Weineinkauf in Ingolstadt (5): Weinschmecker

Endlich! – ich höre das befreiende Aufatmen: Die fünfte Ausgabe meiner Serie “Weineinkauf in Ingolstadt” ist online. Gleich zu Beginn versprach ich den Lesern die Hervorhebung von “brauchbaren Einkaufsmöglichkeiten”. Die weinerliche Realität im Lande: 26 % seines vergorenen Traubensafts kauft der Germane im Supermarkt, gar 48 % im Discounter (DWI für 2013)… so errechnet sich dann auch für die Flasche (0,75 l) der sagenhafte Durchschnittspreis von 2,13 EUR (DWI für 2013)…

Ich kann es gar nicht oft genug aufschlüsseln: Zieht man die darin enthalten 19% Umsatzsteuer ab, verbleiben 1,79 EUR. Abzüglich der Marge des Handels, der Kosten für Flasche/Karton, Verschluss, Etikett, Verpackung, Werbung, Transport (viele Tropfen kommen von sehr weit her), Lagerung, Verarbeitung, Ernte, Anbau, etc. verbleibt… ja was denn? Das Ganze hat nur ein einziges Mal zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligter wirklich funktioniert. Nachzulesen im Johannesevangelium, dort 2,1 – 12: Die Hochzeit zu Kana.

Im Westpark und drumherum bin ich sehr selten. Mir fehlen die Gründe… Ausnahme: SPORT IN und eine Genussquelle, die sich in der Friedrichshofener Straße 1 bei Beate und Jürgen Nüßler mit ihrem Weinschmecker findet:

weinschmeckerDa hat jemand sein Steckenpferd zum Beruf gemacht. Diese Lust kommt (auch) uns, den Kunden, zugute. In ansprechenden Räumlichkeiten. In einer ehrlich-herzlichen Atmosphäre.

Die Nüßlers sparen nicht an und am Personal! Auf dem Bild oben fehlt ein Teil der Truppe… Was mich besonders beeindruckt: Regelmäßig werden die Mitarbeiter auf Weinreisen mitgenommen (bis nach Sizilien!). Überhaupt ist man stetig unterwegs um den persönlichen Kontakt zum Winzer zu pflegen und um neue Weine zu entdecken. Dazu wird deren Biographie akribisch am Ort ihrer Entstehung recherchiert.

Gerade hat man im Meer des belanglosen Massenweins (Soave-Gebiet) mit dem Weingut Suavia (Jahresproduktion (nur) 100.000 Flaschen und im Slow Wine Führer von Slow Food gelistet) eine feine Entdeckung gemacht. “Le Rive” - herrlich!

weinschmecker5Tipp: Wird zum Entenragout am 04.10.2014 (Kulinarischer “Samstag-Mittag”) gereicht. Womit wir bei den regelmäßigen Veranstaltungen des Hauses wären. Als ich die Fotos machte gab es Zitronenrisotto mit Jakobsmuscheln:

weinschmecker4

En passant. Schon mal die schönen Gastro-Flaschen von Jesuitenquelle gesehen?

weinschmecker3Als ich dieses Frühjahr auf der Slow Wine Präsentation in München war – wen habe ich da getroffen? Die Nüßlers… aus vollkommen unerklärlichen Gründen sind sie (noch) nicht… dieser und jener Link helfen :-)

25 Fragen und zwei Satzergänzungen habe ich mir ausgedacht. Jürgen Nüßler hat sie beantwortet:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zum Weinschmecker?
Durch meine Ausbildung 1983 als Kellner im Hotel Rappensberger habe ich mich schon immer mit Wein, Sekt & Feinkost beschäftigt. Ein Winzer aus Rheinhessen hat mich 1988 angesprochen, ob ich seinen vorhandenen Kundenstamm in Ingolstadt betreuen möchte. So hat alles angefangen. Was damals als Hobby begann, ist seit 4 Jahren mein Hauptberuf. Ich hatte die „Weinschmecker-Idee“ schon viele Jahre im Kopf, nur der richtige Standort und Zeitpunkt fehlte noch. Als uns dann der Standort in der Friedrichshofener Straße angeboten wurde, fiel die Entscheidung für meine Frau Beate und mich relativ leicht, da wir von Anfang an vom Konzept überzeugt waren.

2. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Laden?
Philosophie: In jedem Bereich „sehr persönlich“. Die Familie Nüßler ist so viel wie möglich präsent. Wir versuchen diese Philosophie auch unseren Mitarbeitern zu vermitteln und gehen gemeinsam auf Weinreisen. Idee & Ausrichtung: Lebensgefühl mit Produkten (Wein & Feinkost) zu vermitteln, deren Herkunft & Qualität wir kennen. Wir wissen, wo die Trauben wachsen, wie sie gepflegt und geerntet werden. Wir versuchen unsere Einstellung und die der Winzer, deren Liebe zum Weinbau und ihre Ideen, durch Weinproben, Seminare und Winzerabende, den Kunden näher zu bringen. Wir kennen alle Winzer, Familien, Kellermeister & Produzenten persönlich.

3. Welches Sortiment wird angeboten?
Wein: Die Hälfte des Sortiments besteht aus italienischen Weinen & Prosecco/Franciacorta, die andere Hälfte drittelt sich in Deutschland, Österreich und Spanien. Spirituosen: Fruchtschnäpse & Liköre aus Baden, Whisky aus Schwaben, Grappe aus Italien. Feinkost: Ähnlich wie bei den Weinen. Alles direkt vom Produzenten!

4. Gibt es neben Wein noch anderes?
Unsere Feinkostabteilung ist stark angewachsen. Olivenöle, Bioprodukte, Sugi, Pasta, Antipasti, Dolce, Grissini…, fast alles direkt von Produzenten, die wir schon einmal besucht haben. Weinaccessoires, Grappe, Fruchtbrände und –liköre,… Tolle Sachen, die sich wunderbar für Geschenke kombinieren lassen.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion?
Besondere nicht; ich fühle mich aber im Piemont sehr wohl, da dort über viele Jahre gewachsenen Freundschaften mit Weinliebhabern, Produzenten und Winzern bestehen.

6. Wie steht der Weinschmecker zum deutschen Wein?
Der deutsche Weißwein ist international sehr angesehen. Der bekannte Barolo Winzer Aldo Vajra versucht z.B. seit Jahren Riesling anzubauen. Nur, er bekommt es nie so hin, wie wir Deutschen an der Mosel oder am Rhein. Er beneidet uns deswegen sehr. Wir haben uns für die junge, deutsche Winzergeneration entschieden. Diese geht weg vom typischen Geschmacksbild der früheren deutschen Weine. Jung getrunken, peppig, frisch mit modernem Stil, auch was die Optik des Etiketts betrifft. Wir haben z.B. Christian Stahl aus Franken oder Carolin & Jürgen Hoffmann aus Rheinhessen & Mosel im Programm. Beide haben viele Auszeichnung (Falstaff-Sieger, Jungwinzer des Jahres u.v.m.).

weinschmecker67. Kann man im Weinschmecker Weine probieren?
Viele Weine stehen zur Verkostung bereit. Es wird individuell versucht, auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Wenn jemand aber kommt und will einen Barolo probieren, muss ich schon mal sagen, dass dieser Wein erst atmen muss und Sauerstoff braucht. Wenn dieser Wein sofort nach dem Öffnen verkostet wird, kann er sich niemals voll entwickeln und sein wahres Potenzial zeigen.

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er in den Weinschmecker?
Vernünftige Qualität hat in jedem Bereich unseres Lebens seinen Preis. Bei uns geht’s ab 4,- EUR los. Dazu stehe ich auch! Unser Hauptaugenmerk ist die Preisklasse zwischen 6,-. und 14,- EUR. Da bekommt man richtig gute Qualitäten mit Persönlichkeit und Bezug zum Terroir. Das macht ca. 75 % unseres gesamten Sortiments aus. Immer mehr Verbraucher machen sich ernsthafte Gedanken über die Arbeit der Winzer, deren Bedingungen, Erträge, Qualitäten und andere Komponenten wie saubere Kellerarbeit, Lagerung, Transportkosten, Korken. Wenn man dies alles zusammenzählt, kommt man schnell zu einem Ergebnis was Weingenuss kostet.

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden im Weinschmecker?
95 % Stammkundschaft! Und wer einmal da war, kommt immer wieder gerne, auch wenn es nur mal auf ein Glas Wein oder Cappuccino ist.

10. Jürgen Nüßler nimmt drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?
1 Flasche „Brause“ Sekt von Christian Stahl / Franken, 1 Flasche Sauvignon Blanc „Col Matiss“ von La Tunella / Friaul, 1 Flasche Barolo „Bricco dell Viole“ von Aldo Vajra / Piemont und wenn ich dann noch einen Grappa von Berta aus Mombaruzzo / Piemont bekomme, bin ich glücklich.

11. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Du gerne zusammen eine Flasche leeren?
a) Gaia Gaja, vom Weingut Gaja in Barbaresco (die Ehre hatte ich heuer im Piemont),
b) Günter Jauch, um zu erfahren, ob er wirklich Ahnung von Wein hat oder nur schauspielert und seinen Namen hergibt,
c) Paula Bosch (Sommeliere), weil ich immer dazu lernen will.

12. Burgunder oder Bordeaux?
Keiner von beiden! Ich mag die Franzosen nicht! Zu schlechtes Preis-/Leistung!

weinschmecker213. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?
Die Weinprobe mit Gaia Gaja im Frühjahr 2014 in Barbaresco!

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?
Besser, was sollte er haben: Fülle und Eleganz gleichzeitig. Er muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Man muss sich immer daran erinnern können.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Du?
Für junge Weine, die innerhalb von 5 Jahren getrunken werden sollen, gibt es keine Alternative zum Schraubverschluss. Für Weine die reifen müssen, Naturkork in einer guten Qualität.

16. Dein Verhältnis zur Weinsprache?
Es gibt zu viele Eigenschaftswörter…

17. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?
Mehr im Weinberg. Ein qualitätsbewusster Winzer hegt und pflegt seinen Rohstoff im Weinberg und erarbeitet sich dort die Basis für sein Produkt. Wer gesundes Traubengut erntet, muss weniger im Keller ausgleichen (Histamine, Sulfite…). Im Weinkeller verleiht er dem Wein seine Handschrift.

18. Wo würdest Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Natürlich im Piemont!

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum?
Bordeaux! Viel zu hohe Preise.

20. Welche ist unterschätzt? Warum?
Soave! Da gibt es wirklich tolle Qualitäten.

weinschmecker721. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Gute Laune, richtiges Glas & Umgebung und richtige Temperatur des Weins

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Vernünftige Qualität, man soll es aber nicht übertreiben. Wichtiger ist, während dem Kochen ein gutes Glas Wein zu trinken.

23. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?
Franciacorta!

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?
Eine tanninreiche Traubensorte: z.B. Nebbiolo (Barolo) oder Sangiovese grosso (Brunello). Aber in einer vernünftigen Qualität.

25. Welches Verhältnis hast Du zum Bier? Wie nimmst Du die lebendige Craft-Bier Bewegung war?
Es gibt nix Besseres nach dem Sport, wie ein kühles Nordbräu Pils aus der Flasche. Die Craft-Bier-Welle ist bei mir noch nicht angekommen.

Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
ein besonderes Erlebnis, bei dem man vielen Menschen Freude bereiten kann.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
ich noch nicht die richtige Person gefunden habe, die meine Philosophie von Gastfreundschaft versteht und bereit ist, diese zu „Leben“. Ich suche aber „Mr. oder Mrs. Right“! Dann kann alles sehr schnell gehen. Ein Konzept für „Weinschmecker’s“ ist fertig in meinem Kopf.

Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die sich nicht trauen in ein Weinfachgeschäft zu gehen… Fürchtet Euch nicht – im Weinschmecker darf man bei null anfangen. Das Bild zeigt dessen Eingang. Die haben nicht einmal eine Schwelle! Aber viel schönen Inhalt…

weinschmecker8Fortsetzung folgt.

Prolog Pfingstwochenende

Feierabend. Verdienter. Prolog Pfingstwochenende:

Von den drei Rosé der Tenuta Santa Croce mein Favorit – mit Abstand: Der Dorato. Und der ist richtig gut! Zuletzt 100% Sangiovese. Jetzt Jahrgang 2013: Cabernet Sauvignon – 100%.

dorato1

dorato2Dazu: Sehr schnelles Essen – trotzdem Slow Food. Gutes Brot (Erhard!), gute Butter, Rest Bärlauch-Pesto und Tomaten (Knoblauchland Nürnberg):

dorato3

Vorhersage für die nächsten Tage: 30 Grad. Passt. Alles.

Altmühltaler Lamm

Nach 46 Tagen (Fastenzeit) Verzicht auf Fleisch, war bereits der Einkauf eine Freude. Ostersamstag. Wochenmarkt Ingolstadt. Altmühltaler Lamm von der Schäferei Wörlein. 5 Stelzen:

lamm

Das Rezept kommt aus Wien. Von einer Metzgerei, die ihre eigene Grillkohle hat und ihre Kunden darüber informiert, was das für eine Kohle ist, woher sie kommt und wer sie gemacht hat!

lamm2

Wenig(er) Fleisch essen. Gutes Fleisch essen.

lamm3

lamm4

Am 13.09.2014 besucht Slow Food Ingolstadt übrigens einen Hüteschäfer. Wer Lust hat dabei zu sein: Die aktuellen Termine des Conviviums.

lamm5

lamm6

lamm7

lamm8

Wie geschaffen für geschmortes Lamm – Giordanos Barbaresco Cavenna (Einkaufsquelle).

lamm9

Heute Abend gibt es Resteessen – ein Haxl ist noch da. Freu.

lamm10

Wein zwischen Krampf und Entspannung

Das Deutsche Weininstitut berichtet aktuell zum Jahr 2013: Der Durchschnittspreis des gesamten in Deutschland verkauften Weins lag bei 2,84 EUR pro Liter. Fast jede zweite Flasche Wein wurde im Discounter gekauft. Größter deutscher Weinhändler ist inzwischen Aldi.

Verlierer dieser Entwicklung sind Fachhandel, Winzer und die Natur. Und selbstverständlich der Weintrinker selbst. Ehrgeiziges sich ins Knie schießen ist weiterhin geil. Letzteres ist beachtlich – grassiert doch ringsum der Selbstoptimierungswahn… Ich hatte hier zu den fast identischen Zahlen für 2011 mal eine einfache Rechnung aufgemacht:

Nach Zahlen des Deutschen Weininstituts (DWI) kostete 2011 im Lebensmitteleinzelhandel der Liter Wein ungeachtet der Herkunft im Schnitt 2,63 EUR. Das sind für die klassische 0,75 Liter Flasche 1,97 EUR! Zieht man die darin enthalten 19% Umsatzsteuer ab, verbleiben 1,66 EUR. Abzüglich der Marge des Einzelhandels, der Kosten für Flasche/Karton, Verschluss, Etikett, Verpackung, Werbung, Transport (viele Tropfen kommen von sehr weit her), Lagerung, Verarbeitung, Ernte, Anbau, etc. verbleibt… ja was denn? Das Ganze hat nur ein einziges Mal zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligter wirklich funktioniert. Nachzulesen im Johannesevangelium, dort 2,1 – 12: Die Hochzeit zu Kana.

Es leitet sich jetzt fein über. Termin 2 (Termin 1) im MVG Museum: Die Slow Wine Degustation 2014. Im Mittelpunkt der aktuelle Slow Wine Führer – demnächst gibt es die aktuelle Ausgabe im Buchhandel (in deutscher Übersetzung).

slowwine1

Exemplarisch waren insgesamt 60 Winzer (alle im Buch gelistet) aus sämtlichen Regionen Italiens mit jeweils drei ihrer Weine vor Ort. Eine sehr hochwertige und gleichzeitig erfreulich unaufgeregte Veranstaltung. Weil so gut bestückt fallen Herausstellungen schwer. Was solls. Zwei Tropfen halte ich mal hoch:

Der Majoli, ein 2012er Ruchè di Castagnole Monferrato von dacapo. Die rare rote Rebsorte Ruchè ist eine autochthone Sorte des Monferrato. Das kleine Weingut (7,5 Hektar/50.000 Flaschen/Jahr/biologische Bewirtschaftung) liegt südlich von Asti (Piemont). Ein unbeschwerter, ehrlicher Tischwein mit sowohl floralen als auch würzigen Noten. Bin gerade dabei mir einige Fläschchen zu organisieren.

slowwine2

Paolo Dania und Gerhard Förstl

Der 2012er Nessuno von der Azienda Agraria Omero Moretti in Umbrien. Auch dieses Weingut ist klein und fein (11,0 Hektar/45.000 Flaschen/Jahr/ebenfalls biologische Bewirtschaftung). 75% des autochthonen Grechetto und 25% Malvasia sind in der Flasche. Frische pur – ein Blumenstrauß. Den könnte man vielleicht sogar dieses Jahr vor Ort trinken… Im Weingut gibt es Übernachtungsmöglichkeiten.

slowwine3

Giusy Moretti

Noch mehr Entspannung? Auf nach Stuttgart!

messe 2014

Weineinkauf in Ingolstadt (4): Santa Croce Zugabe

Über Anton Baur und seine umbrischen Weine habe ich bereits hier berichtet. Dieser Tage durfte ich seine jüngste Kreation probieren. Er hat ihr den Namen “Perbacco” gegeben.

perbacco1

Ich spreche von einem sortenreinen 2011er Cabernet Sauvignon. Die Trauben dieses außergewöhnlichen Jahrgangs stammen vollständig von einer südwestlich ausgerichteten Steillage. Das kleine (ca. 15.000 Flaschen/Jahr) Weingut Santa Croce hat sich ganz der ökologischen Bewirtschaftung verschrieben – im Weinberg und im Keller. Der Perbacco ruhte auf dem Weg seiner Weinwerdung nach dem Stahltank noch sechs Monate im Barrique (Zweitbelegung). Weil Baur wie der Weinkritiker Andreas März (Merum), von dem der Ausdruck stammt, keine “Biberweine” (holzverseuchte Tropfen) schätzt, hat ihm das nicht geschadet.

Im Gegenteil. Er schmeckt mir bereits heute ausgesprochen gut. Saftig-volle Fruchtigkeit. Die Tannine schon fast ganz eingefangen (aber noch nicht gebändigt). Das Beste, was ich jemals von diesem Weingut im Glas hatte! Und deshalb wird es nicht leicht sein. Nicht leicht sich zu beherrschen und ein Kistchen im Keller einfach zu “vergessen”. In einigen Jahren ist der Wein dann ein Naturereignis. Das wusste Baur. Deshalb hat er ihn auch Perbacco genannt. Übersetzt heißt das nämlich so viel wie “Donnerwetter” oder “Potzblitz”!

perbacco2

Weiß ich meine Bestellung bereits sicher notiert, schreibe ich diese letzte Nachricht vollkommen entspannt: Vor Weihnachten kommt noch eine Nachschublieferung nach Ingolstadt. Es gibt insgesamt nur ca. 3.300 Flaschen…

Fortsetzung.