Dilly Dally in Regensburg

Zum dritten Mal fand am Wochenende in Regensburg der Dilly Dally Designmarkt statt. Schön wars! Bunte, frische Mischung. Entspannte, gelöste Stimmung. Klasse Location (Sporthalle der Regensburger Turnerschaft auf einer Donauinsel):

dilly dallydilly dally2“Gutes Essen genießen”. Mehr gibt die Website nicht her, für das, was auf der Bühne abgefeiert wurde. Understatement? Ich finde, man sollte solche Perlen nicht mühsam im Nachspann erahnen müssen…

dilly dally3

Biervielfalt probieren (2)

Bitte schön: Der zweite Teil. Hier Teil eins.

Ich glaube, noch nie wurde so viel über Bier geredet wie momentan. Siehe exemplarisch das Braukunst Live! Festival in München (2013 und 2014). Im Mittelpunkt: “Craft Beer”. Für mich ist das zunächst einmal nichts Neues. Es ging und geht um gutes Bier. Dieses wurde schon immer kompromisslos, aus erlesenen Zutaten, handwerklich gebraut. Mit ausreichend Zeit. Mit der wahrnehmbaren Handschrift des Bräu. Teil der Selbstachtung einer Region. (Wieder) dazugekommen ist das Bemühen zum Erhalt der bedrohten Vielfalt, mehr noch, zu deren Neubelebung. Und natürlich die Lust am Experiment. Bier kann geschmacklich so viel mehr. Warum die Speisenbegleitung – Gang für Gang – dem Wein alleine überlassen?

Gleichzeitig gilt es (weiter) das neue Bier-Spezialitätengeschäft von Michael Kenne in der Ingolstädter Altstadt zu unterstützen. Selbstverständlich habe ich die Biere bei ihm gekauft. Mit seinem “Donaupoint” macht er solche Verkostungen überhaupt erst möglich: Danke!

:-) entspricht den Schulnoten sehr gut und gut. :-| steht für befriedigend und :-( für ausreichend und abwärts. Besonders gelungene Biere bekommen noch einen *:

biertest 2Von oben nach unten, von links nach rechts: Ammerseer Lager Hell, Hallerndorfer Hausbrauerbier, Berghammer Kupfer, Dampfbierbrauerei Zwiesel Dampfbier, Weiherer Urstöffla, Schönramer Altbayrisch Dunkel, Löwenbräu Neuhaus Hausbräu, Pyraser Kellerbier, Tilmans Biere Das Helle, Riedenburger Frischer Traum.

Drei kurze Anmerkungen noch:

Das “Löwenbräu Neuhaus Hausbräu” ist leider mit Hopfenextrakt gebraut. Man überlasse das doch den Industriebrauereien für ihre charakterfreien Fernsehbiere…

Das Wet Hop Pale Ale “Frischer Traum” ist ein Gemeinschaftssud der Riedenburger mit der Kehrwieder Kreativbrauerei. Ein sogenanntes Grünhopfen- oder Nasshopfenbier. Dazu wurde erntefrischer deutscher Bio-Hopfen der Sorte Cascade (ohne Trocknung) mit Bio Pale Ale Malz vermählt. Das Ergebnis ist eine wahre Freude! Es besteht die Gefahr, dass das Bier im Glas warm wird – man möchte nicht aufhören es zu riechen… Wer es probieren will, sollte schnell sein. Es ist eine Rarität und kann nur in der kurzen Erntezeit gebraut werden.

Meine ganz besondere Empfehlung: “Das Helle” von Tilmans Biere. Ein Brückenbauerbier! Auf grandiose Weise gelingt Braumeister Tilman Ludwig damit die Verbindung von Bayerisch Hell mit dem Wohlgeruch des Humulus lupulus – extra prima good!!! Seit dieser Woche hat der Mann eine (neue) Website. Das Einstiegsbild ist gleichfalls ein feines Kunststück:

tilmans

Quelle: www.tilmansbiere.de

Nur auf Tilmans Liste, wo es “Das Helle” zu kaufen gibt, fehlt gegenwärtig doch tatsächlich der Ingolstädter Donaupoint!

Fortsetzung folgt.

Gut zu Tisch – mit der ganzen Welt

Wieder im Piemont. Zunächst einige Tage Landpartie. Dann ging es nach Turin zu Salone del Gusto und Terra Madre – den großen Treffen (alle zwei Jahre) von Slow Food. 2009 hatte ich es einmal nach Bra auf die “Cheese” geschafft. Letztes Jahr dann auf die “Slow Fish” nach Genua. Jetzt endlich – der Salone!

salone 2014Mit den unzähligen wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen schreibt man ein Buch und veröffentlicht mindestens einen Fotoband. Oder man belässt alles im Kopf und Herzen. Der Versuch eines Mittelwegs:

salone1Unterkunft bezogen wir in einem Agriturismo südlich von Alba. Es ist Trüffelzeit…

salone3salone2Die Weinlese ging hingegen wenige Tage vor unserer Ankunft zu Ende. Überall fanden sich noch Gerätschaften – Erntekörbe wurden gewaschen. Die herrschende Meinung rundum: Aufgrund des sommerlichen Dauerregens gab es dieses Jahr Reifeverzögerungen und beachtliche Mengenausfälle. Kein einfaches Jahr.

Auf dem Gipfel ist es einsam – in Barbaresco:

salone4La Morra. Hoheitsgebiet des Barolo. Diogenes für Hunde:

salone8Besuch der Cascina Ballarin (im Slow Wine Führer/60.000 Flaschen). Sehr gute Idee! Kann Weiß und natürlich Rot:

salone5Meister Giorgio Viberti. Wohl dem, der seine Geschöpfe im Keller hat!

salone6Immer noch La Morra. Unmittelbar in der Nachbarschaft: Silvio Grasso (im Slow Wine Führer/80.000 Flaschen):

salone10Und ist das Reisegepäck noch so klein – in Deutschland, Österreich und Italien sollten niemals die Kulinarik Führer von Slow Food fehlen. Dann klappt das mit dem Essen. Versprochen.

salone7Das “La Rosa dei Vini” in Serralunga d’Alba war ganz passabel. Sehr gut waren L’Osteria del Vignaiolo und “Osteria Veglio” (aktuell nicht im Osterie d’Italia geführt; unverständlich) – beide in La Morra. Überwältigend schließlich die Osteria dell’Arco in Alba (selbe Leitung wie die legendäre Osteria del Boccondivinoin in Bra).

Unangemeldet beglückten wir in Santo Stefano Belbo das Weingut Ca’ d’ Gal (im Slow Wine Führer/70.000 Flaschen). Eigentlich trinke ich ja nichts Moussierendes aus Weintrauben. Es irrt der Mensch solang er strebt…

salone9Die Glückssträhne setzte sich im dacapo (im Slow Wine Führer/50.000 Flaschen) in Agliano Terme fort. Das sind die mit dem köstlichen Ruchè di Castagnole Monferrato (hier in Ingolstadt zu haben):

salone11Das zulässige Gesamtgewicht unseres Fahrzeugs war hiermit fast ausgeschöpft… Bayern gewinnt in Rom 1:7. Schön, sowas in Italien zur Kenntnis zu nehmen… Es ging nach Turin. Der Föhn zeigte eindrucksvoll, warum die Region “am Fuß der Berge” heißt:

salone12Die vorbildliche(!) Reiseplanung – Danke meinem Freund Moni! – sah nunmehr die Quartiernahme in einem sehr feinen Bed & Breakfast, in unmittelbarer Nähe des Stadtwahrzeichens “Mole Antonelliana”, vor.

salone13Die Olympiahalle erlebte am Mittwochabend eine sehr bunte Eröffnung. Gänsehautfeeling beim Einzug der Delegierten aus über 160 Staaten mit ihren Fahnen:

salone14Donnerstag ab 11:00 Uhr. Haupteingang Lingotto Fiere. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort:

salone15salone38salone35salone16salone36Kurzweil am Stand von Slow Food Deutschland. Verkostung zweier Arche-Passagiere (Arche des Geschmacks zum Schutz der kulinarischen Biodiversität): Würchwitzer Milbenkäse und Berliner Weiße (ganz aktuell als 51. Passagier aufgenommen):

salone17Der Schutz der Biodiversität von Lebensmitteln und bäuerliche Familienbetriebe waren die Hauptthemen auf dieser Ausgabe von Salone del Gusto und Terra Madre.

salone18salone32Einer von 107 Taste-Workshops: “The Family Tradition of Balsamic Vinegar”:

salone19salone31Korean Temple Food:

salone21salone34Eine weitere geführte Verkostung. “German Pastry-Making: Sweet Berlin”. Fünf verschiedene Käsekuchen aus Berlin:

salone20Einer der ganz, ganz Großen: Carlo Petrini:

salone30salone33Am Rande der Messe, Richtung Altstadt, das legendäre Eataly. Lebensmitteleinkauf in allerhöchster Vollendung. Aufgemerkt! Gemüseabteilung. Weit und breit keine Tomaten. Keine Tomaten?! In Italien noch dazu. Doch das geht. Die Saison ist vorbei. Hut ab!

salone39Slow Food München organisierte ein Abendessen in der Turiner Osteria Consorzio (vortrefflicher Platz!). Slow Food satt. Das geht so: Nach Eintritt: “Wir haben reserviert”. Service: “Selbstverständlich!” Wir: “Für Slow Food”. Service: “Selbstverständlich! Aber welches Convivium?” Diese Nachfrage hatte ich noch nie…

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Biervielfalt probieren

Seit 4 Wochen ist das Einkaufen von Bierspezialitäten in Ingolstadt(!) eine wahre Wonne. Liebe Leute – nutzt das bitte auch! Ich jedenfalls habe mir fest vorgenommen, mich nach und nach durch das beachtliche Sortiment zu probieren. Die Rede ist natürlich von Michael Kennes “Donaupoint” am Rathausplatz/Ecke Sauerstraße – hier mein Bericht zur Eröffnung.

Wie beim Wein auch, sollte man sich Notizen von seinen sinnlichen Eindrücken machen. Nur so behält man den Überblick… Sehr hilfreich ist dabei der Rechnungsausdruck, den es beim Kauf im “Donaupoint” gibt. Brauerei, Bier und Flaschengröße – alles vermerkt. Sehr schön!

rechnungMeine ersten zehn Kandidaten sind getrunken. Neben den Notizen (u. a. zu welcher Speise das Bier gut passen könnte) habe ich mich für ein recht einfaches Bewertungssystem entschieden. Wie hat mir das Bier geschmeckt? :-) entspricht den Schulnoten sehr gut und gut. :-| steht für befriedigend und :-( für ausreichend und abwärts. Besonders gelungene Biere bekommen noch einen *. Und hier sind meine Eindrücke:

biertest 1Von oben nach unten, von links nach rechts: Schönramer Bayrisch Pale Ale, Hopfenstopfer Cita Ale, Schönramer Hell, Weißenoher Glocken Hell, Weißenoher Altfränkisch Klosterbier, Braukraft India Pale Ale, Braukraft Wai-Zen, Baumburger Stopfbock, Wampenbräu Centalaxy IPA, Ayinger Celebrator.

Es lebe das Brauhandwerk – es lebe die Vielfalt! Noch heute hole ich mir die nächsten zehn Flaschen…

Fortsetzung.

Genussführer im Donaukurier

Heute auf Seite 16 im Donaukurier: Ein Bericht über die zweite Ausgabe des Slow Food Genussführers. Wie passend! – erst gestern Abend waren wir wieder bei einem Kandidaten zur Musterung. Ich darf verraten, er hat einen großen Schritt Richtung seiner Empfehlung für die dritte Ausgabe 2016 gemacht…

Der Donaukurier stellt fest: “Unmittelbar aus Ingolstadt ist auch in dieser Auflage kein Restaurant vertreten, obwohl es dort sogar ein eigenes Convivium gibt.” Das stimmt. Leider! Die von Slow Food Ingolstadt positiv beurteilten Wirtshäuser finden sich alle in den umliegenden Landkreisen (die zu unserem Conviviumgebiet gehören). Auch das aussichtsreiche, gestern besuchte Haus.

dk genussführer