Wer hat´s erfunden? Die Irokesen

Ein lieber Freund ist Kanadier. Er kommt aus der Provinz Ontario, ganz im Osten, gleich über dem Ottawa River liegt die Provinz Québec. Slow Food hat uns zusammengebracht. Kulinarisch fällt jetzt zwingend das Produkt dieser Region: Ahornsirup! Ein wunderbares, reines Naturerzeugnis – eine beachtliche Zutat für das im Wortsinne dolce vita.

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Einheitsdesign aller Sirupabfüllungen aus Québec

Vom letzten Weihnachtsbesuch in der Heimat brachte er zum munteren Probieren vier Dosen in den Klassifizierungen – light, medium, amber und dark – mit. Die Geschmacksintensität steigt mit der Farbsättigung.

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Infodestillat: Anteil Kanada Weltjahresproduktion: Gute 85 % – davon ca. 90 % Québec. Rest USA (Neuenglandstaaten). Erntezeit Ende Februar bis April – dazu unbedingt notwendig Nachtfrost und gleichzeitig tagsüber Temperaturen über den Nullpunkt. Dann steigen die Säfte des Zucker-Ahorn aus den Wurzeln in den Stamm. Dieser wird angebohrt und der Saft gesammelt. Durch verkochen entsteht Sirup, der Zuckergehalt steigt von ca. 2% auf ca. 66%, es entwickelt sich das charakteristische Aroma. Als Entdecker und Erfinder der Köstlichkeit gelten die Irokesen.

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Nach der puren Verkostung (medium bis amber sind meine Dosen) brutzelte der Gastgeber zum späten Frühstück einen Kalorienamboss der gleich in dreifacher Hinsicht dem feinen Sirup kongenial die Hand reichte. Einmal mit dem säuerlichen Schmand, dann mit den dicken in der Pfanne gebratenen Brotscheiben (getränkt in Milch, Orangenschale, Zimt, Eiern, Zucker, Vanille und Double crème) und schließlich mit dem knusprigen Speck (Quelle: Wolfgang Speths Schinken Ambiente). Nicht ein Geschmacksrezeptor hat sich beschwert! Allerdings setze ich diesem Schmaus gerade die ganze Fastenzeit entgegen… Das Rezept (ohne Speck) stammt von Yotam Ottolenghi und nennt sich super french toast:

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Welche Nationalflagge steht regelmäßig auf dem Schönheitstreppchen? Genau. Auf dem weißen Feld in ihrer Mitte ist ein 11-zackiges, rotes Zuckerahornblatt(!) abgebildet. Wikipedia weiß zudem: „Die elf Zacken des Ahornblattes entsprechen nicht dem Original in der Natur, das 23 Zacken besitzt.“

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