Habemus Bio-Hendl!

Seit vielen Jahren arbeite ich mich am Thema „Bio-Hendl“ auf dem Ingolstädter Volksfest ab. Sie fehlen dort leider. Exemplarisch sei nach hier verwiesen. Zu Pfingsten 2014 ging dann endlich eine Tür für die Premiere auf. Beim folgenden Herbstfest war aber schon wieder Schluss damit – arrrgh. Es folgten die Jahre 2015-2018. Ingolstädter Tunnelblick, ohne Vorsprung für Genuss… Blicke aber für das gute Beispiel nach Pfaffenhofen.

Letzte Woche fragte ich auf facebook in einer Melange aus Hoffnung mit Frust: „Wenn jemand auf dem Ingolstädter Pfingsvolksfest ein knuspriges Hähnchen sichtet, das nicht aus industrieller Massenqualhaltung stammt, sagt er bitte Bescheid. Danke!“ Der Frust überwog, da ich im Vorfeld aus keiner Quelle Anzeichen für einen Windwechsel vernehmen konnte. Im Stadtrat war die Geschichte mal Thema – das ist allerdings sieben Jahre her. Und in den Werbungen und Presseberichten für das Volksfest spielte die Qualität des Essens (als Gewinn für den Gast, die Kreatur und die Schöpfung) keine Rolle. Meine Frage diente also eigentlich nur dem Zweck eine geschlossene Grasnarbe über der Sache zu vermeiden.

Entsprechend groß waren dann meine Überraschung und Freude! Bereits kurz nach der Eröffnung trudelte die erste Meldung (Danke Sonne!) ein – es gibt Hendl aus ökologischer Landwirtschaft – auf dem Ingolstädter Volksfest!!! Und wohl nicht nur in einem Zelt. Heute zur Mittagswiesn – mit sehr viel Vorfeude hieß es für ein kleines Slow Food Expeditionskommando im Herrnbräu-Zelt (Familie Stiftl) – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser:

Ein resches, saftiges Hendl. Aus guter Quelle. Extra Prima Good! Das Logo auf dem Fähnchen ist übrigens das Bayerische Bio-Siegel. Eine gelungene Synthese von Bio und Regionalität. Die Brezn stammt vom Buchberger (Altstadtbäckerei).

Blick ins Nordbräu-Zelt (Familie Schneider). Tatsächlich auch dort – gut so! – ein Bio-Hendl (wenn auch ohne weiterführende Hinweise):

Wenn jemand sachdienliche Hinweise hat, wie es zu diesem guten (überfälligen) Kurswechsel kam – her damit! Und liebe Festwirte: Sprecht darüber! Geht auf Sendung! Zieht die Fahne dazu hoch! Dass es bei euch (ab jetzt) Bio-Hendl gibt, woher soll man das wissen? Warum sprecht ihr über euer Essen nicht??? Die Speisekarte allein kann es nicht richten. Alle sechs, die wir heute bei euch waren, hätten ohne diese Hendl keinen Fuß in das Volksfest gesetzt. Und wir sind mehr..! 😉

Nachtrag (11.06.19): Hier die Bescheinigung der Öko-Kontrollstelle für die Stiftl Gastronomie GmbH. Eine solche für die Familie Schneider habe ich nicht gefunden…

Blogger in Ingolstadt

Blogger in Ingolstadt sind rar. Leider! Keine Ahnung warum. Aber ich weiß, wovon ich rede. Seit über 5 ½ Jahren befülle ich von hier aus extra prima good. Und da bleibt es einem nicht verborgen, wer in vergleichbarer Mission unterwegs ist.

Ein kurzer Überblick zur sehr überschaubaren Szene (die es als solche auch gar nicht gibt): Am längsten dabei, am meisten gelesen (überregional) ist sicher Rainer Meyer alias Don Alphonso. Sein Blog: Rebellen ohne Markt. Dazu schreibt er gleich noch zwei Blogs unter dem FAZ-Dach: Deus ex Machina und Stützen der Gesellschaft. Mit mir gibt es in der Stadt einen bloggenden Rechtsanwalt – dazu kommt mit einfeindesein ein bloggender Amtsrichter! Radio IN (Danke Susi!) hat hier eine Auflistung von Blogs aus der Region begonnen. Ich picke gleich noch einen davon heraus. Ansonsten wird es schon eng… Ein Blog muss lebendig sein. Mindestens ein Post pro Woche hilft dabei. Ich spare mir deshalb hier die Nennung von schlummernden oder gar eingeschlafenen Plätzen. Und ich lasse „Blogs“, die von Marketingabteilungen für ihre Unternehmen geschrieben werden, außen vor. Diese müssen nicht per se uninteressant sein, persönlich aber sind sie faktisch nie. Auch reine Fotoportale zu wichtigen Festivitäten (Duckfacesammlungen/ich war auch dabei!) zähle ich natürlich nicht dazu. Fehlen (vitale) Blogs, die ich bisher nicht genannt habe? Zeit sie ins Licht zu holen! Ich bitte um entsprechende Kommentierungen.

Und jetzt will ich, wie angekündigt, noch einen Blog hochhalten. Lily Gehrke sendet mit localINtown zwar erst seit Anfang November, aber schon jetzt darf ich konstatieren, dass hier eine echte Bereicherung die lokale Bühne betreten hat! Aufmachung, Schreibe, Fotos und vor allem die bisherige Themenauswahl sind gleichermaßen gelungen wie herzlich willkommen. Und es gibt zu Kulinarik und Genusskultur schon jetzt eine Schnittmenge, die mir „Arbeit“ erspart 🙂 Zum ersten Mal kann ich in Ingolstadt zu diesen Herzensthemen mit gutem Gewissen einfach nur verlinken. Den feinen Kaffee der District Five Coffee Roasters habe ich erstmals im Café am Schloss gekostet (das Kaffeehaus wird von Andreas Menrad geführt, sein Sohn Michael Menrad gehört zu den Inhabern der Rösterei). Dazu kommt aktuell das ganz wunderbare Pop Up Café der Rösterei in der Donaustraße 2. Schon länger wollte ich über diese schöne Entwicklung berichten – jetzt mache ich es mir leicht und verweise einfach nur auf localINtown: Hier auf einen Kaffee mit Michael Menrad und dort auf das Pop Up Café.

So ganz komme ich aus meiner Haut natürlich nicht raus. Es gibt einige wichtige Details nachzureichen: Die im Pop Up Café verwendete Milch kommt von der regionalen Biomolkerei (Naturland) Hutter. Sehr gut! Auch das Café am Schloss verwendet sie übrigens.

Kuchen und Süßes liefert das himmlische mundgerecht (saisonaler Einwurf: Unbedingt deren Punsch und Glühwein probieren!).

Dazu gibt es Tees von Sonnentor, Schorlen von Ostmost und Wasser von der Initiative Viva con Agua (die letzten beiden führt auch das Golden).

Und jetzt kommt selbstredend auch bei mir noch eines der kontemporär schönsten Fotomotive in der Ingolstädter Altstadt. Im April 2017 wird das Haus abgerissen.

Zu einem Bericht über mein unheimliches Doppelleben habe ich schon einmal für das Bloggen plädiert. Ich kann das nur noch einmal wiederholen:

„Leute – bloggt! Es gibt so viele Menschen, die einer größeren Öffentlichkeit etwas Interessantes zu sagen hätten. Besonders zu Themen vor der eigenen Haustüre. Sachen, die in keiner Zeitung stehen – nicht stehen können. Geht dauerhaft auf Sendung – die Wirkung eines Leserbriefs oder Facebook-Posts ist viel zu schnell verpufft. Traut Euch! Themen? Was Euch ganz persönlich beschäftigt: Die Artenvielfalt der Rüsselkäfer im Ingolstädter Glacis. Von Montag bis Freitag, in den Monaten mit „r“, ein in jeder Mittagspause gemachtes Foto einer zufälligen Begebenheit. Eine fortlaufende Kurzgeschichte oder ein Gedicht – jeden Tag kommt ein Wort dazu. Was fehlt mir in der Kommunalpolitik meiner Stadt? Kochbuchsammlung – jede Woche eine Kurzbesprechung eines meiner Bücher mit einem selbst nachgekochten Rezept. Meine Tauchschätze aus dem Baggersee. Blicke in Ingolstädter Hinterhöfe. Mountainbike-Routen im Altmühltal… Blogs mit dem Stallgeruch unserer Stadt und Region fehlen an allen Ecken und Enden. So gerne würde ich mehr von ihnen verfolgen und lesen – neue Blickwinkel auf meine Stadt erfahren.

Dabei ist es nicht weit zum Blog. Entweder Ihr nutzt ein fertiges Blogsystem (kostenlos) wie Blogger oder WordPress. Dann kann es eigentlich sofort losgehen. Oder Ihr legt Euch eine eigene Domain zu (kostet sehr wenig) und installiert auf einem Webserver (kostet ein bisserl) eine Blogsoftware (wieder kostenlos). Dafür habt ihr dann aber auch tatsächlich einen eigenen Blog. Ich empfehle dazu die Websoftware WordPress und den sehr guten Webhoster ALL-INCL.COM. An die Tasten!“

Marginalie (44) – Bierfahrer ganz groß

Meine Regelbeziehung zur Werbung: Sie nervt. Im Postfach und Briefkasten – selbstredend trotz Junk-Filter und Stopp-Aufkleber. Sie unterbricht Filme – ein Grund warum ich kein Privatfernsehen schaue. Findet gar – entwürdigend – Einzug in den Namen von Sportvereinen… Ein weiterer Regelfall: Es geht um Produkte und Dienstleistungen, die ich sowieso nicht nachfragen werde. Wie gut, dass ich mich zum Entladen, zum von der Seele reden, hier in meinem Blog gelegentlich auf die Couch legen kann. 😉 Es gibt dafür zwischenzeitlich einige Beispiele – wer Lust hat: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, oder 9.

Wo Schatten ist, gibt es natürlich auch Licht: Hier, dort und da.

Heute eine ganz geerdete, aber vielleicht gerade deshalb gelungene Werbung. Jedenfalls hat sie mich angesprochen. Und das heißt was, bin ich doch nicht wirklich ein Fan der Marke, die ich der Brauindustrie zurechne (50% gehören der Brau Holding International; diese gehört zu 49,9% der Heineken N.V.). Gerade flächendeckend in der Plakatierung:

paulanerHabe mir heute tatsächlich eine Flasche gekauft. Kein Hopfenextrakt – gut. Geschmack: Ja mei… Das Plakat gehört zu einer kleinen Serie. Wirklich eine schöne Idee:

paulaner2

Quelle: www.paulaner.de

(43) – Marginalie – (45).