In der Ruhe liegt viel Kraft

Filmtipp eines Freundes – Danke Bernd! Er weiß um mein Interesse für die langsamere Taktung… Zusammen genossen wir einmal „Die große Stille“ in einer Aufführung im Dom zu Eichstätt – Trailer (und Gedanken zur Taktung) hier.

Der Bauer bleibst Du.“ Gestern geschaut. Ein wunderbarer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von Benedikt Kuby. Das ist der mit der Filmreihe (BR) über alte Handwerksberufe. Nicht unwesentlich und sehr angenehm – Off-Text Sprecher ist Tobias Moretti (manchmal schlichen sich bei mir unweigerlich Szeneschnipsel aus „Das finstere Tal“ ein):

Quelle: www.facebook.com/DerBauerBleibstDu

Zum Inhalt:

„Heinrich Wanner ist 81 Jahre alt und betreibt in einem hoch über dem Inn gelegenen Weiler, dessen wenige Höfe allesamt unter Denkmalschutz stehen, seine Landwirtschaft – vierzig Hektar, den Wald mit eingerechnet. Das stattliche Gebäude, das er alleine bewohnt, ist ein über 600 Jahre alter Erbhof – einer der ältesten Tirols. “Mein Problem ist, dass meine Sippschaft schon seit zehn Generationen hier auf diesem Hof lebt, ich aber keine Nachkommen habe. Da frage ich mich: Wie wird sich die Zukunft weiter gestalten, wie werde ich leben, wenn ich mal alt bin? Mit dieser Frage des Bauern beginnt der Film. Dass er es ist, der die zehn Generationen lange Erbfolge abreißen lässt, treibt ihn um. Er hält Ausschau nach einem Nachfolger – und er wird fündig. An einen Zwanzigjährigen, an Johannes Gastl wird der Bauer seinen Hof übergeben. Die über das Jahr anfallenden Arbeiten, die Weitergabe alter Bauern- und Handwerkstechniken und das sich dabei entwickelnde Zusammenwirken von alter und junger Generation, sind wesentliche Bestandteile des Films. Dabei macht der Film deutlich, dass es möglich ist, sich nicht dem Diktat des zunehmend schnelleren Stundenschlags unterwerfen zu müssen. Über drei Jahre hat die Kamera Heinrich Wanner und Johannes Gastl und dessen Familie begleitet. Dabei ist nicht nur ein einmaliges und berührendes Bilddokument entstanden, welches das Leben eines Menschentyps, einer Zeit und einer Kultur dokumentiert, die für viele bereits Vergangenheit ist, sondern auch ein Film über Gelassenheit, Achtung und Freundschaft und eine andere Zeit – einer langsameren Zeit.“ (Quelle: https://www.facebook.com/DerBauerBleibstDu/)

Bei Gelegenheit ansehen! Die Chance besteht aktuell noch zwei Tage (bis 11.08.17) über die Mediathek des BR.

Nach dem Film erinnerte ich mich sogleich an ein schönes Mitbringsel vom letzten Besuch bei der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und holte es als verlängerten Nachspann aus dem Bücheregal: „Bäuerliche Lebensformen sterben mit den alten Leuten“ von Fotograf Roland Bauer. Die Geschichte spielt hier nicht in Tirol, sondern im Hohenloher Land. Aber im absolut gleichen Takt:

Fotos: Roland Bauer

Foto: Roland Bauer

Nicht „gute, alte Zeit“. Gott bewahre! Es gab (viele) Abgründe. Sehr bewegend war für mich die Szene im Film, als es um (fehlende) Nähe – bereits in den Arm nehmen – und um Gefühle ging… Dafür gab es insgesamt weniger Bullshit. Dieser entsteht sehr häufig geschwindigkeitsbedingt 😉

Fingerzeig (41) – Golden Facelift

Nach knapp sieben Jahren gönnte sich das Golden ein zartes Facelift. Seit einer guten Woche ist der Ingolstädter Oberburgermeister wieder im Amt. Frisch und aufgeräumt. Es gibt ein paar neue Blickfänge. Die wirklich wichtigen Dinge sind geblieben. Gott sei Dank!

(40) – Fingerzeig – (42).

Langsam isst auch Ingolstadt besser

Der 10. Geburtstag von Slow Food Ingolstadt wurde pünktlich am 11. Mai 2017 begangen – siehe hier. Allerdings mit angezogener Handbremse. Diese wurde nun vergangene Woche im Ingolstädter Schutterhof bei einer standesgemäßen Festivät zum Jubiläum gelöst. Dabei feierten wir auch gleich noch 25 Jahre Slow Food Deutschland!

Ich möchte mich namentlich kurz bedanken: Bei Andrea und Harald Mödl für deren Gastfreundschaft im Schutterhof. Die beiden sind jetzt Slow Food Mitglied 🙂 Bei Petra, Helga, Daniela, Ralf und Gunter sowie der frisch gekrönten Bayerischen Kartoffelkönigin Jacqueline I. für den hausgemachten Kartoffelsalat. Die Erdäpfel lieferte der Gemüsehof Wöhrl. Bei Barbara und Michael Weichselbaumer – ebenfalls herzlich willkommen bei Slow Food 🙂 – sowie Claudia und Joseph Huber für das gegrillte (köstliche!) Schwein. Dank ihres gemeinsamen Projekts „Naturschwein“ hatte es ein anständiges Leben vor dem Tod. Bei Klaus Kürzinger und der Big Band der Städtischen Simon-Mayr-Sing- und Musikschule für den Ohrenschmaus. Bei der Buchhandlung Stiebert für die Möglichkeit, den Genussführer gleich vor Ort zu erstehen. Bei Markus Jordan für die Illumination und bei Gerhard Tremel (Slow Food Nürnberg) für seine lieben Grußworte – er begleitete 2007 die Gründung von Slow Food Ingolstadt.

Petrus ließ sehr gnädig nur kurz einige Tropfen fallen. Wirklich wahr – als die Band „Summertime“ anstimmte, kam die Sonne wieder raus…

Ingolstadt liebt Autos (siehe nächstes Bild). Dagegen ist absolut nichts einzuwenden. Freilich ist zu hoffen, dass es beim Vorsprung durch – neue 😉 – Technik bleibt… In jedem Fall kommt Ingolstadt langsam auf den Geschmack. Slow Food Ingolstadt bleibt dran!

Seit dem 14. Juli ist in allen Filialen der Metzgerei Joseph Huber das Naturschwein erhältlich:

Ein letztes Dankeschön an Bettina Krugsperger und Holger Merten. Von ihnen stammen die geistreichen Entwürfe für die T-Shirts. Produziert wurden sie von 3FREUNDE (mit zertifizierter Fairtrade-Biobaumwolle):

Bilder mit der Signatur „LP“ (links unten im Bild) stammen von Lars Peschke.

Abendmarkt Ingolstadt – zweiter Besuch

Donnerstag. Mittagszeit. Wo war ich? Natürlich im Golden. Wenn die nicht gerade umbauen würden… Ab dem 22. Juli haben sie aber wieder offen. Donnerstag? Genau! Da gibt es ja jetzt den Abendmarkt – hier. Und dort war ich heute eh, weil es galt ein Foto zu machen – als Einstimmung für die Festivität zum 10-jährigen von Slow Food Ingolstadt am 14. Juli ab 18:00 Uhr im Schutterhof – Gäste sind herzlich willkommen!

Foto: Cornelia Hammer. Quelle: www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/Ingolstadt-DKmobil-Im-Positiven-die-Welt-veraendern;art599,3461067

Auf Burger konditioniert probierte ich sogleich die „Zupfte Sau“ (Pulled Pork) derer von Harpfenburg (Philip und Maximilian Schneider). Sie sind erfreulicherweise zukünftig beim Abendmarkt dabei. Ich probierte sie auch deshalb, weil mir die beiden nunmehr schon sehr häufig positiv mit ihren Produkten (und ihrem Bekenntnis zu Regionalität und Saisonalität) aufgefallen sind.

Dieses Bild hing heute etwas schief. Die Laugensemmel macht der Wolfgang Erhard. Gut so. Zum Rest – die Sau und das Kraut – übe ich mich im Vergessen. Hatte aber freilich gleich die schöne Schweinegeschichte – die morgen auch im Schutterhof vorgestellt wird – auf Sendung. Und dieses Kraut. Ehrlicher, praktischer Rat. Leuten gegenüber, die ich wertschätze. Ich habe ein gutes Gefühl…

Donnerstag ist einfach Burgertag. Glück gehabt – bei Soulkitchen:

Abendmarkt Ingolstadt

Am vergangenen Donnerstag (06.07.17) fand der erste Ingolstädter Abendmarkt in der Ludwigstraße (beginnend am Schliffelmarkt) statt.

Es ist ihm eine erfolgreiche Zukunft zu wünschen – denn er bereichert die Altstadt mit einem qualitativ beachtlichen Angebot. Nachdem wir LEIDER keine feste, dauerhafte Markthalle haben, kommt die Schanz mit dem neuen Format wenigstens an 50% der Werktage (mit dem Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag) in den Genuss frischer, regionaler Lebensmittel direkt vom Erzeuger.

Mein persönliches Highlight: Das Schinken-Ambiente ist (endlich) in der Stadt! Köstliche, handgemachte Spezialitäten aus gutem Ursprung von Slow Food Unterstützer und Freund Wolfgang Speth:

Und so liebe Ingolstädter, kann man zur Premiere auf Sendung gehen!

Quelle: www.schinken-ambiente.de

Am Stand gibt es gleich auch das wunderbare Kürbiskernöl der Familie Hiermeier aus dem Altmühltal:

Frisches Obst und Gemüse bieten der Biohof Hundszell und der Gemüsehof Humbold aus Unsernherrn:

Soulkitchen Burger. Food Truck(s) in der Innenstadt – ein Politikum…

Dazu „alte“ Bekannte, die wir bereits in der Innenstadt kennen, aber gerne auch so erleben: Marianne und Rüdiger Ahnfeldt vom Ars Vivendi (Slow Food Unterstützer):

Birgit Obermeier (Liebe Vegan) und die District Five Coffee Roasters:

Und das waren nicht einmal die Hälfte der Stände – aber meine Favoriten. Die nächsten Termine, immer von 16 bis 20 Uhr:

13./20./27. Juli 2017
7./14./21./28. September 2017
5./12./19./26 Oktober 2017