Hunger? Auf ins Lalibela!

Letzte Woche saß ich beim Pizzaessen in der L’Osteria. Weil es draußen schon dunkel war, sah ich gegenüber auf der anderen Straßenseite der Hieronymusgasse ein warmes Licht, wo ich eigentlich einen Leerstand wähnte. Dort – unter der Hausnummer 11 – befand sich seit Anfang 2012 das äthiopische „Café Cafcho“. Es war dann irgendwann geschlossen.

Und tatsächlich – es regt sich (wieder) Leben in der Örtlichkeit. Diese wurde lediglich umgebaut. Vom Café in ein Speiselokal. Es heißt jetzt „Lalibela“. Lalibela liegt in Äthiopien und gilt als heilige Stadt und Wallfahrtsort für die äthiopisch-orthodoxen Christen. Die dortigen elf Felsenkirchen zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die afrikanische Ausrichtung ist also erfreulicherweise erhalten geblieben. Zum Kaffee (der in Äthiopien übrigens seinen Ursprung hat) ist jetzt die entsprechende Landesküche hinzugekommen. Die beiden hochsympathischen Inhaber, Frau Wintana Tsemrekal und ihr Ehemann Adiamseged teilen sich die Aufgaben. Sie verantwortet die Küche, er röstet den Kaffee.

Adiamseged und Wintana Tsemrekal

Die inoffizielle Eröffnung des Lalibela war am 12.01.2017. Da kommt noch was… Heute Mittag habe ich es mir angesehen: Wertiges Mobiliar, angenehmes Licht. Keine Gecken, keine Überladung. Einige Handgriffe fehlen freilich noch. Die endgültige Speisekarte z.B., oder die Außenbeschilderung. Und es kommen noch Bilder. Ich bin sicher, sie werden die gefällig-schlichte Atmosphäre unterstreichen. Es riecht nach Gewürzen. Es wird frisch gekocht!

Ich hatte ein vorzügliches Rinderragout (scharf) mit gelben und roten Linsen. Dazu – das Fundament der äthiopischen Küche – selbstgemachtes Injera. Das ist ein gesäuertes Fladenbrot (sehr weich und unglaublich luftig) aus Teffmehl. Teff, eine Hirseart, ist die wichtigste Getreidesorte Äthiopiens. Im Lalibela wird das Injera aus einer Mischung von Teff-, Roggen- und Weizenmehl gefertigt. Am Nebentisch schmeckte (sicht- und hörbar) gefülltes Injera mit Spinat. Bier? Nordbräu und Augustiner.

Quintessenz – ohne Berücksichtigung der Einkaufsquellen, soweit bin ich (noch) nicht gekommen: Was für eine schöne, was für eine köstliche Bereicherung unserer Stadt!

Äthiopische Spezialitäten „Lalibela“ – Hieronymusgasse 11, 85049 Ingolstadt. Telefon: 0176-72276191. Geöffnet von Dienstag bis Samstag, jeweils von 11:30 bis 22:00 Uhr (Sonntag/Montag Ruhetag).

9 Gedanken zu „Hunger? Auf ins Lalibela!

  1. Oh, danke Michael Olma für den Bericht! Sehr verlockend. Bei meinem nächsten oder übernächsten Ingolstadt-Besuch werde ich mit meinen Jungs hin gehen!

  2. Ohhhhh, sieht alles (Inhaber, Einrichtung, Speisen) ganz wunderbar aus! Danke schön für den tollen Bericht! Das werden wir sobald als möglich selbst „unter die Lupe“ und „in den Mund“ nehmen 🙂

  3. Auf dem Weg nach Berlin Demo „Wir haben es satt“ damit es auch in 20 Jahren noch tradionelle Lebensmittelerzeugung in Äthiopien gibt und diese wunderbare Land nicht gänzlich in die Hand international agierender Konzerne fällt. Ein bisschen Äthiopien jetzt mitten in Ingolstadt, großartig.

  4. Ich grüße Sie, Herr Olma, ich wollte gerade im Lalibela für Freitag reservieren und kann nirgends eine Telefonnummer finden – haben Sie vielleicht eine, die Sie mir weiter verraten „dürfen“? Besten Dank im Voraus und viele Grüße, Heidi Sprenger

  5. Hallo Frau Sprenger. Die Familie Tsemrekal ist unter der Telefonnummer 0176-72276191 erreichbar. Ich habe sie auch gleich in den Artikel aufgenommen.

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