Marginalie (29) – Start Spielzeit 2014/15

Spielzeitbeginn 2014/15 des Stadttheaters Ingolstadt: “Komm! ins Offene, Freund!”. Seit Jahren gibt es keinen Turm aus Elfenbein (mehr). Das Haus und seine schöpferischen Menschen öffnen sich – neben der klassischen Bühnenpräsenz – mit einer Vielzahl an frischen Aktivitäten in und für die Stadt. So auch am Wochenende. Ein Traum, eine Gnade, dieses Theater in der Stadt zu haben!

komm3Was für eine Inszenierung. Was für eine Arbeit. Es war absolut fantastisch! Die Kamera blieb daheim. Ich wollte mich entspannen und unmittelbar präsent sein. Mein Old School Mobile hatte aber einen Blick für Gulliver:

kommAndré Heller hätte seine Freude gehabt! Ich musste während des Spaziergangs oft an ihn denken. Schon ewig wollte ich ihn auf dem Blog einmal fallen lassen. Es passt gerade. Diese Scheiben schließen Räume auf! Treibstoff für Abenteuer im Kopf:

komm4Dem Getreuen sei auch die wunderbare Biografie von Christian Seiler empfohlen:

komm5Zurück zum Eröffnungsspektakel. Einziger (kleiner) Wermutstropfen: Der Eintritt: 10 EUR pro Kopf. Für Erwachsene OK. Meinetwegen auch mehr. Aber leider gab es keine Abstufung für Kinder = zu viel. Auch etwas unglücklich: Alle jene, die südlich der Donau gezahlt hatten, trafen wenig später am Nordufer auf mindestens die gleiche Menge von Besuchern, die keine Kasse gesehen haben…

Mein skurrilstes Erlebnis – und das will in diesem bunten Reigen was heißen: Vor dem Stadttheater ließ sich eine Kuh ihr Heu schmecken. Hinter mir eine Mutter zu ihrer Tochter: “Schau auf die Hörner. Das ist ein Er. Von diesem Stier gibt es keine Milch.” ARRRRRRGH.

komm2Die Kuh(!) heißt übrigens “Schalong”, ist 16 Jahre und hat 13 Kälber geboren. Sie ist eine stolze Murnau-Werdenfelserin aus einer in Weidehaltung lebenden Naturlandherde im Landkreis Neuburg. Sie ist PR-Profi. Siehe hier. Wer Lust hat – ihr nächster Auftritt ist bei den Bayerischen Öko-Erlebnistagen auf dem Neuburger Wochenmarkt am 27.09.2014.

(28) – Marginalie – (30).

Im Einklang: Schuhe putzen, Musik und Bier

Nachdem ich jemandem ins Gesicht gesehen habe, blicke ich auf dessen Schuhe. Das gilt gleichermaßen für Männchen wie Weibchen. Es folgen dann bei Frauen die Beine und wieder geschlechtsunabhängig die Hände. Schuhe sind mir nicht unwichtig. Sie erden uns.

Im Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit – F l o w – vergeht die Zeit scheinbar besonders schnell. Meine soeben gefühlten 15 Minuten dauerten tatsächlich annähernd drei Stunden. Verantwortlich dafür dieser wunderbare Dreiklang:

Schuhe putzen, pflegen, imprägnieren, Sohlen einölen:

schuheSo sehr ich Conchita Wurst den Gewinn des gestrigen Eurovision Song Contest gönne – das ist mein Europa, Freiheit, Vielfalt und Toleranz – bin ich musikalisch immer noch angenehm umwoben vom Beitrag aus den Niederlanden. The Common Linnets “Calm After The Storm” läuft in der Dauerschleife:

Dazu – und ich werde nicht damit aufhören Euch Gutes, Sauberes und Faires hinzuhalten – ein feines Bierchen. Heute: Ein “Xaverl” vom Siegenburger Schmidmayer Bräu. Feiner Hopfen, nicht zu schwer. Süüüffig. Danke Elisabeth!

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Fingerzeig (9) – Licht im Supermarkt

Wenn schon im klassischen Supermarkt – dann gerne bei EDEKA. Schön in der Altstadt den Wendler zu haben! Außerhalb der Stadtmauern hält der Fanderl die Discounter-Seuche in Schach. Gestern hat er seinen fünften Laden eröffnet. 2.700 qm in der Liegnitzer Straße 2. Ist recht ansehnlich geworden. Die Ware? Das ganze Programm – Dunkelheit, Schatten, Helligkeit und Licht. Zwei Beispiele für Letzteres. Altmühltaler Lamm:

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Rind – und Schweinefleisch aus der mustergültigen Bioland-Landwirtschaft des Klosters Plankstetten:

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Die Fotoqualität bleibt leider unerträglich weit unter dem Standard dieses Blogs. Hatte aber nur mein Mobiltelefon am Mann. Nix Smartphone. Old School.

Passend zur Neueröffnung des Fanderl-Marktes ist der (durchaus berechtigte) Hype (nettes Statement dazu aus New York) um den aktuellen Werbespot von EDEKA (schaut Euch auch die Specials an). Und wer berichtete bereits im Mai 2013 über Friedrich Liechtenstein und das Original Take? extra prima goodhier!

(8) – Fingerzeig – (10).

Superluftig… superfruchtig… superlecker… supergeil

Oft glänzt es trügerisch, was so an einem vorbeizieht… Sittin’ on the dock of the bay stehe ich wieder einmal auf und schärfe deshalb den Blick. Treffer! Dieses Gut hat ausgetrieben und kommt an Land.

Einmal kurzgoogeln serviert zu Friedrich Liechtenstein: Berliner Popsänger, Elektro-Pop-Musiker, Entertainer, Performer, Theaterregisseur, klassischer Schauspieler, Intendant, Conférencier, Reiseleiter, Tänzer und Puppenspieler… ja dann!

P.S. Danke Gerald.

Marginalie (7) – Volksmusik

Den Eurovision Song Contest habe ich bisher bestenfalls ignoriert. Heute Abend aber schaut die Welt ein bisserl anders aus. Beim deutschen Vorentscheid zum Grand Prix stehen Jungs auf der Bühne, deren Musik ich sehr mag: LaBrassBanda. Im aktuellen Donaukurier (Print Seite 17) gibt es dazu mit dem Tubisten der Band Andreas Hofmeir (aufgewachsen in Geisenfeld/Hallertau!) ein Interview. Zwei weise Gedanken daraus:

“Eine Tuba ist ein Gebrauchsgegenstand. Sie ist nix zum Herzeigen. Ich poliere auch mein Auto nicht.” Und auf die Frage “Was gehört in den Tourbus?” – die Antwort: “Essen und Trinken, in allen Variationen. Ich kann nur jedem Veranstalter sagen, dass er sich um eine gute Verpflegung kümmern soll. Essen ist wichtiger als die Gage. Ehrlich.” Hofmeir ist übrigens Professor für Tuba am Mozarteum Salzburg, Abteilung Blas- und Schlaginstrumente.

Der Sänger und Kopf von LaBrassBanda, Stefan Dettl, ist mindestens ähnlich unterwegs. Aus seinen vielen Aktivitäten picke ich exemplarisch diese heraus: Zusammen mit der hochinnovativen Brauerei Camba Bavaria in Truchtlaching hat er zwei eigene Biere kreiert – “Love Beer” und “Fire Beer”. Und er ist Herausgeber des seit dem Frühjahr 2011 verlegten, großartigen Magazins Muh – Bayerische Aspekte.

Weil wir schon dabei sind: Es lebe die Volksmusik! Die leider sehr häufig zu beobachtende sprachliche Gleichsetzung mit der volkstümlichen Musik geht mir monströs auf den Zeiger! Volkstümliche Musik ist der Dreck, der uns in unerträglichen Stadlsendungen von Protagonisten wie Andy Borg und Konsorten immer als Volksmusik verkauft wird. Profunder als Hans Well (Biermösl Blosn) kann man den Unterschied – Eine persönliche Standortbestimmung in Sachen Volksmusik – nicht herausarbeiten.

Und deshalb gleich eine feine Empfehlung. Alle zwei Jahre findet in Au/Hallertau das Dellnhauser Volksmusikfest statt. 2013 ist ein solches Jahr – 3. bis 7. Juli. Schaut Euch doch mal die Auflistung der bereits angemeldeten Mitwirkenden an… gesehen? Der Vorverkauf für z.B. Gerhard Polt(!) und die Well Brüder(!) beginnt am 02.03.

Und noch ein maßgeschneiderter Tipp. Der grandiose Film SOUND OF HEIMAT des Regisseurs Arne Birkenstock – Trailer:


(6) – Marginalie – (8).