K&U Hausmesse: Rückblick 2016 und justament!

Ein Weinjahr hat – in der Rückschau – idealerweise viele Höhepunkte. Bei einigen kann man sogar in Vorfreude schwelgen, da sie fest terminiert sind und folglich sicher angesteuert werden können. Dazu gehört für mich stets die K&U-Hausmesse in Nürnberg. Wobei – das mit den fixen Terminen hat auch seine Ausnahmen. Fand die Veranstaltung bisher regelmäßig im November statt, wurde sie dieses Jahr erstmals ins Frühjahr gelegt. Und fiel aus diesem Grund Ende 2017 aus. Ungeachtet dessen traf ich mich letzten Mai trotzdem mit Martin Kössler. Er versorgte mich nämlich mit wertvollen Tipps zu einer bevorstehenden Provence-Reise der Familie. Er kennt dort jede Reblaus persönlich. Der liebe Gott allein weiß, wann ich dazu kommen werde diese wunderbare Exkursion zu verbloggen – im Wartezimmer stapeln sich die Kandidaten bis zur Decke…

Auf einer Weinmesse kann man sich treiben lassen, oder einem Plan folgen. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. So habe ich mich heute schon fleißig mit der Liste der teilnehmenden Winzer und der von ihnen zu probierenden Tropfen beschäftigt. Als Einstimmung ließ ich mir daneben Fotos und Notizen vom letzten Zusammentreffen am 19.11.2016 gefallen – ich hatte sie tatsächlich noch nicht im Blog (das Wartezimmer ist wirklich zum Bersten gefüllt):

Florian Gojer/Franz Gojer, Glögglhof/Südtirol/Vernatsch, Alte Reben:

Simone Adams/Adams Wein/Rheinhessen/Spätburgunder (und, und, und!):

Ulrich Luckert/Zehnthof Luckert/Franken/Spätburgunder und Blauer Silvaner:

Matthias Neumeister/Weingut Neumeister/Steiermark/Gelber Muskateller und Gemischter Satz:

Beim Abendessen fielen wir leider ziemlich auf die Nase. Im Nürnberger „Steichele“. Karpfenzeit! Der Aischgrund vor der Türe! Was macht man um Himmels Willen hier nur aus einer der mittelfränkischen Leibspeisen? Ein Bild spricht tatsächlich mehr als 1.000 Worte:

Morgen gilt es wieder: „Es soll keiner so wenig Wein trinken, dass er seiner Gesundheit schadet“ – Marc Aurel:

Frühlingsboten von Karfreitag bis Ostermontag

Österliche Schnipsel: Karfreitag. Spaziergang rund um das Felsentor in Unteremmendorf:

Leberblümchen

Karfreitag und Unteremmendorf – schon kombiniert? Man wird in der Region keinen bessern Platz zum Fischessen finden, als den Landgasthof Wagner (ist im Slow Food Genussführer!). Keine Überraschung also im vollbesetzten Haus den ein oder anderen Fischschmecker anzutreffen (Grüße an Paul S. und Fritz S.). Auf der Karte ein schönes Programm: Geräucherter Lachs, Fischsuppe, gebackener Kabeljau, Zander, Waller, Forelle, Saibling und natürlich Karpfen. Meine Wahl nach der Fischsuppe: ein 1/2 Karpfen im Bierteig gebacken – köstlich (auch der Kartoffelsalat!).

Karsamstag. Einkaufen: Bäcker, Wochenmarkt Ingolstadt, Osterschinken vom Joseph Huber, Wochenmarkt Eichstätt – Osterschinken vom Wolfgang Speth.

Schneeglöckchen

Und natürlich Eier. Besuch an einer unserer Quellen dafür:

Schließlich ging es noch in den Gerolfinger Eichenwald:

Blaues Schneeglöckchen

Hohe Schlüsselblume

Geflecktes Lungenkraut

Huflattich

Ziel war natürlich dieses wunderbare Gewächs – Bärlauch First Flush 2018:

Welcher Wein passt zum Bärlauch? Nach vielen Versuchen steht für mich fest – die weiße Rebsorte Viognier (sehr säurearm) ist eine gute Partnerin:

Ostersonntag. Franziskanerkirche. Auch dieses Jahr habe ich die Osternacht mit der Segnung des Osterfeuers (5:00 Uhr!) nicht geschafft. Aber 2019 gilt es…

Zum sechsten Mal in Folge – und damit zwischenzeitlich undenkbar ohne – die gefüllten Eier:

Ostermontag. Gasttafeln bei Moni – Danke!!! Im zweiten Gang Osterlamm (nach Yotam Ottolenghi). Dazu ein Barolo (Silvio Grasso) – Brüderlichkeit:

Slow Wine 2017

Tagestipp: Heute (19.02.2018) von 14:00 bis 20:00 Uhr Slow Wine-Verkostung im Eataly in München:

Quelle: www.facebook.com/vintageprdotcom

Blick zurück. Was vom Termin am 20.02.2017 im Gedächtnis und im Glas blieb:

Quelle: www.facebook.com/vintageprdotcom

Die Azienda Vitivinicola Lusenti in der Emilia-Romagna:

Lodovica Lusenti

Und das Weingut Valdonica in der Toskana:

Martin Kerres

Später. Ein Stockwerk tiefer. La Pizza!

Rosaroter Abend

Die Weingruppe von Slow Food Ingolstadt hat sich versammelt. Es ist Anfang Juni. Umgeben von frisch aufblühendem Lavendel harren wir gespannt der Dinge die da kommen. Und das sind sechs verschiedene, gut gekühlte Flaschen Roséwein. Passt! Ausgewählt und von außen unkenntlich gemacht, wurden sie von Slow Food Frankfurt schon vor einigen Wochen verschickt. Eine schöne Idee – begründet 2012 – hat endlich ihre Fortsetzung gefunden: Alle Slow Food Convivien Deutschlands sind eingeladen gleichzeitig sechs verschiedene Weine – diesmal eben Rosés – blind zu verkosten und zu bewerten.

18 Gruppen hatten sich angemeldet. Und wie schon vor fünf Jahren – damals gab es zwei Mal Riesling (siehe Verkostung1 und Verkostung2) – war Slow Food Ingolstadt sehr gerne mit von der Partie.

Bereits hier ein herzliches Dankeschön an Heike und Daniel Engstler für die perfekte Vorbereitung des Tests und die schon legendäre Gastfreundschaft!

Ich gebe es gleich zu – zwei, drei Bilder hätten sicher auch gereicht. Andererseits sollte man richtigem Flow den nötigen Raum geben. Und – die ideale Zeit für Rosé ist kurz genug…

Ab 21 Uhr konnten die Erkenntnisse der Runde in die Auswertungsseite im Netz eingegeben werden:

Gegen 22 Uhr stand dann das Ergebnis fest. Die ersten drei Weine der landesweiten Gesamtwertung: Blau, gelb und rot. Der Zieleinlauf unseres Conviviums: Rot, weiß und blau:

Mit gelüftetem Schleier wissen wir, es waren drei Deutsche (blau, gelb und weiß) und drei Italiener (rot, schwarz und grün):

blau – Deep Blue, Pinot Noir, Dr. Martin Tesch, Langenlonsheim/Nahe, 13% Alkohol – Preis: 11,01 EUR

gelb – Spätburgunder Rosé, Joachim Flick, Flörsheim-Wicker/Rheingau, 11,5% Alkohol – Preis: 7,49 EUR

rot – Chiaretto Miti, DOC Garda Classico, Tenuta Roveglia, Pozzolengo/Lombardei/Italien, 12,5% Alkohol – Preis: 8,98 EUR

schwarz – Pipoli, IGP Basilicata, Vígneti del Vulture, Acerenza (PZ)/Basilicata/Italien, 12% Alkohol – Preis: 6,50 EUR

weiss – Rosé feinherb, biowein demeter, Weingut Feth, Flörsheim-Dahlsheim/Rheinhessen 12% Alkohol – Preis: 6,28 EUR

grün – Sagaris, IGT Basilicata, cantine Madonna delle Grazie, Ventosa (PZ)/Basilicata/Italien, 13,5% Alkohol – Preis: 7,90 EUR.

Fürs Protokoll: Ich gab rot, schwarz und weiß jeweils 2 Punkte.

An die Freunde nach Frankfurt: Danke und bitte weitere Proben! Sie sind sehr kurzweilig. Braucht ihr eine Anregung? Spätburgunder!

Wein ganz sicher nicht allein

Kurze Einschiebsel aus der vitalen Weingruppe von Slow Food Ingolstadt. Gleich von drei Zusammenkünften – uns scheint wahrlich die Sonne! Vorab – ganz vorne – ein herzliches Dankeschön an Daniel Engstler (und Heike). Für die Ideen, für die Organisation und für die eindrucksvolle Gastfreundschaft – Danke!

Ende Oktober 2016 besuchten wir aufs Neue, diesmal zum Thema „Süditalien“, Marianne und Rüdiger Ahnfeldt in ihrem Ars Vivendi. Gemerkt habe ich mir diese beiden saftigen Weißen: Canteles Verdeca 2015 (Apulien) und Argiolas Nuragus di Cagliari S’elegas 2014 (Sardinien). Die Fotos hat Lars Peschke gemacht:

Im November widmeten wir uns dann vornehmlich (neben zwei Barberas und einem Gelben Muskateller) der Nebbiolotraube. Konkret in ihrer Rolle als Barolo (sieben Flaschen von fünf Winzern). Mein Rennen machten natürlich die Geschöpfe von Giorgio Viberti (Cascina Ballarin). Zeitweise stahl dem König der Weine ein abartig gutes Rinderragout die Show, bis man sich darauf verständigte – Wein ist zuallererst ein Essensbegleiter! – dass man gemeinsam unschlagbar ist…

Zum Ende des Jahres im Dezember, ganz antizyklisch, haben wir uns noch die frühreifende (Primo!) Rebsorte Primitivo hingelegt. Dafür zogen wir drei Weine aus Apulien (ihrem Hauptanbaugebiet in Italien), drei aus den USA (hier heißt die Rebsorte Zinfandel) und zwei aus Kroatien (hier Crljenak kaštelanski oder Tribidrag genannt, von dort stammt die Traube) auf. Meine Favoriten: Die beiden Kroaten!

Daniel Engstler hat bereits das Programm für 2017 gestrickt. Schöne Sachen dabei! Besonders freue ich mich auf eine Neuauflage der von Slow Food Frankfurt organisierten, deutschlandweit gleichzeitig stattfindenden Blindverkostung verschiedener Weine (Thema diesmal: Rosé). 15 Convivien haben sich dafür gemeldet. Siehe hier und da die Berichte zu den bisherigen zwei Aktionen. Das war 2012. Tempus fugit…