Fingerzeig (49) – K a u f e n !

Im Juni 2013 schrieb ich: „Montage erfreuen sich einer ambivalenten Wertschätzung. Der 30. September 2013 ist ein Montag … und er wird eine gute Woche eröffnen!“ Dann kam der 29. September 2014 und der 26. September 2016. Ins Bild gesetzt schaut das so aus:

Auch der 1. Oktober 2018 ist ein Montag … und auch er wird eine gute Woche eröffnen! Dann nämlich liegt bei den Buchhändlern der druckfrische Slow Food Genussführer 2019/2020 – K a u f e n !

Mit insgesamt 548 Lokalempfehlungen – darunter 125 Neueinträge! Slow Food Ingolstadt hat dafür neun Einträge beigesteuert. Zur Vorauflage fiel bei uns ein Wirtshaus heraus, ein neues kam dazu…

Den großen Bruder aus Italien (ebenfalls taufrisch) habe ich mir letzte Woche in Turin besorgt. Die deutsche Übersetzung wird es wohl erst im Frühjahr geben:

Und den habe ich mir endlich auch gegönnt. Der Weg zu einem eigenen deutschen Bierführer ist noch sehr, sehr, sehr weit – aber begonnen!

Wenn ich schon dabei bin: Fast noch warm ist das aktuelle (von vorgestern) Slow Food Magazin. Die Genussreise geht diesmal nach München!

(48) – Fingerzeig – (50).

Da hätte es auch Tante Anni geschmeckt

Sechs Tage haben ihr gefehlt. Meiner Großtante Anni. Nur sechs Tage – zu ihrem 104. Geburtstag! Zum 100. hatte ich ein kleines Problem. Geboren am 25. Juni 1914 – ein Tag an dem der Begriff Weltkrieg – geschweige denn dessen Nummerierung – noch Theorie war. Am 19. Juni 2018 ist sie friedlich eingeschlafen… Vergangen Freitag war ich mit meinem Vater auf ihrer Beerdigung in Kreuzwertheim. Ein Ereignis, das mich dann doch mehr berührte, als ich es mir auf der Hinfahrt ausmalte. Der (heute) unterfränkische Familienteil hat der Begegnung eine ergreifende Tiefe und Würde verliehen. Annis Leben zog noch einmal an uns vorbei. Absolut prägend – 1944 die Flucht aus Oberschlesien. Anni, ihre ersten beiden Kinder, ihre Schwester (meine Oma) mit meinem gerade geborenen Vater und seinem einjährigen Bruder (die Väter an irgendeiner Front…) machten sich auf den Weg nach Westen. Ohne Hab und ohne Gut – das bisherige Lebenswerk zurücklassend. Von jetzt auf gleich. Am ersten Abend waren sie so weit weg von zu Hause wie noch nie zuvor… Sicher ein Grund warum ich mit „besorgten“ Bürgern von heute sehr, sehr wenig anfangen kann.

Schnitt. Auf der Heimfahrt kehrten wir in ein ganz wunderbares Wirtshaus ein. Durchaus im Sinne von Großtante Anni und Michael Pollan – „Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte.“ Davon gibt es hier kein bisschen – im Gasthof Winkler Zum goldenen Ochsen – in Alfershausen (Thalmässing):

Selbstredend ist es im Slow Food Genussführer gelistet – aufgenommen durch die Freunde in Nürnberg – gut gemacht!

Aus dem Hahn fließt Pyraser. Ich startete sogleich mit einem regionaltypischen Rotbier:

Schöne Dramaturgie. Auf der Hinfahrt fiel mir dieses Gefährt auf:

Opening statement der Speisekarte: „Die Kultur des Essens zählt zu den schönsten Lebensfreuden, die Kunst der Speisenzubereitung zu den schönsten Lebenskünsten. Wir wollen Sie mit unseren Vorstellungen einer guten Küche vertraut machen.“

Am Freitag ist bei den Winklers Schlachtfest (wir sind im protestantischen Mittelfranken). Die Tiere stammen aus der eigener Landwirtschaft – geschlachtet wird unmittelbar vor Ort – selbst! Solchen Gemengelagen sollte man sich widerstandslos hingeben. Brot mit Bratwurstgehäck (viel Paprika), Radieschen und frischen Zwiebeln:

Unmittelbar am Wirtshaus führt die Radlstrecke der Challenge Roth (weltweit größter Wettkampf auf der Triathlon-Langdistanz) vorbei. Dieser fand zuletzt am vergangenen Sonntag statt. Der ein oder andere Protagonist übernachtet hier im Haus. Mit einer eigenen Nudelkarte (hausgemacht!) wappnete man sich für den erhöhten Bedarf an Kohlenhydraten:

Die Menschen die diesen herrlichen Ort beleben und beseelen: Christian, Marianne und Thomas Winkler:

Nach dem Essen ging es noch einen Sprung auf die Weide. Thomas Winkler fuhr mit dem Fahrrad voraus. Hier grasen seine Hereford-Rinder:

Die Winklers sind Bauern, Metzger und Köche. Und ganz Mittelfranken – sie haben natürlich auch eigene Teiche. Im Herbst werde ich mir hier ganz sicher einen Pfefferkarpfen schmecken lassen – Vorfreude!

Meine unbedingte Empfehlung – Vorsicht! – am Donnerstag ist Ruhetag.

Neuzugang im Genussführer!

Das maletter (Domplatz 1, 85072 Eichstätt) erschien Ende 2014 auf meinem Schirm. Und begleitet mich fortan.

Die Genussführer-Testgruppe von Slow Food Ingolstadt setzte das Haus bald auf seine Watchlist. Wie üblich folgten mehrere Besuche. Zunächst in kleinen Kreisen. Dann gab es im Frühjahr 2017 den ersten offiziellen Test. Und Ende Oktober folgte der zweite. Man muss auch mal auf ein Opfer verzichten – alles probiert:

Dazu die Vorspeisen (u. a. Variation vom Blumenkohl), die Suppen (u. a. Hühnersuppe mit Entenravioli) und die Desserts (Kürbis mit dunkler Schokolade oder Nougat mit Quitte).

Die letzte Frage wurde einstimmig beantwortet:

Herzlichen Glückwunsch! Damit verbleibt es bei neun Wirtshäusern (nach der Schließung vom Stirzer in Dietfurt), die von Slow Food Ingolstadt in den Genussführer empfohlen werden.

Der erste (monatliche) Stammtisch 2018 von Slow Food Ingolstadt tagte letzte Woche gleich im maletter. Dabei wurde Elisabeth Gabler-Hofrichter und Sohn Andreas Hofrichter mit wechselseitiger Freude die Genussführer-Urkunde überreicht. Der Donaukurier berichtet.

Donaukurier vom 17.01.18, Seite 29, Foto: Katrin Strasser

Alle Termine der kommenden Stammtische finden sich hier. Gäste sind immer herzlich willkommen!