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Schafkopf. Ein wunderschönes Spiel! Die Regeln sind schnell erklärt – das hat er mit dem Schach gemein. Richtig gut spielen, dauert hingegen – wie beim königlichen Brettspiel auch. Einem Artikel der Süddeutschen Zeitung war einmal folgendes zu entnehmen: „Laut Münchner Kreisverwaltungsreferat ist das Schafkopfen jedoch eines der wenigen Kartenspiele, das per Definition gerade nicht als Glücksspiel gilt. Da alle Karten ausgegeben werden, hänge die Entscheidung über Gewinn und Verlust von den Fähigkeiten und den Kenntnissen des Spielers ab“. So ist es!

In früher Jugend wächst man da als Bajuware hinein. Meistens. Bei uns zu Hause wurde leider nicht gespielt. Mir blieb der zweite Bildungsweg. Meine Frau hat mich vor Jahren zu einem Schafkopfkurs an der Volkshochschule angemeldet – Danke Petra!

Der Traum eines jeden Spielers – ein „Sie“ – alle 4 Ober und 4 Unter

Meine erste regelmäßige Runde (mit Birgit, Inge und Andrea) entstand aus dem Kurs und ist bis heute(!) aktiv (Ralph hat aber zwischenzeitlich Andrea ersetzt). Eine zweite mit Gustl, Werner und Klaus gibt es leider nicht mehr. Werner ist gestorben (lieben Gruß! – wo immer du gerade bist) und Gustl ist nach Österreich übergesiedelt. Wir spielen jeweils mit der „langen Karte“ – also mit 32 Karten. Unser Tarif: Zehnerl/Fuchzgerl (= ein Sauspiel kostet 10 Cent, ein Solo 50 Cent). Und wir spielen den „reinen“ Schafkopf – nach den Regeln der Münchner Schafkopfschule e.V.

Einen „Sie“ (Foto oben) hatte in meinen Runden noch niemand auf der Hand. Er ist seeehr selten. Die Wahrscheinlichkeit, dasselbe Blatt genau so noch einmal auf die Hand zu bekommen, liegt bei 1 : 10.518.300. Geht man also bei einem Spielabend von sagen wir 100 Partien aus, müsste jemand schon täglich 288 Jahre spielen, um statistisch einmal die vier Ober und die vier Unter zu bekommen. Gänzlich unmöglich ist es, dass sich ein ganzes Spiel vollkommen gleich wiederholt. Rechnerisch sind hier 99.561.092.450.391.000 Varianten möglich. Alte Schafkopfweisheit: „Jeds Spui is anders.“

Bekommt man einen „Sie“ greift Regel 2.9.3. der Schafkopfschule: „Es ist strikt verboten, mit den gleichen Karten weiterzuspielen. Diese Karten sollen vom Spieler mit dem „Sie“ eingerahmt und aufgehängt werden.“

In dem bereits erwähnten Artikel der SZ ging es vornehmlich um eine spezielle Gefahr für die bayerische Tradition des Schafkopfen. Zumindest in Wirtshäusern. Immer mehr Wirte untersagen ihren Gästen nämlich dort das Kartenspiel. Ich kann das nachvollziehen, wenn jemand beim Karteln drei Stunden vor einem kleinen Bier sitzt, oder sich (auch sonst) nicht zu benehmen weiß …

Wo kann man eigentlich in und um Ingolstadt – unter fairer Wahrung der Interessen des Gastwirts – einen gepflegten Schafkopf spielen? Ich will hier entsprechende Adressen sammeln und bitte – von Spielern und Wirten – um Mithilfe. In den nachfolgenden Wirtshäusern darf nachweislich gespielt werden (das letzte Wort hat aber immer der Wirt – selbstverständlich wird dieser vorher gefragt):

Almschänke|Weicheringer Straße 146, 85051 Ingolstadt
Antonius-Schwaige|Antoniusschwaige 47, 85049 Ingolstadt
Augustiner-Bräu Theresienhof|Theresienstraße 15, 85049 Ingolstadt
Beckerwirt|Hauptstraße 15, 85113 Böhmfeld
Daniel|Roseneckstraße 1, 85049 Ingolstadt
diagonal|Kreuzstraße 12, 85049 Ingolstadt
Engelwirt|Kreuzstraße 11, 85049 Ingolstadt
Griesmüllers Altstadtbrauerei|Schulstraße 19, 85049 Ingolstadt
Mittl|Canisiusstraße 9, 85053 Ingolstadt
Mooshäusl|Mooshäuslweg 1, 85049 Ingolstadt
Neue Welt|Griesbadgasse 7, 85049 Ingolstadt
Peterwirt|Dorfstraße 2, 85051 Ingolstadt
Ölbaum|Bei der Schleifmühle 34, 85049 Ingolstadt
Schwedenschimmel|Münchener Straße 32, 85051 Ingolstadt
Stangl|Am Speiselsaum 5, 85053 Ingolstadt
ZWØLF|Kreuzstraße 6, 85049 Ingolstadt

Beim Schafkopf gibt es ein besonderes Solo. Den „Wenz“. Hier ist auf wunderbare Weise etwas erlaubt, wonach einem nicht selten gelüstet: Der Unter sticht den Ober! Für Obrigkeitsfanatiker nicht unproblematisch …

Beim „Wenz“ sticht der Unter den Ober

13 Kommentare

  1. Ein Münchner der nach Ingolstadt gezogen ist sucht Anschluss zum Schafkopfen😃
    Einfach melden bitte.

  2. Wer sucht noch einen 4 Mann zum Schafkopfen in Ingolstadt und Umgebung?
    Mein Papa (85) würde sich an einer netten gemütlichen und lustigen Runde freuen.
    Regelmäßige Tage …..wäre gut:)
    LG

  3. Author

    Danke Dackel! Nach Bestätigung von Sascha Lachner habe ich den Engelwirt aufgenommen.

  4. Da ich mich ja hauptsächlich auf Turnieren herumtreibe- teils bis zu 200 km im Umkreis- und kein Ingolstädter sondern „nur“ Vohburger bin, kenn ich natürlich nicht sämtliche Lokalitäten. Turniere gab´s bisher immer an Karfreitag und Allerheiligen in der DONAULÄNDE, diesen Sommer auch zwei im SCHUTTERHOF. Im ENGLWIRT war auch schon eins. Das sind jetzt vielleicht nicht alles die „besten Häuser“- aber zum Zocken reicht´s allemal… 😉

  5. i wär no auf der suche nach a schafkopfrunde… Kontakt: b.dug@gmx.de

  6. Beim Anker darf man auch Schafkopfen soweit mir bekannt.

  7. Hier darf auch gespielt werden:

    Gasthof Huber, Dorfstr. 10 85051 Ingolstadt – Unsernherrn, 0841 / 72335
    Gasthof Stangl, Am Speiselsaum 5, 85053 Ingolstadt – Rothenturm, 0841 / 67282

  8. Author

    @ Elke: Das Bierdepot gibt es unter der Hausnummer „13“.

  9. Danke für den Hinweis, padrone! Da ich nie nach Hausnummern suche, weil ich die genaue Örtlichkeit kenne, hab ich das Örtliche bemüht. Warum dort Hausnummer 13 steht, weiß ich auch ned.

  10. Author

    Danke Elke! Das mit dem Bier stimmt. Wenn der Cheffe dort mal Zeit hat, gibt es einen Bericht…
    Das Wirtshaus ist (aber) unter der Hausnummer „74“ zu finden.

  11. Hier darf auch gespielt werden:
    Schalbenbräu, Am Pulverl 13, 85051 Ingolstadt
    Hier gibt’s übrigens sehr leckeres Bier (für den, der es mag), das vom Wirt selbst gebraut wird!

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