Chorizo und Brezenreiter

Paprika als Gewürz. Knoblauch. Wurst am Stück. Aufheller für den padrone. In Kombination eine Stellenbeschreibung wie gemacht für el chorizo – die spanische Nationalwurst. Ich schätze sie sehr! Unser Verhältnis ist aber leider auch problembehaftet: Wo bekomme ich – uniforme Industriemassenkreationen dankend ausschlagend – eine gute? Im Ideal in Ingolstadt? Seht ihr…

Die Vorspeisenplatte der Kaltmamsell ist eine meiner – aus vielen guten Gründen – regelmäßig angesteuerten Wasserstellen im Netz. Die Hausmeisterin des Blogs hat spanische Wurzeln. Diese Eigenschaft, in Verbindung mit einer eher beiläufigen Erwähnung der Wurst in einem Post, ließen mich aufmerken. Langer Rede kurzer Sinn, die Kaltmamsell gab mir eine Einkaufsquelle. Anfang des Monats haben wir diese jetzt endlich aufgesucht. München, Schwabing – der Elisabethmarkt:

Ein guter Platz. Aber eine andere Geschichte. Auf jeden Fall hat dort Frau Annemarie Barrón – ohne spanische Wurzeln, aber mit spanischem Ehemann – einen Stand (eine Bude). Diese hat sie nach dem treuen Begleiter Don Quijotes benannt. Was für eine Quelle spanischer Genussfreuden! Es gibt alleine fünf(!) Sorten Chorizo (von spanischen Familienbetrieben): Zum Grillen, picante, Gran Vela, Ibérico und Extra Maestrazgo. Die letzten beiden waren aus – die drei anderen sind zwischenzeitlich verzehrt – herrlich! Vor allem die picante.

Annemarie Barrón

Neben dem Marktverkauf (Dienstag – Freitag 10-19 Uhr, Samstag 9-14 Uhr) gibt es auch die Möglichkeit über das Internet zu ordern. Ich empfehle aber, wenn möglich, den Besuch vor Ort. Der guten Atmosphäre wegen. Schauen, riechen, schmecken. Sich beraten

lassen. Rezepttipps bekommen. Köstliche Boquerones schlemmen. Weinchen. The good life…

Moritz hat sein Bier entdeckt. Katalonische Brauerei in Barcelona – seit 1856. Der Gründer, Louis Moritz Trautmann stammt übrigens aus Pfaffenhoffen – im Elsass. Das Bier hat eine mir bisher unbekannte hopfig-süße Note.

Später, in der Innenstadt galt es als ausgesprochener Brezenliebhaber eine wohl weltweite Einmaligkeit in Augenschein zu nehmen. In der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt ist im Deckenfresko des Langhauses eine Breze zu finden! Geschaffen von den Gebrüdern Asam (der Ingolstädter – Maria de Victoria verwöhnt – horcht auf):

Brezenreiter in der Heilig-Geist-Kirche am Münchener Viktualienmarkt

Der „Brezenreiter“ ist hier am Werk. Das Wissen um seine Existenz verdanke ich dem Blog „Culinaria & Bavaria“ – konkret diesem Post.

Eine Verwandte der spanischen Chorizo ist die ungarische Kolbasz. Bei ihr ist man in Ingolstadt nicht verloren. Die Metzgerei Richard Huber hat nämlich eine vortreffliche Variante (Schweinefleisch mit einem Anteil Rindfleisch) am Start:

Dann gibt es noch die Merguez. Eine Lamm-Hackfleisch-Bratwurst aus Nordafrika. Ebenfalls mit Paprika und Knoblauch. Für gute Einkaufsquellen wäre ich sehr, sehr empfänglich!

Der Kreis schließt sich wieder. In einem der aktuell letzten Post der Vorspeisenplatte ist von einer „Chorizo aus Chiemgauer Bio-Produktion“ die Rede. Herrmannsdorfer? Liebe Kaltmamsell – ich bitte um Aufklärung!

4 Gedanken zu „Chorizo und Brezenreiter

  1. Du hast die Breze also entdeckt, herzlichen Glückwunsch! Dafür werde ich mal zu der Chorizo-Quelle pilgern. Herzliche Grüße aus München!

  2. Lieber Padrone,
    zuerst mal: große Begeisterung für deinen Blog.
    zum Zweiten: vielen Dank für den Tip dass es Chorizo auf dem Elisabethmarkt gibt
    und zuletzt: bei Chiemgauer handelt es sich vermutlich um die Chiemgauer Naturfleisch GmbH, die gab es schon zu Zeiten als sich ‚Herr Hermannsdorfer‘ noch ‚Herta- Wurst‘ nannte.

  3. Hm? Oh, perdón, bin gerade erst aus der Blog-Siesta aufgewacht.
    Es war tatsächlich die Chiemgauer Naturfleisch GmbH, deren Produkte gibt es abgepackt im Basic. Allerdings hat der Mitbewohner auch mal Chorizo vom Hermannsdorfer mitgebracht, die kleinen weichen, und die schmeckten ganz hervorragend.

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