Fingerzeig (5) – Vorsprung durch Genuss

Gute Nachricht gefällig? Meinetwegen gerne! Also. Im März 2012 eröffnete Katia Garelli in der Ingolstädter Altstadt (Schäffbräustraße 3) ihr Artusiana. Es wurde augenblicklich zur Heimstätte des Guten, Sauberen und Fairen. Seit vergangenen Sommer weht hier auch offiziell die Slow Food Fahne. So weit, so bekannt. Und so gut!

Der Leser imaginiere nunmehr einen Aufenthalt im Artusiana. Nach einem Teller, sagen wir jahreszeitlich passenden Kürbis-Panzerotti, verlässt er den Laden und wendet sich gleich nach links. Bereits nach wenigen Metern trifft er auf den kleinen die Schäffbräu-, Kanal-, Roseneck- und Sauerstraße verbindenden Platz. Hier geht er – womöglich unter Würdigung des Springinkerls (Werkverzeichnis Auftritt Nr. 19) auf dem Löwenkopfbrunnen – erneut nach links in die Kanalstraße:

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Unter der dortigen Hausnummer 2 sind seit einiger Zeit bauliche Veränderungen zu beobachten:

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Nr. 2 – da war doch was? Genau. Am 22.12.2012 tischten hier Inge und Norbert Gschwendtner – nach erfolgreichen 14 Jahren – zum letzten Mal in ihrer Nudelstube Carrara auf. Wie der Donaukurier dieser Tage berichtete, gibt es ab Mitte November von den beiden übrigens ein Kochbuch mit den beliebtesten Rezepten aus ihrem kleinen Lokal.

Und jetzt hat wohl jeder die gute Nachricht bereits empfangen! Wenn die Handwerker fertig sind – vielleicht sogar noch vor Weihnachten – wird Katia Garelli diese Tür für uns weit öffnen:

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Das (alte) Artusiana in der Schäffbräustraße bleibt erhalten! Zum mittäglichen Vespern. Für den Nudeleinkauf.

Das neue Domizil in der Kanalstraße wird „Locanda Artusiana“ heißen und täglich mittags und ab dem frühen Abend geöffnet sein. Frau Garelli plant eine überschaubare, wöchentlich wechselnde Karte. Selbstredend wird darauf alles selbst und frisch gekocht sein. Ohne Industriehelferchen. Mit saisonalen und regionalen Zutaten. Slow Food halt… Neben der bewährten, hausgemachten Pasta wird es Suppen und Ragouts geben. Ebenso Gnocco fritto – frittierte Teigstückchen, eine Spezialität aus der Emilia Romagna. Und Arrosticini. Das Lammfleisch für diese Grillspezialität aus den Abruzzen wird in Ingolstadt zweifelsohne vom Altmühltaler Lamm stammen.

Wikipedia erklärt: „Die Vorfreude ist eine Emotion, die durch die Erwartung eines künftigen, positiven Ereignisses gekennzeichnet ist. Sie wird durch das Eintreffen dieses Ereignisses beendet.“ Genießen wir also zunächst die Zeit bis zur Ankunft. Ein gerade den Dezember seit zweitausend Jahren prägender Zustand. Und dann? Ich bin mir sehr sicher endlich auch wieder in Ingolstadt einen Platz für unseren Slow Food Stammtisch zu haben! Für Kenner der ehemaligen Nudelstube: Die Theke wurde bei der Renovierung entfernt – es gibt deutlich mehr Platz.

(4) – Fingerzeig – (6).

Nachtrag (10.10.2014): Die “Locanda Artusiana” gibt es nicht mehr.

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