Das Auge isst mit

Was ist wichtiger? Inhalt oder Verpackung? Ich nehme auch den Inhalt! Und wenn ein sowohl als auch möglich ist? Dann freut sich der Mensch. Das Auge isst ja mit. Mir geht es heute um Kleidung. Um die feine Fähigkeit notwendige Funktionalität mit Schönheit, Ästhetik und Harmonie zu verbinden. Seine Persönlichkeit und Individualität zu ergründen und dann die Fahne hochzuziehen, seinem Stil Ausdruck zu verleihen. Auszustrahlen.

Als Food-Blogger darf ich kurz die Schnittmenge Essen und Kleidung ausloten. Was die Menschen beim Einkauf von Essen wieder lernen müssen, z. B. vom Handel außerhalb der Saison angebotene Tomaten einfach auszuschlagen, funktioniert bei der Mode unbestritten gut. Kurze Hosen im Winter und Handschuhe im Sommer gehen schlecht. Ein weiterer Zusammenhang: Das Essverhalten kann mit der Zeit erheblichen Einfluss auf den Kleiderschrank haben… Noch einer: Zu beidem, Kleidung und Essen, haben wir mit das stärkste Näheverhältnis. Die eine tragen wir unmittelbar auf der Haut, das andere wird sogar Teil von uns. Und noch einer: In beiden Disziplinen gibt es Bio. Organic-Kleidung in Ingolstadt sehr empfehlenswert in Diana Wirths Lieblingsstyle. Ein letzter: Handwerk als Gegenstück zu industrieller Massenware erfreut hier und da mit wohltuenden Ergebnissen.

Es ist ein Blogger, Scott Schuman, der zum heutigen Thema sehr große Hilfe leistet. Der gelernte Kostümbildner beobachtet – zunächst ausgehend von New York – in den Straßen der Weltmetropolen Menschen. Gefallen ihm Ausstrahlung und modischer Stil, fotografiert er sie und stellt die Bilder dann auf seinen Blog. Begonnen damit hat er Ende 2005. Sein The Sartorialist ist heute in der Szene eine Instanz und hat unzählige Nachahmer gefunden. Mehrmals die Woche suche ich diese Wasserstelle im Netz auf und erfreue mich an der wunderbaren Vielfalt der Menschen und ihrer ganz eigenen Stile. Unter den vielen Links in den Bildkommentaren habe ich nicht wenige weitere Perlen gefunden.

Ein köstliches Destillat von Sartorialist-Entdeckungen findet sich mit den zwei nachfolgenden Filmen. Schuman lud 25 ausgewählte Protagonisten („the core“) seines Blogs zu einem Essen – und wieder sind wir beim roten Faden meines Blogs, gemeinsames Tafeln ist einfach der absolute Bringer! – in die Trattoria Cammillo in der Borgo San Jacopo in Florenz. Hat das nicht Klasse? Schaut selbst:

Das Video wurde Ende Januar 2012 beim Sartorialist gepostet. Seit Ende August dürfen wir zu einem weiteren gemeinsamen Mahl in eine sehr würdige Atmosphäre eintauchen. Vor dem Florentiner Caffè Gilli am Piazza della Repubblica:

„Easter Egg“ John Malkovich erkannt? Fühle mich immer angenehm aufgeräumt wenn ich die beiden Streifen gesehen habe. Mit Vorsätzen Richtung Verpackung.

Nachtrag (26.03.13): Es gibt eine dritte Zusammenkunft.

4 Gedanken zu „Das Auge isst mit

  1. Was der padrone alles kennt… Ist Malkovich der mit dem weißen Bart? Oder hat er nur einen Doppelgänger? Und (ein dreister Themenwechsel) ist der padrone entfernt mit den ungarischen Almasys verwandt? Kam mir letztens in den Sinn, als ich „Der englische Patient“ im Buchregal stehen sah. Hat aber nicht mit gutem Essen zu tun, muss also nicht beantwortet werden.

  2. @ Tommy: Malkovich lehnt am Pfosten (ab 1:10), trinkt Wein (ab 2:15). Bin mir sehr sicher. Nicht dass ich die Frage nicht beantworten würde – allein ich verstehe sie nicht. Mehr Licht!

  3. Irgendwie kam mir der Hauptprotagonist des Buches in den Sinn, ein ungarischer Graf Almasy, den man wohl „Olmaschy“ ausspricht. Von da bis zu „Olma“ wars nicht weit. Ein verwegener Gedankengang, ich geb es zu. Aber nachdem es die Almasys tatsächlich gab (oder noch gibt), dachte ich mir, dass Fragen ja tatsächlich noch immer nichts kostet.

    So, genug abgeschweift. Wünsche ein schönes Wochenende mit guten kulinarischen Erlebnissen!

  4. In Sachen Malkovich: Ich hatte gestern nur den ersten Film gesehen und ihn vermeintlich bei 1:07 entdeckt, den mit dem komischen grauen Bart.
    Aber Du hast recht, der im zweiten Film ist es ziemlich sicher. Zwei herrliche Videos, sehr schön, sehr relaxed – verbreiten irgendwie gute Laune. Und Lust auf einen kurzen Urlaub in Italien.

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