Slow Wine 2018

Im zeitigen Frühjahr paradiert die Slow Wine Verkostung in München. Rückblick 2017.

Dieses Jahr galt es für mich diese vier Entdeckungen festzuhalten. Aus Apulien – Santi Dimitri mit ihrem Ruah (100% Fiano) und dem Sharav (Negroamaro 60%, Primitivo 40%):

Aus der Toskana – Migliarina & Montozzi mit ihrem Chianti Superiore (90% Sangiovese, 10% Canaiolo):

Und zwei Adressen, eine in Umbrien und eine in den Marken – der eigentliche Grund dieser Notiz zu diesem Zeitpunkt. Dort stehen nämlich demnächst Besuche an. Zu deren Vorbereitung habe ich meine Aufzeichnungen gesichtet. In den Marken – Tenuta dell’Ugolino mit ihrem Verdicchio dei Castelli di Jesi und dem Superiore davon:

Und in Umbrien – Podere Marella mit ihrem Caluna (Canaiolo, Sangiovese):

extra prima good wird sieben

Lust! Haben und machen. Seit 15. Mai 2011 unveränderte Bedingung und Zielsetzung von extra prima good.

Notizen, Geschichten und Einmischungen – bevorzugt zur regionalen Genusskultur in Ingolstadt und überhaupt… zuweilen auch Extrawürste“. Letztere – vom Naturschwein – werde ich heute Abend zusammen mit Filippa grillen.

Fingerzeig (46) – Spargelkampagne 2018

Angebot! Familie Rehm aus Schrobenhausen liefert ihren vorzüglichen (nicht nur plastikfreien) Spargel – diesen hier – nunmehr einmal wöchentlich nach Ingolstadt. Das funktioniert so:

I.
Es gibt (jeweils Kilopreise):
– Spargel Klasse I – 13,00 EUR, Spargelspitzen Klasse I – 13,00 EUR
– Spargel Klasse II – 11,00 EUR, Spargelspitzen Klasse II – 11,00 EUR
– Spargel Klasse II b – 8,00 EUR
– Spargel Huchels Leistungsauslese – 12,00 EUR
– Purpurspargel – 13,00 EUR
– Grünspargel – 11,00 EUR
– Grünspargel Ariane – 12,00 EUR
– Bruchspargel – 6,50 EUR
– Babyspargel (ungeschält verwendbar) – 6,50 EUR /500 g

II.
Verbindliche Bestellungen mit Name und Vorname bitte ausschließlich über: info@spargel-rehm.de
Kennwort/Betreff: Spargelkampagne 2018; Bestellungen werden von den Rehms bestätigt

III.
Abholort und Bezahlung (bitte recht passend):
Parkbereich der Total-Tankstelle, Manchinger Straße 84, 85053 Ingolstadt

IV.
Abholzeit: Sonntags von 11:00 – 11:15 Uhr

Letzten Sonntag gab es die erste Lieferung. Durchgehend seit 2010 sind die Rehms übrigens Slow Food Unterstützer.

Nicht uninteressant – am Abholort gibt es die erste Wasserstofftankstelle in Oberbayern (außerhalb von München). Zukunftsträchtig wie der langsame Spargel der Rehms!

(45) – Fingerzeig – (47).

Zeit statt Plastik – Spargel 2018

Es gibt Lebensmittel, die haben eine Saison. Dann – und nur dann – sind sie auf ihrer Höhe und wirklich wohlschmeckend. Wachsen sie dazu noch in der Region in der man sich gerade aufhält, ist man hervorragend bedient. Das mit der passenden Jahreszeit ist heute aber leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Bei der Einstellung (gar dem oft aufgeregt proklamierten Anspruch) einer Vielzahl von Konsumenten, alles jederzeit verfügbar haben zu müssen, lässt sich die Angebotsseite selbstredend nicht zweimal bitten… Es funktioniert freilich auch gegenläufig. Stehen die Erdbeeren zur Unzeit an der Kasse, wird bedauerlicherweise viel zu oft zugegriffen. Hier ein besonders trauriges Beispiel.

Es geht um Zeit. Die man den Lebensmitteln gibt um l a n g s a m zu wachsen, um in Ruhe auszureifen. Und die man sich selbst nimmt. Um warten zu können. Um das Zulassen und vielleicht sogar Ertragen von Vorfreude. Der richtige Moment kommt – ohne jede Beschleunigung. Ganz wie beim Wellenreiten:

Geht man von der Eisbachwelle in München die Prinzregentenstraße in östliche Richtung, kommt man bald nach dem Friedensengel linkerhand zum Feinkostladen Käfer. Dort war ich Anfang April:

Abschweif: Zum tatsächlich ersten Mal! Hatte sich bisher nie ergeben. Ein Neugierbesuch. In sehr sparsamer Dosierung machen solche Stätten (Julius Meinl in Wien, KaDeWe (sechste Etage) in Berlin, Harrods Food Halls in London, Galeries Lafayette in Paris) durchaus Laune. Das Beobachten der Kunden ist daneben noch eine eigene Disziplin… Fazit: Bei Bedarf wäre in München der Dallmayr meine erste Wahl. Er ist deutlich unaufgeregter. Zurück zur Saison: In der Käfer-Gemüseabteilung fielen partiell einige Dinge nach oben… Und weil es um Spargel geht, will ich Euch das Tagesangebot nicht vorenthalten: In Plastik eingeschweißter, bereits geschälter Spargel vom niederbayerischen Gäuboden – das Kilo für … 48,00 EUR … Mit Blick auf den Kalender sehr wahrscheinlich ein bedauerliches Erzeugnis aus einer sogenannten Verfrühungsanlage (Bodenheizung ab Mitte Januar). Diese pathologischen Machenschaften gibt es leider auch im Schrobenhausener Land.

Dort war ich vorgestern. Meine Asparagus-Dealer (natürlich folienfrei) – Christine und Josef Rehm – signalisierten Bewegung im Boden. J e t z t hat die Saison angefangen. Und sie dauert noch ganze zwei Monate! Wem reicht das eigentlich nicht? Den Hechlern und Schnappatmern dürfte der Spargel eh schon zum Hals heraushängen. Ein Problem. Benötigen sie den Platz doch bereits für Hochgeschwindigkeitserdbeeren…  Nach Überwindung unseliger Plastikmeere

fand mein Auge schließlich Tröstung und Erfrischung:

Es gibt ab Hof der Rehms weißen und grünen (hell- und dunkelgrün) Spargel der deutschen Hybridsorten Ramada und Ramires. Und heuer erstmals – nach drei Jahren Anlauf dazu (2015 und 2017) – diese drei Sorten: Violetta (purpur), Huchels Leistungsauslese (weiß) und Ariane (grün):

Im Mai möchte ich versuchsweise eine Sammelbestellung organisieren. Dann liefert Slow Food Unterstützer Rehm direkt an einen Treffpunkt in Ingolstadt. Wer Lust und Interesse hat, über weitere Details dazu informiert zu werden, signalisiert das bitte in einem Kommentar unter diesem Post. Ich melde mich dann bei Zeiten.

K&U Hausmesse: Rückblick 2016 und justament!

Ein Weinjahr hat – in der Rückschau – idealerweise viele Höhepunkte. Bei einigen kann man sogar in Vorfreude schwelgen, da sie fest terminiert sind und folglich sicher angesteuert werden können. Dazu gehört für mich stets die K&U-Hausmesse in Nürnberg. Wobei – das mit den fixen Terminen hat auch seine Ausnahmen. Fand die Veranstaltung bisher regelmäßig im November statt, wurde sie dieses Jahr erstmals ins Frühjahr gelegt. Und fiel aus diesem Grund Ende 2017 aus. Ungeachtet dessen traf ich mich letzten Mai trotzdem mit Martin Kössler. Er versorgte mich nämlich mit wertvollen Tipps zu einer bevorstehenden Provence-Reise der Familie. Er kennt dort jede Reblaus persönlich. Der liebe Gott allein weiß, wann ich dazu kommen werde diese wunderbare Exkursion zu verbloggen – im Wartezimmer stapeln sich die Kandidaten bis zur Decke…

Auf einer Weinmesse kann man sich treiben lassen, oder einem Plan folgen. Ich gehöre zur zweiten Kategorie. So habe ich mich heute schon fleißig mit der Liste der teilnehmenden Winzer und der von ihnen zu probierenden Tropfen beschäftigt. Als Einstimmung ließ ich mir daneben Fotos und Notizen vom letzten Zusammentreffen am 19.11.2016 gefallen – ich hatte sie tatsächlich noch nicht im Blog (das Wartezimmer ist wirklich zum Bersten gefüllt):

Florian Gojer/Franz Gojer, Glögglhof/Südtirol/Vernatsch, Alte Reben:

Simone Adams/Adams Wein/Rheinhessen/Spätburgunder (und, und, und!):

Ulrich Luckert/Zehnthof Luckert/Franken/Spätburgunder und Blauer Silvaner:

Matthias Neumeister/Weingut Neumeister/Steiermark/Gelber Muskateller und Gemischter Satz:

Beim Abendessen fielen wir leider ziemlich auf die Nase. Im Nürnberger „Steichele“. Karpfenzeit! Der Aischgrund vor der Türe! Was macht man um Himmels Willen hier nur aus einer der mittelfränkischen Leibspeisen? Ein Bild spricht tatsächlich mehr als 1.000 Worte:

Morgen gilt es wieder: „Es soll keiner so wenig Wein trinken, dass er seiner Gesundheit schadet“ – Marc Aurel: