Rosaroter Abend

Die Weingruppe von Slow Food Ingolstadt hat sich versammelt. Es ist Anfang Juni. Umgeben von frisch aufblühendem Lavendel harren wir gespannt der Dinge die da kommen. Und das sind sechs verschiedene, gut gekühlte Flaschen Roséwein. Passt! Ausgewählt und von außen unkenntlich gemacht, wurden sie von Slow Food Frankfurt schon vor einigen Wochen verschickt. Eine schöne Idee – begründet 2012 – hat endlich ihre Fortsetzung gefunden: Alle Slow Food Convivien Deutschlands sind eingeladen gleichzeitig sechs verschiedene Weine – diesmal eben Rosés – blind zu verkosten und zu bewerten.

18 Gruppen hatten sich angemeldet. Und wie schon vor fünf Jahren – damals gab es zwei Mal Riesling (siehe Verkostung1 und Verkostung2) – war Slow Food Ingolstadt sehr gerne mit von der Partie.

Bereits hier ein herzliches Dankeschön an Heike und Daniel Engstler für die perfekte Vorbereitung des Tests und die schon legendäre Gastfreundschaft!

Ich gebe es gleich zu – zwei, drei Bilder hätten sicher auch gereicht. Andererseits sollte man richtigem Flow den nötigen Raum geben. Und – die ideale Zeit für Rosé ist kurz genug…

Ab 21 Uhr konnten die Erkenntnisse der Runde in die Auswertungsseite im Netz eingegeben werden:

Gegen 22 Uhr stand dann das Ergebnis fest. Die ersten drei Weine der landesweiten Gesamtwertung: Blau, gelb und rot. Der Zieleinlauf unseres Conviviums: Rot, weiß und blau:

Mit gelüftetem Schleier wissen wir, es waren drei Deutsche (blau, gelb und weiß) und drei Italiener (rot, schwarz und grün):

blau – Deep Blue, Pinot Noir, Dr. Martin Tesch, Langenlonsheim/Nahe, 13% Alkohol – Preis: 11,01 EUR

gelb – Spätburgunder Rosé, Joachim Flick, Flörsheim-Wicker/Rheingau, 11,5% Alkohol – Preis: 7,49 EUR

rot – Chiaretto Miti, DOC Garda Classico, Tenuta Roveglia, Pozzolengo/Lombardei/Italien, 12,5% Alkohol – Preis: 8,98 EUR

schwarz – Pipoli, IGP Basilicata, Vígneti del Vulture, Acerenza (PZ)/Basilicata/Italien, 12% Alkohol – Preis: 6,50 EUR

weiss – Rosé feinherb, biowein demeter, Weingut Feth, Flörsheim-Dahlsheim/Rheinhessen 12% Alkohol – Preis: 6,28 EUR

grün – Sagaris, IGT Basilicata, cantine Madonna delle Grazie, Ventosa (PZ)/Basilicata/Italien, 13,5% Alkohol – Preis: 7,90 EUR.

Fürs Protokoll: Ich gab rot, schwarz und weiß jeweils 2 Punkte.

An die Freunde nach Frankfurt: Danke und bitte weitere Proben! Sie sind sehr kurzweilig. Braucht ihr eine Anregung? Spätburgunder!

Slow Food Riesling-Blindverkostung (2)

14.11.2012. Zweite Runde (hier die erste) einer besonderen Weinprobe. Der Weinstammtisch des Conviviums Ingolstadt war sehr gerne wieder dabei. Zum Projekt „Die Vielfalt des deutschen Rieslings“: Das Convivium Frankfurt hatte die Idee, alle Slow Food Convivien Deutschlands einzuladen, gleichzeitig sechs verschiedene Rieslinge blind zu verkosten und zu bewerten.

Die Weine – allesamt aus dem Jahr 2010 und für jeweils unter 13 Euro die Flasche – stammten diesmal aus den Anbaugebieten Ahr, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Nahe und Württemberg. Das war bei der Verkostung natürlich noch unbekannt.

15 Gruppen hatten sich für die zweite Runde angemeldet. Darunter diese 13 Slow Food Convivien: Berlin I, Bonn, Chiemgau/Rosenheimer Land, Dortmund, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Ingolstadt, Pfalz, Rostock, Stuttgart, Tübingen/Neckar-Alb.

In Ingolstadt waren wir heute zu siebt. Gastgeber Thomas (Häuptling unserer Weingruppe) hatte den Tisch bei unserem Eintreffen bereits reichlich gedeckt. Allgegenwärtig der Duft einer frischen Trüffelsalami aus Alba. Die Vorfreude darauf blieb, die Wurst aber musste zur Weinverkostung den Raum verlassen.

4 Schraubverschlüsse, ein Kunststoffkorken und ein Glasverschluss später, ging es dann los. Farbe, Geruch, Mundgefühl, Geschmack, Abgang. Einmal durch und wieder zurück. Hin und her. In sich gehen. Wasser trinken. Eindrücke zu Papier bringen. Ein Bissen Brot. Zaghafte Stellungnahmen in die Runde. Diskussion. Widerspruch. Gemeinsamkeit. Die Weine hatten Luft, die Temperatur veränderte sich – damit hier und da auch die Wertungen.

Ab 21 Uhr konnten die Erkenntnisse der Runde in die Auswertungsseite im Netz eingegeben werden. Gegen 22 Uhr stand das Ergebnis fest. Die ersten drei Weine der landesweiten Gesamtwertung: Blau, rot und schwarz. Der Zieleinlauf unseres Conviviums: Grün, blau, sowie gleichauf braun mit rot.

Die Zuordnung:

blau = Mittelrhein: Toni Jöst, Bacheracher Hahn Riesling Spätlese trocken, 12,80 EUR, meistgenannte Typizität: mineralisch/fruchtig
rot = Nahe: Von Racknitz, Riesling trocken vom Schieferboden, 13,00 EUR, mineralisch/fruchtig
schwarz = Hessische Bergstraße: Simon-Bürkle, Granit Riesling trocken, 7,50 EUR, sauer/grüner Apfel/jugendlich/knackig
grün = Ahr: Mayschoß-Altenahr, Ahr Riesling Spätlese trocken, 7,70 EUR, fruchtig/flach
braun = Franken: Egon Schäffer , Escherndorfer Lump Riesling Spätlese trocken, 13,00 EUR, chemisch/alkoholisch

Mit signifikanter Lücke der Kandidat weiß = Württemberg: Beurer, Stettener Pulvermächer Riesling trocken, 9,80 EUR, sauer/flach

grün/Ahr: Mayschoß-Altenahr war (eindeutig) mein persönlicher Favorit des Abends. Flaschen leer (schwarz und weiß ausgenommen), Comeback der Trüffelsalami. Käseteller. Ein solcher Test macht einfach Spaß! Warum machen von über 80 Slow Food Convivien in Deutschland nicht einmal 20% mit?

Respekt und ein dickes Dankeschön nach Frankfurt! Sollte die Fahrt (gerne auch mit anderen Rebsorten) weitergehen – wir bleiben genüsslich an Bord. Weitere Infos zur Veranstaltung auf der Seite von Slow Food Deutschland.

Nachtrag (05.06.17): Fortsetzung.

Riesling-Blindverkostung – gleichzeitig deutschlandweit – Slow Food Weinstammtisch

29.02.2012. Der Weinstammtisch des Slow Food Conviviums Ingolstadt traf sich gestern zu einer besonderen Riesling-Blindverkostung. Das Convivium Frankfurt hatte die Idee, alle Convivien Deutschlands einzuladen, gleichzeitig sechs verschiedene Rieslinge blind zu verkosten und zu bewerten. Die Weine – allesamt aus dem Jahr 2010 – stammen aus den Anbaugebieten Baden, Mosel, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen und Sachsen.

Aus der Einladung: „Die Auswahl ist persönlich, andere Regionen hätten auch dabei sein können, die heben wir uns für das nächste Mal auf. Wir möchten vor allem die Vielfalt der deutschen Rieslinge erkennbar machen. Convivien die unserer Einladung gefolgt sind, werden an dem Abend die Weine genießen, vergleichen und individuell bewerten. Die Kriterien sind der eigene Geschmack, die Freude am Trinken und der Genuss. Über Internet werden dann die Ergebnisse noch am selben Abend deutschlandweit zusammengestellt, so dass ein Vergleich nicht nur individuell zwischen den Weinen, sondern auch der Geschmäcker untereinander und zwischen den Convivien stattfinden kann, was für interessante Gespräche sorgen soll.

Folgende 12 Convivien hatten sich für die Verkostung angemeldet: Braunschweiger Land, Dortmund, Essen, Frankfurt, Ingolstadt, Karlsruhe, Lausitz, Mittleres Ruhrgebiet, Pfalz, Stutensee, Stuttgart und Tübingen.

Gegen 22 Uhr konnten die mit echter Spannung erwarteten Ergebnisse Online eingesehen werden (wo ist Tübingen?). Und tatsächlich – diese führten zu weiteren interessanten Gesprächen!

Die ersten drei Weine der Gesamtwertung: Rot, schwarz, gelb. Der Zieleinlauf unseres Conviviums: Gelb, weiß, hellblau. Enttarnt stehen dahinter:

Rot = Sachsen: Drei Herren, Riesling QbA trocknen, 12,00 EUR
Schwarz =  Baden: Ewald Kopp, Klostergut Fremersberg Feigenwäldchen Riesling Kabinett, 12,50 EUR
Gelb = Rheinhessen: Thörle, Saulheimer Riesling Kalkstein trocken, 9,50 EUR
Weiß = Rheingau: Graf von Kanitz, Lorcher Pfaffenwiese Riesling Kabinett trocken, 8,40 EUR

Mit deutlicher Punktelücke heute unglücklich Hellblau = Pfalz: von Winning, Win Win Riesling QbA trocken, 10,00 EUR und Grün = Mosel: Uwe Weber, Lehmener Würzlay Riesling Selection, 9,50 EUR.

Wunderschöne Idee! Danke nach Frankfurt – bitte unbedingt fortführen!

Aktuell veröffentlicht: Nach Zahlen des Deutschen Weininstituts (DWI) kostete 2011 im Lebensmitteleinzelhandel der Liter Wein ungeachtet der Herkunft im Schnitt 2,63 EUR. Das sind für die klassische 0,75 Liter Flasche 1,97 EUR! Zieht man die darin enthalten 19% Umsatzsteuer ab, verbleiben 1,66 EUR. Abzüglich der Marge des Einzelhandels, der Kosten für Flasche/Karton, Verschluss, Etikett, Verpackung, Werbung, Transport (viele Tropfen kommen von sehr weit her), Lagerung, Verarbeitung, Ernte, Anbau, etc. verbleibt… ja was denn? Das Ganze hat nur ein einziges Mal zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligter wirklich funktioniert. Nachzulesen im Johannesevangelium, dort 2,1 – 12: Die Hochzeit zu Kana.

Nachtrag (08.03.12): Weitere Berichte zu der Veranstaltung im Netz bei Slow Food Deutschland und in den Blogs von Anne Schuessler und Genussbereit.

Nachtrag (16.11.12): Eine Fortsetzung.