Am 1. Mai kann man – zumal in Berlin – jegliche Manieren vermissen lassen. Das muss nicht sein. Ich erlebte den Maianfang im letzten Jahr – in Berlin – als den wohl schönsten, den ich bisher hatte. Und stilsicher war er auch. Zu verdanken habe ich das Bernd. Ein wunderbarer Mensch! Vor langer Zeit kaufte er sich eine Hamburger Hafenbarkasse – den „Leierkasten“. Dessen Revier sind seither die über 240 km Wasserwege der Hauptstadt. Bernd ist mit ihm aber auch schon von Berlin nach Paris getuckert. Ein regelmäßiges Besatzungsmitglied des Leierkastens – in Ingolstadt vor Anker – schleuste mich an Bord, zum Antuckern im Mai. Eine Stadt gemütlich vom Wasser aus zu betrachten ist ein zauberhaftes Schauspiel. Die verschiedensten Kulissen und Stimmungen – Berlin! – ziehen vorbei, gehen langsamen ineinander über, neue Blickwinkel zuhauf. Beim Wetter war allet in Budda, an Deck wurde gestaunt, getafelt und getanzt. Zum Publikumsliebling im Glas gelangte der Doppler vom Blauen Portugieser (Weingut Hindler).
Auf der Hinfahrt besuchten wir das solide Restaurant im Hotel zum Stein in Sachsen-Anhalt. Es steht im Slow Food Genussführer. Ein wichtiges Werkzeug auf Reisen. Gleich daneben grenzt das Gartenreich Dessau-Wörlitz – ein Weltkulturerbe der UNESCO. Wir erwischten es noch zur Blauen Stunde. Im Weyers (Charlottenburg) gibt es ein gutes Wiener Schnitzel mit lauwarmen Kartoffelsalat.
Am kommenden Freitag beginnt der Mai. Für Berlin sind 22 Grad angekündigt. Einen Doppler und Zigarren habe ich bereits eingepackt …


























