Ach Wien! Laut Wikipedia ist Sehnsucht „ein inniges Verlangen nach (…) Zuständen (…). Sie ist mit dem Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können.“ So betrachtet, ging es mir vor zwei Wochen prächtigst. Hatte ich doch den Gegenstand meiner Sehnsucht – diesen Traum einer Stadt – für ein Wochenende erreicht. Anlass – als bräuchte ich tatsächlich einen! – war die VieVinum in der Hofburg.

In meinem Protokoll – das ich selbst in gehörigem Gebrauch habe – halte ich fest: Warm-up mit Kaffeehauskultur im Café Prückel|Abendbesuch der Meierei im Stadtpark. Endlich! Große Gastlichkeit. Unser Herr Ober nach dem ersten Gang (Kalbszunge mit Käferbohnen): „Ist der Einstieg gelungen?“ Ist er. Und wir sind auch nicht mehr ausgestiegen. Sehr, sehr gut das Kalbsbeuscherl mit Schnittlauch-Knödel und Majoran. Zum Käse (Auswahl von über 140 Sorten) gibt es kleine Steckbriefe.

Auf der VieVinum. Ich halte hoch: Weingut Herbert Zillinger (Weinviertel). Grüner Veltliner Hirschenreyn, mmmhhh. Wird demnächst besucht|Guter, alter Bekannter. Gottfried Lamprecht Herrenhof Lamprecht (Steiermark). Signature Bottle: Sein (wirklich ernst gemeinter) Gemischter Satz. Wird auch demnächst besucht|Weingut Tement (Südsteiermark). Morillon und Weißburgunder. RRR. In der Umstellungsphase zur Biodynamie|Weingut Velich (Burgenland). Heinz Velich, Bruder von Roland Velich. Entdeckung des Welschrieslings und der Cuvée TO (Chardonnay, Sauvignon und Welschriesling). Die reinen Chardonnays (Tiglat und Darscho) sind bekannt großartig|“Entdeckungen aus dem Weingut“ = Serie bemerkenswerter Spezialitäten vom Weingut Jurtschitsch (Kamptal)|Wiederentdeckung der famosen sortenreinen Apfelsäfte von Wetter (Niederösterreich)|Weingut Arndorfer (Kamptal). Feine Cuvée Vereinter Schatz (Grüner Veltliner und Riesling). Besuch vorgemerkt|Weingut Wieninger (Wien). Mit Fritz Wieninger durch alle seine herrlichen Gemischten Sätze.

Herbert Zillinger
Bettina Unterberger|Gottfried Lamprecht
Monika Tement
Heinz Velich
Martin und Anna Arndorfer
Fritz Wieninger

Vesper im Schwarzen Kameel. Eine Institution – ohne Wenn und Aber. Unbedingte Buchempfehlung dazu: Christian Seiler|“Zum Schwarzen Kameel: Die Geschichte einer Wiener Institution“

Nachtessen. Wiener Schnitzel im Meissl & Schadn. Endlich! Aus der Pfanne mit wahlweise Butter- oder Schweineschmalz, serviert mit Wiener Garnitur (Petersilie, Kapern, Ei und Sardellenfilet), Wildpreiselbeeren und Erdäpfelsalat.

Aktuelle Ausstellung (bis 29.01.2023) des Filmarchivs Austria (im METRO Kinokulturhaus): „100 Jahre Oskar Werner. Mensch Kunst Mythos“. En passant entdeckt. Hats mich gerissen! Ich mag Oskar Werner sehr – schaut. Die Austellung hatte leider schon geschlossen. Da muss ich noch hin! Trotz sehenswerter kostenloser Online-Ausstellung.

Schlussempfehlung. Der ebenfalls sehr geschätzte Vincent Klink – schaut – schiebt seinen Bauch auch gerne in Form verschiedener literarischer Auftritte vor sich her. Das passt. Kann er doch mindestens so gut schreiben, wie er kochen kann. „Ein Bauch lustwandelt durch Wien“ ist ein Vergnügen. Die Idee läuft im Übrigen. Druckfrisch im Buchhandel: Vincent Klink|Ein Bauch spaziert durch Venedig …

Ach Wien! (tiefer Seufzer)

2 Kommentare

  1. Genial!
    Wien wie es leibt und lebt.

  2. Fantastisch! Schnittchen im Schwarzen Kameel sind zurecht ein absoluter Klassiker und das Meissl und Schadn, hatte ich für den nächsten Wienbesuch ohnehin schon dick vorgemerkt!

    Hach, Wien….

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