Schnitzelevolution

Gestern war der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. Gelegenheit ein Vorschaubild auf einen noch zu schöpfenden Bericht über einen kürzlichen Zürichaufenthalt auszuhängen. Ich bin an dem Haus zufällig vorbeigekommen und staunte nicht schlecht:

Mit dem Herrn und insbesondere seinem Wirken habe ich absolut nichts am Hut. Gestern Abend kommentierte (sehr treffend) Wolf Biermann den Jahrestag im heute-journal (ZDF). Ich greife davon fragmentarisch einen Satz heraus und spanne dann einen weiten Bogen:

„Wir müssen es lernen, … die Welt nicht zu retten …, sondern wir müssen sie verbessern. Und das macht Mühe. Und damit sind wir schwer beschäftigt.“

Das gefällt mir. Es erlöst uns vom Absoluten. Vom Perfekten. Von Leuten mit dem Patentrezept. Das gibt es nämlich in einer Welt – dessen einzige Konstante die Veränderung ist – überhaupt nicht. Gleichzeitig gibt es einen klaren Auftrag. Und der ist (auch) nicht einfach: Die (stete) Verbesserung der Welt (für alle). Deshalb ist es für mich immer sehr erquicklich zu beobachten, wenn sich jemand auf den Weg dazu gemacht hat. In Bewegung ist. Die Richtung muss halt stimmen. Und ja – ich erlaube mir diese zu kennen. Jedenfalls beim Thema Landwirtschaft und Lebensmittel.

Als praktisches Beispiel dient mir heute ein Schnitzel „Wiener Art“. Ein Gericht, das bei mir – müsste ich mich festlegen – regelmäßig unter die „top five“ käme. Seit knapp acht Jahren beleben Norbertus und Reinhard von Jordans das Diagonal (Kreuzstraße 12, 85049 Ingolstadt):

Von Anfang an gab es dort dieses Schnitzel. Die Bezugsquelle: Die unendlichen Weiten des Großhandels… Dann im Oktober 2015 der erste sehr löbliche Schritt – siehe hier. Jetzt – seit letzten Sonntag – diese glanzvolle Weiterentwicklung! Mehr zu Metzger Joseph Hubers Naturschwein – hier (bitte lesen!). Wer nun meint, das sei vielleicht ein bissl zu viel Drama, der benenne einfach ein besseres (Herkunft und Machart) Schnitzel „Wiener Art“ oder meinetwegen auch gleich ein entsprechendes „Wiener Schnitzel“ in Ingolstadt. Die Kommentarfunktion (unten) steht bereit!

Kurz noch zur Veredlung im Diagonal: In der Pfanne. Mit Butterschmalz. Neben dem Mehl finden sich in der Panade Bio-Eier und Semmelbrösel (eine hoffnungslos unterschätzte Zutat für ein gutes Gelingen) von der Bäckerei Erhard. Gestern Abend:

Wirtshaus in Eichstätt? maletter!

Das maletter am Domplatz 1 in Eichstätt will ich nicht mehr missen! Seit meinem ersten Besuch gab es eine Menge gegenseitiger Kontakte zwischen den Machern – Elisabeth Gabler-Hofrichter und Sohn Andreas Hofrichter (er kocht, ganz wunderbar!) – und Slow Food Ingolstadt. Und die waren regelmäßig angenehm fruchtbar. Die Testgruppe des Genussführers hat ein sehr interessiertes Auge in die Töpfe geworfen…

Verschiedene Tapas (die bleibende gute Kernidee) gibt es seit einiger Zeit wahlweise auch als Hauptgericht. Die Namen der Lieferanten zieren erfreulich zunehmend die Speisekarte. Warum sollte man solche Hochkaräter (schaut mal unten nach) auch nicht benennen?! Einmal im Monat ist Kartenwechsel. Immer am ersten Dienstag. Ein Auszug vom Juli 2017:

Und das war der gerade zu Ende gehende August. Man kann auch draußen sitzen….

Was meint Metzgermeister Joseph Huber zum 24h gegarten Schweinebauch von „seinem“ Naturschwein?

Wer aufgepasst hat, freut sich nächste Woche auf die neue Karte ab Dienstag… Nicht ganz. Achtung! Von 02.09. bis 10.09.2017 macht das maletter Urlaub. Und am Montag ist immer Ruhetag. Also Kartenwechsel bei Schulbeginn am 12. September!

Hatte ich schon erwähnt, dass Elisabeth Gabler-Hofrichter und Andreas Hofrichter Slow Food Mitglieder geworden sind? Herzlich willkommen!

Langsam isst auch Ingolstadt besser

Der 10. Geburtstag von Slow Food Ingolstadt wurde pünktlich am 11. Mai 2017 begangen – siehe hier. Allerdings mit angezogener Handbremse. Diese wurde nun vergangene Woche im Ingolstädter Schutterhof bei einer standesgemäßen Festivät zum Jubiläum gelöst. Dabei feierten wir auch gleich noch 25 Jahre Slow Food Deutschland!

Ich möchte mich namentlich kurz bedanken: Bei Andrea und Harald Mödl für deren Gastfreundschaft im Schutterhof. Die beiden sind jetzt Slow Food Mitglied 🙂 Bei Petra, Helga, Daniela, Ralf und Gunter sowie der frisch gekrönten Bayerischen Kartoffelkönigin Jacqueline I. für den hausgemachten Kartoffelsalat. Die Erdäpfel lieferte der Gemüsehof Wöhrl. Bei Barbara und Michael Weichselbaumer – ebenfalls herzlich willkommen bei Slow Food 🙂 – sowie Claudia und Joseph Huber für das gegrillte (köstliche!) Schwein. Dank ihres gemeinsamen Projekts „Naturschwein“ hatte es ein anständiges Leben vor dem Tod. Bei Klaus Kürzinger und der Big Band der Städtischen Simon-Mayr-Sing- und Musikschule für den Ohrenschmaus. Bei der Buchhandlung Stiebert für die Möglichkeit, den Genussführer gleich vor Ort zu erstehen. Bei Markus Jordan für die Illumination und bei Gerhard Tremel (Slow Food Nürnberg) für seine lieben Grußworte – er begleitete 2007 die Gründung von Slow Food Ingolstadt.

Petrus ließ sehr gnädig nur kurz einige Tropfen fallen. Wirklich wahr – als die Band „Summertime“ anstimmte, kam die Sonne wieder raus…

Ingolstadt liebt Autos (siehe nächstes Bild). Dagegen ist absolut nichts einzuwenden. Freilich ist zu hoffen, dass es beim Vorsprung durch – neue 😉 – Technik bleibt… In jedem Fall kommt Ingolstadt langsam auf den Geschmack. Slow Food Ingolstadt bleibt dran!

Seit dem 14. Juli ist in allen Filialen der Metzgerei Joseph Huber das Naturschwein erhältlich:

Ein letztes Dankeschön an Bettina Krugsperger und Holger Merten. Von ihnen stammen die geistreichen Entwürfe für die T-Shirts. Produziert wurden sie von 3FREUNDE (mit zertifizierter Fairtrade-Biobaumwolle):

Bilder mit der Signatur „LP“ (links unten im Bild) stammen von Lars Peschke.