Weineinkauf in Ingolstadt (8): Wein für Füchse

Die kleine Reihe „Weineinkauf in Ingolstadt“, die hier ihren Anfang nahm, findet heute ihr Ende. Es gibt neben den genannten sechs Quellen weitere, diese scheinen mir aber nicht erwähnenswert.

Was Walter „Woidl“ Haber und Josef „Josi“ Jauernig mit ihrer großartigen Neuen Welt in der Griesbadgasse 7 auf die Beine gestellt haben, ist weit über unsere Region hinaus einmalig.

wff (1)Der Kultort war mir zum Ende des Gymnasiums fast eine zweite Heimstätte. Hier probierte ich mein erstes Guinness, meinen ersten Single Malt. Denkwürdige Bühnenauftritte sind mir bis heute unvergessen – darunter natürlich auch die Hart an der Scherzgrenze abgelaufene Kabarettistengeburt Günter Grünwalds. Unzählige Male haben – alles frisch und selbst bereitet/gekocht – das Tsatsiki, die Gulaschsuppe, das Chili con Carne oder die Spaghetti Bolognese meinen Hunger angenehm besänftigt. Danke dafür!

Was am 3. Oktober 1983 mit Rudi Trögl & Sundown begann, soll – das ist leider immer noch tagesaktuell – Ende Juli diesen Jahres sein Ende finden… Unvorstellbar! Nachtrag (16.04.2016): Jetzt ist es spruchreif: Ab 01. August übernimmt Johannes Langer die Neue Welt. Eine gute Nachricht!

Zum Wein. Und damit zum Soloprogramm (über die Neue Welt hinaus) von Josi Jauernig:

wff (10)Uneingeschränkt solo stimmt nicht ganz: Seine hochsympathische(!) Frau Gabi unterstützt ihn dabei. Seit 2003 handelt er – ohne Ladengeschäft von Kösching aus – unter „Wein für Füchse“ mit dem vergorenen Saft der Weinbeeren. Ein perfekter Einstieg in das Sortiment wäre die Teilnahme bei einer der immer wieder stattfindenden Weinverkostungen:

wff (6)Es sind nicht wenige die regelmäßig daran teilnehmen, aber nicht unbedingt der Weine wegen, die sie – weil bereits bekannt – auch einfach per Telefon oder E-Mail bei ihm bestellen könnten. Es ist das fantastische Buffet das einen dazu erwartet:

wff (4)Mein steter Höhepunkt: Die mit Basilikumpesto und Tomatensugo gefüllten Pfannkuchenrollen. RRR!

wff (3)Ich bin gespannt wo in Zukunft die Verkostungen stattfinden werden … das Buffet eröffnet wird 😉 Zu den traditionellen 25 Fragen:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zu „Wein für Füchse“?

Das war eine Mischung aus persönlichem Interesse und der Notwendigkeit, unseren gastronomischen Betrieb mit halbwegs vernünftigen Weinen auszustatten. Das war damals nicht ganz so einfach.

2. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Verkauf?

Gute Weine für „normale“ Menschen zu vernünftigen Preisen anbieten, gerne etwas abseits vom Mainstream. Etikettentrinker werden bei mir nur ganz selten fündig. Anfangs habe ich nur Weine angeboten, von denen ich selber überzeugt war. Mittlerweile verlasse ich mich nicht mehr nur auf meinen Geschmack, sondern habe gelernt, dass es viele qualitativ gute Weine gibt, mit denen ich selber nicht viel anfangen kann, anderen Weinfreunden aber großes Vergnügen bereiten. Geschmäcker sind verschieden (Gottseidank)!

3. Welches Sortiment wird angeboten?

Überwiegend italienische Weine, daneben Wein aus Spanien, Portugal und eher selten Frankreich. Bei den Weißweinen bevorzuge ich deutsche Qualitäten aus der Pfalz und Franken (möchte ich, sobald ich Zeit habe, gerne noch auf andere Anbaugebiete ausweiten). Nur Weine aus Übersee haben bei mir keine Chance.

4. Gibt es neben Wein noch anderes?

Ich bin ein großer Fan von schottischem Single Malt Whisky. Auch hier bewege ich mich mit meinem kleinen Angebot weit ab von üblichen Pfaden. Ich bevorzuge Abfüllungen der unabhängigen Händler in kleiner Auflage. Weiterhin gibts noch gute Obstbrände aus Franken und Österreich.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion? Nein.

wff (5)6. Wie steht „Wein für Füchse“ zum deutschen Wein?

Bei den Weißweinen, wie gesagt, bin ich äußerst positiv eingestellt, da gibt es weltweit kaum was Besseres was Qualität und Preis angeht. Bei den Roten habe ich noch meine Probleme. Das ist aber eher mein persönlicher Geschmack. Ich habe ein paar Kunden, die diese Weine nachfragen, und die bekommen sie natürlich auch.

7. Kann man bei „Wein für Füchse“ Weine probieren?

Derzeit nur bei den Verkostungen. Ich habe aber auch schon kleine private Verkostungen durchgeführt, wo es um Wein für große Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten ging.

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er zu Wein für Füchse?

Das ist zwar nicht ganz so einfach, aber passiert immer wieder mal. Meistens kommt er in Begleitung eines meiner Kunden zur Verkostung. Dann gibts nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat er ein geschmackliches „Aha-Erlebnis“, oder er kann mit den neuen sensorischen Eindrücken nichts anfangen. Im positivsten Fall ist sein Interesse geweckt, er bildet sich geschmacklich weiter, kommt wieder und wird Kunde. Wenn der Geschmack erstmal positiv „versaut“ ist, kann er mit den Weinen, die er vorher konsumiert hat, nichts mehr anfangen (auch wenn diese billiger wären).

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden bei Wein für Füchse? 90:10

10. Josi nimmt drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?

Das kommt jetzt aber schon auf die Insel an. Außerdem sind 3 viel zu wenig.

11. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Du gerne zusammen eine Flasche leeren?

Da habe ich keine besonderen Vorlieben, solange die „Chemie“ stimmt. Du kannst aber sicher sein, dass ich mit den Menschen, die für mich wichtig sind, regelmäßig ein Fläschchen leere. Das sind auch alles Persönlichkeiten.

wff (8)12. Burgunder oder Bordeaux?

Wenn überhaupt eher Burgunder. Da gabs schon ein paar, die mir sehr gut gefallen haben, aber die befanden sich alle weit jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten. Zu den meisten Bordeaux Weinen finde ich leider nicht den richtigen Zugang. Da bin ich wahrscheinlich zu einfach gestrickt. Die überlasse ich gerne den ausgewiesenen Experten.

13. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?

Bei einem Besuch eines kleinen Weingutes in der nördlichen Toskana durfte ich mal, zusammen mit meiner Frau, einen sortenreinen „Colorino“ probieren, eine autochthone Rebsorte, die normalerweise nur in Cuvées verwendet wird, weil er sehr gut färbt und dem Ganzen ein charakteristische, sehr eigentümliche geschmackliche Note verleiht. Das war Liebe auf den ersten Schluck. Leider werden da nur sehr kleine Mengen produziert, aber ein paar Flaschen sind seitdem auf jeder Palette, die ich bei diesem Weingut bestelle. Wir genießen ihn nur zu besonderen Gelegenheiten, ohne Essen, einfach so und sind immer wieder begeistert von seiner Tiefe und Vielfältigkeit.

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?

Kann ich nicht sagen, solange ich ihn nicht probiert habe. In diesem Preissegment bin ich noch nicht angekommen. Ich kämpfe mich immer noch durch die schier unendliche Vielfalt von guten bis sehr guten Weinen, die im Bereich bis 15 EUR zu haben sind.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Du?

Ich bevorzuge, abhängig vom Flascheninhalt, guten Kork, Schraubverschluss, Diamkorken und Nomacorc Bio aus Zuckerrohrfaser.

16. Dein Verhältnis zur Weinsprache?

Soviel wie unbedingt sein muss, aber man sollte es nicht übertreiben.

17. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?

Natürlich im Weinberg, aber ohne unterstützende Kellertechnik geht es nicht mehr. Viele unangenehme Fehler konnten dadurch fast völlig ausgemerzt werden. Ich bin allerdings gegen die Manipulationen, durch die man aus mäßigem Lesegut, vermeintlich besseren Wein „produzieren“ kann.

wff (9)18. Wo würdet Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?

Nirgendwo! Mein Respekt gehört den kleinen Winzern, die diesen Knochenjob mit Hingabe und Fachwissen machen, aber für mich wäre das nichts. Dazu muss man geboren sein.

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum? Da will ich mir kein Urteil anmaßen.

20. Welche ist unterschätzt? Warum? Siehe oben.

21. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?

Sagen wir mal, die 3 wichtigsten Voraussetzungen, damit Weinkonsum zum Genuss werden kann: Der richtige Wein, passend zum Anlass, bei passender Temperatur aus einem entsprechenden Glas, sollte dann eigentlich zum Genuss werden. Der Rest liegt beim Konsumenten.

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?

Da hab ich keine Empfehlung, ich nehme immer den, der gerade verfügbar ist und zum Rezept passt.

wff (7)23. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?

Hier eignet sich am besten irgendein überlagerter Schaumwein, den kein Mensch mehr trinken will.

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?

Bei Prognosen über die Haltbarkeit und zu erwartenden Entwicklung von Weinen bin ich äußerst vorsichtig. Selbst absolute Fachleute haben sich da schon gewaltig verschätzt. Die meisten der Weine, die heute entstehen, sind nicht für lange Lagerzeiten geeignet. Ich würde mir nicht früher als 5 Jahre vor dem Termin Gedanken über einen geeigneten Wein machen. Und dann stellt sich natürlich die Frage, wer dann diesen Wein trinkt. Der gerade volljährig Gewordene steht in seiner geschmacklichen Entwicklung ja noch ganz am Anfang (mag vielleicht noch gar keinen Wein oder wie z.B. mein Herr Sohn, nur besten Dessertwein) und wird mit Sicherheit andere Weine bevorzugen als die erfahrenen Weintrinker, die selbigen bei der Feier mitgenießen dürfen.

25. Welches Verhältnis hast Du zum Bier? Wie nimmst Du die lebendige Craft-Bier Bewegung war?

Ich trinke seit vielen Jahren schon kaum noch Bier. Das mindert mein Interesse an diesem Getränk natürlich schon sehr. Das zunehmende Angebot von handwerklich, in kleinen Mengen gebrauten Bieren, sehe ich aber durchaus als eine Bereicherung unserer Bierkultur.

Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …ein Vergnügen, wenn man die richtigen Kunden hat. Ich begegne bei meinen Verkostungen vielen sympathischen und aufgeschlossenen Menschen, die trotz ihrer Vorlieben auch mal bereit sind, etwas Neues zu entdecken und nicht nur dem Mainstream hinterher hecheln.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil … Gegenfrage: Warum gibt es in Ingolstadt keinen gut sortierten Feinkostladen? Nicht dass ich den persönlich vermisse, ich bin ja eher ein Anhänger der einfachen Zutaten, aber für eine Großstadt ist das schon sehr erstaunlich. Tatsächlich hat die Ingolstädter Weinszene (gibt es die überhaupt?) derzeit keine ausgewiesene gastronomische Anlaufstelle. Ich bin mir nicht sicher, ob das besagte Weinlokal in unserer Stadt wirtschaftlich überleben könnte. Geeignete Geschäftsräume, gutes Personal und guter Wein sind nun mal teuer und ohne einen engagierten, fachkundigen Betreiber, der nicht unbedingt die betriebswirtschaftliche Auswertung zu seinem Credo macht, geht natürlich schon mal gar nichts. Es gibt aber in der Stadt mittlerweile eine Handvoll von Lokalen, wo man ohne weiteres vernünftigen Wein bekommt, ohne sich finanziell zu ruinieren. Das macht Hoffnung!

Wein für Füchse – Josef Jauernig. Tel: 08456/96284

wff (11)

Weineinkauf in Ingolstadt (7): Langer Weine

Ich benenne eine weitere Quelle zum Thema “Weineinkauf in Ingolstadt” (Ausgangspunkt). Heute geht es dafür ins Rampenlicht. Bühne frei – Vorhang auf – für Johannes Langer! Ich treffe den Stadionsprecher des amtierenden Deutschen Eishockey-Meisters und künstlerischen Leiter des Altstadttheaters – eben genau hier.

langer2Zwei Mal im Jahr – um Ostern und in der Adventszeit – gibt es die Gelegenheit Teile seines Sortiments zu verkosten. Trinken im Theater. Großes Kino.

Immer mit dabei: Robert Winter. Einer (mein Favorit) der drei Käsehändler auf dem Ingolstädter Wochenmarkt. Wenn wir die nicht hätten!

langer3Seit 2005 betreibt Langer seinen „Garagenhandel“. Er muss nicht davon leben. Im Programm hat er deshalb nur Weine, von denen er „persönlich absolut überzeugt“ ist – „ohne Kompromisse“. Gleich drei schöne Entdeckungen durfte ich diesmal machen: Die Grünen Veltliner vom Weingut Söllner (Wagram/Österreich), die Weißburgunder vom Weingut Frey (Baden) und die „Cuvée Marc“ der Domaine Les Grands Bois. Danke dafür!

langer11. Welches Sortiment wird angeboten?
Nur Wein. Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.

langer42. Welche drei Flaschen nimmt Johannes Langer auf die berühmte Insel mit?
Ein mineralischer Sauvignon Blanc
Ein kräftiger Roter mit Finesse und Eleganz
Ein Châteauneuf du Pape der Domaine de la Mordorée

3. Wo würdest Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Gegenwärtig an der südlichen Rhône.

langer54. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Korkenzieher, gutes Glas, nicht alleine.

5. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Einer, den ich auch trinken würde.

langer6Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
für mich ein reines Vergnügen.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
Ingolstadt kulinarisch ein schwieriges Pflaster ist.

En passent erfahre ich von der Existenz der „Holledauer Weinbruderschaft“ in Pfaffenhofen. Mit dabei: Langer und Winter. Interessant…

Langer Weine – Kontakt: 0160-8402859.

Fortsetzung.

Weineinkauf in Ingolstadt (6): Ars Vivendi

Wanderer, kamst du nach Ingolstadt, hattest du um in die Altstadt zu gelangen, die Wahl zwischen vier Haupttoren. Geblieben davon ist nur das Kreuztor. Geschichte sind leider Feldkirchner-, Harder- und Donautor. Wobei – beim Feldkirchner tut sich ja ein bisserl was… Stilgerechten Zugang gewähren noch das Münzbergtor und insbesondere der Taschenturm – beides Nebentore.

ars6Betritt man durch letzteres die Stadt, zeigt sich diese sofort äußerst genussfreudig! Das ist für die Schanz ungewohnt wie erfreulich zugleich… Hier, in der Taschenturmstraße 10, fällt nämlich der Augenschein auf das Ars Vivendi. Damit sind wir bei einer weiteren Publikation meiner Sequenz “Weineinkauf in Ingolstadt” (Ausgangspunkt).

arsGegründet in den frühen 90er Jahren, bestellen seit März 2008 Marianne und Rüdiger Ahnfeldt diese Stätte der Lebensfreude. Sie tun das mit Lust und Hingabe. Sehr erfreulich: Die beiden sind Unterstützer von Slow Food.

Vergangenen März besuchte ich in München die Slow Wine Degustation 2014. Besonders gefallen hat mir dort der Majoli, ein Ruchè di Castagnole Monferrato (DOC) vom kleinen Weingut dacapo (7,5 Hektar/50.000 Flaschen/Jahr/biologische Bewirtschaftung). Mein Bericht hier. Was erblickt man gegenwärtig im Ars Vivendi auf der Anrichte links nach dem Eingang? Seht selbst:

ars4Das tut gut. Zu wissen, am richtigen Platz zu sein! Auch die Ahnfeldts haben sich meinen 25 Fragen und zwei Satzergänzungen gestellt:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zum Ars Vivendi?
Aus Liebe zu Italien (wir haben beide schon in Italien gelebt und uns auch dort kennengelernt) und seinen Weinen. Als wir nach Ingolstadt zurückgekehrt sind, bot sich die Gelegenheit das Arsvivendi, welches uns als Kunden seit vielen Jahren gut bekannt war, zu übernehmen. Außerdem gab es endlich einen Grund eine APE anzuschaffen!

ars12. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Laden?
Wir führen ausschließlich italienische Weine aus einer tiefen Affinität zu Italien und weil es in unserem kleinen Geschäft nicht sinnvoll wäre, Weine aus aller Welt zu verkaufen – dann hätten wir von jedem etwas. So können wir auch Weine anbieten, die es sonst eher selten gibt, aber trotzdem wert sind sie zu entdecken. Unsere Philosophie ist ganz einfach: Wir verkaufen nichts, was wir nicht selber essen und trinken würden. Ein Pesto mit Sonnenblumenöl oder Petersilie wird es bei uns nicht geben (nicht weil das etwas Schlechtes wäre, sondern weil das dort einfach nicht reingehört). Ebenso einen Wein, der mit Holzchips hergestellt wird (in der EU sowieso nicht zugelassen). Zu unserer Philosophie gehört auch, dass wir die meisten unserer Winzer persönlich kennen. Auch ist es uns ein besonderes Anliegen, kleinere engagierte Betriebe zu unterstützen und zu fördern, auch wenn das manchmal etwas mühsam ist.

3. Welches Sortiment wird angeboten?
Wein und Sekt, Olivenöl, Grappa und Feinkost, alles ausschließlich aus Italien.

4. Gibt es neben Wein noch anderes?
s.o.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion?
Nein, wir versuchen Kompetenz für ganz Italien zu erwerben.

6. Wie steht das Ars Vivendi zum deutschen Wein?
Der deutsche Wein ist nirgendwo in der Welt so schlecht angesehen, wie in Deutschland selbst. Auch hier hat eine junge Winzergeneration übernommen, von der schon einiges Interessantes im Glas gelandet ist. Wir erwarten in Zukunft noch viel mehr davon.

7. Kann man im Ars Vivendi Weine probieren?
Ja natürlich, es ist sowieso fast immer etwas offen. Bei Interesse machen wir auch gerne ein paar Flaschen auf.
Auch Grappa und Olivenöl kann man bei uns jederzeit probieren (das ist eigentlich viel wichtiger als beim Wein).

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er in das Ars Vivendi?
Wir haben leider noch keinen Wein in der Preisklasse gefunden, der uns überzeugt hätte. Wir bleiben trotzdem weiter auf der Suche nach günstigen und guten Weinen.

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden im Ars Vivendi?
Überwiegend Stammkunden.

10. Die Ahnfeldts nehmen drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?
Opere Trevigiane Rosé Brut
-Sauvignon Collio von Vigna del Lauro
-Löwengang Chardonnay von Lageder
-Perda Pinta Sulle Bucce von Giuseppe Sedilesu
-Amativo von Cantele
-MCM Merlot von Lageder
-Brunello di Montalcino von Fanti
-Barolo Bricco Sarmassa von Brezza
-Amarone Riserva von Sergio Zenato
Uups, das sind wohl schon mehr als drei. Aber ohne die gehen wir auf keine einsame Insel (auch wenn wir Übergepäck zahlen müssen).

ars311. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Ihr gerne zusammen eine Flasche leeren?
-Nelson Mandela (leider geht das wohl nicht mehr)
-Russel Crowe (obwohl er offensichtlich Bordeauxweine vorzieht)
-Carlo Petrini (der mag wohl italienische Weine)

12. Burgunder oder Bordeaux?
Für uns kann es eigentlich nur heißen: Piemont oder Toskana! Die Antwort wäre in beiden Fällen: Sowohl als auch.

13. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?
Da gäbe es natürlich viele, hier nur ein Beispiel: Vor vielen Jahren waren wir in Italien in einem Restaurant mit Michelinstern zum Abendessen. Mit dabei waren die Nichte und der Neffe jeweils mit Freund/Freundin, alle noch recht jung und weinunerfahren. Nach der Essenbestellung haben wir uns einen passenden Wein empfehlen lassen. Der Padrone hat also eine Flasche Rotwein geöffnet und eingeschenkt, ohne uns davon in Kenntnis zu setzen, was er denn da kredenzt. Nun gut, die Gefahr in einem guten italienischen Restaurant einen schlechten Wein zu bekommen ist relativ gering – dachten wir. Nach dem ersten Schluck tönte es 6 mal, wie aus einem Mund:“Der ist aber gut!“ Es wurde uns ein Tignanello serviert, der erste Kultwein Italiens. Das hat uns auf eindrückliche Weise gezeigt, dass auch Nichtweinkenner einen besonderen Wein erkennen. Zum Glück war der Kult um den Tignanello noch nicht so ausgeprägt wie jetzt und der finanzielle Verlust hielt sich damals noch in Grenzen.

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?
Tiefe, Eleganz, Vielschichtigkeit. Er sollte auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben, sonst ist er die € 30 nicht wert.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Ihr?
Wir sind alternativen Verschlüssen sehr aufgeschlossen, sie haben viele Vorteile ggü. Kork. Die Erfahrung zeigt uns allerdings, dass viele unserer Kunden das noch anders sehen.

16. Euer Verhältnis zur Weinsprache?
Die Weinsprache ist wichtig im Umgang mit „Profis“. Mit Kunden reden wir lieber Klartext. Außerdem sind wir der Meinung, es sollte sich niemand von Fachbegriffen allzu sehr beeindrucken lassen.

ars817. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?
Ein wirklich guter Wein entsteht immer im Weinberg UND im Keller.

18. Wo würdet Ihr gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Leider bin ich nicht ganz schwindelfrei, sonst würde ich die 5Terre vorziehen (steilste Steillagen). Wenn man dort einen falschen Schritt macht, landet man nach ein paar hundert Metern im Meer. Deshalb würde ich die Maremma (Küstenregion der Toskana) vorziehen. Sehr gute Lagen, die fantastische Weine hervorbringen und trotzdem Meerblick.

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum?
Auf Italien bezogen ist im Moment aus unserer Sicht keine Region überbewertet. Für die anderen Länder mögen wir keine Einschätzung abgeben.

20. Welche ist unterschätzt? Warum?
Wiederrum nur auf Italien bezogen: Apulien (wie eigentlich ganz Süditalien). Es gibt dort ursprüngliche, saubere Weine, die noch stark unterbewertet sind. Auch das Friaul ist noch vielfach unterschätzt.

21. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Für den Weingenuss gibt es bei uns keine Regeln, wichtig ist bewusst zu genießen, nicht nur beim Wein.

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Typische Juristenantwort: Das kommt darauf an. Wenn etwas Gutes herauskommen soll, muss man auch etwas Gutes rein tun, somit ist jeder gute Wein ein guter Kochwein.

ars223. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?
Ganz klar ein Franciacorta, die italienische Version des Champagners. Für uns mindestens genauso gut, allerdings zur Hälfte des Preises. Alternativ ein Winzersekt „Methodo Classico“ (Flaschengärung), z.B. Fulvio Beo von Ca Rugate, lieferbar bis zur Größe Nebucodonosor (15 Liter!!!), falls das Schiff etwas größer sein sollte.

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?
Wir würden nicht empfehlen einen Wein so lange aufzuheben. Die Lagerung eines Weines für so einen langen Zeitraum ist sehr aufwendig und optimale Bedingungen (gleichbleibende Temperatur, Erschütterungsfreiheit, optimale Luftfeuchtigkeit) sind für Ottonormalverbraucher kaum zu schaffen. Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Falls es doch sein muss, versprechen die drei großen „BBB“ (Barolo, Barbaresco, Brunello) die besten Ergebnisse, außerdem können wir noch ein Amarone empfehlen. Auf jeden Fall sollte man mehrere Flaschen davon einlagern, weil auch unter optimalen Bedingungen nicht alle Flaschen überleben werden.

25. Welches Verhältnis habt Ihr zum Bier? Wie nehmt Ihr die lebendige Craft-Bier Bewegung war?
„Bier oder Wein“ ist für uns keine Frage, gerade Craft-Bier ist ein hochspannendes Thema. Arsvivendi verfolgt die Bewegung seit geraumer Zeit aufmerksam (in Italien ist sie schon viel verbreiteter als bei uns).

ars7Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
angenehm, der guten Kundschaft wegen.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
gute Frage! Wieso gibt es kein Feinkostgeschäft, kein Käsegeschäft, kein Fischgeschäft, wenig gute Restaurants in Ingolstadt?

In Sachen Wein-Lokal könnte sich (hochspekulativ aber nicht aussichtslos) aus dieser Ecke in Zukunft (wieder) etwas ergeben… Die Ahnfeldts haben einen Neffen. Florian Beyer. Kenner wissen noch um sein feines – leider vergangenes – Lokal in der Hohe-Schul-Straße 2 a (Café Beyer). Ach wäre das schön!

ars10Fortsetzung.

Weineinkauf in Ingolstadt (5): Weinschmecker

Endlich! – ich höre das befreiende Aufatmen: Die fünfte Ausgabe meiner Serie „Weineinkauf in Ingolstadt“ ist online. Gleich zu Beginn versprach ich den Lesern die Hervorhebung von „brauchbaren Einkaufsmöglichkeiten“. Die weinerliche Realität im Lande: 26 % seines vergorenen Traubensafts kauft der Germane im Supermarkt, gar 48 % im Discounter (DWI für 2013)… so errechnet sich dann auch für die Flasche (0,75 l) der sagenhafte Durchschnittspreis von 2,13 EUR (DWI für 2013)…

Ich kann es gar nicht oft genug aufschlüsseln: Zieht man die darin enthalten 19% Umsatzsteuer ab, verbleiben 1,79 EUR. Abzüglich der Marge des Handels, der Kosten für Flasche/Karton, Verschluss, Etikett, Verpackung, Werbung, Transport (viele Tropfen kommen von sehr weit her), Lagerung, Verarbeitung, Ernte, Anbau, etc. verbleibt… ja was denn? Das Ganze hat nur ein einziges Mal zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligter wirklich funktioniert. Nachzulesen im Johannesevangelium, dort 2,1 – 12: Die Hochzeit zu Kana.

Im Westpark und drumherum bin ich sehr selten. Mir fehlen die Gründe… Ausnahme: SPORT IN und eine Genussquelle, die sich in der Friedrichshofener Straße 1 bei Beate und Jürgen Nüßler mit ihrem Weinschmecker findet:

weinschmeckerDa hat jemand sein Steckenpferd zum Beruf gemacht. Diese Lust kommt (auch) uns, den Kunden, zugute. In ansprechenden Räumlichkeiten. In einer ehrlich-herzlichen Atmosphäre.

Die Nüßlers sparen nicht an und am Personal! Auf dem Bild oben fehlt ein Teil der Truppe… Was mich besonders beeindruckt: Regelmäßig werden die Mitarbeiter auf Weinreisen mitgenommen (bis nach Sizilien!). Überhaupt ist man stetig unterwegs um den persönlichen Kontakt zum Winzer zu pflegen und um neue Weine zu entdecken. Dazu wird deren Biographie akribisch am Ort ihrer Entstehung recherchiert.

Gerade hat man im Meer des belanglosen Massenweins (Soave-Gebiet) mit dem Weingut Suavia (Jahresproduktion (nur) 100.000 Flaschen und im Slow Wine Führer von Slow Food gelistet) eine feine Entdeckung gemacht. „Le Rive“ herrlich!

weinschmecker5Tipp: Wird zum Entenragout am 04.10.2014 (Kulinarischer „Samstag-Mittag“) gereicht. Womit wir bei den regelmäßigen Veranstaltungen des Hauses wären. Als ich die Fotos machte gab es Zitronenrisotto mit Jakobsmuscheln:

weinschmecker4

En passant. Schon mal die schönen Gastro-Flaschen von Jesuitenquelle gesehen?

weinschmecker3Als ich dieses Frühjahr auf der Slow Wine Präsentation in München war – wen habe ich da getroffen? Die Nüßlers… aus vollkommen unerklärlichen Gründen sind sie (noch) nicht… dieser und jener Link helfen 🙂

25 Fragen und zwei Satzergänzungen habe ich mir ausgedacht. Jürgen Nüßler hat sie beantwortet:

1. Als Weinhändler wird man nicht geboren. Wie kam es zum Weinschmecker?
Durch meine Ausbildung 1983 als Kellner im Hotel Rappensberger habe ich mich schon immer mit Wein, Sekt & Feinkost beschäftigt. Ein Winzer aus Rheinhessen hat mich 1988 angesprochen, ob ich seinen vorhandenen Kundenstamm in Ingolstadt betreuen möchte. So hat alles angefangen. Was damals als Hobby begann, ist seit 4 Jahren mein Hauptberuf. Ich hatte die „Weinschmecker-Idee“ schon viele Jahre im Kopf, nur der richtige Standort und Zeitpunkt fehlte noch. Als uns dann der Standort in der Friedrichshofener Straße angeboten wurde, fiel die Entscheidung für meine Frau Beate und mich relativ leicht, da wir von Anfang an vom Konzept überzeugt waren.

2. Idee, Ausrichtung, Philosophie – wie tickt der Laden?
Philosophie: In jedem Bereich „sehr persönlich“. Die Familie Nüßler ist so viel wie möglich präsent. Wir versuchen diese Philosophie auch unseren Mitarbeitern zu vermitteln und gehen gemeinsam auf Weinreisen. Idee & Ausrichtung: Lebensgefühl mit Produkten (Wein & Feinkost) zu vermitteln, deren Herkunft & Qualität wir kennen. Wir wissen, wo die Trauben wachsen, wie sie gepflegt und geerntet werden. Wir versuchen unsere Einstellung und die der Winzer, deren Liebe zum Weinbau und ihre Ideen, durch Weinproben, Seminare und Winzerabende, den Kunden näher zu bringen. Wir kennen alle Winzer, Familien, Kellermeister & Produzenten persönlich.

3. Welches Sortiment wird angeboten?
Wein: Die Hälfte des Sortiments besteht aus italienischen Weinen & Prosecco/Franciacorta, die andere Hälfte drittelt sich in Deutschland, Österreich und Spanien. Spirituosen: Fruchtschnäpse & Liköre aus Baden, Whisky aus Schwaben, Grappe aus Italien. Feinkost: Ähnlich wie bei den Weinen. Alles direkt vom Produzenten!

4. Gibt es neben Wein noch anderes?
Unsere Feinkostabteilung ist stark angewachsen. Olivenöle, Bioprodukte, Sugi, Pasta, Antipasti, Dolce, Grissini…, fast alles direkt von Produzenten, die wir schon einmal besucht haben. Weinaccessoires, Grappe, Fruchtbrände und –liköre,… Tolle Sachen, die sich wunderbar für Geschenke kombinieren lassen.

5. Gibt es eine besondere Kompetenz für eine Anbauregion?
Besondere nicht; ich fühle mich aber im Piemont sehr wohl, da dort über viele Jahre gewachsenen Freundschaften mit Weinliebhabern, Produzenten und Winzern bestehen.

6. Wie steht der Weinschmecker zum deutschen Wein?
Der deutsche Weißwein ist international sehr angesehen. Der bekannte Barolo Winzer Aldo Vajra versucht z.B. seit Jahren Riesling anzubauen. Nur, er bekommt es nie so hin, wie wir Deutschen an der Mosel oder am Rhein. Er beneidet uns deswegen sehr. Wir haben uns für die junge, deutsche Winzergeneration entschieden. Diese geht weg vom typischen Geschmacksbild der früheren deutschen Weine. Jung getrunken, peppig, frisch mit modernem Stil, auch was die Optik des Etiketts betrifft. Wir haben z.B. Christian Stahl aus Franken oder Carolin & Jürgen Hoffmann aus Rheinhessen & Mosel im Programm. Beide haben viele Auszeichnung (Falstaff-Sieger, Jungwinzer des Jahres u.v.m.).

weinschmecker67. Kann man im Weinschmecker Weine probieren?
Viele Weine stehen zur Verkostung bereit. Es wird individuell versucht, auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Wenn jemand aber kommt und will einen Barolo probieren, muss ich schon mal sagen, dass dieser Wein erst atmen muss und Sauerstoff braucht. Wenn dieser Wein sofort nach dem Öffnen verkostet wird, kann er sich niemals voll entwickeln und sein wahres Potenzial zeigen.

8. Der heimische Durchschnittskunde gab 2013 für eine Flasche (0,75 l) Wein 2,13 EUR aus. Wie findet er in den Weinschmecker?
Vernünftige Qualität hat in jedem Bereich unseres Lebens seinen Preis. Bei uns geht’s ab 4,- EUR los. Dazu stehe ich auch! Unser Hauptaugenmerk ist die Preisklasse zwischen 6,-. und 14,- EUR. Da bekommt man richtig gute Qualitäten mit Persönlichkeit und Bezug zum Terroir. Das macht ca. 75 % unseres gesamten Sortiments aus. Immer mehr Verbraucher machen sich ernsthafte Gedanken über die Arbeit der Winzer, deren Bedingungen, Erträge, Qualitäten und andere Komponenten wie saubere Kellerarbeit, Lagerung, Transportkosten, Korken. Wenn man dies alles zusammenzählt, kommt man schnell zu einem Ergebnis was Weingenuss kostet.

9. Wie ist das Verhältnis von Stamm- und Laufkunden im Weinschmecker?
95 % Stammkundschaft! Und wer einmal da war, kommt immer wieder gerne, auch wenn es nur mal auf ein Glas Wein oder Cappuccino ist.

10. Jürgen Nüßler nimmt drei Flaschen auf die berühmte Insel mit. Welche?
1 Flasche „Brause“ Sekt von Christian Stahl / Franken, 1 Flasche Sauvignon Blanc „Col Matiss“ von La Tunella / Friaul, 1 Flasche Barolo „Bricco dell Viole“ von Aldo Vajra / Piemont und wenn ich dann noch einen Grappa von Berta aus Mombaruzzo / Piemont bekomme, bin ich glücklich.

11. Mit welchen drei Persönlichkeiten würdest Du gerne zusammen eine Flasche leeren?
a) Gaia Gaja, vom Weingut Gaja in Barbaresco (die Ehre hatte ich heuer im Piemont),
b) Günter Jauch, um zu erfahren, ob er wirklich Ahnung von Wein hat oder nur schauspielert und seinen Namen hergibt,
c) Paula Bosch (Sommeliere), weil ich immer dazu lernen will.

12. Burgunder oder Bordeaux?
Keiner von beiden! Ich mag die Franzosen nicht! Zu schlechtes Preis-/Leistung!

weinschmecker213. Gibt es ein besonderes Weinerlebnis?
Die Weinprobe mit Gaia Gaja im Frühjahr 2014 in Barbaresco!

14. Was hat ein Wein der mehr als 30 EUR kostet?
Besser, was sollte er haben: Fülle und Eleganz gleichzeitig. Er muss einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Man muss sich immer daran erinnern können.

15. Welche Flaschenverschlüsse schätzt Du?
Für junge Weine, die innerhalb von 5 Jahren getrunken werden sollen, gibt es keine Alternative zum Schraubverschluss. Für Weine die reifen müssen, Naturkork in einer guten Qualität.

16. Dein Verhältnis zur Weinsprache?
Es gibt zu viele Eigenschaftswörter…

17. Im Weinberg oder im Keller – wo entsteht guter Wein?
Mehr im Weinberg. Ein qualitätsbewusster Winzer hegt und pflegt seinen Rohstoff im Weinberg und erarbeitet sich dort die Basis für sein Produkt. Wer gesundes Traubengut erntet, muss weniger im Keller ausgleichen (Histamine, Sulfite…). Im Weinkeller verleiht er dem Wein seine Handschrift.

18. Wo würdest Du gerne einen eigenen Weinberg bestellen?
Natürlich im Piemont!

19. Welche Weinregion ist überbewertet? Warum?
Bordeaux! Viel zu hohe Preise.

20. Welche ist unterschätzt? Warum?
Soave! Da gibt es wirklich tolle Qualitäten.

weinschmecker721. Die drei wichtigsten Regeln für Weingenuss?
Gute Laune, richtiges Glas & Umgebung und richtige Temperatur des Weins

22. Empfehlung für einen guten Kochwein?
Vernünftige Qualität, man soll es aber nicht übertreiben. Wichtiger ist, während dem Kochen ein gutes Glas Wein zu trinken.

23. Empfehlung für eine gute Flasche zur Schiffstaufe?
Franciacorta!

24. Nachwuchs ist da. Welchen Wein lagere ich zur Feier seiner Volljährigkeit heute ein?
Eine tanninreiche Traubensorte: z.B. Nebbiolo (Barolo) oder Sangiovese grosso (Brunello). Aber in einer vernünftigen Qualität.

25. Welches Verhältnis hast Du zum Bier? Wie nimmst Du die lebendige Craft-Bier Bewegung war?
Es gibt nix Besseres nach dem Sport, wie ein kühles Nordbräu Pils aus der Flasche. Die Craft-Bier-Welle ist bei mir noch nicht angekommen.

Noch zwei Satzergänzungen:

1. Weinverkauf in Ingolstadt ist …
ein besonderes Erlebnis, bei dem man vielen Menschen Freude bereiten kann.

2. In Ingolstadt gibt es keine Wein-Bar, kein Wein-Lokal, weil …
ich noch nicht die richtige Person gefunden habe, die meine Philosophie von Gastfreundschaft versteht und bereit ist, diese zu „Leben“. Ich suche aber „Mr. oder Mrs. Right“! Dann kann alles sehr schnell gehen. Ein Konzept für „Weinschmecker’s“ ist fertig in meinem Kopf.

Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die sich nicht trauen in ein Weinfachgeschäft zu gehen… Fürchtet Euch nicht – im Weinschmecker darf man bei null anfangen. Das Bild zeigt dessen Eingang. Die haben nicht einmal eine Schwelle! Aber viel schönen Inhalt…

weinschmecker8Fortsetzung.

Weineinkauf in Ingolstadt (4): Santa Croce Zugabe

Über Anton Baur und seine umbrischen Weine habe ich bereits hier berichtet. Dieser Tage durfte ich seine jüngste Kreation probieren. Er hat ihr den Namen „Perbacco“ gegeben.

perbacco1

Ich spreche von einem sortenreinen 2011er Cabernet Sauvignon. Die Trauben dieses außergewöhnlichen Jahrgangs stammen vollständig von einer südwestlich ausgerichteten Steillage. Das kleine (ca. 15.000 Flaschen/Jahr) Weingut Santa Croce hat sich ganz der ökologischen Bewirtschaftung verschrieben – im Weinberg und im Keller. Der Perbacco ruhte auf dem Weg seiner Weinwerdung nach dem Stahltank noch sechs Monate im Barrique (Zweitbelegung). Weil Baur wie der Weinkritiker Andreas März (Merum), von dem der Ausdruck stammt, keine „Biberweine“ (holzverseuchte Tropfen) schätzt, hat ihm das nicht geschadet.

Im Gegenteil. Er schmeckt mir bereits heute ausgesprochen gut. Saftig-volle Fruchtigkeit. Die Tannine schon fast ganz eingefangen (aber noch nicht gebändigt). Das Beste, was ich jemals von diesem Weingut im Glas hatte! Und deshalb wird es nicht leicht sein. Nicht leicht sich zu beherrschen und ein Kistchen im Keller einfach zu „vergessen“. In einigen Jahren ist der Wein dann ein Naturereignis. Das wusste Baur. Deshalb hat er ihn auch Perbacco genannt. Übersetzt heißt das nämlich so viel wie „Donnerwetter“ oder „Potzblitz“!

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Weiß ich meine Bestellung bereits sicher notiert, schreibe ich diese letzte Nachricht vollkommen entspannt: Vor Weihnachten kommt noch eine Nachschublieferung nach Ingolstadt. Es gibt insgesamt nur ca. 3.300 Flaschen…

Fortsetzung.