Wachgeküsst: Schutterhof Ingolstadt

Seit heute (01.05.12) 14 Uhr steigert der Schutterhof die Lebensqualität der Ingolstädter Altstadt.

Schaut dieser Tage eh recht gut aus hier! Wenn ich so an die phantastische Stimmung beim (heißen) Halbmarathon am Samstag denke… Oder zeitgleich veranstaltet, an den wunderbaren Beginn der 19. Literaturtage: Im (kühlen) Gewölbe der Harderbastei über 48 ununterbrochene Stunden Tolkiens gesamten Herr der Ringe von 100 Vorlesern dargeboten… reizvolle Bandbreite… schön hier zu sein.

Eingang von der Friedhofstraße kommend

Ich kenne den Schutterhof (nur) als Veranstaltungsort von Flohmärkten aus den 70er und 80er Jahren. Erinnerlich am ersten Sonntag im Monat. Im Wechsel mit dem dritten Sonntag in der Herrenschwaige bei Hagau. Der Schutterhof hat natürlich eine tiefere Geschichte. Er ist Teil der beeindruckenden Festungsanlage (BR-Sendereihe „Das Bayerische Jahrtausend“ – Folge Ingolstadt – Schlusssatz dort: „Wenn alles wankt – Ingolstadt steht!“) und beherbergte einmal eine Militärschwimmschule. Alles hier – mit historischen Fotos – nachzulesen.

Und heute nun, nach langem Vorlauf, wurde hier ein Biergarten eröffnet. Die Eröffnung von Biergärten ist nun alleine für sich schon eine lobenswerte Sache. Geschieht das dann noch an einem so geeigneten, schönen Platz, der dem Dornröschen gleich nach einer Ewigkeit wieder Leben erfährt, ist die Freude zu Recht groß. Hinzu kommt, dass Ingolstadt mit guten(!) Biergärten nun wahrlich nicht gesegnet ist. Ich habe hier schon einmal mein Leid geklagt. Also – der Platz ist spitze! Ob es ein guter Biergarten wird, gilt es abzuwarten. Wir wollen aber guter Hoffnung sein!

Über den neuen Schankbau in der Mitte wurde bereits viel geschrieben und auch gestritten. Ich bin mir ob meiner persönlichen optischen Einordung noch nicht sicher. In jedem Fall – und da lege ich mich fest – wäre es besser gewesen, die Infrastruktur in die umliegenden Festungsbauten zu integrieren. Platz wäre da genug… soll ein Kostenthema gewesen sein.

Für mich – wohl nicht wirklich überraschend – sehr wichtig ist das kulinarische Angebot des Biergartens. Was kann dazu (bereits) gesagt werden? Die Bierauswahl ist sehr gut getroffen. Die Weißbierlinie (alkoholfrei/leicht/normal) kommt aus der Stadt – vom Nordbräu. Zurzeit auch noch das Festbier zum Georgifest (23.04.1516 Verkündung des Reinheitsgebots in Ingolstadt!). Und es gibt – im freien Ausschank eine Premiere in der Stadt – ein Kultbier: Tegernseer Hell!

Zugang vom Künettegraben

Der Chef der Veranstaltung ist Harald Mödl. Kein Unbekannter. Von 1996 – 2006 war er der Wirt der Antoniusschwaige. extra prima good ist fair. Unbedingt. In Sachen Kulinarik steht es bekanntlich dafür und hierfür. Die Küche der Antoniusschwaige war seinerzeit – daran gemessen – leider nicht das Gelbe vom Ei. Andererseits ist Herr Mödl Mitglied beim „Verein der Köche Ingolstadt“. Beim letzten Bürgerfest 2011 hat dieser auf dem Rathausplatz einen ganzen Bio-Weideochsen (Naturland!) aus der unmittelbaren Region (Donaumoos!) gegrillt. Es gibt Menschen – der padrone – die solche Aufheller (sehr positiv) zur Kenntnis nehmen und auch im Gedächtnis behalten. Und ich weiß, ich bin damit nicht alleine.

Also – der Platz stimmt. Das Bier stimmt. Die Sonneneinstrahlung – durch die lange Ost-West-Ausdehnung = Sonne bis kurz vor den Untergang – stimmt. Die jungen Kastanien brauchen noch Zeit. Der feine Kies stimmt. Das Essen wird (hoffentlich) auch stimmen. Warten wir es ab. Der heutige Eröffnungstag mit sehr eingeschränktem Angebot ließ dazu noch alle Fragen offen.

Und wenn nicht – „Notwehr“ ist möglich. In der Begründung zur Bayerischen Biergartenverordnung heißt es bei 2.1 Zu § 1: „… Kennzeichnend für den bayerischen Biergarten im Sinne der Verordnung sind vor allem zwei Merkmale: Der Gartencharakter und die traditionelle Betriebsform, speziell die Möglichkeit, dort auch die mitgebrachte, eigene Brotzeit unentgeltlich verzehren zu können, was ihn von sonstigen Außengaststätten unterscheidet“. Ich habe Herrn Mödl dazu gefragt: Er hat es bestätigt.

Weiter nannte er mir diese Öffnungszeiten: Täglich ab 14 Uhr. Wenn das Wetter mitspielt. Ab Pfingsten soll dann bereits zu Mittag offen sein.

Ich freue mich auf die Bereicherung Schutterhof und wünsche der Familie Mödl gutes Gelingen! Das nächste Mal nehme ich meine Boulekugeln mit. Es wurde hier extra eine entsprechende Spielfläche angelegt. Das ist in jedem Fall slow…

Biergarten Schutterhof, Friedhofstraße 1 a, 85049 Ingolstadt.

Update (09.09.2012): Schutterhof – erste Zwischenzeit.

2 Gedanken zu „Wachgeküsst: Schutterhof Ingolstadt

  1. Hoffentlich wird es was, da schließe ich mich an. Weil schwer is‘ leicht was… Leider habe ich es nicht zur Eröffnung geschafft, die Bilder sind toll, sehr stimmungsvoll (vor allem die Maß Tegernseer). Schön auch die Erinnerung an den Flohmarkt, mit mäßigem Erfolg habe ich versucht, YPS-Hefte mit Gimmicks abzustoßen. Das Boulodrom sieht sehr gut aus, so was jetzt noch auf den Paradeplatz…

  2. Mein Freundeskreis und ich sind sehr skeptisch gewesen ob der Nüchternheit dieses Areals. Nach einigen Besuchen im Schutterhof sind wir jedoch eines besseren-positiverem belehrt worden. Die Kastanien müssen noch wachsen, das wird abzuwarten sein. Das Tegernseer Bier ist uns als feinstes bekannt-wenn es denn gut gezapft ist und die Temperatur stimmt.
    Auch verschiedene Brotzeiten haben wir verkostet. Die sind O.K.
    Viel Glück wünschen-Werner und Evelyn Straubinger-alte bekannte von Harri mit Familie.

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