Dieser Tage ist es mir gelungen eine ewige Baustelle zu schließen. Es geht um Messer. Konkreter – um ihre klassische Erscheinungs- und Zustandsform in unserer Küche: Nicht scharf. Schaue ich der Realität wirklich tief ins Auge: Eigentlich stumpf … Natürlich habe ich (fast) alles versucht. Mit dem Wetzstahl. Mit allerlei „Durchziehgeräten“, die sich Messerschärfer nennen. Meine Ergebnisse damit waren bestenfalls immer nur ausreichend, Tendenz zu mangelhaft. Zum Schleifen mit Wassersteinen konnte ich mich nie durchringen. Am Ende hat es dann regelmäßig der Messerschleifer auf dem Ingolstädter Pfingst- oder Herbstfest gerichtet. Ein weiterer Ausweg ist der Schleif- & Schärfdienst Johann Kuffer in Demling.

Das Ganze erinnert mich gerade an die Zeit ohne vernünftige Käsereibe. Sie ist seit dieser Entdeckung vorbei.

Mein neuer Scharfmacher – und ich nehme das Wichtigste gleich vorweg, er funktioniert tadellos!!! – kommt aus dem Schwarzwald. Gefertigt in Handarbeit mit wertigen Materialien vom Familienbetrieb Horl. „Wenn der Vater mit dem Sohne“ – Geschichten gefallen mir eh. In dieser haben Vater Otmar (Konstruktionsleiter im Maschinenbau) und Sohn Timo (Designer) gemeinsam ihren „Rollschleifer“ entwickelt.

Zur Auswahl stehen die Versionen Nussbaum und Eiche. Vor diese Wahl gestellt bin ich ein Eichenmann. Im Notenspiegel kann auch ich damit nunmehr in die Region gut, Tendenz zu sehr gut vorstoßen. Ich überlege noch – Luxusprobleme haben keine Eile – ob ich mir zur Abrundung der Geschichte die weiteren Schleifscheiben mit #3000er und #6000er Körnung zulegen soll. Wenn es nur eine der beiden sein darf, welche wäre dann zu empfehlen? Vielleicht kann jemand von der Familie Horl hierzu eine Empfehlung (als Kommentar) abgeben? Danke! Als weiteres Zubehör wird auch ein Abziehleder angebotenen. Ich meine, das braucht es. Hier frage ich aber zunächst meinen Schuhmacher, ob er einen entsprechenden Zuschnitt dafür hat. Tom – kannst du mir hier weiterhelfen?

Der Schlüssel zum Erfolg dieser Schöpfung liegt im nicht verfehlbaren, idealen Schleifwinkel (durch die Fixierung der Klinge) und in der simplen, einfach auszuführenden Rollbewegung. Seht her:

Dinge von Wert zu pflegen. Sie in Gebrauch halten. Freude an Patina. Mit dem Schleifer geht es mir da wie mit dem Schuhe putzen – der Flow ist oft nicht mehr weit. Und ich ertappe mich beim Träumen von neuen Wertanlagen. Dem ersten Messer von Güde zum Beispiel.

Ein Tipp noch. Habt Geduld! Sind die Messer völlig verhunzt, braucht es Zeit ihnen den (neuen) Schleifwinkel „anzulernen“.

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3 Kommentare

  1. Author

    Antwort (per E-Mail|01.07.2020) der Familie Horl:

    „Hallo Michael!
    Vielen herzlichen Dank für den tollen Bericht – hat uns sehr gefreut diesen zu lesen 🙂
    Zu Ihrer Frage:
    „Wenn es nur eine der beiden sein darf, welche wäre dann zu empfehlen? Vielleicht kann jemand von der Familie Horl hierzu eine Empfehlung (als Kommentar) abgeben?“
    Grundsätzlich wird immer von grob nach fein geschliffen. Daher würden wir beim Kauf einer Edelkorundscheibe auf die #3000 Edelkorund verweisen.
    Wir wünschen Ihnen weiterhin ganz viel Spaß mit Ihrem Rollschleifer und
    natürlich allzeit scharfe Messer!
    Herzliche Grüße vom gesamten HORL Team
    aus Freiburg“

  2. Author

    @ Tom: Bitte sehr. Auf den Wellenschliff bin ich auch gespannt! Wir hatten unser Brotmesser aber erst kürzlich beim Schärfen. Wir werden sehen.

  3. Hallo padrone,
    funktioniert das auch mit dem Brotmesser? Ich meine mich zu erinnern, dass man die wegen der speziellen Form der Schneide nicht selbst schleifen kann? In einem Youtube-Video erklärt der junge Mann das zwar, aber wie sind Deine Erfahrungen, werter padrone?
    Jedenfalls danke für den Tipp.

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