Marginalie (58) – Vorsicht auf dem Bürgerfest!

Manchmal – aber wirklich nur manchmal, ich bin schließlich Optimist! – überkommt mich der Gedanke, unsere Gesellschaft verblödet langsam. Ursächlich dafür sind interessanterweise nicht in erster Linie die großen Verdachtstatbestände. Also z. B. die Ursachen für die globale Erwärmung, der Erfolg angeblicher Alternativen für unser Land, oder die schlichte Existenz des Fernsehformats „Shopping Queen“. Nein, es sind vielmehr harmlos daherkommende, für gewöhnlich kaum wahrnehmbare Erscheinungen, die mir signalisieren, dass Wachsamkeit geboten ist. Freilich eine gänzlich andere, als im soeben entdeckten Beipackzettel für das 2019er Ingolststäder Bürgerfest formal beabsichtigt:

Von dem Aufsteller (in der Theresienstraße) erfährt der ein oder andere unangenehm überrascht, dass Waffen und Drogen auf dem Bürgerfest verboten sind… Der Knaller aber ist – und dafür sollten wir alle ehrlich dankbar sein, dieser wichtige („BITTE BEACHTEN“) Hinweis:

Ein nicht unbekannter Königsberger sagte einmal: „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude!“ 2019 so aktuell wie 1784 😉

Denen, die jetzt nicht zu Hause bleiben, wünsche ich ein schönes Bürgerfest! Ich für mich habe ein am Samstag (20.07.) ab 21:00 Uhr schwierig zu lösendes Luxusproblem ausgemacht. Auf der Bühne am Kreuztor spielt „Fat Toni“. Zur gleichen Zeit „Krugsperger & Krugsperger“ auf der Bühne im Zehenthof.

(57) – Marginalie – (59).

Marginalie (56) – Oscar der Landwirtschaft

Bei so viel Lob und Superlativen hier im heutigen Donaukurier – dazu bei einem Leib- und Magenthema von mir, der Landwirtschaft – ist mir gleich richtig warm ums Herz geworden!

Ein Schweinehalter bei Eichstätt wird zitiert: „Das Tierwohl ist uns sehr wichtig“ … deshalb baute er einen Schweinestall „mit besonders artgerechter Tierhaltung“. Nun wurde er für „die bedeutendste Auszeichnung in der Landwirtschaft im deutschsprachigen Raum“ vorgeschlagen, den „Oscar der Landwirtschaft“ … „Schon die Nominierung gilt als so etwas wie ein Ritterschlag“ … und er „zählt damit schon jetzt, zu den 33 besten Landwirten im deutschsprachigen Raum‘, wie der Veranstalter mitteilt“. Die Rede ist vom sogennanten „CeresAward“. Vergeben wird dieser von „agrarheute“, einem Medium des Deutschen Landwirtschaftsverlags. Schirmherr der Geschichte ist Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes …

Ernüchterung bei mir kommt bereits bei den beiden den Artikel begleitenden Fotos auf. Spaltenböden. Kein Stroh. Kupierte Schwänze. Zur Meidung von Missverständnissen: Das ist hinlänglich praktizierte industrielle Landwirtschaft – nicht weniger aber auch nicht mehr! Der genannte Landwirt ist mit Sicherheit kein Negativbeispiel seiner Zunft. Wie man damit aber zu den handverlesen besten Landwirten im deutschsprachigen Raum aufsteigt, ist mir mehr als schleierhaft. So wie Loriot eigentlich unnachahmlich feststellte, „Ach das ist gestreift?!“ mag man sich sagen hören, „Ach das ist besonders artgerechte Tierhaltung?!“

Es wäre schön gewesen, wenn der Donaukurier hier die PR-Kulissen für die schöngesprochene „Moderne Landwirtschaft“ ein wenig zur Seite geschoben hätte. Dann wäre er der Frage nachgegangen, gemäß welchen Kriterien man für den „Oscar der Landwirtschaft“ vorgeschlagen wird. Von wem? Und wer überhaupt zum Auswahlkreis gehört. Ein zukunftsweisender, hoffnungsmachender Wettbewerb scheint es nicht wirklich zu sein. Ich bleibe zur Einfachheit gleich mal in der Region. Wann ist z.B. diese Bauernfamilie aus Thalhof bei Pfaffenhofen im Rennen der „Kategorie Schweinehalter“ ausgeschieden?

Sollte man als Schwein können und dürfen – der Wink mit dem Ringelschwanz!

(55) – Marginalie – (57).

Marginalie (55) – Kompass und Leuchtturm

Eine wunderbare Weisheit ist mir dieser Tage (wieder) begegnet. Beim Blättern in einem Reisebuch. Auf einem Foto darin trug sie ein junger Mann auf seinem T-Shirt. Sie stammt von Robert Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung. Manchmal braucht man einen Kompass, einen Leuchtturm. Hier ist einer:

Im Original lautet das Zitat: „But the real way to get happiness is by giving out happiness to other people. Try and leave this world a little better than you found it“. Ich habe es gleich mal auf der Seitenleiste (rechts) des Blogs festgenagelt.

Dieser Stunden hat der Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen einen Bericht zur globalen Artenvielfalt veröffentlicht. Sein Tenor: Die Zahl der Arten nimmt drastisch(!) ab – rund eine Million ist vom Aussterben bedroht. Schuld daran ist der Mensch.

(54) – Marginalie – (56).