Genussführer

Dieser Post wird fortlaufend aktualisiert.

Ich möchte den Genussführer vorstellen – ein nationales (Dauer)-projekt von Slow Food Deutschland.

genussführer 2016Das Convivium Ingolstadt hat bisher drei vier fünf sechs sieben acht neun Wirtshäuser in den Genussführer empfohlen. Diese sind:

Es geht um gute regionale Küche – in der Gastronomie. Eine kurze Erklärung dazu von der Website unseres Conviviums:

Das Slow Food Convivium Ingolstadt beteiligt sich seit Anfang November 2009 am Genussführer-Projekt von Slow Food Deutschland. Vorbild ist der italienische Führer „Osterie d’Italia“. Dieser führt den Liebhaber der italienischen Regionalküche in die guten Gasthäuser des Landes die sich der originären regionalen Küche, ursprünglicher Gastlichkeit und sinnlichem Genuss verschrieben haben. Ziel ist einen solchen Begleiter für Deutschland zu schaffen. Wir zeichnen uns dazu für unsere Region verantwortlich. Jeder Mensch hat ein „Grundrecht“ auf ein anständiges Wirtshaus! Vielleicht ein abendfüllendes Thema was das ist. Getreu der Slow Food Grundregel „Gut, sauber, fair“ haben wir davon recht konkrete Vorstellungen. Wir schätzen und achten Wirtshäuser die nachfolgende Grundsätze beherzigen:

  • Verwendung frischer, weil saisonaler Produkte („Alles zu seiner Zeit“)
  • Verwendung regionaler Produkte („Heimat auf dem Teller“, regionale Wertschöpfung), idealerweise Herkunftsnachweis auf der Speisekarte
  • Verwendung nachhaltig erzeugter Produkte
  • regionaltypische Gerichte und Rezepte („kulinarischer Denkmalschutz“, Biodiversität)
  • die Speisen und Getränke bereiten wahrhaft sinnlichen Genuss („das Auge isst mit“, anregendes Riechen, gutes Schmecken) und heben sich deutlich vom industriell geprägten Massengeschmack ab
  • Verarbeitung auf handwerkliche Art und Weise (keine vorgefertigten Convenience-Produkte)
  • Verzicht auf künstliche Aromen, Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker
  • Gastlichkeit (angenehmes Ambiente, guter Service) – man fühlt sich willkommen

Der gute Geschmack entscheidet beim Testen und ist das Hauptkriterium. Das Geschmackserlebnis muss überdurchschnittlich sein. Speisen die obigen Kriterien genügen, dürfen (müssen!) ihren Preis haben. Slow Food (Zeit zum Wachsen, Reifen, extensive Nutztierhaltung, handwerkliche Verarbeitung, etc.) kostet Zeit. Zeit kostet Geld. Wenn das „honoriert“ wird, dürfen wir hoffen dass das Angebot wieder wächst weil es sich für den „Macher“ rechnet. Eine Nachfrage, die den Preis (Hauptsache billig!) zum Hauptkriterium erhebt, darf sich redlicherweise über Qualität keine Gedanken mehr machen.

Nachträge: Ab 30. September 2013 gibt es das Projekt (endlich!) in Buchform: Den Slow Food Genussführer Deutschland 2014. Seit 29. September 2014 gibt es die Ausgabe für 2015. Am 26. September 2016 erscheint die Ausgabe 2017/18.

4 Gedanken zu “Genussführer

  1. Das mit dem Genussfuehrer ist eine sehr gute Idee. Zwei der genannten Wirtschaften habe ich bereits ausprobiert und kann die Empfehlung bestaetigen. Wie ist das „Aufnahmeverfahren“ fuer weitere Gasthaeuser? Kann ich Vorschlaege machen oder obliegt dies dem Convivium Ingolstadt?
    Gruss, A.

  2. @ Anton: Vorschläge zum Test weiterer Kandidaten können jederzeit gerne(!) gemacht werden. Dazu einfach Kontakt mit dem Convivium aufnehmen.

  3. Am Sonntag, 16.06. waren wir im Köschinger Waldhaus. Wildragout, Rehmedallions, Ofenkartoffel für unseren Vegetarier. Das Fleisch war hervorragend. Irritiert hat mich auf den Rehmedaillions die etwas eingetrocknete Parmesankruste. Beim Salat bin ich sehr vom Beckerwirt verwöhnt, also da besteht eindeutig Handlungsbedarf! Der war nix! Der Salat war leicht welk und die Sauce, naja, nenn´ ich sie halt mal „gewöhnlich“. Das Eis meiner Lieben war sehr gut, (ist glaub´ ich Demeter Bio Eis, da kann man ja dann nicht so viel falsch machen) Die Frage nach dem Himbeereis wurde verneint, gibt nur Saisoneis, dann kam Himbeereis. (???) Also das Fleisch war sehr gut, jedoch das drumherum eher Mittelklasse. Ach ja, mein Kartoffelparfaint war nicht ganz durch und irgendwie salzlos. Die Umgebung ist natürlich idyllisch und erfrischend kühl bei diesem Wetter!
    Schöne Grüße
    Gabi Müller

  4. Danke für den Bericht. Das Beste, das Allerbeste in einer solchen Situation ist immer(!), umgehend mit den Verantwortlichen vor Ort das Gespräch darüber zu führen. Auf Augenhöhe. Im Willen gemeinsam die Dinge nach vorne zu bringen.

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