Kehre nicht an den Ort deiner Erinnerung zurück – denn du wirst ihn nicht (mehr) finden … Das habe ich mir mal von einer alten Schallplatte gemerkt. Und es stimmt eigentlich. Eine Erinnerung ist nämlich komplex. Sie kann – und tut das auch zumeist – sehr viel beinhalten. Man denke an Bilder, Düfte, Gesten, Stimmen, Worte, Geräusche, Temperaturen, Berührungen, Gefühle, … Sie wird in ihrer einmaligen Mischung so nicht mehr auftreten.

Aber man kann sich ihr freilich annähern. Genau das steht dieser Tage für meine Familie und mich an. Wir haben Übung mit diesem speziellen Ort. Es ist nach 2010, 2013 und 2016 unser vierter Besuch. Entsprechend reich sind wir an schönen Erinnerungen … Es wird also nicht leicht. Dafür wird es neue Eindrücke geben! Da bin ich mir sicher. Und aus ihnen werden wieder Erinnerungen … Der Ort ist ein Füllhorn! Ich spreche vom Grafenast.

Zur Vorbereitung – das hat hier zwischenzeitlich gute Übung – habe ich im Fotoarchiv gestöbert.

September 2010 – erster Aufschlag

Das Grafenast gibt es seit 1907. Es entstand in 1.340 Höhe auf dem Tiroler Hochpillberg aus einer Rodelhütte (heute noch als heimelige Stube vorhanden). Das Bio-Hotel (Mitglied im wunderbaren Verein der Bio-Hotels) wird in vierter Familiengeneration – sehr persönlich – von Waltraud und Peter Unterlechner geführt. Man ist Mitglied bei Slow Food. Essen und Trinken ist köstlich.

Das herrliche Areal strotzt vor Natur, Blickfängen, Rückzugsmöglichkeiten (innen und außen) und Kunst. Ein Traum ist die große Terrasse – erreichbar über die Teestube – mit atemberaubenden Blick ins Inntal. Je nach Tageszeit und Wetter kann man hier beachtliche Dramaturgien beobachten. Es gibt einen Pool, verschiedene Saunen (Waldsauna!), einen Hamam sowie einen großen Meditationsraum (mit rotem Holzboden; zur Nachtzeit laufen dort ausgewählte Filme; ich hatte hier meine Premiere mit „Das finstere Tal“). Das Haus wird sommers, wie winters (Liftstation direkt nebenan) bespielt.

Die Silberregion Karwendel liegt zwischen dem Karwendelgebirge im Norden (Große Ahornboden!) und den Tuxer Voralpen im Süden. Nordöstlich liegt der Achensee und südöstlich das Zillertal. Nach Innsbruck sind es 35 km.

Zweiter Besuch. August 2013:

Peter Unterlechner

Nachtrag (29.08.20): Zur Beantwortung von Nachfragen. Auf den letzten sechs Bildern ist die Entstehung von „Melchermuas“ (Melcher = Melker|Muas = Mus) zu sehen. Es ist eine traditionelle nahrhafte(!) Speise der Almsenner in der Region. Es besteht vornehmlich aus Zutaten, die in deren stetiger Griffnähe sind: Butter, Mehl, Milch, Salz, nach Geschmack Zucker, Zimt und frische Beeren.

Dritter Besuch. August 2016:

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