Im Einklang: Schuhe putzen, Musik und Bier

Nachdem ich jemandem ins Gesicht gesehen habe, blicke ich auf dessen Schuhe. Das gilt gleichermaßen für Männchen wie Weibchen. Es folgen dann bei Frauen die Beine und wieder geschlechtsunabhängig die Hände. Schuhe sind mir nicht unwichtig. Sie erden uns.

Im Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit – F l o w – vergeht die Zeit scheinbar besonders schnell. Meine soeben gefühlten 15 Minuten dauerten tatsächlich annähernd drei Stunden. Verantwortlich dafür dieser wunderbare Dreiklang:

Schuhe putzen, pflegen, imprägnieren, Sohlen einölen:

schuheSo sehr ich Conchita Wurst den Gewinn des gestrigen Eurovision Song Contest gönne – das ist mein Europa, Freiheit, Vielfalt und Toleranz – bin ich musikalisch immer noch angenehm umwoben vom Beitrag aus den Niederlanden. The Common Linnets “Calm After The Storm” läuft in der Dauerschleife:

Dazu – und ich werde nicht damit aufhören Euch Gutes, Sauberes und Faires hinzuhalten – ein feines Bierchen. Heute: Ein “Xaverl” vom Siegenburger Schmidmayer Bräu. Feiner Hopfen, nicht zu schwer. Süüüffig. Danke Elisabeth!

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Fingerzeig (9) – Licht im Supermarkt

Wenn schon im klassischen Supermarkt – dann gerne bei EDEKA. Schön in der Altstadt den Wendler zu haben! Außerhalb der Stadtmauern hält der Fanderl die Discounter-Seuche in Schach. Gestern hat er seinen fünften Laden eröffnet. 2.700 qm in der Liegnitzer Straße 2. Ist recht ansehnlich geworden. Die Ware? Das ganze Programm – Dunkelheit, Schatten, Helligkeit und Licht. Zwei Beispiele für Letzteres. Altmühltaler Lamm:

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Rind – und Schweinefleisch aus der mustergültigen Bioland-Landwirtschaft des Klosters Plankstetten:

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Die Fotoqualität bleibt leider unerträglich weit unter dem Standard dieses Blogs. Hatte aber nur mein Mobiltelefon am Mann. Nix Smartphone. Old School.

Passend zur Neueröffnung des Fanderl-Marktes ist der (durchaus berechtigte) Hype (nettes Statement dazu aus New York) um den aktuellen Werbespot von EDEKA (schaut Euch auch die Specials an). Und wer berichtete bereits im Mai 2013 über Friedrich Liechtenstein und das Original Take? extra prima goodhier!

(8) – Fingerzeig – (10).

Superluftig… superfruchtig… superlecker… supergeil

Oft glänzt es trügerisch, was so an einem vorbeizieht… Sittin’ on the dock of the bay stehe ich wieder einmal auf und schärfe deshalb den Blick. Treffer! Dieses Gut hat ausgetrieben und kommt an Land.

Einmal kurzgoogeln serviert zu Friedrich Liechtenstein: Berliner Popsänger, Elektro-Pop-Musiker, Entertainer, Performer, Theaterregisseur, klassischer Schauspieler, Intendant, Conférencier, Reiseleiter, Tänzer und Puppenspieler… ja dann!

P.S. Danke Gerald.

Marginalie (7) – Volksmusik

Den Eurovision Song Contest habe ich bisher bestenfalls ignoriert. Heute Abend aber schaut die Welt ein bissl anders aus. Beim deutschen Vorentscheid zum Grand Prix stehen Jungs auf der Bühne, deren Musik ich sehr mag: LaBrassBanda. Im aktuellen Donaukurier (Print Seite 17) gibt es dazu mit dem Tubisten der Band Andreas Hofmeir (aufgewachsen in Geisenfeld/Hallertau!) ein Interview. Zwei weise Gedanken daraus:

“Eine Tuba ist ein Gebrauchsgegenstand. Sie ist nix zum Herzeigen. Ich poliere auch mein Auto nicht.” Und auf die Frage “Was gehört in den Tourbus?” – die Antwort: “Essen und Trinken, in allen Variationen. Ich kann nur jedem Veranstalter sagen, dass er sich um eine gute Verpflegung kümmern soll. Essen ist wichtiger als die Gage. Ehrlich.” Hofmeir ist übrigens Professor für Tuba am Mozarteum Salzburg, Abteilung Blas- und Schlaginstrumente.

Der Sänger und Kopf von LaBrassBanda, Stefan Dettl, ist mindestens ähnlich unterwegs. Aus seinen vielen Aktivitäten picke ich exemplarisch diese heraus: Zusammen mit der hochinnovativen Brauerei Camba Bavaria in Truchtlaching hat er zwei eigene Biere kreiert – “Love Beer” und “Fire Beer”. Und er ist Herausgeber des seit dem Frühjahr 2011 verlegten, großartigen Magazins Muh – Bayerische Aspekte.

Weil wir schon dabei sind: Es lebe die Volksmusik! Die leider sehr häufig zu beobachtende sprachliche Gleichsetzung mit der volkstümlichen Musik geht mir monströs auf den Zeiger! Volkstümliche Musik ist der Dreck, der uns in unerträglichen Stadlsendungen von Protagonisten wie Andy Borg und Konsorten immer als Volksmusik verkauft wird. Profunder als Hans Well (Biermösl Blosn) kann man den Unterschied – Eine persönliche Standortbestimmung in Sachen Volksmusik – nicht herausarbeiten.

Und deshalb gleich eine feine Empfehlung. Alle zwei Jahre findet in Au/Hallertau das Dellnhauser Volksmusikfest statt. 2013 ist ein solches Jahr – 3. bis 7. Juli. Schaut Euch doch mal die Auflistung der bereits angemeldeten Mitwirkenden an… gesehen? Der Vorverkauf für z.B. Gerhard Polt(!) und die Well Brüder(!) beginnt am 02.03.

Und noch ein maßgeschneiderter Tipp. Der grandiose Film SOUND OF HEIMAT des Regisseurs Arne Birkenstock – Trailer:


(6) – Marginalie – (8).

Schutterhof – erste Zwischenzeit

Seit dem 01. Mai diesen Jahres gibt es in Ingolstadt den Schutterhof-Biergarten. Gleich am Eröffnungstag habe ich freudig darüber einen Artikel geschrieben. Seither sind vier Monate ins Land gegangen. Gerade komme ich aus dem Biergarten und mich drückt ein Kurz-Resümee:

Schön, dass es ihn gibt! Es fehlt (noch) die Patina. Die kommt von alleine. Die Zeit wird auch die Kastanien wachsen lassen. An der (zu kühlen) Beleuchtung sollte gearbeitet werden. Warum nicht Teile der umliegenden Wände dauerhaft illuminieren? Der Lichtkünstler Markus Jordan hat doch vor Ort seine Werkstatt… Die Schirme des Industrieeisherstellers Langnese passen nicht in den Hof.

Am Schankhaus habe ich mich inzwischen optisch abgearbeitet. Mir passt es. Kontrapunkt zu den historischen Festungsanlagen. Im Ostende (Toiletten) könnte man vielleicht über eine Holzlattung mit Rankpflanzen (Wein?) nachdenken.

Oft versprochen, selten gehalten, hier schön verwirklicht: Platz für Kinder. Viel Raum, Wasser, Wiese. Fußballtore. Gelegentlich Kasperl-Theater, seit Wochen vier Hüpfburgen. Ein Bouleplatz. Lässt sich gut bespielen. Nach Einbruch der Dunkelheit fehlt hier allerdings ein Licht.

Das Essen. Licht und Schatten. Kürbiskernschnitzel, Backhendl, Mangalitza Wollschwein vom Grill (Respekt!). Convenience Hähnchenuggets als Kinderteller beim Familientag – arrrgh! Insgesamt gibt es viel zu viele verschiedene Gerichte und Brotzeiten. Und leider zu keiner Speise einen Herkunftsnachweis. Die Spitze der Ingolstädter Biergartenkultur (Mooshäus´l) kommt mit einer sehr übersichtlichen Karte aus…  Ich werkel mich da rein, weil ich im Schutterhof echt Potential sehe… es gibt genügend Ingolstädter Biergärten bei denen ich die Flinte im Korn liegen lasse. An dem Platz liegt mir was. Wen habe ich kürzlich im Schutterhof getroffen? Einer der besten, wenn nicht der beste Koch in unserer Region – Sepp Hierl. Man unterschätze ein gutes Umfeld nicht!

Bei den alkoholfreien Getränken wäre der Maßeinheit 0,5 gegenüber der wirklich unseligen Größeneinheit 0,4 wieder der Vorzug zu geben. Das Apfelsaftschorle bekommt die dunkelgelbe Karte.

Beim Bier gibt es hingegen absolut nichts zu meckern. Einmal Tegernseer Hell. Habe dann vor kurzem erstmals das naturtrübe Kellerbier von Nordbräu probiert. Ein Fehler! Das späte probieren… Klasse-Bier!

Riesen Lob: Der Schutterhof ist heizpilzfrei!!! Er möge es bleiben. Eines meiner ganz persönlichen Schlachtfelder.

Und auch hier findet sich löbliche Einsatzbereitschaft der Mödls: Hier spielt nämlich die Musik. In der kurzen Zeit gab es Bandauftritte von Bibalicious und Maria Nieves Tietze/Alexander Kraus-Espinosa sowie der Denkendorfer Blasmusik. Und last but not least, dem abendlichen Auslöser dieses Post, der Dame und den sieben Herren von “Unsgfallts” – die altbairische Blasmusik der Augustin Bläser. Herrlich entspannt und unaufgeregt. Mehr gab mein Old School Handy nicht her:

Ich behalte den Schutterhof im Auge. Wohlwollend. Beim Essen mit Hoffnung.