Diese Kulisse geht eigentlich schon ein bisserl über den Realismus hinaus … Dank Entschleunigung trügt der erste surreale Eindruck aber. Gott sei Dank. Das Leben ist phantastisch. Kommt man bei unserem Gastgeber Matthias in Geisenfeld an, wird das Flussbett der Zeit tief und breit. Der Ofen ist lange angeschürt, der Stein hat ordentlich Temperatur aufgenommen. Die Kochgruppe von Slow Food Ingolstadt (diesmal zu zwölft) hat sich einen Backnachmittag hingelegt: Pizza, Brot und Blootz (in Hohenlohe und Franken für Flammkuchen). Machen und genussvoll wieder verschwinden lassen: Auf dem Tellerrand findet sich tatsächlich Sebastian Kneipp. Nichts wurde (aber) verwässert oder getreten. Mitkochen? Küche zur Verfügung stellen? Ideen zum Thema? Gunter Wagner (E-Mail). So heißt der Leiter unserer Gruppe …

Zu gutem Essen außer Haus führen meiner Erfahrung nach sechs Wege: Der in die eigene Restauration. Die Einladung zum Gastmahl bei Lebenslüstlern. Persönliche Lokalkenntnis. Der Ratschlag von Wissenden. Der Zufall. Zwischen Flensburg und Oberstdorf der Blick in den Slow Food Genussführer. Auf dem Programm stand ein Besuch in Leipzig. Und so sehr ich diese prächtige Stadt schätze, die Ziffern 1 bis 3 fielen hier leider gleich aus. Ziffer 1 eigentlich weltweit. Hätte ich allerdings eine, der Weg würde sich lohnen! Der Blick in Ziffer 6 trifft in Ostdeutschland (noch) auf viele der sprichwörtlichen weißen Flecken. Leipzig gehört dazu. Der Tüchtige hat es mit Ziffer 5 nicht schwer. Nikolaistraße 12 – 14, gleich neben der Nikolaikirche (Herbst 1989!). Es ist schon spät. Wir bummeln zum Hotel. Eine alte Slow Food ZeitungWeiter Lesen

Beim Weineinkauf schöpfe ich aus verschiedenen Quellen. Am liebsten natürlich direkt beim Winzer. Letzten Monat war die jährliche Hausmesse der Weinhalle (Kössler & Ulbricht) in Nürnberg. Mitte der 90er Jahre habe ich diesen fantastischen Weinhändler entdeckt. Martin Kössler steht für das „K“ in K&U. Und mit ihm – dem kalifornischen „Reds“ (Winzer: Patrick Campbell & Ray Kaufman|Zinfandel, Carignan und Petite Sirah) – ging es damals für mich los: Heute hat er einen Schraubverschluss. Seinerzeit zierten die Korken des „Wine for the people“ noch Konterfeis von Karl Marx, Lenin, Mao oder Chruschtschow. Als es für diese Provokation Proteste aus konservativen Kreisen der USA gab, kam der ehemalige FBI-Chef Edgar Hoover dazu. Und die Aufschrift: „Findet den Roten und bringt ihn ans Licht.“ Klasse! Für Martin Kössler ist der entscheidendste Qualitätsfaktor beiWeiter Lesen

Das Slow Food Magazin (Print) erscheint mit der aktuellen Ausgabe (11/12-2012) jetzt im Münchner Oekom Verlag. Nächstes Jahr wird es ein neues Layout geben. Und ich gehe sicher davon aus, dass auch die Website von Slow Food Deutschland (irgendwann) einen Umbau erfahren wird. Das Convivium Ingolstadt hat seit Gründung (11. Mai 2007) dort alle seine Veranstaltungen und Aktivitäten gepostet und wird dies natürlich auch weiter tun. Es ist jetzt aber nicht auszuschließen, dass ältere Beiträge (z. B. einem neuen Layout geschuldet)  „hinten runterfallen“. Das wäre betrüblich. extra prima good ist also zur Stunde ganz präventiv tätig und entfaltet zur Gefahrenabwehr einen in diesen Tagen allseits beliebten Rettungsschirm. Die Texte und Fotos (allesamt vom padrone) habe ich (historisch korrekt) im Original belassen. Beim Zusammenstellen wurden viele Erinnerungen wach. Sie dürfen mitWeiter Lesen

Ein Butterbrot mit etwas Salz und frisch geschnittenem Schnittlauch. Slow Food erster Güte! Bezieht sich das slow doch nicht – wie aber irrtümlich oft angenommen – auf die Zeit der Zubereitung. Diese ist hier ja sehr fast. Slow Food grenze ich deshalb auch lieber gegen Junk Food ab. Zurück zum slow. Damit soll das Werden des Essens beschrieben werden. Zeit zum Wachsen, zum Reifen. Im Einklang mit seiner und der Natur. Handwerklich verarbeitet. Aus der Region. Mit Saison. Bedenkt man jetzt nur einmal die Beschleunigung eines Discounter-Backautomaten-Brots … Die weltweite Vielfalt ist überwältigend. Beim Runterfallen landet es immer auf der falschen Seite. In der Hauptstadt heißt es Stulle. John Montagu, 4. Earl of Sandwich adelte es. Die Turiner Spielart hat es mir besonders angetan: Das Tramezzino. Der aufmerksame Leser weißWeiter Lesen

Hartnäckig hält sich die wahrscheinlich zutreffende Behauptung, wonach es nicht wenige Kinder gibt, die glauben Kühe seien lila. Übertragen wir das einmal. Auf die Nähe und das Wissen zu einer Berufsgruppe, ohne die in Sachen Brot nichts geht. Müller. Schon mal einen gesehen? Schon mal einem die Hand gegeben? Wer mahlt das Mehl deines Bäckers? Schon mal eine aktive Getreidemühle besucht? Blank war ich da – richtig blank! Und das bei dieser unersetzlichen Brücke zwischen Bauer und Bäcker. Wenn ich die Augen schließe, habe ich – als Wilhelm Busch Enthusiast – einen dicken, weiß gekleideten Mann vor mir. Mit roter Mütze und roten Schlappen. Nach den Protagonisten Witwe Bolte, Schneider Böck, Lehrer Lämpel, Onkel Fritz, Meister Bäcker und Bauer Mecke ist er es schließlich – Meister Müller – der denWeiter Lesen

Gute Bäcker sind so unendlich wichtig! Unser tägliches Brot gib uns heute … alles gesagt! Nur der guten Ordnung halber das noch: Ein gutes Brot kann niemals aus einem Backautomaten eines Discounters kommen. Zwei kurze Notizen zu zwei guten regionalen Bäckern: Heute (06.05.12) hat das Backhaus Hackner „Tag der offenen Tür“. Schöne Idee. Bei der Kundmachung der Veranstaltung ist mir dieses feine Plakat aufgefallen: Der amerikanische Food-Philosoph Michael Pollan mit seinem „Shake the hand that feeds you“ lässt grüßen! Seht ihr – einem Backautomaten kann man auch nicht die Hand schütteln … Habe mir bei der Gelegenheit auch mal wieder die Website der Hackners angesehen. Scheint neu zu sein. Wieder schön: Die erklärte Absicht Regionalität zu leben, wird mit der konkreten Nennung der regionalen Lieferanten (Müller, Metzger, Gärtner) glaubwürdig dokumentiert.Weiter Lesen

Ich bin kein Faschingsmuffel. Ich bin ja auch kein Beinbruchmuffel … alles klar … ?!!!! Mein Jahr hat vier Jahreszeiten. Die Ausnahme der Regel: Saisonal schwimmt gerade der Krapfen obenauf – und den mag ich. Wobei die saisonale Ausnahme die Regel wurde. Krapfen gibt es schon lange fast das ganze Jahr hindurch … Nach dem Lebkuchentest hatte ich es ja angekündigt: extra prima good macht einen Krapfentest. Das schwimmend in Fett ausgebackene Hefeteiggebäck erfreut sich global – in vielen regionalen Varianten – großer Beliebtheit. Entsprechende Tests sind im Netz deshalb auch nicht schwer zu finden. Studenten der Universität Bayreuth bauten das ganze (hier) 2004 – 2008 sogar in ihre wissenschaftliche Arbeit ein. Kathas lesenswerter 3. wiener jour doux widmete sich 2011 ebenfalls dem Thema. Wie auch schon zum Weißwursttest kann ich es nicht oft genugWeiter Lesen

Samstagmorgen. Das Projekt Apfelkuchen geht auf die Zielgerade. Heute fahre ich mit dem Auto. Auf der Heimfahrt werde ich wertvolle, zerbrechliche Fracht an Bord haben … Max (wir sind zwischenzeitlich per Du) hat bereits wieder alles vorbereitet: Acht reife Äpfel (Jonagold) müssen zunächst geschält werden. Danach werden sie in Spalten und dann in kleine Stücke geschnitten: Es klingelt. Frau Ecker kommt. Wie verabredet, hat sie alles zum Kaffee kochen dabei. Passend zur Gesamtdramaturgie – Old School: Max rollt den Teig für den Kuchenboden aus. Dabei im Einsatz: Ein abgeschnittenes Stück Besenstiel: Im Hintergrund, vor dem Ofen, flötet das Backstubenradio. Es ist ein Autoradio und wird von eben einer solchen Batterie angetrieben. Ich erblicke auch eine Kassette … Jetzt kommt der Teig, der den Apfelkuchen zum gedeckten macht, in Form. Er wird mit EigelbWeiter Lesen

Ende Oktober 2011. Freitagnachmittag. Das Projekt Apfelkuchen findet seine Fortsetzung. Heute der Teig – morgen der Kuchen! Mit dem Radl geht es zum Feigel Max. In der stillgelegten Backstube treffe ich bereits auf eine perfekte Mise en Place. Die ganze Geschichte scheint nicht nur mir großes Vergnügen zu bereiten … Für den Mürbeteig liegen bereit: 2 Eier150 g Margarine150 g Puderzucker600 g Weizenmehl (405er)50 ml Vollmilch1/2 Fläschchen Zitronenaroma1 Päckchen Vanillinzucker1 Päckchen Backpulver Ich wäre statt der Margarine ja für Butter. Und das gute Zitronenaroma würde wohl im besseren Saft und Schalenabrieb einer ungespritzten Zitrone seinen Feind finden. Darum geht es heute aber nicht! Der personifizierte Bäcker meiner Kindheit legt noch einmal Hand an. An historischer Stätte entsteht mein Urmeter eines Apfelkuchens. Fast 2 1/2 Jahre nach Schließung der kleinen Bäckerei. Also zurück in die ReiheWeiter Lesen

Neben Plätzchen und Stollen ist das vorweihnachtliche Gebäck der Lebkuchen. Zu dessen Geschichte, zu Rezepten – der auch Pfeffer-, Gewürz- oder Honigkuchen genannten Köstlichkeit – bitte ich die Suchmaschine zu füttern. Durchaus auch inspiriert von Kathas „wiener jour doux“ (bis heute fünf Stück auf ihrem Blog) will ich wissen, wo es Ingolstadts beste Lebkuchen gibt. Und damit sind wir bereits bei der Auswahl der Testkandidaten. Ich entschied mich für Bäcker- oder Konditoreien, die auf dem Stadtgebiet von Ingolstadt im eigenen Ladengeschäft selbst gefertigte Lebkuchen verkaufen. Damit sind die Backindustrie und reine Händler außen vor. 14 Kandidaten habe ich ausgemacht. So tief wie beim Weißwursttest werde ich allerdings diesmal nicht einsteigen. Dazu hatte ich (natürlich) zunächst angesetzt. Meine Mail wurde dann aber leider nur von vier Adressaten beantwortet (Danke an Erhard, Heiglbeck, Kuttenreich und Hackner). Die BeantwortungWeiter Lesen

Es sind Geschichten wie die folgende, warum es extra prima good eigentlich gibt: Es geht um die Ingolstädter Bäckerei Feigel. Und um eines ihrer Produkte. Den gedeckten Apfelkuchen. Die Bäckerei gibt es nicht mehr. Am Samstag, den 13. Juni 2009 war ihr letzter Tag. Still und leise ist sie verschwunden. Dabei gab es sie 56 Jahre in der Neuburger Straße. Weit und breit war sie die einzige im alten Westviertel. Bäckermeister Max Feigel senior öffnete 1953 zunächst unter der Hausnummer 25. Zwei Jahre später wurde dann schräg gegenüber das als Bäckerei gebaute – zu erkennen an der besonderen Raumhöhe – Haus Nr. 14 bezogen. Hier blieb sie. Bis zum Schluss. Mir fällt gerade ein, dass ich schon einmal über eine Bäckerei in Ingolstadt geschrieben habe, die es heute nicht mehr gibt: DieWeiter Lesen

Auf dem morgendlichen Weg zur Kanzlei komme ich in der Altstadt von Ingolstadt immer an der Ecke Gartengasse/Griesbadgasse, gelegen zwischen Münster und Scherbelberg, vorbei. Dort fällt mein Blick stets auf diese wunderschöne Hausinschrift: „Bäckerei und Mehlhandlung“ und „1912“ ist zu lesen. Im Korb zu Füßen der beiden stolzen Löwen erkenne ich auf jeden Fall ein Eiweckerl (links), einen Zopf (Mitte) und ein Brot (rechts). Die Breze darunter war schon unzählige Male Ziel von Wettläufen mit meinem Buben auf dem Weg nach Hause: „Wer zuerst bei der Breze ist – los!“ Diese Läufe konnte ich bisher nie für mich entscheiden … Stufen führen hinauf zum ehemaligen Ladengeschäft. Es gibt ein Schaufenster. Dahinter ist heute eine Wohnung. Was war das für eine Bäckerei? Seit wann gibt es sie nicht mehr? Gab esWeiter Lesen