Mein Lieblingsessen mit Fleisch? Huhn. In allen seinen köstlichen Varianten. Mit Curry, mit Paprika, mit Waschmaschinenmotor gegrillt.

Auf Volksfesten gilt das Hendl als Klassiker. Leider kommen diese mit Antibiotika satt gefütterten Tiere für gewöhnlich aus Massenqualhaltung (die Agrar-Industrie-Lobby bemüht dafür den Begriff “moderne Tierhaltung”). Sie zu essen heißt seinen (beachtlichen!) Teil zur Aufrechterhaltung dieses abartigen Systems beizutragen.

Erfreulicherweise haben wir aber die Wahl. Die Artikelüberschrift von Wilhelm Busch gilt. Auf dem Münchener Oktoberfest, sogar auf dem Ingolstädter Volksfest. Wenn es auch Rückschläge gibt. Können kommt vom Wollen…

Slow Food Magazin Ausgabe April/Mai 2015:

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Es war mir eine echte Freude dieser Tage Roswitha Hüttinger (Jura-Geflügel in Walting/Rapperszell) ein Exemplar davon in die Hand zu drücken:

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Roswitha Hüttinger

Sie hat Haltung und ermöglicht eine gute solche. Auf ihrem Hof tummeln sich im Freiland – bei hofeigenem gentechnikfreiem Futter und eigener Schlachtung – neben Mast- und Legehybriden (Thema Zweinutzungshuhn) auch Sulmtaler, Wachteln, Perlhühner, Puten (ab nächstem Jahr ebenfalls Bronzeputen), Flug-, Mularden- und Pekingenten sowie Gänse. Mit ihrem Betrieb steht sie deshalb auf meiner Empfehlungsliste für gutes Geflügel in unserer Region.

Auf dem richtigen Weg ist auch die Stadt Pfaffenhofen. Im Koalitionsvertrag des Bündnisses von FW, SPD, Grüne und ÖDP steht unter Ziffer 5 (Nachhaltigkeit, Tierschutz, Umweltschutz, Klimaschutz) der Punkt “aktive Förderung von regionalen Produkten und Lebensmitteln aus artgerechter Haltung bei städtischen Veranstaltungen”. Seht dazu auch das wunderbare Aktionsbündnis Artgerechtes München!

Festwirtin Julia Spitzenberger (selbst im Pfaffenhofener Stadtrat) ist heuer dazu auf dem

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mit ihrem Pfaffenhofener Voixfest-Giggal an den Start gegangen. Und das kommt von – der Kreis schließt sich – Frau Hüttinger. Gleich 2-mal (mittags wird es nicht angeboten … arrgh) bin ich hingefahren, um der schönen Idee meine Aufwartung zu machen:

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Julia Spitzenberger
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Im großen Festzelt gibt es in Pfaffenhofen zum schönen Überfluss auch noch ein Bio-Hendl:

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Weiß eigentlich schon jemand wie es ab kommenden Freitag auf dem Schanzer Herbstfest in Sachen gutes, sauberes und faires Hendl aussehen wird? Wir gehen jedenfalls nächsten Donnerstag schon mal hier auf Nummer sicher.

Nachtisch: Frau Hüttinger hat ihre Mitgliedschaft bei Slow Food angekündigt. Passt gut!

Nachtrag (26.09.2015): Es gibt leider kein Bio-Hendl auf dem Ingolstädter Volksfest. Es ist erbärmlich.

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