“Frucade oder Eierlikör?” Mit dieser Frage beglückte Hermes Phettberg jeden Gast zu Beginn seiner “Nette Leit Show”. Das passt jetzt nur sehr bedingt zu dieser Berichterstattung – aber ich wollte dieses Zitat und seinen Urheber unbedingt einmal meinem Blog einverleiben. Hiermit an Bord!

Es geht mir heute um die Limonade. Limo oder Brause sagten wir als Kinder dazu. Mit “Zitronenwasser” (limonata) kommt der Begriff aus Italien. Sein unerquicklichster Name – Softdrink. Sein erfrischendster und somit passendster (zumindest in unseren Breiten) – Kracherl. Eigentlich würde ich gerne öfter ein Kracherl trinken. Allein aber der Blick auf die Zutatenliste der fertig angebotenen Getränke lässt das Angebot regelmäßig wieder zurück in den Kasten wandern. Wobei ich bekenne für einen “Spezi” hin und wieder mal alle fünfe gerade sein zu lassen. Man braucht solche Ausnahmen für ein entspanntes Sein … Die Marke “Spezi” wurde übrigens 1956 vom Brauhaus Riegele in Augsburg (noch als Bier) eingetragen. Die Brause selbst kam dann 1972 auf die Welt. Muss man machen können – wer einmal das schwache “mezzo mix” probiert hat, weiß was ich meine.

Selber machen, insbesondere ab dem späten Frühling und Sommer mit frischen Zutaten ist immer eine gute Lösung. Und/oder eine Schorle/ein Gspritzter. Der Klassiker mit Apfel. Aber bitte immer nur mit Direktsaft! Ein hier wirklich erstrebenswertes Fleißbildchen gibt es für gepressten Saft aus der Region (der weltgrößte Apfelproduzent ist China – das meiste Fruchtsaftkonzentrat kommt daher …).

Vergangenes Wochenende weilte ich wie schon erwähnt auf dem Treffen der Slow Food Conviviumleiter. Am Sonntag war unser Gesprächsgast Franz Ehrnsperger – Eigentümer des Neumarkter Lammsbräu. Der sehr sympathische Charismatiker und Bio-Pionier erzählte uns dabei von seiner Idee, Bier nach ökologischen Gesichtspunkten zu brauen und schilderte uns dessen erfolgreiche Umsetzung seit Beginn der 80er Jahre. Wir erfuhren vom Sinn einer eigenen Mälzerei. Dem Unsinn von Hopfenextrakt. Dem Fairtrade-Gedanken vor der eigenen Haustüre. Wie notwendig es ist, sich mit Ideen der Postwachstumsökonomie zu beschäftigen. Davon, dass Bio-Mineralwasser kein Marketing-Gag ist (der BGH hat kürzlich durch Urteil dessen Existenzrecht ausdrücklich bestätigt) und wie ein Zuviel von Arbeitsteilung die Verantwortung für das Ganze unmöglich macht …!

Langer Rede, kurzer Sinn dieser Zeilen: Ein nicht unwesentliches Geschäftsfeld der Neumarkter Lammsbräu ist die eigene (nicht das Bewässern von zugekauftem Sirup) Limonadenherstellung. Die Produktlinie heißt now. Im Gedächtnis – einmal kurz von Ehrnsperger erwähnt – blieb mir (als Hopfen-Aficionado) die Erwähnung der neuen Geschmacksrichtung Birne-Hopfen. Habe das Teil gleich zur Fahndung ausgeschrieben und mir eine Flasche besorgt.

100% Bio (wenn auch leider nicht Bio- oder Naturland zertifiziert wie die Biere des Hauses) und ohne künstliche Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe oder Stabilisierungsmittel. Nicht ganz unwesentlich: Sie schmeckt ausgezeichnet! Tolle Hopfennoten in der Nase. Ein bitter-süßer, sehr erfrischender Geschmack (gerne mit noch einem Tick weniger Zucker). Eigene Schublade – eine echte Innovation. Erinnert, wenn überhaupt, ein klein wenig an Ginger Ale.

birnehopfen

2 Kommentare


  1. Ein weiterer und m.E. noch erfrischenderer Name ist Springerl. Auch find ichs angenehmer, wenn die Kohlensäure nur springt statt kracht…;-)

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