Weineinkauf in Ingolstadt (6): Ars Vivendi

Wanderer, kamst du nach Ingolstadt, hattest du um in die Altstadt zu gelangen, die Wahl zwischen vier Haupttoren. Geblieben davon ist nur das Kreuztor. Geschichte sind leider Feldkirchner-, Harder- und Donautor. Wobei – beim Feldkirchner tut sich ja ein bisserl was… Stilgerechten Zugang gewähren noch das Münzbergtor und insbesondere der Taschenturm – beides Nebentore.

ars6Betritt man durch letzteres die Stadt, zeigt sich diese sofort äußerst genussfreudig! Das ist für die Schanz ungewohnt wie erfreulich zugleich… Hier, in der Taschenturmstraße 10, fällt nämlich der Augenschein auf das Ars Vivendi. Damit sind wir bei einer weiteren Publikation meiner Sequenz “Weineinkauf in Ingolstadt” (Ausgangspunkt).

arsGegründet in den frühen 90er Jahren, bestellen seit März 2008 Marianne und Rüdiger Ahnfeldt diese Stätte der Lebensfreude. Sie tun das mit Lust und Hingabe. Sehr erfreulich: Die beiden sind Unterstützer von Slow Food.

Vergangenen März besuchte ich in München die Slow Wine Degustation 2014. Besonders gefallen hat mir dort der Majoli, ein Ruchè di Castagnole Monferrato (DOC) vom kleinen Weingut dacapo (7,5 Hektar/50.000 Flaschen/Jahr/biologische Bewirtschaftung). Mein Bericht hier. Was erblickt man gegenwärtig im Ars Vivendi auf der Anrichte links nach dem Eingang? Seht selbst:

ars4Das tut gut. Zu wissen, am richtigen Platz zu sein! Auch die Ahnfeldts haben sich meinen 25 Fragen und zwei Satzergänzungen gestellt:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zum Ars Vivendi?
Aus Liebe zu Italien (wir haben beide schon in Italien gelebt und uns auch dort kennengelernt) und seinen Weinen. Als wir nach Ingolstadt zurückgekehrt sind, bot sich die Gelegenheit das Arsvivendi, welches uns als Kunden seit vielen Jahren gut bekannt war, zu übernehmen. Außerdem gab es endlich einen Grund eine APE anzuschaffen!

ars12. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Laden?
Wir führen ausschließlich italienische Weine aus einer tiefen Affinität zu Italien und weil es in unserem kleinen Geschäft nicht sinnvoll wäre, Weine aus aller Welt zu verkaufen – dann hätten wir von jedem etwas. So können wir auch Weine anbieten, die es sonst eher selten gibt, aber trotzdem wert sind sie zu entdecken. Unsere Philosophie ist ganz einfach: Wir verkaufen nichts, was wir nicht selber essen und trinken würden. Ein Pesto mit Sonnenblumenöl oder Petersilie wird es bei uns nicht geben (nicht weil das etwas Schlechtes wäre, sondern weil das dort einfach nicht reingehört). Ebenso einen Wein, der mit Holzchips hergestellt wird (in der EU sowieso nicht zugelassen). Zu unserer Philosophie gehört auch, dass wir die meisten unserer Winzer persönlich kennen. Auch ist es uns ein besonderes Anliegen, kleinere engagierte Betriebe zu unterstützen und zu fördern, auch wenn das manchmal etwas mühsam ist.

3. Welches Sortiment wird angeboten?
Wein und Sekt, Olivenöl, Grappa und Feinkost, alles ausschließlich aus Italien.

4. Gibt es neben Wein noch anderes?
s.o.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion?
Nein, wir versuchen Kompetenz für ganz Italien zu erwerben.

6. Wie steht das Ars Vivendi zum deutschen Wein?
Der deutsche Wein ist nirgendwo in der Welt so schlecht angesehen, wie in Deutschland selbst. Auch hier hat eine junge Winzergeneration übernommen, von der schon einiges Interessantes im Glas gelandet ist. Wir erwarten in Zukunft noch viel mehr davon.

7. Kann man im Ars Vivendi Weine probieren?
Ja natürlich, es ist sowieso fast immer etwas offen. Bei Interesse machen wir auch gerne ein paar Flaschen auf.
Auch Grappa und Olivenöl kann man bei uns jederzeit probieren (das ist eigentlich viel wichtiger als beim Wein).

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er in das Ars Vivendi?
Wir haben leider noch keinen Wein in der Preisklasse gefunden, der uns überzeugt hätte. Wir bleiben trotzdem weiter auf der Suche nach günstigen und guten Weinen.

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden im Ars Vivendi?
Überwiegend Stammkunden.

10. Die Ahnfeldts nehmen drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?
-Opere Trevigiane Rosé Brut
-Sauvignon Collio von Vigna del Lauro
-Löwengang Chardonnay von Lageder
-Perda Pinta Sulle Bucce von Giuseppe Sedilesu
-Amativo von Cantele
-MCM Merlot von Lageder
-Brunello di Montalcino von Fanti
-Barolo Bricco Sarmassa von Brezza
-Amarone Riserva von Sergio Zenato
Uups, das sind wohl schon mehr als drei. Aber ohne die gehen wir auf keine einsame Insel (auch wenn wir Übergepäck zahlen müssen).

ars311. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Ihr gerne zusammen eine Flasche leeren?
-Nelson Mandela (leider geht das wohl nicht mehr)
-Russel Crowe (obwohl er offensichtlich Bordeauxweine vorzieht)
-Carlo Petrini (der mag wohl italienische Weine)

12. Burgunder oder Bordeaux?
Für uns kann es eigentlich nur heißen: Piemont oder Toskana! Die Antwort wäre in beiden Fällen: Sowohl als auch.

13. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?
Da gäbe es natürlich viele, hier nur ein Beispiel: Vor vielen Jahren waren wir in Italien in einem Restaurant mit Michelinstern zum Abendessen. Mit dabei waren die Nichte und der Neffe jeweils mit Freund/Freundin, alle noch recht jung und weinunerfahren. Nach der Essenbestellung haben wir uns einen passenden Wein empfehlen lassen. Der Padrone hat also eine Flasche Rotwein geöffnet und eingeschenkt, ohne uns davon in Kenntnis zu setzen, was er denn da kredenzt. Nun gut, die Gefahr in einem guten italienischen Restaurant einen schlechten Wein zu bekommen ist relativ gering – dachten wir. Nach dem ersten Schluck tönte es 6 mal, wie aus einem Mund:“Der ist aber gut!“ Es wurde uns ein Tignanello serviert, der erste Kultwein Italiens. Das hat uns auf eindrückliche Weise gezeigt, dass auch Nichtweinkenner einen besonderen Wein erkennen. Zum Glück war der Kult um den Tignanello noch nicht so ausgeprägt wie jetzt und der finanzielle Verlust hielt sich damals noch in Grenzen.

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?
Tiefe, Eleganz, Vielschichtigkeit. Er sollte auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben, sonst ist er die € 30 nicht wert.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Ihr?
Wir sind alternativen Verschlüssen sehr aufgeschlossen, sie haben viele Vorteile ggü. Kork. Die Erfahrung zeigt uns allerdings, dass viele unserer Kunden das noch anders sehen.

16. Euer Verhältnis zur Weinsprache?
Die Weinsprache ist wichtig im Umgang mit „Profis“. Mit Kunden reden wir lieber Klartext. Außerdem sind wir der Meinung, es sollte sich niemand von Fachbegriffen allzu sehr beeindrucken lassen.

ars817. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?
Ein wirklich guter Wein entsteht immer im Weinberg UND im Keller.

18. Wo würdet Ihr gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Leider bin ich nicht ganz schwindelfrei, sonst würde ich die 5Terre vorziehen (steilste Steillagen). Wenn man dort einen falschen Schritt macht, landet man nach ein paar hundert Metern im Meer. Deshalb würde ich die Maremma (Küstenregion der Toskana) vorziehen. Sehr gute Lagen, die fantastische Weine hervorbringen und trotzdem Meerblick.

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum?
Auf Italien bezogen ist im Moment aus unserer Sicht keine Region überbewertet. Für die anderen Länder mögen wir keine Einschätzung abgeben.

20. Welche ist unterschätzt? Warum?
Wiederrum nur auf Italien bezogen: Apulien (wie eigentlich ganz Süditalien). Es gibt dort ursprüngliche, saubere Weine, die noch stark unterbewertet sind. Auch das Friaul ist noch vielfach unterschätzt.

21. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Für den Weingenuss gibt es bei uns keine Regeln, wichtig ist bewusst zu genießen, nicht nur beim Wein.

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Typische Juristenantwort: Das kommt darauf an. Wenn etwas Gutes herauskommen soll, muss man auch etwas Gutes rein tun, somit ist jeder gute Wein ein guter Kochwein.

ars223. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?
Ganz klar ein Franciacorta, die italienische Version des Champagners. Für uns mindestens genauso gut, allerdings zur Hälfte des Preises. Alternativ ein Winzersekt „Methodo Classico“ (Flaschengärung), z.B. Fulvio Beo von Ca Rugate, lieferbar bis zur Größe Nebucodonosor (15 Liter!!!), falls das Schiff etwas größer sein sollte.

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?
Wir würden nicht empfehlen einen Wein so lange aufzuheben. Die Lagerung eines Weines für so einen langen Zeitraum ist sehr aufwendig und optimale Bedingungen (gleichbleibende Temperatur, Erschütterungsfreiheit, optimale Luftfeuchtigkeit) sind für Ottonormalverbraucher kaum zu schaffen. Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Falls es doch sein muss, versprechen die drei großen „BBB“ (Barolo, Barbaresco, Brunello) die besten Ergebnisse, außerdem können wir noch ein Amarone empfehlen. Auf jeden Fall sollte man mehrere Flaschen davon einlagern, weil auch unter optimalen Bedingungen nicht alle Flaschen überleben werden.

25. Welches Verhältnis habt Ihr zum Bier? Wie nehmt Ihr die lebendige Craft-Bier Bewegung war?
„Bier oder Wein“ ist für uns keine Frage, gerade Craft-Bier ist ein hochspannendes Thema. Arsvivendi verfolgt die Bewegung seit geraumer Zeit aufmerksam (in Italien ist sie schon viel verbreiteter als bei uns).

ars7Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
angenehm, der guten Kundschaft wegen.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
gute Frage! Wieso gibt es kein Feinkostgeschäft, kein Käsegeschäft, kein Fischgeschäft, wenig gute Restaurants in Ingolstadt?

In Sachen Wein-Lokal könnte sich (hochspekulativ aber nicht aussichtslos) aus dieser Ecke in Zukunft (wieder) etwas ergeben… Die Ahnfeldts haben einen Neffen. Florian Beyer. Kenner wissen noch um sein feines – leider vergangenes – Lokal in der Hohe-Schul-Straße 2 a (Café Beyer). Ach wäre das schön!

ars10Fortsetzung folgt.

Keil gegen abnehmende Tage

Am Dienstag ist Herbstanfang. Heute habe ich mich mal kurz gefragt, wann wieder die Zeitumstellung droht (… 26.10.). Wegwisch! Die Wiesnzeit sorgt üblicherweise für stabil schönes Wetter. Und die hat doch erst gestern angefangen. Außerdem bin ich treuer Gefolgsmann eines Goldenen Oktobers… Indian Summer…

Nachfolgende Bilder entstanden dieser Wochen im Freisitz. Ich lege sie mal auf den Blog. Als Statement für ein Unentschieden zwischen Bier und Wein. Als Keil gegen abnehmende Tage…

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Weineinkauf in Ingolstadt (5): Weinschmecker

Endlich! – ich höre das befreiende Aufatmen: Die fünfte Ausgabe meiner Serie “Weineinkauf in Ingolstadt” ist online. Gleich zu Beginn versprach ich den Lesern die Hervorhebung von “brauchbaren Einkaufsmöglichkeiten”. Die weinerliche Realität im Lande: 26 % seines vergorenen Traubensafts kauft der Germane im Supermarkt, gar 48 % im Discounter (DWI für 2013)… so errechnet sich dann auch für die Flasche (0,75 l) der sagenhafte Durchschnittspreis von 2,13 EUR (DWI für 2013)…

Ich kann es gar nicht oft genug aufschlüsseln: Zieht man die darin enthalten 19% Umsatzsteuer ab, verbleiben 1,79 EUR. Abzüglich der Marge des Handels, der Kosten für Flasche/Karton, Verschluss, Etikett, Verpackung, Werbung, Transport (viele Tropfen kommen von sehr weit her), Lagerung, Verarbeitung, Ernte, Anbau, etc. verbleibt… ja was denn? Das Ganze hat nur ein einziges Mal zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligter wirklich funktioniert. Nachzulesen im Johannesevangelium, dort 2,1 – 12: Die Hochzeit zu Kana.

Im Westpark und drumherum bin ich sehr selten. Mir fehlen die Gründe… Ausnahme: SPORT IN und eine Genussquelle, die sich in der Friedrichshofener Straße 1 bei Beate und Jürgen Nüßler mit ihrem Weinschmecker findet:

weinschmeckerDa hat jemand sein Steckenpferd zum Beruf gemacht. Diese Lust kommt (auch) uns, den Kunden, zugute. In ansprechenden Räumlichkeiten. In einer ehrlich-herzlichen Atmosphäre.

Die Nüßlers sparen nicht an und am Personal! Auf dem Bild oben fehlt ein Teil der Truppe… Was mich besonders beeindruckt: Regelmäßig werden die Mitarbeiter auf Weinreisen mitgenommen (bis nach Sizilien!). Überhaupt ist man stetig unterwegs um den persönlichen Kontakt zum Winzer zu pflegen und um neue Weine zu entdecken. Dazu wird deren Biographie akribisch am Ort ihrer Entstehung recherchiert.

Gerade hat man im Meer des belanglosen Massenweins (Soave-Gebiet) mit dem Weingut Suavia (Jahresproduktion (nur) 100.000 Flaschen und im Slow Wine Führer von Slow Food gelistet) eine feine Entdeckung gemacht. “Le Rive” - herrlich!

weinschmecker5Tipp: Wird zum Entenragout am 04.10.2014 (Kulinarischer “Samstag-Mittag”) gereicht. Womit wir bei den regelmäßigen Veranstaltungen des Hauses wären. Als ich die Fotos machte gab es Zitronenrisotto mit Jakobsmuscheln:

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En passant. Schon mal die schönen Gastro-Flaschen von Jesuitenquelle gesehen?

weinschmecker3Als ich dieses Frühjahr auf der Slow Wine Präsentation in München war – wen habe ich da getroffen? Die Nüßlers… aus vollkommen unerklärlichen Gründen sind sie (noch) nicht… dieser und jener Link helfen :-)

25 Fragen und zwei Satzergänzungen habe ich mir ausgedacht. Jürgen Nüßler hat sie beantwortet:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zum Weinschmecker?
Durch meine Ausbildung 1983 als Kellner im Hotel Rappensberger habe ich mich schon immer mit Wein, Sekt & Feinkost beschäftigt. Ein Winzer aus Rheinhessen hat mich 1988 angesprochen, ob ich seinen vorhandenen Kundenstamm in Ingolstadt betreuen möchte. So hat alles angefangen. Was damals als Hobby begann, ist seit 4 Jahren mein Hauptberuf. Ich hatte die „Weinschmecker-Idee“ schon viele Jahre im Kopf, nur der richtige Standort und Zeitpunkt fehlte noch. Als uns dann der Standort in der Friedrichshofener Straße angeboten wurde, fiel die Entscheidung für meine Frau Beate und mich relativ leicht, da wir von Anfang an vom Konzept überzeugt waren.

2. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Laden?
Philosophie: In jedem Bereich „sehr persönlich“. Die Familie Nüßler ist so viel wie möglich präsent. Wir versuchen diese Philosophie auch unseren Mitarbeitern zu vermitteln und gehen gemeinsam auf Weinreisen. Idee & Ausrichtung: Lebensgefühl mit Produkten (Wein & Feinkost) zu vermitteln, deren Herkunft & Qualität wir kennen. Wir wissen, wo die Trauben wachsen, wie sie gepflegt und geerntet werden. Wir versuchen unsere Einstellung und die der Winzer, deren Liebe zum Weinbau und ihre Ideen, durch Weinproben, Seminare und Winzerabende, den Kunden näher zu bringen. Wir kennen alle Winzer, Familien, Kellermeister & Produzenten persönlich.

3. Welches Sortiment wird angeboten?
Wein: Die Hälfte des Sortiments besteht aus italienischen Weinen & Prosecco/Franciacorta, die andere Hälfte drittelt sich in Deutschland, Österreich und Spanien. Spirituosen: Fruchtschnäpse & Liköre aus Baden, Whisky aus Schwaben, Grappe aus Italien. Feinkost: Ähnlich wie bei den Weinen. Alles direkt vom Produzenten!

4. Gibt es neben Wein noch anderes?
Unsere Feinkostabteilung ist stark angewachsen. Olivenöle, Bioprodukte, Sugi, Pasta, Antipasti, Dolce, Grissini…, fast alles direkt von Produzenten, die wir schon einmal besucht haben. Weinaccessoires, Grappe, Fruchtbrände und –liköre,… Tolle Sachen, die sich wunderbar für Geschenke kombinieren lassen.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion?
Besondere nicht; ich fühle mich aber im Piemont sehr wohl, da dort über viele Jahre gewachsenen Freundschaften mit Weinliebhabern, Produzenten und Winzern bestehen.

6. Wie steht der Weinschmecker zum deutschen Wein?
Der deutsche Weißwein ist international sehr angesehen. Der bekannte Barolo Winzer Aldo Vajra versucht z.B. seit Jahren Riesling anzubauen. Nur, er bekommt es nie so hin, wie wir Deutschen an der Mosel oder am Rhein. Er beneidet uns deswegen sehr. Wir haben uns für die junge, deutsche Winzergeneration entschieden. Diese geht weg vom typischen Geschmacksbild der früheren deutschen Weine. Jung getrunken, peppig, frisch mit modernem Stil, auch was die Optik des Etiketts betrifft. Wir haben z.B. Christian Stahl aus Franken oder Carolin & Jürgen Hoffmann aus Rheinhessen & Mosel im Programm. Beide haben viele Auszeichnung (Falstaff-Sieger, Jungwinzer des Jahres u.v.m.).

weinschmecker67. Kann man im Weinschmecker Weine probieren?
Viele Weine stehen zur Verkostung bereit. Es wird individuell versucht, auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Wenn jemand aber kommt und will einen Barolo probieren, muss ich schon mal sagen, dass dieser Wein erst atmen muss und Sauerstoff braucht. Wenn dieser Wein sofort nach dem Öffnen verkostet wird, kann er sich niemals voll entwickeln und sein wahres Potenzial zeigen.

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er in den Weinschmecker?
Vernünftige Qualität hat in jedem Bereich unseres Lebens seinen Preis. Bei uns geht’s ab 4,- EUR los. Dazu stehe ich auch! Unser Hauptaugenmerk ist die Preisklasse zwischen 6,-. und 14,- EUR. Da bekommt man richtig gute Qualitäten mit Persönlichkeit und Bezug zum Terroir. Das macht ca. 75 % unseres gesamten Sortiments aus. Immer mehr Verbraucher machen sich ernsthafte Gedanken über die Arbeit der Winzer, deren Bedingungen, Erträge, Qualitäten und andere Komponenten wie saubere Kellerarbeit, Lagerung, Transportkosten, Korken. Wenn man dies alles zusammenzählt, kommt man schnell zu einem Ergebnis was Weingenuss kostet.

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden im Weinschmecker?
95 % Stammkundschaft! Und wer einmal da war, kommt immer wieder gerne, auch wenn es nur mal auf ein Glas Wein oder Cappuccino ist.

10. Jürgen Nüßler nimmt drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?
1 Flasche „Brause“ Sekt von Christian Stahl / Franken, 1 Flasche Sauvignon Blanc „Col Matiss“ von La Tunella / Friaul, 1 Flasche Barolo „Bricco dell Viole“ von Aldo Vajra / Piemont und wenn ich dann noch einen Grappa von Berta aus Mombaruzzo / Piemont bekomme, bin ich glücklich.

11. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Du gerne zusammen eine Flasche leeren?
a) Gaia Gaja, vom Weingut Gaja in Barbaresco (die Ehre hatte ich heuer im Piemont),
b) Günter Jauch, um zu erfahren, ob er wirklich Ahnung von Wein hat oder nur schauspielert und seinen Namen hergibt,
c) Paula Bosch (Sommeliere), weil ich immer dazu lernen will.

12. Burgunder oder Bordeaux?
Keiner von beiden! Ich mag die Franzosen nicht! Zu schlechtes Preis-/Leistung!

weinschmecker213. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?
Die Weinprobe mit Gaia Gaja im Frühjahr 2014 in Barbaresco!

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?
Besser, was sollte er haben: Fülle und Eleganz gleichzeitig. Er muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Man muss sich immer daran erinnern können.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Du?
Für junge Weine, die innerhalb von 5 Jahren getrunken werden sollen, gibt es keine Alternative zum Schraubverschluss. Für Weine die reifen müssen, Naturkork in einer guten Qualität.

16. Dein Verhältnis zur Weinsprache?
Es gibt zu viele Eigenschaftswörter…

17. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?
Mehr im Weinberg. Ein qualitätsbewusster Winzer hegt und pflegt seinen Rohstoff im Weinberg und erarbeitet sich dort die Basis für sein Produkt. Wer gesundes Traubengut erntet, muss weniger im Keller ausgleichen (Histamine, Sulfite…). Im Weinkeller verleiht er dem Wein seine Handschrift.

18. Wo würdest Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Natürlich im Piemont!

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum?
Bordeaux! Viel zu hohe Preise.

20. Welche ist unterschätzt? Warum?
Soave! Da gibt es wirklich tolle Qualitäten.

weinschmecker721. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Gute Laune, richtiges Glas & Umgebung und richtige Temperatur des Weins

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Vernünftige Qualität, man soll es aber nicht übertreiben. Wichtiger ist, während dem Kochen ein gutes Glas Wein zu trinken.

23. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?
Franciacorta!

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?
Eine tanninreiche Traubensorte: z.B. Nebbiolo (Barolo) oder Sangiovese grosso (Brunello). Aber in einer vernünftigen Qualität.

25. Welches Verhältnis hast Du zum Bier? Wie nimmst Du die lebendige Craft-Bier Bewegung war?
Es gibt nix Besseres nach dem Sport, wie ein kühles Nordbräu Pils aus der Flasche. Die Craft-Bier-Welle ist bei mir noch nicht angekommen.

Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
ein besonderes Erlebnis, bei dem man vielen Menschen Freude bereiten kann.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
ich noch nicht die richtige Person gefunden habe, die meine Philosophie von Gastfreundschaft versteht und bereit ist, diese zu „Leben“. Ich suche aber „Mr. oder Mrs. Right“! Dann kann alles sehr schnell gehen. Ein Konzept für „Weinschmecker’s“ ist fertig in meinem Kopf.

Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die sich nicht trauen in ein Weinfachgeschäft zu gehen… Fürchtet Euch nicht – im Weinschmecker darf man bei null anfangen. Das Bild zeigt dessen Eingang. Die haben nicht einmal eine Schwelle! Aber viel schönen Inhalt…

weinschmecker8Fortsetzung.

Prolog Pfingstwochenende

Feierabend. Verdienter. Prolog Pfingstwochenende:

Von den drei Rosé der Tenuta Santa Croce mein Favorit – mit Abstand: Der Dorato. Und der ist richtig gut! Zuletzt 100% Sangiovese. Jetzt Jahrgang 2013: Cabernet Sauvignon – 100%.

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dorato2Dazu: Sehr schnelles Essen – trotzdem Slow Food. Gutes Brot (Erhard!), gute Butter, Rest Bärlauch-Pesto und Tomaten (Knoblauchland Nürnberg):

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Vorhersage für die nächsten Tage: 30 Grad. Passt. Alles.

Altmühltaler Lamm

Nach 46 Tagen (Fastenzeit) Verzicht auf Fleisch, war bereits der Einkauf eine Freude. Ostersamstag. Wochenmarkt Ingolstadt. Altmühltaler Lamm von der Schäferei Wörlein. 5 Stelzen:

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Das Rezept kommt aus Wien. Von einer Metzgerei, die ihre eigene Grillkohle hat und ihre Kunden darüber informiert, was das für eine Kohle ist, woher sie kommt und wer sie gemacht hat!

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Wenig(er) Fleisch essen. Gutes Fleisch essen.

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Am 13.09.2014 besucht Slow Food Ingolstadt übrigens einen Hüteschäfer. Wer Lust hat dabei zu sein: Die aktuellen Termine des Conviviums.

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Wie geschaffen für geschmortes Lamm – Giordanos Barbaresco Cavenna (Einkaufsquelle).

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Heute Abend gibt es Resteessen – ein Haxl ist noch da. Freu.

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