Das wichtige Projekt „Arche des Geschmacks“ der Slow Food Stiftung für Biodiversität schützt weltweit regional bedeutsame Lebensmittel, Nutztierarten, Kulturpflanzen sowie traditionelle Zubereitungsarten vor dem Vergessen und Verschwinden. Nicht so oft schützt es sich angenehmer. Der rote Faden dafür lautet nämlich schlicht: Essen, was man retten will! Macht das niemand, verschwinden die Dinge …

Dieser Tage gab es Gelegenheit gleich zwei Arche-Passagiere kennenzulernen. Schon ewig stand bei mir der Allgäuer Weißlacker auf der Liste. Eine Strafverteidigung vor dem Amtsgericht Kempten brachte mich in seine Nähe. Genauer gesagt, in den Hofladen der Allgäuer Hof-Milch GmbH in Sonthofen.

Der zweite Kandidat ist das Gelbvieh. Eine – die – fränkische Rinderrasse. Deren Milch steht im Zentrum des Interesses der Familie Regus aus Dachsbach. Mit der Marke „Käse vom Fränkischen Gelbvieh“ und dem regionalen Herkunftsbegriff „Aischgründer Bauernstolz“ stehen zwischenzeitlich diese fünf Käsesorten zur Verfügung: Fränkischer Schnittkäse, der wilde Franke, der freche Franke, der würzige Franke und ein fränkischer Camembert. Die handwerkliche Herstellung erfolgt in der Lehrmolkerei Triesdorf. Der wilde Franke war gerade aus.

Einige Käsefreunde waren schnell mobilisiert. Mit Riedenburger Maibock (was für ein genialer Partner!) und feinem Silvaner von den Luckerts ging es ans schnabulieren.

Die herrschende Meinung danach kurz auf den Punkt gebracht: Den Weißlacker muss man mögen. Er ist recht trocken und salzig. Im Vergleich zu einem Feta – ein grober Ansatz, ich weiß – fehlt ihm die beides verbindende Brücke … Das Projekt „Aischgründer Bauerstolz“ verdient Unterstützung. Genau so entkommt man den Würgegriffen auf der Abnehmerseite vieler landwirtschaftlicher Rohstoffe. Man nimmt die Dinge selbst in die Hand! Am besten schmeckten uns der würzige Franke und der fränkische Camembert.

Käse vom Fränkischen Gelbvieh, auf fünf Uhr der Weißlacker

Leider gibt es (noch?) keine Website. Wir müssen uns bis dahin also mit facebook – hier – begnügen, um Verkaufstellen für die Aischgründer Käse zu finden.

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