freude – ein leibhaftiges Stück echte klösterliche Mission in Ingolstadt. Sie wird der Stadt gut tun! Jeden Mittwoch von 8:00 bis 12:30 Uhr kommt deren Marktwagen auf den Ingolstädter Wochenmarkt. Randvoll mit Köstlichkeiten aus der Bäckerei, Gärtnerei und Metzgerei des Klosters. Das, en passant erwähnt, Unterstützer von Slow Food Deutschland ist! Selbstverständlich habe ich mir die Premiere angesehen:

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Angela Bushie, Franziska Rupp u. Peter Haltmayer

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Frater Bonifatius (Leiter Klosterbäckerei) u. Dr. Beda Maria Sonnenberg (Abt)

(33) – Fingerzeig – (35).

„Farm to table“ im Schutterhof

Anspiel der Biergartensaison 2016. Gleich zum Vatertag. Mit der Familie! Im Schutterhof. Frühling in der Luft. Und Allerlei der Jugendblasmusik Zuchering. Im Krug der Nordbräu 1516 Jubiläums-Sud.

Es folgt ein wunderbares „Farm to table“ sowie „Shake the hand that feeds you“ Erlebnis: Im Mittelpunkt ein Angusochse. Aus Weidehaltung vor den Toren der Stadt. Biozertifiziert nach Naturland (Biohof Wagner). Er findet über die Metzgerei Joseph Huber seinen Weg auf den Holzkohle(!)grill der Familie Mödl. Und dann auf unseren Tisch. Mit viel besseren Knödeln als letztes Jahr. Mit am Tisch sitzen: Karola und Manfred Wagner, sowie Claudia und Joseph Huber. Doch, das geht!

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Manfred Wagner, Rafael u. Andrea Mödl, Joseph u. Claudia Huber

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Im Hohenloher Land

Anfang Februar in Nürnberg, nach der heurigen Biofach, lernte ich Martin Seefried auf einer Party (Danke Florian Bailey!) kennen. Der ausgebildete Koch und Metzgermeister betreibt in Abenberg (mittelfränkischer Landkreis Roth) seine Naturmetzgerei. Hier verarbeitet und veredelt er handwerklich ausschließlich Fleisch von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. Unter der gewichtigen(!) Losung „Wissen wo’s herkommt“ organisierte Seefried für Ende April einen „Bauernbesuch“ bei seinen Lieferanten. Einen ganzen Tag dem guten, sauberen und fairen Essen nachspüren… In angenehmer Gemeinschaft… Mit einem umtriebigen Gastgeber… Und überhaupt wollte ich schon lange Rudolf Bühler, dem Gründer der Erzeugergemeinschaft, einen Besuch abstatten: Aus dem Stegreif ließ ich mich auf die Gästeliste setzen!

Letzter Samstag – 9:00 Uhr – Treffpunkt bei den Seefrieds. Mit dabei Moritz, der(!) Ingolstädter Metzger Joseph Huber und dessen Tochter Pia. Für das gemeinsame automobile Reisen – bereits herrlich s l o w – stand ein Kässbohrer Setra S11 (Henschel-Motor mit 170 PS und Dachverglasung für den Panoramablick) von 1967 bereit. Damit ging es durch das wunderschöne Hohenloher Land. Unter anderem mit Pastrami und Beef Jerky:

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Unsere anständigen Gastgeber: Cornelia und Martin Seefried

besh (4)besh (5)besh (6)besh (7)Angekommen in Wolpertshausen begrüßten uns Rudolf Bühler und Simon Rajan. Gemeinsam ging es sogleich auf eine der Eichelmastweiden. Anfang der 80er Jahre galt das Schwäbisch-Hällische Schwein („Mohrenköpfle“) als faktisch ausgestorben. Mit weniger als zehn Tieren begann Bühler zusammen mit engagierten Bauern der Region die Wiederbelebung der alten Landrasse. Heute gehören gut 1.500 Bauernhöfe zur Gemeinschaft, die nach dem Prinzip der bäuerlichen Selbsthilfe arbeitet und sich für die bäuerliche Regionalentwicklung in Hohenlohe engagiert. Das Schwäbisch-Hällische Schwein ist übrigens Passagier des Biodiversität-Projekts Arche des Geschmacks von Slow Food:

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Rudolf Bühler

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besh (44)Ein weiteres, besonderes Anliegen Bühlers ist die Bereicherung der Esskultur durch gute, nachhaltig erzeugte Gewürze. Deshalb gründete er 1997 zusammen mit Hohenloher Bio-Bauern den Anbauverband Ecoland. Die Unternehmung umfasst heute weltweit 1.300 Bauernfamilien mit Projekten in Deutschland, Rumänien, Serbien und Indien. Die Sache ist ihm so wichtig, dass er uns kurzerhand zu sich nach Hause in seinen „Sonnenhof“ bat und dort ins Thema einführte. Inklusive einer Begehung des Gewürzlagers. 1000 Nasen müsste man haben…

besh (26)besh (27)besh (46)Weiter ging es nach Rosengarten zu Daniel Voigt, der sich als Wanderschäfer in der 7. Generation mit Leidenschaft dem Hohenloher Weidelamm (Merino-Landschafe) widmet:

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Wanderschäfer Daniel Voigt

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Joseph Huber und Martin Seefried

besh (37)besh (41)besh (43)Es war einer dieser Tage, die sich am Abend wie eine halbe Woche Urlaub anfühlen. Herzlichen Dank für das dabei sein dürfen!

Fingerzeig (27) – Aus der Pfanne, vom Huber, im Diagonal

Es sind diese scheinbaren Kleinigkeiten, für die leider viel zu wenig Menschen einen Blick haben, die aber so wichtig sind und die den Unterschied machen. Sie zu verkünden ist eine stete Herzensangelegenheit von extra prima good. Unter uns – irgendjemand muss es machen!

Gestern Abend war im Diagonal Stammtisch von Slow Food Ingolstadt. Die beiden Wirte Norbertus von Jordans und Reinhard Maier nahmen dies zum Anlass, endlich eine empfindliche Lücke in ihrer Speisekarte zu schließen. In meinem Lobgesang auf ihre Currywürste hatte ich sie klar ausgemacht:

„Das Schnitzel kommt, schön wellig in Butterschmalz gebraten, aus der Pfanne. Auch seine Herkunft soll in Zukunft – das wurde mir versprochen 🙂 – erwähnenswert sein. Ich bestehe darauf! Speisekarten sind dem Mannschaftssport zuzurechnen. Da ist Geschlossenheit gefragt.“

Das Versprechen ist erfüllt – Danke!!!

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Und wenn der Joseph Huber einige Bauern in der Region von der ökologischen Schweinehaltung überzeugt hat – er ist dran! – dann spricht ja nichts dagegen, dass… OK?!

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Ingolstädter Bürgerfest 2015

Licht und Schatten auf dem Ingolstädter Bürgerfest. Aber viel, viel mehr Licht (man erkläre mir trotzdem einmal, warum es dabei Verkaufsstände mit Sonnenbrillen oder Handytaschen geben muss…).

In meinem Foto der Festivität umhüllt selbst der Lichtkegel noch einen schönen Schatten!

angus13Auch für die Ohren war schön angerichtet. Mein absolutes Highlight – gleich zwei Mal (Freitag Kreuztor und Samstag MKK) – Men Under Cover. Sehr, sehr geil! In den roten Blickfängen oben steht übrigens die Bassistin von Fat Toni.

Wer auf dem Bürgerfest Hunger bekommt, hat hoffentlich eine gute Brotzeit dabei… Oder begab sich in den Schutterhof. 2013 hatte ich schon einmal über dieses deliziöse Phänomen berichtet: Fleischrasse. Weidehaltung (Gras!). Vor den Stadttoren. Bioland (Biohof Wagner). Geschlachtet vor Ort. Metzgerhandwerk von und mit Joseph Huber. Zubereitet von Andrea und Harald Mödl (BITTE unter letztmaliger(!) Verwendung dieser „Knödel“):

angus2angus4angus5angus6angus3angus7angus10angus9angus11angus1Nach diesen Bildern kurz in die andere Richtung: Seit geraumer Zeit veranstalten die Ingolstädter Veganer um Sigrid Weigl und Roland Meier jeden Sonntag um 11:00 Uhr im Schutterhof einen veganen Biergarten-Brunch. Komme demnächst auch vorbei! In dieser schönen Bandbreite lässt es sich sehr gut leben – Ingolstadt ist schön!

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