„Ewige Liebe“ in Ingolstadt

Der Mensch braucht Symbole und Rituale. Eines für die „ewige Liebe“ hat sichtlich erkennbar Ingolstadt erreicht.

Als Sinnbild dient ein einfaches Vorhängeschloss. Verziert mit den Namen oder Initialen der einander sehr Zugeneigten, oft auch einem Datum, wird es an Brückengeländern befestigt.

Der Schlüssel fällt danach, wie die nicht mehr denkbare Trennung, sprichwörtlich ins Wasser darunter.

Dieser Brauch ist zwischenzeitlich ein weltweites Phänomen. Es beschäftigt Kulturwissenschaftler wie Volkskundler – und sicher auch den ein oder anderen Baustatiker. Es gibt Studien und Bücher darüber. Und natürlich – der Geschäftssinn schläft nicht – Onlineshops mit einer Vielzahl von Modellen und Gravurmöglichkeiten.

Die größte Ansammlung von Liebesschlössern in Deutschland dürfte in Köln auf der Hohenzollernbrücke zu finden sein. Der Ursprung hingegen liegt – wen mag es in Sachen amore auch wundern – in Italien, wohl in Florenz und Rom. Siehe dazu Wikipedia/Liebesschloss.

Die Donau wird auf Ingolstädter Stadtgebiet sechsmal überbrückt. Von Westen kommend zunächst an der Staustufe. Hier habe ich keine Schlösser gefunden. Das Geländer ist dort auch sehr vorhängeschlossfeindlich. Es müssten hier schon Fahrradschlösser sein.

Auf der Glacisbrücke finden sich dann die ersten. Auf deren Westseite – Stand 18.04.12 – drei, auf der Ostseite acht. Für die Konrad-Adenauer-Brücke und die Schillerbrücke gilt das zur Staustufenbrücke gesagte. Die Eisen- und Autobahnbrücke habe ich erst gar nicht in Augenschein genommen. Es bleibt – natürlich der Donausteg! Kein Auto stört. Der Klenzepark, das Neue Schloss, Vollmond vielleicht – klick… An der Westseite bis dato 25-mal, donauabwärts liegen 38 Schlüssel in der Donau.

Ob die Liebe – so umschlossen – ewig hält? Ich wünsche es jedenfalls alle 74 Paaren von ganzem Herzen! Deshalb habe ich hier auf extra prima good auch alle dokumentiert.

11 Gedanken zu „„Ewige Liebe“ in Ingolstadt

  1. Nicht unerwähnt sollte bleiben, daß mancherorts die Schlösser wegen ihres Gewichts (in der Summe) die Statik der Brücke zu ändern drohen. Sprich: Der zusätzliche Ballast macht die Brücke so schwer, daß sie einzustürzen droht. Die Liebe ist also doch eine Macht, die nicht nur himmlisch, sondern auch physikalisch wirkt.

  2. Ich habe ein Schloss für meinen Vater angebracht kurz bevor er starb. Ich habe ihm versprochen ein Schloss dorthin zuhängen und vor seinem Tod habe ich es gemacht und ihm gezeigt. Leider konnte er nicht mehr dabei sein als ich es angebracht habe. Ich liebe und vermisse dich Papa!! Ein Teil ist an der Brücke verewig und verbindet uns!!

  3. Wirklich schön, dass alle Schlösser dokumentiert wurden. Aber schade ist, dass „meines“ bzw. das von mir und meinem freund nicht dabei ist :/

  4. Pingback: …(stadt)ansichten nr. 11 | Grüne Blogtüte

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