Europawahl 2019

Am kommenden Sonntag werde ich auf der alten Mainbrücke in Würzburg den ein oder anderen Schoppen – selbstredend Silvaner – genießen. Die Gefahr mein Wahllokal in Ingolstadt nicht mehr rechtzeitig zu erreichen, liegt somit schon im Bereich des Möglichen. Wer auf dieser einmaligen Brücke schon einmal mit einem guten Tropfen im Glas verweilte – der Blick weidet zwischen Main, Dom, Käppele und der Festung Marienberg – versteht was ich meine. Alle anderen nehmen sich das bitte vor.

Am Sonntag nicht zu wählen ist hingegen ausgeschlossen! Es wäre in den letzten 32 Jahren mein erstes Mal. Darum habe ich mich in der gestrigen Abendsonne – passend gewandet – meinen Briefwahlunterlagen gewidmet. Vierzig(!) Vorschläge. Durchaus nicht wenig Unsinn, gar Irrsinn dabei. Aber – man hat ja die Wahl.

Es gibt so viele Themen die mir wichtig sind. Einige ragen heraus. Ein Beispiel: Die EU hat 2017 für Agrarpolitik und die Förderung des ländlichen Raums rund 58 Milliarden Euro an Subventionen ausgegeben. Das war mit knapp 40 Prozent des gesamten EU-Haushalts der größte Einzelposten. Was mich dabei erheblich stört, ist die bisherige Art und Weise wie diese Gelder verteilt, an wen sie wofür ausbezahlt werden. Auf den Punkt gebracht wird systemisch Masse statt Klasse finanziell belohnt. Slow Food Deutschland hat hier die wissenswerten Fakten zur EU-Agrarpolitik hilfreich aufbereitet.

Ein weiterer kurzer Gedanke: Wer die bunte Demokratie (sucht euch eine Farbe aus) links liegen läßt, tritt rechts in die braune Scheiße… Liebe Leute – geht bitte zur Wahl! Es gibt niemanden in ganz Europa, dessen Stimme mehr zählt als die eure 😉

Von echten Liebhabern

Leben im Einklang mit den Jahreszeiten. Warten können! Auf Lebkuchen, Kirschen, Tomaten, usw. Dem echten Liebhaber von Erdbeeren schlägt erst dieser Tage das Herz bis zum Hals. Er behielt einen kühlen Kopf als man ihn verarschen und veräppeln wollte. Und ließ auch die bereits seit vielen Wochen von nicht wenigen Bäckern angebotenen Erdbeerschnittchen links liegen. Liebhaber die etwas auf sich halten, vermeiden den ejaculatio praecox…

Seit gestern gibt es hingegen ein untrügliches Zeichen zum Anker lichten: Das hochverehrte mundgerecht bietet seine ersten Erdbeer-Köstlichkeiten an. Die können warten. Und wissen warum! Gewachsen in Ingolstadt. Unter freiem Himmel. Plastikfrei. In Bioland-Qualität. Aus dieser feinen Quelle. Eine gelungene Mittagspause!

Und auch hier kann man warten: Beim hochgeschätzten Spargelhof der Familie Rehm im Schrobenhausener Land. Anbau ohne Plastikfolien. Zeit für Geschmack und Nachhaltigkeit! Mit ihnen haben erfreulicherweise auch Gastwirte die Ruhe weg – was bei leider viel zu vielen hochnervösen Gästen tatsächlich unter Mut zu buchen ist. Dazu gehören z.B. der Gasthof Stark und das Köschinger Waldhaus. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Landidee (Mai/Juni 2019) gibt es zur schmackhaften Zusammenarbeit der Rehms mit den Starks einen schönen achtseitigen(!) Bericht (Auszug).

Und jetzt haben sie es sogar auf das Titelbild(!) und in die Rubrik „Food Hero“ der druckwarmen Ausgabe des Slow Food Magazins 2019/03 geschafft – ich freue mich sehr für Euch!

Fingerzeig (54) – Schuhreparatur in Ingolstadt

Will man in Ingolstadt gute Schuhe einkaufen, begibt man sich am besten ins Internet. Oder – im Uhrzeigersinn – nach Nürnberg, Regensburg, München und Augsburg. Das ist leider so. Will man Schuhe (auch gute) in Ingolstadt reparieren lassen, schaut es dagegen gar nicht schlecht aus. Meine Empfehlungen für echtes und gutes Handwerk in dieser Disziplin: Christian Joswig, Kreuzstraße 4, 85049 Ingolstadt (keine Website), Thomas Deiser, Ziegelbräustraße 10, 85049 Ingolstadt, Bernhard Schießl, Ingolstädter Straße 6, 85080 Gaimersheim und – meine Neuentdeckung! – Ingrid B. Neumann, Münchener Straße 131, 85051 Ingolstadt:


Schuhmacherei Neumann, Münchener Straße 131, 85051 Ingolstadt

Frau Neumann hat soeben meine ziemlich desolaten (Sohlen und Absätze) Budapester ins Leben zurückgeholt. Und das hat sie gut gemacht:

Jetzt kann ich sie wieder putzen. Einen (kleinen) Punktabzug gibt es aber leider: Leder nimmt schnell fremde Gerüche an. Ich weiß daher, dass in ihrer Werkstatt geraucht wird…

(53) – Fingerzeig – (55).