Beim Grasen der Rinder (3): Murnau-Werdenfelser in Rohrenfels/Hollenbach

Nachdem ich die Limousin-Rinder in Linden und die Highland-Cattle in Hagau auf ihren Weiden besucht hatte, war es diesmal umgekehrt. Ich war schon dort und wartete mit Spannung auf die Ankunft der heutigen Protagonisten: Murnau-Werdenfelser!

Eine durch und durch bayerische Angelegenheit. Das beginnt mit der Stammheimat der Rasse. Sie liegt im Werdenfelser Land, im Alpen- und Voralpengebiet um Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Oberammergau und Murnau sowie im Karwendel- und Wettersteingebirge. Und setzt sich fort mit der Winterresidenz der Tiere meiner Slow Food-Freunde Ulla und Franz Eller. Sie verbringen die kalte Jahreszeit nämlich in den Stallungen des Wittelsbacher Ausgleichsfonds im Gut Rohrenfeld (ca. 10 km östlich von Neuburg a. d. Donau). Am 19. April war es endlich soweit: Der Weidegang stand an! Bei alles andere als frühlingshaften Temperaturen. Mit 4 Grad erreichte die Jahreszeit 2017 tatsächlich ihren Tiefstwert.

Vor dem Einlaufen. Und es wurde ein Einlaufen! Die Weide bei Rohrenfels (ca. 10 km südwestlich von Neuburg a. d. Donau):

Zum Drehbuch: Die Ankunft – in drei Akten. Die Herde versammelt sich in einem mit Gittern abgesicherten Koral. Dann wird sie in einen größeren, aber noch mit Leinen abgegrenzten Weidebereich entlassen. Schließlich geht es ins offene Land.

Ankunft. Erster Akt (aus dem Anhänger/Erdgeschoss):

Der zweite Akt (aus dem Anhänger/Obergeschoss):

Der dritte Akt (aus dem LKW):

Der Koral wird geöffnet:

Was gibt es Wissenswertes zu ihrer Herde? Die Antworten der Ellers:

Rasse: Murnau- Werdenfelser

Eigenschaften/Gemüt: Robustes Dreinutzungsrind (Milch, Fleisch, Ziehen), harte Klauen (für steinigen und moorigen Boden), typisch bayerisch, freundlich aber distanziert

Größe der Herde: Zur Zeit mit Nachwuchs 31 Köpfe

Seit wann: 2007

Mutterkuhhaltung: Die Kälber erhalten die komplette Milch der Kühe Milch: Eine sehr Kappa-Kasein haltige Milch, die sehr wertvoll für die Erzeugung landestypischer Käsesorten wie Weißlacker, Romadur und Bergkäse ist

Weidezeit: Je nach Witterung in der Regel Mitte April bis Ende Oktober

Die Weide liegt wo: Landkreis Neuburg an der Staatsstraße von Neuburg nach Augsburg in Höhe der Ortschaft Hollenbach

Winterquartier/Laufstall: Im Gut Rohrenfeld, der Wittelsbacher Ausgleichsfond hat uns den alten Milchviehstall und Bergescheunen verpachtet

Zufütterung Sommer/Winter: Im Sommer wird nicht zugefüttert. Im Winter neben Heue gelegentlich Erbsenschrot oder Graskops

Zufütterung kommt woher: Erbsenschrot: Von Biobauer Mayer Franz-Joseph aus Preith, Graskops von den eigenen Flächen, hergestellt in Weißenburg

Fortpflanzung: Bis vor 2 Jahren mit künstlicher Besamung. Seit zwei Jahren haben wir von Züchterfreund Hans Angermeier aus Karlshuld für acht Wochen einen Leihstier

Schlachtalter/welche Tiere: In der Regel Ochsen mit mindestens 30 Monaten. Selten Kalbinnen, die nur geschlachtet werden wenn sie nicht tragend werden

Schlachtung wo: In einer kleinen biozertifizierten Schlachterei in Schäfstall bei Donauwörth, Markus Rossmann

Transport dorthin/von wem: Selbst in einem kleinen Viehänger

Schlachtung wann/wie oft: Ab November bis April. Die Tiere werden vor dem Schlachten mindestens 4 Wochen ausschließlich mit Heu und etwas Bruch gefüttert. Sie sollen im Stall bei Ruhe intramuskuläres Fett einlagern damit der intensive Rindfleischgeschmack sich abrundet. Durch den Entzug von Betacarotin (frisches Gras) verliert das Fett seine gelbliche Farbe und wird noch schmackhafter

Schlachtung von wem: Vom Chef – Markus Rossmann – persönlich. Die Tiere werden am Abend vorher nach Schäfstall gefahren, übernachten in einer Strohboxe und werden am nächsten Tag, nachdem der Tierarzt die Lebendbeschau gemacht hat, im Schlachthaus – nächste Türe – geschlachtet. In der Regel wird dort nicht mehr als ein Tier am Tag geschlachtet

Zerlegung/Veredelung von wem: Je nach Fettauflage werden die Schlachtkörper mindestens 14 Tage in der Kühlung belassen. Mit einem Kühlhänger fahren wir die Schlachtkörper zur Metzgerei Joseph Huber in Hundszell. Auch hier entscheidet der Chef persönlich, wie die Edelteile geschnitten werden

Wo im Verkauf: In der Metzgerei Joseph Huber und bei uns im Direktverkauf

Wo in der Gastronomie: Neuwirt in Neuburg (im Slow Food Genussführer)

Bio-Zertifizierung/Mitgliedschaften: Naturland zertifiziert und Slow Food Mitglied

Nebenerwerb/Vollerwerb/warum Rinderhaltung: Im Nebenerwerb. Egal ob alte Obstsorten, Gemüsesorten oder alte Tierrassen, immer haben Idealisten das Aussterben verhindert… Der Landkreis hat einen Beweider gesucht, da haben wir zugegriffen, da wir in der Rente Rinder halten wollten. In seiner Freizeit etwas der Natur zurückgeben, etwas für die Biodiversität machen und einfach nur Freude daran haben wenn Kälber mit aufgestelltem Schwanz über eine 40 ha große Fläche galoppieren – Lebensfreude pur

Kommt! ins Offene, Freunde!

Sommerpause … Am 22. Oktober ging es wieder ins Winterquartier.

Natürlich hatte ich diese wunderbaren Tiere nicht das erste Mal vor der Linse. Wer noch Lust hat: Erster Besuch 2007 und Stallweihe 2008. Stallbesuch 2012 mit frischem Nachwuchs. Öko-Erlebnistag in Neuburg 2013. Spielzeiteröffnung 2014 des Stadttheaters Ingolstadt. Öko-Erlebnistag in Neuburg und Weidebesuch 2014. Kesselfleischessen der Ingolstädter Slow Food Kochgruppe 2014.

Apropos Kochen. Das Murnau-Werdenfelser ist Archepassagier von Slow Food Deutschland. Die Arche des Geschmacks wurde ins Leben gerufen, um fast vergessene traditionelle Lebensmittel, die in Gefahr sind, völlig zu verschwinden, zu katalogisieren und bekannt zu machen, nach dem Motto: Essen, was man retten will.

Wo gibt es schon sowas?! Gesehen? Auf der Salami stehen tatsächlich Geburtstag (15.06.2008) und Geburtsort (Neuburg) des Tiers, von wem (Ulla und Franz Eller) und wo (Neuburg) es gehalten wurde, der Schlachtag (16.01.2017) und der Schlachtort (Schäfstall), der Metzger (Markus Rossmann) der diese ausführte, sowie der Metzger (Joseph Huber) der die Kuh wann (21.02.2017) und wo (Hundszell) zerlegte.

So kommt man in den Genuss:

Aber nicht vor März 2018. Unsere Familienbestellung haben wir vergangenen Samstag abgeholt. Bei einem köstlichen Rindsragout (Danke Ulla!) beschloss ich (endlich) diesen Bericht zu schöpfen – allora!

Oder im Wirthaus. Dann sei von Herzen der im Slow Food Genussführer geführte Neuwirt (Anke und Karl Deiml) empfohlen:

In München hat man sich im Pschorr (ebenfalls im Genussführer) mit großer Leidenschaft dem Murnau-Werdenfelser verschrieben.

Die Herdensuche wird fortgesetzt.

Neuburg ganz slow

Aus Anlass der Bayerischen Öko-Erlebnistage 2014 war Slow Food Ingolstadt – wie schon letztes Jahr – im Einsatz auf dem Neuburger Wochenmarkt:

muh2muh3Ebenfalls mit dabei: PR-Profi „Schalong“. Erst vor einer Woche half sie mit, die neue Spielzeit des Ingolstädter Stadttheaters zu eröffnen:

muh1Keinen Zweifel an der tatsächlichen Verwendung von gentechnikfreiem Futter für ihre Bronze-Freilandputen, ließ Familie Schmidl aufkommen und präsentierte das entsprechende Zertifikat. Ich werde mich nie daran gewöhnen, dass es nicht die DNS- Jongleure sind, die sich ständig erklären müssen…

muh4Die Puten werden demnächst geschlachtet. Mindestabnahme ist 1/2 Tier zum Preis von 7,50 EUR/kg. Selbstverständlich finden sich die Schmidls mit ihrem Betrieb auf meiner Liste für gutes Geflügel in unserer Region.

Großen Anklang am Stand fand die 2. Ausgabe des Slow Food Genussführers. Ich hatte ein Exemplar zur Ansicht dabei. Wie oft hätte ich es verkaufen können… Offizieller Verkaufsstart ist nämlich (erst) heute(!). Zu meiner Überraschung präsentierte mir plötzlich eine Besucherin das soeben von ihr frisch erworbene Buch! Und tatsächlich, in Hedwig Esers Bücherstube Neuburg, gleich am Wochenmarkt gelegen, waren die Ersten bereits vorrätig:

muh6Alles kommt zusammen: Das Obstkistl der Familie Demel ist Slow Food Unterstützer. Zu den beiden Filialen in Gaimersheim (Obere Marktstraße 2) und Ingolstadt (Haunwöhrerstraße 72) gesellte sich am Samstag eine weitere in Neuburg (Rosenstraße C 106). Viel Erfolg!

muh5Der Neuwirt steht im Genussführer. Und natürlich versammelten wir uns dort zu einem herrlichen Mittagessen.

muh7Danach ging es noch auf einen Abstecher zu Schalongs Herde südwestlich von Neuburg. Je nach Wetter bleibt diese dort noch bis Anfang November, bevor es in die Stallungen geht. Vor zwei Wintern wäre ich hier um ein Haar bei einer Geburt dabei gewesen. Die Tiere von Ulla und Franz Eller (Kontakt: eller@ingonet.de) sind von Naturland zertifiziert. Das Murnau-Werdenfelser Rind ist Slow Food Archepassagier.

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Slow Food Convivium Ingolstadt 2007-2008

Das Slow Food Magazin (Print) erscheint mit der aktuellen Ausgabe (11/12-2012) jetzt im Münchner Oekom Verlag. Nächstes Jahr wird es ein neues Layout geben. Und ich gehe sicher davon aus, dass auch die Website von Slow Food Deutschland (irgendwann) einen Umbau erfahren wird. Das Convivium Ingolstadt hat seit Gründung (11. Mai 2007) dort alle seine Veranstaltungen und Aktivitäten gepostet und wird dies natürlich auch weiter tun. Es ist jetzt aber nicht auszuschließen, dass ältere Beiträge (z. B. einem neuen Layout geschuldet)  „hinten runterfallen“. Das wäre betrüblich.

extra prima good ist also zur Stunde ganz präventiv tätig und entfaltet zur Gefahrenabwehr einen in diesen Tagen allseits beliebten Rettungsschirm. Die Texte und Fotos (allesamt vom padrone) habe ich (historisch korrekt) im Original belassen. Beim Zusammenstellen wurden viele Erinnerungen wach. Sie dürfen mit dem Einschlafen gerne ein bisserl warten…

Und ich habe gesehen, dass die „Nudelstube Carrara“ von Frau Gschwendtner in der Kanalstraße 2 am 22.12.2012 zusperrt. Schade. Aktuell auf der Tageskarte gibt es Wildschweinragout oder Thunfischravioli. Wer also…

Genug des Prologs. Mit Schulterblick heute die Jahre 2007 bis 2008:

23.09.2007 – „Autochthone Nutztierrassen“

Zum Thema „Autochthone Nutztierrassen“ besuchten wir am 23.09.2007 in einem Biotop im Umland von Neuburg eine Herde mit Murnau-Werdenfelser Rindern.

Anschließend fanden wir uns zum Mittagessen im Klosterbräu in Bergen ein. Unser Menü:

  • Klare Rindssuppe mit Lebernockerl (beides vom Murnau-Werdenfelser Rind)
  • Geschmortes Murnau-Werdenfelser Weiderind mit Gartengemüse und Kartoffelgratin
  • Bayerische Creme auf Himbeermark

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 12.01.2008 – Bäckerei Erhard

Am 12.01.2008 besuchten wir die familiengeführte Bäckerei Erhard in Ingolstadt. Diese backt ausschließlich mit Natursauerteig und verzichtet auf Fertigmischungen.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 12:00 Uhr in der Laboratoriumstraße 6, 85055 Ingolstadt.

Wir erhielten durch den Eigentümer Wolfgang Erhard eine sehr engagierte und aufschlussreiche Führung durch die „Backstube“ und wurden dabei u.a. über verwendete Rohstoffe, Backtechnik und natürlich die hergestellten Waren informiert. Danach bestand die Möglichkeit zur Verkostung einzelner Produkte vor Ort.

Die Kinder hatten die Möglichkeit mit dem Konditormeister Marzipanrosen zu fertigen und selbst Brezen zu „drehen“.

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 04.03.2008 – Nudelstube Carrara

Wir besuchten die „Nudelstube Carrara“.

Die Nudelstube Carrara (Carrara = italienische Partnerstadt von Ingolstadt) in der Altstadt wird von unserem Mitglied Frau Inge Gschwendtner geführt. Alle Nudeln werden frisch hausgemacht.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war am 04.03.2008 um 19:30 Uhr in der Nudelstube, Kanalstraße 2, 85049 Ingolstadt.

Frau Gschwendtner stellte uns ihr Lokal und ihre Küchenphilosophie vor. Dieses leckere Menü war uns dann eine große Freude:

  • Antipasti mit hausgebackenem Brot
  • kleine Hauptspeisen nacheinander serviert: Mangoldlasagne, Nudeln mit Flusskrebsen und Nudeln mit wahlweise Gorgonzola oder quattro formaggi
  • Tiramisu im Glas
  • dazu nach Wahl ein kleines Glas Rotwein/Weißwein (Haus) und ein Mineralwasser still oder „mit Hupf“

Herzlichen Dank an Frau Gschwendtner für den schönen Abend!

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 08.04.2008 – Weinprobe Weingut Wirsching

08.04.2008 Weinprobe vom Weingut Hans Wirsching, Franken.

Auf Einladung des Hotel Rappensberger in Ingolstadt wurde für uns eine Weinprobe vom fränkischen Weingut Hans Wirsching aus Iphofen veranstaltet. Die Weinprobe wird vom Winzer des Weinguts, Herrn Huth sehr engagiert und informativ gestaltet.

Zu den Proben wurde eine Auswahl an Wurst- , Schinken- und Räucherspezialitäten sowie Berg- und Almkäse gereicht.

Als Überraschung gab es den ersten Schrobenhausener Spargel der Saison 2008! Ein schöner Abend!

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31.05.2008 – Riedenburger Brauhaus

Am 31. Mai 2008 besuchten wir das Riedenburger Brauhaus. Eine gemeinsame Veranstaltung mit unserem Nachbar-Convivium Nürnberg!

Das in der 4. Generation geführte Riedenburger Brauhaus hat eine große Brautradition seit 1866. Früher besonders bekannt für obergärige Weißbierspezialitäten, hat die Qualität der Biere seit jeher oberste Priorität und Tradition.

Der eherne Qualitätsgrundsatz wurde von Michael Krieger zur heutigen ökologischen Unternehmensphilosophie weiterentwickelt. Grundlage dieser Unternehmensphilosophie sind die ökologischen Unternehmensrichtlinien, das integrierte Managementsystem nach ISO 9001 und dem Öko-Audit, sowie die Bioland-Richtlinien. Seit 1994 braut die Brauerei ausschließlich ökologische Bierspezialitäten.

Durch die, seit 1997 bestehende, Kooperation mit der Benediktinerabtei Plankstetten werden im Riedenburger Brauhaus nach der klösterlichen Tradition und regionalem Kreislaufkonzept auch die Plankstettener Biere gebraut. Die Getreide für diese Bierspezialitäten stammen aus dem ökologischen Klostergut der Abtei.

Ablauf der Veranstaltung:

Kurze Einführung durch Braumeister und Eigentümer Michael Krieger, anschließend Führung durch die Betriebsräume der Brauerei.

  • Bierprobe im Biergarten
  • Brotzeit im Biergarten mit Biobauern-Brotzeitteller oder Bio-Käseteller aus der Benediktinerabtei Plankstetten

Eine angenehme Veranstaltung! Wetter war spitze, Herr Krieger hat uns auf angenehm ruhige Art (slow!) gut informiert. Höhepunkt: Die Bierprobe im Kastaniengarten – anschließend stellten wir Tische zu einer großen Tafelrunde zusammen und lebten das Convivium (=Tafelrunde). Danke an die Kriegers!

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07.09.2008 – Infostand des Conviviums auf dem Ökobauernmarkt

Am 07.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Öko-Bauernmarkt (Ökobauern aus der Region stellen sich vor, informieren und verkaufen – mit Musik und Bewirtung) im Bauerngerätemuseum Ingolstadt-Hundszell mit einem Infostand vertreten.

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21.09.2008 – Infostand des Conviviums beim Gemüsehoffest Niederfeld

Am 21.09.2008 waren wir auf dem jährlich stattfindenden Hoffest des Gemüsehofs Niederfeld mit einem Infostand vertreten.

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03.10.2008 – Kulinarische Reise im Aischgrund

Am 3. Oktober 2008 machten wir uns zu einer kulinarischen Reise durch den Aischgrund auf. Im Mittelpunkt standen Karpfen und Meerrettich (bayerisch = Kren).


Der Aischgrund ist eines der bekanntesten Teichgebiete Deutschlands. Er ist benannt nach dem Flüsschen Aisch und liegt in Mittelfranken, an der Grenze zu Oberfranken, etwa in einem Dreieck, das die Städte Nürnberg, Bamberg und Neustadt a. d. Aisch bilden. Die Landschaft ist seit Jahrhunderten geprägt von einer Vielzahl an Teichen. Die Teichwirtschaft ist kleinstrukturiert und erfolgt meist im bäuerlichen Nebenerwerb. Im Aischgrund gibt es derzeit etwa 4000 Teiche mit einer Fläche von etwa 3500 ha, die etwa von 1200 Teichwirten bewirtschaftet werden. Die Teiche sind im Aischgrund, neben dem Anbau von Meerrettich und dem Anbau von Kräutern, eine wichtige Sonderkultur und daher Erwerbsgrundlage der Landwirtschaft. Die Teichwirtschaft ist ein bedeutender wirtschaftlicher aber auch kultureller Faktor, der nicht nur die reizvolle Landschaft sondern wesentliche Züge der gesamten Region prägt.

Ablauf der Veranstaltung:

Treffpunkt war um 10:00 Uhr die Außenstelle für Karpfenwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht in Höchstadt a. d. Aisch. Wir starteten mit einer sehr informativen und lebendigen Einführung in die Thematik Karpfenzucht durch Dr. Martin Oberle. Im Anschluss wurden als amuse geule/Mogntratzerl diverse Karpfenprodukte gereicht (ein Knaller: Karpfen geräuchert). Dazu gab es feinen Riesling und schönes Gebläse.

Es folgte ein gezielter Einkehrschwung beim Brauereigasthof Prechtel in Uehlfeld.

Nach einer Brauereibesichtigung widmeten wir uns dem gebührenden Verkosten diverser Karpfenprodukte mit Livemusik.

Noch einmal einige Infos von Dr. Oberle und Karpfen zum anfassen.

Fahrt durch die Teichlandschaft mit kurzen Spaziergängen.

Zum Abschluss besuchten wir den Meerrettichbauernhof Schmidt („Margas Kren“) in Biengarten. Natürlich konnten Hofprodukte direkt verkostet und erstanden werden. Wir erfuhren wie arbeitsintensiv der Krenanbau ist. Im Anschluss gab es hausgemachten Kuchen (u.a. Apfelkuchen mit Vanillepuddingfüllung und Zimt – herrlich!).

Bilanz: Schön wars! Die meisten Teilnehmer werden den Karpfen als Speisefisch in Zukunft wohl nicht mehr unterschätzen… Mit der richtigen Zubereitung (z.B. in Brotteig oder in Senfsoße) hat er auch richtige Fans gefunden!

Lieben Dank an Klaus Kürzinger für die Idee und die Klasse-Organisation!

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02.11.2008 – Stallweihe

Das Murnau-Werdenfelser Rind ist Passagierin der „Arche des Geschmacks“, einem internationalen Projekt von Slow Food.

Der Züchtergemeinschaft Dr. Rupert Ebner und Dr. Franz Eller gelang es (mit viel Enthusiasmus) in den letzten 2 1/2 Jahren eine Herde Murnau-Werdenfelser Rinder aufzubauen. Die Sommerweide liegt im Moor-Renaturierungsgebiet „Langer Weiher“ südlich von Neuburg a. d. Donau.

Zur Stallweihe am 02.11.2008 im neu gefundenen Winterquartier im Gut Rohrenfeld (Wittelsbacher Ausgleichsfond) fanden sich nunmehr Freunde und Unterstützer der Familien Ebner und Eller zusammen. Eine wunderbare Veranstaltung – ein hoch respektables Projekt!

Verkostet wurden:

  • Leberstreichwurst vom Murnau-Werdenfelser Rind
  • Sauerbraten vom Murnau-Werdenfelser Rind mit Rahm-Wirsing und Semmelknödel
  • Brunnthaler Mineralwasser und Fassbier der Juliusbrauerei Neuburg

Für das vorzügliche Essen zeichnete sich die Küche des Gasthofs Neuwirt in Neuburg verantwortlich.

Dr. Rupert Ebner – Dr. Franz Eller. Landrat Neuburg-Schrobenhausen Roland Weigert mit Vorgänger Dr. Richard Keßler:

Hochwürden Helmut Bullinger bei der Stallsegnung – Neuburger Jagdhornbläser:

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29.11.2008 – Adventsbeginn im Gasthof Stirzer

Vorabend zum ersten Advent im Gasthof Stirzer. Das Ehepaar Irmgard und Sepp Hierl bewirtschaften den Historischen in Dietfurt. Seit Mitte dieses Jahres sind sie auch Fördermitglieder von Slow Food Deutschland und gehören zu unserem Convivium.

Zeit wurde es also, sich hier zu einem „Willkommensbesuch“ einzufinden!

Die Hierls erläuterten uns kurz ihre „Wirts- und Küchenphilosophie“. Beim gemeinsamen Abendessen (quer durch die traumhafte Speisekarte) verbrachten wir gemütliche Stunden am warmen Stubenofen.

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Fortsetzung: Das Jahr 2009.

Fast eine Doppelgeburt

Am vergangenen Freitag hatte das Slow Food Convivium Altmühlfranken Geburtstag. Ohne Voranstellung einer Zahl. Als Leiter des angrenzenden Conviviums Ingolstadt (zudem nördlich auch der Landkreis Eichstätt gehört) war ich dazu eingeladen. Eine schöne Geste. Ihre Reverenz erwiesen auch Dr. Rupert Ebner (Schatzmeister im Vorstand Slow Food Deutschland) und Claus Fesel (Leiter Convivium Nürnberg).

Die Gründung fand im mittelfränkischen Gnotzheim statt. Im dortigen Stadtteil Spielberg findet sich der Gasthof Gentner. Traumhaft auf einer Anhöhe gelegen, gibt es hier wunderschöne, sehr gemütliche Räumlichkeiten und eine vorzügliche Küche. Natürlich ist das Wirtshaus im Slow Food Genussführer gelistet.

Zum Conviviumleiter wählten die anwesenden Gründungsmitglieder Dieter Popp. Sein Stellvertreter ist Robert Prosiegel. Letzterer ist Metzgermeister. Seine Metzgerei ist in Berolzheim. Er ist Vater des „Sauwohl in Altmühlfranken“ – Projekts (weitere Infos). Interessierte Kunden übernehmen dabei eine gemeinsame Schweinepatenschaft. Schaltstelle ist der regionale Metzger. Ein Bauer hält die Tiere in extensiver, ökologischer Weidehaltung. Er bekommt für ein Schwein 500 EUR statt der üblichen 180-200 EUR. Das Tier lebt 11 Monate statt der üblichen 5 Monate. Leben vor dem Tod. Regionale Wertschöpfung. Handwerk. Nutzung des ganzen Tieres. Hochwertige Qualität von Fleisch und Wurst. Preise die Bauern und Metzgern ein echtes Auskommen garantieren. Kunden die zu Co-Produzenten werden. Das Projekt schreit nach einer Umsetzung auch in Ingolstadt! Interessierte Metzger dürfen sich gerne bei mir melden.

Das Menü war sehr fein. Dem Convivium Altmühlfranken alles Gute!

Geburtszeit auch bei der Murnau-Werdenfelser Herde von Ulla und Franz Eller. Auf dem Heimweg fuhren wir in deren Winterstallung vorbei. Diese Dame (Almi)

ist hochträchtig und es hätte sein können… Tierarzt Ebner gab Entwarnung. Schade eigentlich. Wäre gerne dabei gewesen. Und es hätte so schön gepasst – Doppelgeburt. Eine solche gab es tatsächlich aber am Vortag:

Mutter Lobelia mit Cebelia und Bebelia. Wunderschöne Tiere! Ich bin sehr froh, dass ich vor gut fünf Jahren über Slow Food gestolpert bin.

Nachtrag (26.11.12): 24 Stunden später war es dann soweit. Almi hat sich erleichtert: