Fingerzeig (16) – Gehe zurück nach der Schäffbräustraße

Beim Monopoly geht es für gewöhnlich nach vorne: Rücke vor bis… Eine Abweichung gibt es davon: “Gehe zurück nach der Badstraße”. So ähnlich könnte auch eine Ereigniskarte der Ingolstädter Gastroszene lauten. Was ist passiert? Die “Locanda Artusiana” gibt es nicht mehr!

locanda altVor dem Haus in der Kanalstraße 2 erblickt man jetzt innerhalb der vier alten Bohrlöcher die Beschilderung des Ristorante “La Locanda”:

locanda neu

Eine kurze Aufklärung tut not. Bitte sehr:

Im März 2012 eröffnete Katia Garelli in der Schäffbräustraße 3 ihr wunderbares “Artusiana – Pasta fresca e salsa”. extra prima good berichtete begeistert vom Startblock weg: Neu und Gott sei Dank in Ingolstadt. Sowie in der Folgezeit: Slow Food und Hellas im Artusiana.

Ende 2013 öffnete sich eine weitere Türe. Fast ein Jahr nach dem Ende der “Nudelstube Carrara” sollten in der Kanalstraße 2 wieder die Töpfe dampfen. extra prima good widmete dem Ereignis eine kleine Serie: Vorsprung durch Genuss, Auf der Zielgeraden und Offen!

“Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen” ließ uns John Lennon wissen. Im Gegensatz zum “Artusiana” sollte die “Locanda Artusiana” auf mehreren Schultern ruhen. Leider traten im baldigen Fortgang zwischen den Beteiligten doch recht unterschiedliche – und dann letztlich unüberbrückbare – Denkweisen zur Einkaufs- und Kochphilosophie auf. Man trennte sich. Die “La Locanda” wird nunmehr von Mauro Castagna geführt. Zur gegenwärtigen Küche kann ich nichts sagen, freue mich aber darüber, dass der Ort weiter bespielt wird.

Gehe zurück nach der Schäffbräustraße – ins ursprüngliche “Artusiana” – heißt es für jene, die Katia Garellis frische, täglich selbstgemachte Pasta schätzen. Die besonderen Wert auf regionale Produzenten und Saisonalität legen. Slow Food eben.

katia2Artusiana, Schäffbräustraße 3, 85049 Ingolstadt, Tel. 0841/97071119. Dienstag bis Samstag von 10 bis 15 Uhr. Vor Ort genießen. Einkaufen für zu Hause. Feierservice (Catering) bis 40 Personen (mehr hat sie sich noch nicht getraut…).

katia(15) – Fingerzeig – (17).

Limo, Teigtaschen, Bier, Rippchen und noch einmal Limo. In München.

Meine Suche nach einer Garküche mit Dim Sum in Ingolstadt entbehrt schmerzlich jedes Erfolgserlebnis. In München bin ich hingegen erneut fündig geworden (Danke Pini!): LeDu Happy Dumplings in der Theresienstraße 18 – geöffnet seit Mitte April 2014:

ledu1ledu2Die frischen Teigtaschen werden handwerklich selbst gefertigt und gefüllt. Der Bestellvorgang beginnt mit der Teigauswahl: Hell mit Weizen- oder dunkel mit Roggenmehl.

ledu6Dann bieten sich für die Zubereitung gebraten oder gedämpft an. Endlich stehen neun verschiedene Füllungen zur Auswahl.

ledu5Das Rinder-, Schweine- und Hühnerfleisch stammt ausschließlich von der Bio-Metzgerei Pichler (Verbände Bioland und Naturland!) in Gräfelfing. Auch die verwendeten Eier sind bio.

ledu4ledu3Wir hatten Hot Chicken und Sauer Schwein. Sehr fein. Schön wäre es, bei der Auswahl – es gibt 6 oder 10 Stück – der Füllungen variieren zu können. Um derzeit alle Spielarten einmal probieren zu können, bedarf es nämlich der Bestellung von 45 (9 x 6) Dumplings…

ledu7Ausgezeichnet eine Entdeckung en passant: Bio-Zitronenlimonade Proviant aus Berlin. Frischer Zitronensaft, Mineralwasser und Rohr­zucker. Keine Aromastoffe, keine Extrakte keine Zitronensäure. Selbstverständlichkeiten mit Ausnahmecharakter.

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Im späteren Tagesverlauf kehrten wir noch im Red Hot ein. Beim guten Bier bebrütete ich die Frage “Pulled Pork” oder

redhot10… “Rippchen”!

redhot8Und noch eine Limo-Entdeckung: Hopster Hopfenlimo.

redhot9Ob es tatsächlich “die weltweit erste alkoholfreie Hopfenlimo” (so aber die Website) ist, stelle ich mal dahin. Man vergesse nämlich dieses Kracherl nicht… Wer war zuerst da? Auf alle Fälle schmeckt sie prächtig!

Wer hätte jetzt gerne Dim Sum?

Wenn ich nicht glücklich und ausgelastet als Rechtsanwalt arbeiten dürfte, würde ich eventuell in Ingolstadt nach und nach meine 21 Küchenpläne verwirklichen. Aber wer weiß – es gibt ja hier gleich mehrere Notwehrsituationen…

Wahllos greife ich mal in die Lückenkiste: Ich wünsche mir eine Garküche mit Dim Sum – in Form der köstlichen, gedämpften Teigtaschen (Dumplings) mit Fleisch-, Fisch- oder Gemüsefüllung. Handwerklich und tagesfrisch hergestellt zum späten Frühstück oder zum leichten Mittagessen. Gutes Mehl z. B. würde ich von der Lehenmühle nehmen, die Füllungen wären Spielwiesen für regionale und saisonale Zutaten. Gerade Bärlauch, bald Spargel, Altmühltaler Lamm, Forellen, Pilze etc. Dazu eine kleine feine Tee- und Weinkarte (deutsche Weißweine und asiatische Küche – ein Traumpaar).

Weit und breit nicht zu finden. Und selbst in München ist es schwierig. Eine Anfrage in mein (recht ordentliches) Netzwerk brachte jetzt einen Treffer. Über bushcooks kitchen (Danke Dorothée) gelangte ich zu Der Mut anderer (beide auf meiner Blogroll). Und hier dann zum Ziel. Wenn bayerische und vietnamesische Küche in der Teigtasche zusammenfinden, darf sich das (wunderbar sinnreich) “Fei Scho” nennen:

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Und u. a. Dumplings mit der Füllung: “Schweinekrustenbraten mit Dunkelbiersauce und Apfelblaukraut” hervorbringen. Muss ich nach der Fastenzeit unbedingt probieren (Moritz, unser Bub, war davon jedenfalls recht angetan). Meine mit Spinat waren sehr appetitlich. Gute Stimmung im Laden – das Personal ist achtsam.

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“Wir vom Fei Scho möchten unseren Gästen asiatische Leckereien in bayrischer Gemütlichkeit präsentieren. Das Prinzip unserer Gaumenfreuden ist die Zubereitung aus regionalen und saisonalen Produkten, die frisch von uns verarbeitet werden. Wir verzichten hierbei auf jegliche Art von Zusatzstoffen und bereiten alle Speisen in Handarbeit zu. Besonders stolz sind wir auf unsere- kleinen Speisen, die das Herz erwärmen – die Dim Sum. Wir wünschen „Chúc ngon mieng“, oder wie der Bayer sagen dat „an Guadn“!”

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Fei Scho. Kolosseumstraße 6, 80469 München. Tel: 089/55062299. Auf Facebook.

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Wer sowas gerne auch in Ingolstadt hätte, sollte das gleich unterhalb im Blog (nicht nur bei facebook – da fehlt es an der Nachhaltigkeit) kommentieren. Bei entsprechender Resonanz macht das vielleicht jemandem Mut?! Läuft 100%ig.

Slow Food Convivium Ingolstadt 2007-2008

Das Slow Food Magazin (Print) erscheint mit der aktuellen Ausgabe (11/12-2012) jetzt im Münchner Oekom Verlag. Nächstes Jahr wird es ein neues Layout geben. Und ich gehe sicher davon aus, dass auch die Website von Slow Food Deutschland (irgendwann) einen Umbau erfahren wird. Das Convivium Ingolstadt hat seit Gründung (11. Mai 2007) dort alle seine Veranstaltungen und Aktivitäten gepostet und wird dies natürlich auch weiter tun. Es ist jetzt aber nicht auszuschließen, dass ältere Beiträge (z. B. einem neuen Layout geschuldet)  “hinten runterfallen”. Das wäre betrüblich.

extra prima good ist also zur Stunde ganz präventiv tätig und entfaltet zur Gefahrenabwehr einen in diesen Tagen allseits beliebten Rettungsschirm. Die Texte und Fotos (allesamt vom padrone) habe ich (historisch korrekt) im Original belassen. Beim Zusammenstellen wurden viele Erinnerungen wach. Sie dürfen mit dem Einschlafen gerne ein bisserl warten…

Und ich habe gesehen, dass die Nudelstube Carrara von Frau Gschwendtner in der Kanalstraße 2 am 22.12.2012 zusperrt. Schade. Aktuell auf der Tageskarte gibt es Wildschweinragout oder Thunfischravioli. Wer also…

Genug des Prologs. Mit Schulterblick heute die Jahre 2007 bis 2008:

23.09.2007 – „Autochthone Nutztierrassen“

Zum Thema “Autochthone Nutztierrassen” besuchten wir am 23.09.2007 in einem Biotop im Umland von Neuburg eine Herde mit Murnau-Werdenfelser Rindern.

Anschließend fanden wir uns zum Mittagessen im Klosterbräu in Bergen ein. Unser Menü:

  • Klare Rindssuppe mit Lebernockerl (beides vom Murnau-Werdenfelser Rind)
  • Geschmortes Murnau-Werdenfelser Weiderind mit Gartengemüse und Kartoffelgratin
  • Bayerische Creme auf Himbeermark

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 12.01.2008 – Bäckerei Erhard

Am 12.01.2008 besuchten wir die familiengeführte Bäckerei Erhard in Ingolstadt. Diese backt ausschließlich mit Natursauerteig und verzichtet auf Fertigmischungen.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 12:00 Uhr in der Laboratoriumstraße 6, 85055 Ingolstadt.

Wir erhielten durch den Eigentümer Wolfgang Erhard eine sehr engagierte und aufschlussreiche Führung durch die “Backstube” und wurden dabei u.a. über verwendete Rohstoffe, Backtechnik und natürlich die hergestellten Waren informiert. Danach bestand die Möglichkeit zur Verkostung einzelner Produkte vor Ort.

Die Kinder hatten die Möglichkeit mit dem Konditormeister Marzipanrosen zu fertigen und selbst Brezen zu “drehen”.

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 04.03.2008 – Nudelstube Carrara

Wir besuchten die Nudelstube Carrara.

Die Nudelstube Carrara (Carrara = italienische Partnerstadt von Ingolstadt) in der Altstadt wird von unserem Mitglied Frau Inge Gschwendtner geführt. Alle Nudeln werden frisch hausgemacht.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war am 04.03.2008 um 19:30 Uhr in der Nudelstube, Kanalstraße 2, 85049 Ingolstadt.

Frau Gschwendtner stellte uns ihr Lokal und ihre Küchenphilosophie vor. Dieses leckere Menü war uns dann eine große Freude:

  • Antipasti mit hausgebackenem Brot
  • kleine Hauptspeisen nacheinander serviert: Mangoldlasagne, Nudeln mit Flusskrebsen und Nudeln mit wahlweise Gorgonzola oder quattro formaggi
  • Tiramisu im Glas
  • dazu nach Wahl ein kleines Glas Rotwein/Weißwein (Haus) und ein Mineralwasser still oder “mit Hupf”

Herzlichen Dank an Frau Gschwendtner für den schönen Abend!

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 08.04.2008 – Weinprobe Weingut Wirsching

08.04.2008 Weinprobe vom Weingut Hans Wirsching, Franken.

Auf Einladung des Hotel Rappensberger in Ingolstadt wurde für uns eine Weinprobe vom fränkischen Weingut Hans Wirsching aus Iphofen veranstaltet. Die Weinprobe wird vom Winzer des Weinguts, Herrn Huth sehr engagiert und informativ gestaltet.

Zu den Proben wurde eine Auswahl an Wurst- , Schinken- und Räucherspezialitäten sowie Berg- und Almkäse gereicht.

Als Überraschung gab es den ersten Schrobenhausener Spargel der Saison 2008! Ein schöner Abend!

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31.05.2008 – Riedenburger Brauhaus

Am 31. Mai 2008 besuchten wir das Riedenburger Brauhaus. Eine gemeinsame Veranstaltung mit unserem Nachbar-Convivium Nürnberg!

Das in der 4. Generation geführte Riedenburger Brauhaus hat eine große Brautradition seit 1866. Früher besonders bekannt für obergärige Weißbierspezialitäten, hat die Qualität der Biere seit jeher oberste Priorität und Tradition.

Der eherne Qualitätsgrundsatz wurde von Michael Krieger zur heutigen ökologischen Unternehmensphilosophie weiterentwickelt. Grundlage dieser Unternehmensphilosophie sind die ökologischen Unternehmensrichtlinien, das integrierte Managementsystem nach ISO 9001 und dem Öko-Audit, sowie die Bioland-Richtlinien. Seit 1994 braut die Brauerei ausschließlich ökologische Bierspezialitäten.

Durch die, seit 1997 bestehende, Kooperation mit der Benediktinerabtei Plankstetten werden im Riedenburger Brauhaus nach der klösterlichen Tradition und regionalem Kreislaufkonzept auch die Plankstettener Biere gebraut. Die Getreide für diese Bierspezialitäten stammen aus dem ökologischen Klostergut der Abtei.

Ablauf der Veranstaltung:

Kurze Einführung durch Braumeister und Eigentümer Michael Krieger, anschließend Führung durch die Betriebsräume der Brauerei.

  • Bierprobe im Biergarten
  • Brotzeit im Biergarten mit Biobauern-Brotzeitteller oder Bio-Käseteller aus der Benediktinerabtei Plankstetten

Eine angenehme Veranstaltung! Wetter war spitze, Herr Krieger hat uns auf angenehm ruhige Art (slow!) gut informiert. Höhepunkt: Die Bierprobe im Kastaniengarten – anschließend stellten wir Tische zu einer großen Tafelrunde zusammen und lebten das Convivium (=Tafelrunde). Danke an die Kriegers!

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07.09.2008 – Infostand des Conviviums auf dem Ökobauernmarkt

Am 07.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Öko-Bauernmarkt (Ökobauern aus der Region stellen sich vor, informieren und verkaufen – mit Musik und Bewirtung) im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell mit einem Infostand vertreten.

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21.09.2008 – Infostand des Conviviums beim Gemüsehoffest Niederfeld

Am 21.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Hoffest des Gemüsehofs Niederfeld mit einem Infostand vertreten.

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03.10.2008 – Kulinarische Reise im Aischgrund

Am 3. Oktober 2008 machten wir uns zu einer kulinarischen Reise durch den Aischgrund auf. Im Mittelpunkt standen Karpfen und Meerrettich (bayerisch = Kren).


Der Aischgrund ist eines der bekanntesten Teichgebiete Deutschlands. Er ist benannt nach dem Flüsschen Aisch und liegt in Mittelfranken, an der Grenze zu Oberfranken, etwa in einem Dreieck, das die Städte Nürnberg, Bamberg und Neustadt a. d. Aisch bilden. Die Landschaft ist seit Jahrhunderten geprägt von einer Vielzahl an Teichen. Die Teichwirtschaft ist kleinstrukturiert und erfolgt meist im bäuerlichen Nebenerwerb. Im Aischgrund gibt es derzeit etwa 4000 Teiche mit einer Fläche von etwa 3500 ha, die etwa von 1200 Teichwirten bewirtschaftet werden. Die Teiche sind im Aischgrund, neben dem Anbau von Meerrettich und dem Anbau von Kräutern, eine wichtige Sonderkultur und daher Erwerbsgrundlage der Landwirtschaft. Die Teichwirtschaft ist ein bedeutender wirtschaftlicher aber auch kultureller Faktor, der nicht nur die reizvolle Landschaft sondern wesentliche Züge der gesamten Region prägt.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 10:00 Uhr die Außenstelle für Karpfenwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Höchstadt a. d. Aisch. Wir starteten mit einer sehr informativen und lebendigen Einführung in die Thematik Karpfenzucht durch Dr. Martin Oberle. Im Anschluss wurden als amuse geule/Mogntratzerl diverse Karpfenprodukte gereicht (ein Knaller: Karpfen geräuchert). Dazu gab es feinen Riesling und schönes Gebläse.

Es folgte ein gezielter Einkehrschwung beim Brauereigasthof Prechtel in Uehlfeld.

Nach einer Brauereibesichtigung widmeten wir uns dem gebührenden Verkosten diverser Karpfenprodukte mit Livemusik.

Noch einmal einige Infos von Dr. Oberle und Karpfen zum anfassen.

Fahrt durch die Teichlandschaft mit kurzen Spaziergängen.

Zum Abschluss besuchten wir den Meerrettichbauernhof Schmidt in Biengarten. Natürlich konnten Hofprodukte direkt verkostet und erstanden werden. Wir erfuhren wie arbeitsintensiv der Krenanbau ist. Im Anschluss gab es hausgemachten Kuchen (u.a. Apfelkuchen mit Vanillepuddingfüllung und Zimt – herrlich!).

Bilanz: Schön wars! Die meisten Teilnehmer werden den Karpfen als Speisefisch in Zukunft wohl nicht mehr unterschätzen… Mit der richtigen Zubereitung (z.B. in Brotteig oder in Senfsoße) hat er auch richtige Fans gefunden!

Lieben Dank an Klaus Kürzinger für die Idee und die Klasse-Organisation!

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02.11.2008 – Stallweihe

Das Murnau-Werdenfelser Rind ist Passagierin der “Arche des Geschmacks”, einem internationalen Projekt von Slow Food.

Der Züchtergemeinschaft Dr. Rupert Ebner und Dr. Franz Eller gelang es (mit viel Enthusiasmus) in den letzten 2 1/2 Jahren eine Herde Murnau-Werdenfelser Rinder aufzubauen. Die Sommerweide liegt im Moor-Renaturierungsgebiet “Langer Weiher” südlich von Neuburg a. d. Donau.

Zur Stallweihe am 02.11.2008 im neu gefundenen Winterquartier im Gut Rohrenfeld (Wittelsbacher Ausgleichsfond) fanden sich nunmehr Freunde und Unterstützer der Familien Ebner und Eller zusammen. Eine wunderbare Veranstaltung – ein hoch respektables Projekt!

Verkostet wurden:

  • Leberstreichwurst vom Murnau-Werdenfelser Rind
  • Sauerbraten vom Murnau-Werdenfelser Rind mit Rahm-Wirsing und Semmelknödel
  • Brunnthaler Mineralwasser und Fassbier der Juliusbrauerei Neuburg

Für das vorzügliche Essen zeichnete sich die Küche des Gasthofs Neuwirt in Neuburg verantwortlich.

Dr. Rupert Ebner – Dr. Franz Eller. Landrat Neuburg-Schrobenhausen Roland Weigert mit Vorgänger Dr. Richard Keßler:

Hochwürden Helmut Bullinger bei der Stallsegnung – Neuburger Jagdhornbläser:

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29.11.2008 – Adventsbeginn im Gasthof Stirzer

Vorabend zum ersten Advent im Gasthof Stirzer. Das Ehepaar Irmgard und Sepp Hierl bewirtschaften den Historischen in Dietfurt. Seit Mitte dieses Jahres sind sie auch Fördermitglieder von Slow Food Deutschland und gehören zu unserem Convivium.

Zeit wurde es also, sich hier zu einem “Willkommensbesuch” einzufinden!

Die Hierls erläuterten uns kurz ihre “Wirts- und Küchenphilosophie”. Beim gemeinsamen Abendessen (quer durch die traumhafte Speisekarte) verbrachten wir gemütliche Stunden am warmen Stubenofen.

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Fortsetzung: Das Jahr 2009.

Neu und Gott sei Dank in Ingolstadt – Artusiana

Pellegrino Artusi. Ich gestehe, ich musste nachschlagen. 1820 in Forlimpopoli (Emilia-Romagna) geboren, hat Artusi 1891 Italiens Kochbuch-Bibel geschrieben: “La scienza in cucina e l´arte di mangiar bene” (Von der Wissenschaft des Kochens und der Kunst des Genießens). Ihm wird mit dieser Sammlung verschiedenster Rezepte der Regionalküchen die Schaffung der italienischen Nationalküche zugesprochen. Zu seinen Ehren verwandeln die Bewohner seines Geburtsorts im Sommer bei der “Festa Artusiana” die Altstadt zu einer einzigen Küche mit unzähligen Tafeln und Verkostungen.

Ich bekomme die Kurve, bleibe aber in der Altstadt. In unserer Altstadt! Am vergangenen Samstag (17.03.) eröffnete hier Katia Garelli in der Schäffbräustraße 3 ihr “Artusiana -Pasta fresca e salsa”. Ich nehme es vorweg: Ein Segen!

Frau Garelli kommt aus Ravenna und lebt mit ihrer Familie seit zehn Jahren in Ingolstadt. Der Weg hierher führte über die Kulturleitung des Bio-Agriturismo Dulcamara bei Bologna und verschiedene Entwicklungsprojekte in Equador, Peru, Kairo und Jerusalem. Über das Agriturismo lernte sie auch Carlo Petrini, den Gründer von Slow Food kennen… An unserer Volkshochschule unterrichtet sie jetzt seit acht Jahren italienisch.

Ihre Herkunft und die Leidenschaft für das Kochen, Genießen und Essen ließen sie immer lauter darüber nachdenken, kulinarisch etwas mit Außenwirkung anzupacken. Und weil sie ihren eigenen stolzen Kopf hat, muss dieser natürlich auch auf eigenen Füßen stehen. “Der Laden hat mich angezogen und umgekehrt”. Bis vor kurzem war in den Räumlichkeiten in der Schäffbräustraße ein Antiquitätenladen. Konkret ist es ein Raum. Die Familie und Freunde renovierten ihn mit Geschmack und einem Blick fürs Detail.

Selbstgemachte Pasta – bereits bewährt zuhause in der Nudelstube Carrara in der Kanalstraße 2 (also gleich um die Ecke) und in der La Pizzeria in der Manggasse 8 – hat eine weitere Bühne. Jeden Morgen wird sie frisch gemacht. In verschiedensten Variationen, einfach oder gefüllt. Auch zum Bestellen für den eigenen Esstisch (roh, ab 300 Gramm). Dazu ausschließlich hausgemachte salse. Antipasti, frische Tigelle (Brotgebäck) und ab nächster Woche einige Dolci. Wichtig ist Frau Garelli eine strikte saisonale Ausrichtung ihrer Produkte und der Verzicht auf Fertigzusätze und Convenience-Schnickschnack. Entweder ehrlich selbst gemacht – oder gar nicht. Wenn etwas für den Tag aus ist, ist es aus – zu Ende gedacht, eine beruhigende Konsequenz.

Die Eier für die Nudeln kommen vom Heindl-Hof aus Gerolfing. Und wenn Frau Garelli etwas von mir wissen wollte, dann die Adressen weiterer regionaler Erzeuger… herrlich!

Sie hat jetzt einfach einmal angefangen und einiges muss sich erst noch finden, sagt sie. Beim Toasten der Tigelle fällt gelegentlich noch der Strom aus… Und ein wenig aufgeregt ist sie natürlich darüber, wie es sich entwickeln wird… Dabei warten bereits weitere Ideen. Neben dem Laden, durch die Einfahrt befindet sich ein kleiner Innenhof…

Das Artusiana und die Menschen die ihm Leben verleihen sind echte Aufheller. Bescheiden-selbstbewusst. Symphatisch-authentisch-geerdet. Was im Übrigen darauf hoffen lässt, dass sich die mühsame Edel-VIP Mischpoke unserer Stadt hier nicht allzu breit machen wird. Mut. Unternehmertum. Handwerk. Gutes (!) Essen. Nicht in Regensburg, Würzburg, München oder Bamberg – in Ingolstadt! Kategorie Altstadtretter durch echte Lebensqualität. Das Leben ist schön.

Artusiana – Pasta fresca e salsa
Schäffbräustraße 3
85049 Ingolstadt
Tel. 0841/97071119
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag, 10 – 18 Uhr

Nachtrag (15.08.12): Jetzt gibt es eine Website. Mit schönen Bildern. Katias Lachen ist durchaus ansteckend. Auch schön.