23.04.1516: „dan allain Gersten/Hopfen/un wasser/genomen“

Segel setzen in Sachen Bier. Der Wind steht günstig. Die feine Braukunst Live! 2014 in München hat in dritter Auflage einen weiteren Besucherrekord verzeichnet – das Thema schäumt über!

Ingolstadt fängt an, die Signale zu hören. Ingolstadt? Hier wurde die weltweit älteste bis heute gültige lebensmittelrechtliche Bestimmung erlassen: Das Bayerische Reinheitsgebot für Bier! So geschehen auf dem Landständetag an Georgi, dem 23. April 1516, durch den damals Bayern regierenden Herzog Wilhelm IV. Und vor den Stadttoren liegt das größte Hopfenanbaugebiet der Welt. Was für Steilvorlagen! Diese Umstände würdig und wertig in Szene zu setzen, gelang aber bis heute leider nicht wirklich. Das „Georgi-Fest“ war nicht mehr als ein viertelherziger Versuch. Fast bezeichnend wurde dann auch das Rennen um die Landesausstellung 2016 (500 Jahre Reinheitsgebot!) an das niederbayerische Aldersbach verloren…

Heuer (25.04. -27.04) nun nimmt die Stadt die Sache selbst in die Hand – Titel: „1516 – Fest zum Reinen Bier“. Marktmeister Marcus Jaud:

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Bespielt wird unter anderem der wunderbare Platz vor der Hohen Schule. Und als Zuckerl öffnet nach über 10 Jahren des Leerstandes die Fasshalle des Georgianums ihre Tore. Unsere Kanzlei  liegt – freilich ohne daran teilzunehmen – im Zentrum (man beachte die gelungene Animation) des Geschehens. Ich erwähne das, weil ich seit Wochen tagtäglich erleben darf, mit wie viel Mühe und Aufwand das Fest vorbereitet wird. Respekt.

Am Freitag um 15:16 (!) Uhr wurde das Reinheitsgebot verkündet:

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Diese Protagonisten seien hiermit und unabhängig der tagenden Festivität wärmstens zu empfehlen. Zum Thema (Schanzer Biertour) und überhaupt (Frankenstein!).

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Die Bäckerei Erhard legt mit dem „1516“ (über das Fest hinaus) ein spezielles Natursauerteigbrot (u. a. mit Einkorn, Emmer und dunklem Weißbier von Herrnbräu) auf. Die beiden Platzhirsch-Brauer Nordbräu und Herrnbräu haben den eigens in gemeinsamer Rezeptur entwickelten Georgi Sud im Tank.

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Sehr angetan bin ich von der Idee, weitere regionale Brauer in die Geschichte mit einzubinden. Gut so! Mit ihren Ausschänken erfreuen uns deshalb auch Schwalbenbräu (Impresario Marco Dombek himself am Zapfhahn – es läuft das Unfiltrierte):

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Gutmann:

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Graf Toerring/Hofbräuhaus Freising:

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Und das Riedenburger Brauhaus:

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Die Verköstigung hat u. a. die Familie Mödl (Schutterhof) übernommen. Fleisch und Wurstwaren kommen von der Metzgerei Joseph Huber:

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Viel Qualität vor der sattsam bekannten Quantität… Danke. Für mich ist es ein Anfang. Ein gelungener! Nun bin ich gespannt wie es weitergeht. So gibt es viele weitere wunderbare Brauereien im Umfeld (Juliusbräu, Schneider, Lammsbräu, Schattenhofer, Otten, etc.)…

Und es pulsiert eine über das Mittelalter, Gauckler-Tralala hinausgehende, spannende Bierszene (siehe oben den Hinweis auf die Braukunst Live!). Biervielfalt in allen Facetten (aber ohne Fernsehbiere) wünsche ich mir für meine Geburtsstadt und die des Gebots von 1516.

Mit einem Blick auf z. B. die fantastischen Hausbiere von Stiegl darf, soll und muss man (aber) auch das Gebot selbst diskutieren… Die slowbier dümpelt in Oberfranken vor sich hin – eine 5. Auflage steht in den Sternen. Fortsetzung, Einbindung in Ingolstadt…?

Wisst Ihr was ich jetzt mache? Ich gehe noch auf eine Halbe rüber!

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