Slow Wine Degustation 2015 in München

Die deutsche Übersetzung des aktuellen italienischen Weinführers “Slow Wine” (zuletzt 2013) steht wohl in den Sternen. Warum eigentlich? Das italienische Original jedenfalls erscheint weiter im jährlichen Turnus… 2014, 2015.

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Quelle: http://www.slowfood.it/slowine/slow-wine-degustation-2015-ausstellerliste

Letzten Montag zogen gute 60 Slow-Winzer in München ihre Flaschen auf. Ich war gerne wieder dabei:

15sw1Drei sehr feine Entdeckungen will ich hochhalten. Uno – ein Lambrusco: 2013er “Vigneto Cialdini” von Cleto Chiarli:

15sw2Due – eine Cuvée weiß: 2011er “Collio Bianco Col Disôre” von Russiz Superiore:

15sw3Und dann noch der Knaller! Tre – ein Chianti: 2011er Chianti Rùfina Riserva von Frascole:

15sw4Schaut Euch einfach die Hände von Bio-Winzer (Umstellung ab 1998/seit 2007 zertifiziert) Enrico Lippi an. Eigentlich alles gesagt…!

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Weinschmecker macht mit

Langsam ist das neue Schnell… im Ingolstädter Westen streckt eine weitere Schnecke genüsslich ihre Fühler aus:

weinschmecker sf1Mit dem Weinschmecker von Beate und Jürgen Nüssler hat Slow Food Deutschland einen neuen Unterstützer – herzlich willkommen!

weinschmecker sf2Ich wiederhole meinen Tipp: Jeden Samstag (11:00 bis 16:00 Uhr) gibt es hier den Kulinarischen Samstag-Mittag. So z.B. auf dem Programm am 21.02. “Minestrone mit viel frischem Gemüse & Rindfleisch”. Und – sehr fein – am 07.03. “Blunzn-Gröstel – gebratene Blutwurst mit Kartoffelstampf”.

Wien – wieder einmal

In den Tiefen meiner to-publish-Liste schlummerten noch Beweismittel wunderbarer Tage in Wien. Vergangenen Sommer. Wien… Sie erblicken hiermit das Licht. Einmal als Knoten im Schnupftuch für mich (to-do-Liste) und natürlich, weil man doch eigentlich nie genug dienliche Fingerzeige bekommen kann?!

Es gibt viele gute Gründe den Prater zu meiden. Und zwei sehr gute um ihn aufzusuchen. Nummer eins, selbsterklärend:

wien2014 (2)Und Nummer zwei – Karl Kolariks Schweizerhaus (tatsächlich… im Slow Food Guide Österreich gelistet). Mit frisch geriebenem Kren und einem langsam gezapften Budweiser Budvar. Achtung Winterpause (bis einschließlich 14. März):

wien2014 (1)Fenster auf! Ich will mich richtig weit rauslehnen: Eines der besten Frühstücke, die es weltweit zu haben gibt! Wo? Landstraßer Hauptstraße 4, Joseph – Bäckerei Patisserie Bistro. Drei Übernachtungen. Drei Mal fuhren wir mit der U-Bahn durch die halbe Stadt, um den Tag hier zu beginnen.

Einmalig. Oder schon mal so ein Angebot bekommen? Bei den Eiern hat man die Wahl von drei(!) Hühnerrassen:

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wien2014 (8)wien2014 (4)wien2014 (9)Das Grüne ist Rucola-Kresse. Kannte ich zuvor nicht. Sehr feiner, frischer Geschmack. Wer eine Quelle dafür in Ingolstadt hat… Danke!

Das Joseph Bistro hat im November 2013 aufgesperrt. Katharina Seiser hat sich damals schon ihre lobenden Gedanken zu ihm gemacht.

wien2014 (16)wien2014 (3)Auslöser für diesen Wienbesuch war der (überfällige) Besuch der Vievinum. Dem Stelldichein der Winzer Österreichs in der prächtigen Hofburg.

wien2014 (6)Kurz bevor ich jeden Überblick verlor (gänzlich angstfrei), hatte ich mir gemäß der guten Verkostungsnotizen (für hoffentlich bald anstehende Weinreisen) nachfolgende drei Güter (Schnupftuch!) vorgemerkt: Salomon Undhof, Weingut Schwarz und (nachfolgendes Bild /Leopold Uibel) das Weinhof Uibel:

wien2014 (7)Weitere unmittelbare Konsequenz des Hofburgbesuchs – weil dort mit Michael Andert geplant und beschlossen: Vier Monate später besuchte der Winzer Slow Food Ingolstadt zu dieser sehr genussvollen Veranstaltung.

Am Abend trank ich Bier. Zu wunderbarer Wiener Küche im “Pöschl” (Weihburggasse 17). Ebenfalls im Slow Food Guide Österreich gelistet.

wien2014 (15)Gleich um die Ecke liegt übrigens der heimelige Franziskanerplatz. Dort sitzt es sich gut. Und da gibt es diese spektakulären Tramezzini.

Zwischendrin kurzer Ausflug zum “Merkur Hoher Markt”. Der Lebensmittelhändler pflegt eine Kooperation mit Slow Food Wien:

wien2014 (5)Zurück zum Wein. Das Wochenende brachte dazu eine weitere, sehr beachtliche Veranstaltung nach Wien. Die RAW. Eigentlich nur in London beheimatet, schlug sie erstmals hier ihre Zelte auf. Es geht um “Naturwein” (Natural wine, Artisant wine, Naked wine, Orange wine):

wien2014 (13)wien2014 (14)Vielleicht schreibe ich mal was über “Naturwein”. Allein, gerade fehlt mir die Lust dazu. Nicht zuletzt weil hier wahrscheinlich gilt: “Ach, Luise, lass … das ist ein zu weites Feld“. Nachhaltig im Gedächtnis blieb mir aber in jedem Fall ein ausgezeichneter Grüner Veltliner von Matthias Warnung – vierter Knoten:

wien2014 (20)Zuletzt traf ich Meinrad Neunkirchner in München. Zuvor natürlich in seinem Wiener Biotop, dem Freyenstein. Gang um Gang – kein Streichergebnis! Selbstredend im Slow Food Guide Österreich:

wien2014 (24)wien2014 (18)wien2014 (23)Und auch auf dem Weg nach Hause verzichteten wir bei der Wahl der Raststätte – Weingut Nigl – auf jeden Gedanken an Entsagung. Ist schon fein, wenn der Winzer eine eigene Restauration hat:

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Weineinkauf in Ingolstadt (7): Langer Weine

Ich benenne eine weitere Quelle zum Thema “Weineinkauf in Ingolstadt” (Ausgangspunkt). Heute geht es dafür ins Rampenlicht. Bühne frei – Vorhang auf – für Johannes Langer! Ich treffe den Stadionsprecher des amtierenden Deutschen Eishockey-Meisters und künstlerischen Leiter des Altstadttheaters – eben genau hier.

langer2Zwei Mal im Jahr – um Ostern und in der Adventszeit – gibt es die Gelegenheit Teile seines Sortiments zu verkosten. Trinken im Theater. Großes Kino.

Immer mit dabei: Robert Winter. Einer (mein Favorit) der drei Käsehändler auf dem Ingolstädter Wochenmarkt. Wenn wir die nicht hätten!

langer3Seit 2005 betreibt Langer seinen “Garagenhandel”. Er muss nicht davon leben. Im Programm hat er deshalb nur Weine, von denen er “persönlich absolut überzeugt” ist – “ohne Kompromisse”. Gleich drei schöne Entdeckungen durfte ich diesmal machen: Die Grünen Veltliner vom Weingut Söllner (Wagram/Österreich), die Weißburgunder vom Weingut Frey (Baden) und die “Cuvée Marc” der Domaine Les Grands Bois. Danke dafür!

langer11. Welches Sortiment wird angeboten?
Nur Wein. Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.

langer42. Welche drei Flaschen nimmt Johannes Langer auf die berühmte Insel mit?
Ein mineralischer Sauvignon Blanc
Ein kräftiger Roter mit Finesse und Eleganz
Ein Châteauneuf du Pape der Domaine de la Mordorée

3. Wo würdest Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Gegenwärtig an der südlichen Rhône.

langer54. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Korkenzieher, gutes Glas, nicht alleine.

5. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Einer, den ich auch trinken würde.

langer6Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
für mich ein reines Vergnügen.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
Ingolstadt kulinarisch ein schwieriges Pflaster ist.

En passent erfahre ich von der Existenz der “Holledauer Weinbruderschaft” in Pfaffenhofen. Mit dabei: Langer und Winter. Interessant…

Langer Weine – Kontakt: 0160-8402859.

Fortsetzung folgt.

K&U: Da bin ich daheim

Letzter Samstag. Lusttermin in Nürnberg: Hausmesse der K&U Weinhalle. Mein drittes Mal. 2013 hatte ich nicht berichtet; dafür aber 2012. Alles wie immer – und genau deshalb war ich gerne wieder da: Tolle Örtlichkeit (Ofenwerk), knapp 70 handwerklich sauber arbeitende Weingüter – zumeist mit deren Winzern persönlich, nicht enden wollende Entdeckungsfreuden im Glas, feine Produzenten drumherum (z. B. Freibäcker Arnd Erbel), gutes Essen. Unaufgeregtes, erfrischendes Publikum. Poser und Wichtigtuer unter der Nachweisgrenze.

Zunächst Ausarbeitung des weiß-roten Verkostungsfadens. Mit leeren Gläsern. Durchaus zügiges Erreichen der Vorfreude-Schmerzgrenze:

k&u 2014Und Ihr könnt jetzt denken was Ihr wollt. An der spanischen (Navarra) Bodega Azul y Garanza, an deren köstlichen Weißwein “Viura de Azul y Garanza”, an Maria komme ich nicht vorbei:

k&u 2014bLieber Martin Kössler – weitermachen! By the way. Auf der Website der Weinhalle ist noch das Unterstützerlogo für Slow Food aus dem Jahr 2012… 😉