Umbrien 2018

Eigentlich müsste es ja 2019 heißen. Aber die Tour steht uns erfeulicherweise noch bevor. Und wie es zwischenzeiltlich oft gute Übung hier ist, habe ich mir die Eindrücke aus dem letzten Jahr hingelegt. Zur Vorbereitung und zur Steigerung der Vorfreude!

Lage und Name unseres Domizils vor Ort – ein wunderbares Agriturismo – darf ich nicht verraten. Ich stehe im Wort gegenüber seinem Entdecker. Und mit dem werde ich es mir nicht verscherzen. Tut mir leid. Die besuchten Weingüter bekomme ich aber hin: Tenuta dell’Ugolino, Fattoria Colleallodole und Podere Marella. Die angesteuerten Osterien wiederum nicht mehr ganz (schwer zu glauben). Dabei waren die Osteria del Teatro in Cortona, die Piccola Trattoria Guastini in Torrita di Siena und auf der Heimfahrt in der Emilia-Romagna La Laterna di Diogene in Bomporto – wahrscheinlich die bisher beste Empfehlung aus dem Slow Food Führer „Osterie d´Italia“ – ein Traum!

Matteo Foroni (Tenuta dell’Ugolino)
Francesco Antano (Fattoria Colleallodole)
Damen von der Podere Marella
Giovanni Cuocci (La Lanterna di Diogene)

Frascati? Frascati!

Eine kleine Geschichte. Am Anfang steht eine Klassenfahrt vor über 30 Jahren. Am Ende eine Weinverkostung am kommenden Samstag (15.06.19). Zu letzterer lade ich hiermit schon einmal herzlich ein!

In der 11. Klasse steht immer eine große Studienfahrt auf dem Programm. Damals, 1987 im Christoph-Scheiner-Gymnasium hatten wir die Wahl zwischen London und Paris. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam, aber wir – die Klasse 11b unter Leitung von Werner Kundmüller – fuhren vom 02. bis 10. April nach ……… Rom. Es war eine herrliche, eine wunderbare Zeit! An einem Tag besuchten wir die Sommerresidenz des Papstes in Castel Gandolfo und machten auch halt in Frascati. Dort gab es einen Stand mit Porchetta, gefüllt mit frischen Kräutern. Dazu ein Glas Frascati. Mir ist das bis heute in Erinnerung geblieben. Weil es köstlich schmeckte und weil es tatsächlich mein erster Wein war!

Zum echten Weinfreund bin ich dann aber erst während des Studiums in Würzburg geworden. Seither ist der Silvaner Bestandteil meines Geschmacksfundaments. Aber das ist bereits eine andere Geschichte. Der Frascati hingegen spielte keine, überhaupt keine Rolle mehr.

Eine Generation ging ins Land. Dann kam ein Abend im Vorfeld eines Slow Food Regionalleitertreffens in Baden-Baden. Das war im September 2017. Mit einigen Freunden kehrte ich in Karlsruhe im wirklich grandiose Restaurant Erasmus ein. Wer in der Gegend ist, geht dort bitte ein! Hier stimmt einfach alles. Beginnend bei der Architektur – historisches Bauhaus! – bis zur feinen Küche in bester Slow Food Manier von Andrea und Marcello Gallotti:

Marcello Gallotti – Restaurant Erasmus/Karlsruhe

Das weinbegleitete Menü wurde von Marcello so eröffnet: „Ich bin Römer. Also beginnen wir mit einem Frascati!“ Sodann servierte er von Casale Mattia (seit 1996 ökologisch arbeitend) deren 2015er Frascati (DOC) Terre Laviche. Er schmeckte fabelhaft! Und erweckte in mir eine tief schlummernde Erinnerung. Plötzlich war ich 18 und auf Klassenfahrt…

Wieder zu Hause versuchte ich gleich eine Bezugsquelle zu öffen. Vergeblich. Es gibt keinen Importeur. Mit dieser Nachricht beglückte ich dann Marianne und Rüdiger Ahnfeldt, die in Ingolstadt gleich nach dem Taschenturm das beachtliche Ars Vivendi führen. Es ging Hin und Her und Her und Hin. Im Ergebnis trafen wir uns im März vergangenes Jahr zu einem gepflegten Abendessen, begleitet von einem Probesortiment, das uns von Casale Mattia dafür erreichte:

Als Erster ging zu meiner Freude der schon bekannte Frascati – diesmal als 2016er – durch Ziel.

Dann geschah … nichts. Wobei – bei meiner Reiseplanung der Familie nach Rom Ende Oktober 2018 baute ich einen Platzhalter ein. Für einen Nachmittag sollte es nach Frascati gehen 😉 Und so kam es dann auch. Meine Empfehlung: Natürlich mit dem Zug! Roma Termini nach Frascati kostet 2,10 EUR(!) und es dauert gerade einmal 30 min:

Vor Ort sollte unbedingt Zeit für einen Besuch der Villa Aldobrandini (Parkanlage drum herum) eingeplant werden. Sie thront in Hügellage süd-östlich der Stadt und bietet einen fantastischen Blick auf Rom:

In der Altstadt – Via XX Settembre 48 – verabredete ich mich mit Lucia und Roberto Rotelli. Casale Mattia ist ihr Weingut. Ein sehr angenehmes Treffen – cari saluti e grazie mille! Und gut, dass ich mit dem Zug da war:

Roberto und Lucia Rotelli

Neben dem zwischenzeitlich gut bekannten Frascati (links), einer Cuvée u. a. aus Malvasia di Candia, Malvasia Bianca und Trebbiano Giallo, finden sich meine weiteren Favoriten hier:

Unbedingt möchte ich noch den schönen MISA I.G.T. Lazio Bianco (2017) hochhalten. Eine Cuvée aus Sauvignon Blanc und Malvasia Bianca:

Dann ging es für die Vorgeschichte doch recht zügig. Der Frascati – Jahrgang 2018 – ist tatsächlich im Ars Vivendi in Ingolstadt angekommen. Zur eingehenden Verkostung schnappte ich mir bereits eine Flasche. Dazu gab es Wachteleier, grünen Spargel und Kartoffeln:

Zur Vermeidung von Missverständnissen. Es ist natürlich kein großer Wein. Das kann und will er auch gar nicht. Wer hingegen einen leichten (trotz seiner 12,5 %), frischen und unaufgeregten Weggefährten sucht, idealerweise als Begleiter ebensolcher Speisen, dem streckt er ohne Capriolen die Hand aus. Und er ist ein sehr schönes Beispiel für gelungene Qualitätsbemühungen von engagierten Winzern, die versuchen Weinbauregionen, deren Ruf durch industrielle Massenplörre zu Recht ruiniert wurde, wieder ein markantes Profil zu geben (Lambrusco, Soave, Lugana, Frascati, etc.). Man muss nur die Augen richtig aufmachen.

Wir sind am Ende. Fast. Wer jetzt Lust bekommen hat, der möge bitte sehr gerne am kommenden Samstag (15.06.19) zwischen 10 und 14 Uhr ins Ars Vivendi (Taschenturmstraße 10, 85049 Ingolstadt) kommen und sich ein eigenes Bild machen. Ich hoffe die Ahnfeldts haben genug in die Kühlung gelegt (es sind 27 Grad angesagt). Ingolstadt braucht mehr Plätze zum genussvollen Schöppeln! Im Schatten des Taschenturms wäre ein solcher 🙂 Ich werde auch da sein – habe ich doch zugesagt beim Ausschank zu helfen.

Von Freunden, Digitalisierung und alten Schätzen

Was ist das?

Die Älteren unter uns kennen sicher noch die in den Dritten Programmen ausgestrahlte Hobbythek und dessen lebhaft-heiteren Frontmann Jean Pütz („Ich hab da mal was vorbereitet“). Sendebegleitend erschien regelmäßig ein „Hobbytipp“, den man sich zuschicken lassen konnte. Später kamen Hobbythek-Bücher dazu.

Schon immer einmal wollte ich hier eine Passage aus einem dieser Bücher – nämlich „Darm & Po“ – bringen: „Von einigen Menschen wird das Gefühl, das beim Einlauf entsteht, als unangenehm empfunden. Versuchen Sie sich deshalb in einer bequemen Stellung zu entspannen. Es empfiehlt sich die Seitenlage. Schützen Sie unbedingt ihr Bett oder Ihre Couch … Sie können die Prozedur auch im Sitzen … Sollte dies alles für Sie zu schwierig sein, so genieren Sie sich nicht, sondern bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund bzw. eine Freundin um Hilfe.“

That’s what friends are for – ein Hoch auf die Freundschaft! So. Endlich hat das mal geklappt. Zurück zu meiner bisher unbeantworteten Eingangsfrage. Das Teil oben ist ein Must-have für jeden Kamera-Besitzer. Ein Blasebalg zur schonenden Reinigung von Objektiven und Okularen… 😉

Ich habe ihn dieser Tage aber zweckentfremdet. Keine Sorge, es geht nicht noch einmal in das alte Kopfkino zurück! Vielmehr ging es meinen Dias an den Rahmen. Endlich hatte ich die Muse gefunden, sie zu digitalisieren. Dazu wurde jedes Einzelne – es waren fast 2.000 Stück – in der Vorbereitung mit dem Blasebalg von möglichem Staub befreit.

Dias. Der geliebte Nachwuchs hat das nicht mehr auf dem Schirm. Nur bis zu 36 Bilder passten auf einen Film. Die Betätigung des Auslösers wollte daher wohl überlegt sein. Wäre ein wirksamer Schutz vor end- wie sinnlosen Selfie-Strecken… Und nicht zu vergessen. Das festgehaltene Ereignis gab es meist erst Wochen später aus dem Fotolabor. Eine gänzlich andere Dramaturgie. Slow. Von Dia-Abenden mal ganz abgesehen.

Ein Jahr vor dem Abitur fing ich mit der Fotografiererei an. Mit einer Nikon F-801. Unter keinen Umständen wollte ich meine alten Schätze zur Digitalisierung irgendwohin verschicken. Das Risiko des Verlusts auf dem Postweg war mir zu groß – shit happens. Nach einiger Suche fand ich den Geräte-Miet-Service Max Dowrtiel in München. Meine Wahl fiel hier auf den Dia-Scanner Reflecta DIGITDIA 6000. Im Netz gibt es für das Gerät hilfreiche Anleitungen. Nach Absprache kommt der Scanner nach Hause. Zur Rücksendung liegt ein vorbereiteter Adressaufkleber im Paket. Ein tadelloser Service, den ich hiermit gerne weiterempfehle. Das Scannen zieht sich. Ich habe mich für eine 2.500 dpi Qualität entschieden. Sie schlägt pro Dia mit 2:21 Minuten zu Buche. Eine Woche hat es gerattert.

Bei Lust und Laune werde ich hier das ein oder andere Foto der Welt da draußen zeigen. Ich beginne mit zwei Straßenszenen. In Bangkok (06/07-1990):

Und in New York (10/11-1994):