Braukunst Live! 2017

Zur Stunde öffnet in München die Braukunst Live! 2018 ihre Türen. Ich werde morgen dort sein! Zur Vorbereitung und Pflege der Vorfreude habe ich meine Notizen und Fotos vom letzten(!) Jahr gesichtet und bringe sie sogleich hier zur Welt. Mal was anderes.

Die Braukunst Live! 2017 begann eigentlich schon bei der Hinfahrt. Es ist nicht wirklich mit der Wiesn-Zeit vergleichbar, aber man merkte im Zug nach München schon, welche Mitreisende das selbe Ziel haben. Zum Beispiel Bernd Barthelmeß. Im kleinen mittelfränkischen Dorf Raitersaich bei Roßtal nutzt er seine Freizeit sinnvoll und belebt mit dieser, seiner Schöpfung die Biervielfalt:

Der Rest ist schnell erzählt. Schön wars. Informativ wars. Gut wars! Ich halte nur eine kleine Auswahl hoch:

Danach ging es zur bierigen Erdung ins Wirtshaus Zur Schwalbe. Es war, wie sich jetzt herausstellte, mein letzter Besuch dort. Karl Ederer hörte zum Jahresende auf. Passend dazu in der gestrigen (01.02.18) Süddeutschen Zeitung: „Im Wirtshaus Zur Schwalbe in der Schwanthalerstraße 149 hat Starkoch Karl Ederer jetzt die Schlüssel übergeben an Dirk Zeilmann, bis 2015 Betriebsleiter im Restaurant Tramin, das zeitweise sogar einen Stern im Michelin hatte. Danach eröffnete er das kleine Weinlokal Der Weinbeisser in Anzing, und nun übernimmt er die Schwalbe. „Das soll ein richtiges Wohnzimmer werden“, sagt der 45-Jährige, „mit Kartenspielern und Keglern. Ein Wirtshaus fürs Viertel.“ Die Küche ist alpenländisch, eröffnen will Zeilmann im März.“

Wo es morgen hingeht ist noch nicht ganz geklärt. Aber wir werden uns wohl daran orientieren:

Marginalie (49) – Fünfhundert + eins

The year after. Das Jahr eins nach den letztjährigen Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots. Erster Eindruck: An der Donau nichts Neues. Ingolstadt vollzog soeben zum vierten Mal sein „Fest zum Reinen Bier“. Mit dabei: Danielbräu, Herrnbräu, Nordbräu, Schwalbenbräu, Hofbrauhaus Freising, Gutmann, Riedenburger, Schneider (Essing), Weltenburger und – erstmalig – Yankee & Kraut.

Die Zeit um 1516 gab und gibt den Takt vor: In Musik, Gewand und Unterhaltung. Eine solide Veranstaltung. Gut und aufwendig organisiert. Soweit so bekannt.

Damit wird es aber wohl nicht (mehr) gelingen den Bogen neugierig und glaubwürdig ins Heute zu spannen. In eine quicklebendige, kreativ-pulsierende Bierszene, die der lange vergessenen Vielfalt des wunderbaren Tranks Respekt zollt. Das gewählte Format stößt hier an Grenzen. Das zeigt sich bereits an einem nicht zu unterschätzenden Detail. Für alle ausgeschenkten Biere wird ein einheitlicher Steinkrug verwendet. Das ist sicher praktisch – er kann an allen Stationen per Pfandmarke zurückgegeben werden. Und er passt natürlich ins historische Bild. Dem Genuss dient er vielfältig aber gerade nicht. Bereits optisch. Ein Weltenburger Barock Dunkel oder ein Rotbier von Schneider wollen gesehen werden. Die Perlen der Kohlensäure im Weißbier und Pils brauchen Weg und Raum. Und für das herrliche Hopfenbukett eines Indian Pale Ales und seine Aromen ist ein Steinkrug nicht einmal eine Ersatzspielstätte! Da hilft es dann leider auch nicht, die guten Jungs von Yankee & Kraut da zu haben (die zu der oben beschriebenen lebendigen Bierszene gehören). Wobei – da waren sie in persona der Brauer (Bryan France und Max Senner) ja gar nicht – sondern bezeichnenderweise auf der Beer Craft in Bozen…

Ihr ausgeschenktes köstliches „Hoada“ (Black Ale, Kooperations-Gebräu mit Isarkindl) passte jedenfalls zum Wetter – mit dem man letztlich doch Glück im Unglück hatte. Hoada steht (angeblich – ich finde dafür keinen Beleg) für eine kalte, klare Winternacht:

Wenn nicht (nur) mit diesem Fest, wie und wann will Ingolstadt seinem (selbst formulierten!) Anspruch als Bier-Stadt denn gerecht werden? Die Veranstaltungskalender für das weitere Jahr rufen zu dieser Angelegenheit nichts Erwähnenswertes mehr auf… Und ich dachte wirklich, dass es jetzt – nach dem großen Geburtstag – erst so richtig losgeht!

Eine Momentaufnahme beim Ausschank meiner Lieblingsbrauerei – Riedenburger – zeigt auf einen Blick ansatzweise, welches Segel es beherzt zu entrollen gilt:

An dieser Stelle soll deshalb unbedingt auch der neu gegründete Verein der Deutschen Kreativbrauer Erwähnung finden. Zur Vertiefung hier. Ihr gefordertes Natürlichkeitsgebot (lesen!) wäre/ist meine Heimat.

Quelle: www.facebook.com/deutschekreativbrauer

Bei Nordbräu hielt Andrea Mödl – Wirtin im Schutterhof – ihren Veranstaltungskalender für 2017 hoch:

Freitag den 14. Juli ab 18:00 Uhr sollte man sich dabei ganz dick vormerken!

Draußen vollzieht sich zur Stunde immer noch der Abbau des Bierfestes. Wir sind gerne mittendrin 😉

Und gegen ein süffiges Helles im Steinkrug ist ja nichts einzuwenden. Wobei Gerhard Polt auch hier eine Unwägbarkeit sieht („…I ziag o, das heisst ich trinke quasi, aus am Steinkrug, nam, plötzlich vermerke ich a so an Schlader, hab i so an Gschlader im Hois…“).

Abschwenk. Paulaner. Es wird nicht meine Marke werden. Trotz feiner Werbung. Ich konstatiere aber gerne die Bewegung in die richtige Richtung. Probiert am Wochenende im Münchener Wirtshaus im Braunauer Hof. Sehr fein renoviert. Gute Küche (Kalbsherz vom Grill!):

Foto: Moritz Olma

(48) – Marginalie – (50).

Lerne die Braumeister kennen

Letztes Wochenende im hortus medicus. Unter der Parole „Lerne die Braumeister kennen“ bestand die schöne Möglichkeit zum Handschlag mit Bryan France (links) und Max Senner (rechts):

yk2Seit Februar diesen Jahres erfreuen die beiden mit ihrer Ingolstädter Craft-Kreativ-Brauerei Yankee&Kraut den Bierliebhaber. Yankee (Bryan aus Reno/Nevada) & Kraut (Max aus Kösching).

ykBisher gab es drei Kreationen. In der Reihenfolge ihrer Geburt: „Hopulenz IPL“, „Eden Pale Ale“ und „Sonnenfinsternis“. Alle drei sehr wohlgeraten!

yk1Gebraut wird (noch) in Oberfranken (Gypsy-Brewer). Ziel ist eine eigene Braustätte in Ingolstadt. Mit Ausschank vor Ort. Ich drücke die Daumen!

Die Biere sind regional zu haben – im Laden bei EDEKA Wendler und im Getränkemarkt Hörl in Lenting, sowie in der Ingolstädter Gastronomie im Cafe Maximilian, in der Flyts Bar, im Verikoko und im hortus medicus.

Dem „Sonnenfinsternis“ gelang Dank der Eismacher kürzlich gar eine Metamorphose:

yk4Brandneu und nur in einer Mikroauflage gibt es von Yankee&Kraut ein Double Black Cream IPA (ein Collaboration Brew mit Pivovar Raven aus Pilsen). Wenn ich mein Fläschchen habe – Winke, winke Max 😉 – kann ich berichten…

Postskriptum. Bryan France war auch bei der Slow Food Ingolstadt-Veranstaltung „Reines Bier“ dabei.