In Eichstätt verfügt Fritz Schäffler um die Begnadung das Gras wachsen zu hören. Insbesondere wenn es Geschehen betrifft, die Berührung mit den schönen Ideen von Slow Food haben. So überrraschte es mich nicht wirklich, als er mir bereits frühzeitig vom „Schäferwagen an der Bruck“ erzählte. Es geht dabei um einen Imbiss. Wer jetzt zusammenzuckte, braucht sich nicht zu schämen. Die Lebenserfahrung ermahnt uns doch gerade bei dieser Spielart der Gastronomie zu besonderer Reserviertheit. Leider! Essen auf die Hand ist sehr häufig Essen für die Seele. Es kann einen ganzen Tag retten. Dabei darf es freilich gerne von guter Herkunft und Machart sein …

Der „Schäferwagen an der Bruck“ ist wahrlich traumhaft gelegen. Wir finden ihn nördlich der Altmühlschleife zwischen Obereichstätt und Breitenfurt. An dieser Stelle eine dringliche Bitte. Die Wege vor Ort sind ausschließlich Anwohnern zur Durchfahrt vorbehalten. Das interessiert Auto-Deppen wie immer natürlich nicht … Sei kein Auto-Depp! Mach einen Spaziergang. Oder sei mit dem Radl da 😉

Ich habe mich letztes Wochenende mit Helmut König unterhalten. Das Wichtigtste in Kürze – und achtet bitte unbedingt auf die Tafeln, was es so gibt. Sie geben sich wirklich außerordentliche Mühe – extra prima good!

Wer steht im/hinter dem Schäferwagen? „Im Schäferwagen werden meine Frau Maria, Gerdi – die Schwester von Maria und ich (Helmut) werkeln. Bei Bedarf stehen noch drei weitere Schwestern von Maria bereit.“

Maria König, Gerdi, Helmut König

Wie kam es dazu? „Auf die Idee bin ich gekommen. Ich wollte schon immer einen „Food-Truck“ oder Imbiss betreiben. Die Idee habe ich aber bis letztes Jahr nicht konsequent verfolgt, bis zu dem Zeitpunkt, als ich erfuhr, dass der „Schuster Karl“ mit seinem Brotzeitwagen aufhört. Das war im Juli 2019. Dann gab es für mich kein Halten mehr …“

Wie lange gab es zuvor Schuster’s Brotzeitwagen vor Ort? „Der Brotzeitwagen der Schusters war fast 30 Jahre an diesem Standort.“

An dem Ort gehen verschiedene Routen vorbei. Welche? „Der „Platz an der Bruck“ liegt gleichzeitig am „Altmühltal Panorama-Wanderweg“, an der Bootsausstiegsstelle „Schernfelder Bruck“ sowie am „Altmühltal-Radwanderweg.“

Wie ist eure Philosophie? „Für uns ist wichtig, dass sich der Schäferwagen durch seine natürliche Bauweise aus Holz gut in die Landschaft einfügt und die Symbiose mit dem Naturpark Altmühltal gegeben ist. Es wird in Zukunft auch Lammprodukte geben (vielleicht hat mich dazu noch mein Vater inspiriert – er war in er 50er Jahren Wanderschäfer). Wir verfolgen, so gut wie möglich, die Philosophie von Slow Food (regional, saisonal, nachhaltig und wenn möglich „bio“). Wir sind seit ca. 15 Jahren Mitglieder bei Slow Food. Zu Hause leben wir diese Ideen konsequent und es wäre für uns unglaubwürdig, würden wir diese im Schäferwagen nicht auch umsetzen.“

Der Wagen wurde extra angefertigt? „Der Schäferwagen ist ein Individuum und wurde nach unseren besonderen Wünschen und Vorstellungen von der RIEWA Schäferwagen-Manufaktur (86744 Hainsfahrt) angefertigt. Lieber Martin, danke für die professionelle Bauweise und Deine Geduld mit uns …“

Was gibt es bei Euch zum Essen und Trinken? „Wir möchten bei den Produkten so gut es geht ausschließlich auf heimische Hersteller zurückgreifen (wie es die Philosophie von Slow Food ist). Wir werden die Speisenangebote saisonbedingt verändern. Es wird künftig auch etwas „italienisch“ werden. Wie es halt die Umstände zulassen – wir haben hier vor Ort keinen festen Strom und keinen Kanalanschluss. Es wird ebenfalls in Kürze einen kleinen Biergartenbetrieb geben – mal schauen.“

Wie sind die Öffnungszeiten im Jahresverlauf? „Die Öffnungszeiten werden dieses Jahr auf Sa/So 10:00 bis ca. 18:00 Uhr beschränkt sein, sowie an Feiertagen und Brückentagen (bei schönem beständigen Wetter). Kurzfristige Infos und evtl. Änderungen finden sich auf facebook – Mein Platz an der Bruck. Es ist geplant, in den Sommerferien auch wochentags zu öffnen (näheres wird rechtzeitig bekannt gegeben).“

Wann war euer erster Tag? Gibt es eine offizielle Eröffnung? „Unser erster Tag war der Vatertag, die „offizielle“ Eröffnung ist für kommenden Samstag, 30.05.2020 – heute! – geplant. Mit Bürgermeister Wolfgang Roßkopf, Verabschiedung unseres Vorgängers Karl Schuster, sowie Segnung des Schäferwagens.“

Einen Weinhandel habt ihr auch noch neu aufgenommen?! „Eine spontane Idee. Unseren Urlaub verbrachten wir in den letzten fünf Jahren immer in den Marken in Italien. Wir haben uns in die dortigen Weine verliebt … Das Verhältnis von Preis/Leistung ist hervorragend im Vergleich zu den vielen bekannten Weinanbaugebieten in Italien. Die Winzer, deren Weine wir vertreiben, sind mit der Zeit sehr gute Freunde geworden. Ihre Weine gibt es in Deutschland nicht, oder sie werden nur sehr vereinzelt angeboten. Wir lieben diese Menschen und die Region Marken sehr. Viele von den Winzern dort sind bei Slow Food engagiert bzw. vertreten die Philosophie und schätzen ihre Heimat und ihre Mutter Erde. Dieses wird auch bei „Terroir Marche“ (Winzervereinigung) gelebt. Das gefällt uns sehr … Der bekannteste Weißwein der Marken ist der „Verdicchio“, beim Rotwein ist es der „Rosso Piceno“. Was für uns sehr wichtig ist und das spürt man bei jedem einzelnen Winzer: Alle Erzeuger bauen nach bio-dynamischen Richtlinien an (einige sind noch in der Umstellung). Wir bieten die Weine aus den Marken auch im Schäferwagen an.“

Ihr seid alle anderweitig beruftstätig. Wie geht das zusammen? „Meine Frau und ich können die Arbeit nicht alleine schaffen, unsere Familie hilft uns, wo es geht. Meine Schwägerin Gerdi hat fast 25 Jahre in einer Metzgerei gearbeitet und bereits viel Zeit in einem Imbisswagen verbracht. Ohne ihr „Know-how“ wäre das hier nicht möglich. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen … Wir freuen uns …“

Auf der facebook-Seite gibt es noch folgende Infos: “Im Stil eines Schäferwagens befindet sich der neue Imbisswagen, vormals „Schuster`s Brotzeitwagen“ direkt am Altmühltal-Radweg, Altmühltal-Panoramaweg und an der Bootsausstiegsstelle „Schernfelder Brücke“. Als überzeugte Slow Food-Mitglieder bieten wir in unserem kleinen Biergarten vorwiegend Köstlichkeiten von Erzeugern aus der Region an und achten soweit irgend möglich auf saisonale, naturnahe und nachhaltig erzeugte Produkte. Auf unserer Karte finden Sie selbstverständlich auch vegetarische Speisen. Ebenso bieten wir Kaffee, Tee und hausgemachten Kuchen an. Neben der Auswahl an heimischen Bieren gibt es auch ein kleines, aber feines Sortiment von uns selbst ausgesuchten Weinen aus biologisch-dynamischen Anbau. Für kühle, alkoholfreie Erfrischungsgetränke ist ebenfalls gesorgt. Sonntags ist zudem regelmäßig ein Weißwurstfrühstück mit Brezen geplant, welches über das 12 Uhr-Mittagsläuten hinausgeht, solange der Vorrat reicht. Mitgebrachte Speisen dürfen selbstverständlich verzehrt werden. Wir danken unseren Vorgängern, der Fam. Schuster, die an diesem schönen Platz 25 Jahre vertreten waren, herzlich für die Unterstützung unserer Planungen und den vielen hilfreichen Tipps. Öffnungszeiten sind Samstag (11 bis 18 Uhr), Sonntag (11 bis 17 Uhr) sowie an Feier- und Brückentagen (nur bei schönem Wetter). Wir bitten um Verständnis, dass wir dieses Jahr, sollte sich die Lage nicht bessern, wegen Covid 19 keine Sitzgelegenheiten anbieten werden. Stattdessen werden ausreichend Stehtische unseren Gästen zur Verfügung stehen.”

Wie schon erwähnt, finden sich vor Ort herrliche Wanderwege. Einer führte uns gezielt nach Obereichstätt. Der Bildhauer Alf Lechner lebte hier. Ich schätze seine Arbeiten und freue mich darüber, dass sein Museum und viele Exponate von ihm in Ingolstadt Heimat gefunden haben. Sein Werkstoff: Stahl

… die Farben meines Blogs

In Obereichstätt – am Sitz der heutigen Stiftung – befindet sich der „Lechner Skulpturenpark“. Sein Besuch ist nur im Rahmen von Führungen möglich. Sobald diese wieder angeboten werden bin ich (endlich) dabei! Ein Blick über den Zaun ist aber jederzeit möglich:

Zu guter Letzt. Einer meiner Top Ten Düfte ist gerade überall auf Sendung:

Foto: Moritz Olma

1 Kommentar

  1. Viel Freude und alles Gute für euch…..

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