Zum Vaas

Michael Pollan spricht: “Iss nichts, was man dir durchs Autofenster reicht.” Alles klar?! Hier ein ernstgemeinter Verbesserungsvorschlag an die Audi AG (Vorsprung durch Genuss!). Zur serienmäßigen Ausstattung aller Modelle gehört zukünftig im Handschuhfach eine Ausgabe des Slow Food Genussführers. Was meint der Vorstand dazu?

Als wir dieser Tage im Raum Erding unterwegs waren, hat er uns wieder fruchtbare Dienste erwiesen. Sein Fingerzeig: In Forstinning gibt es den Gasthof Zum Vaas:

vaas1vaas3Volltreffer! Seit 2011 führt die vierte Generation der Familie Bauer das Haus. Das sind die Geschwister Veronika und Johannes. Küchenchef ist Philipp Schneider, der Lebensgefährte von Veronika Bauer. Er hat bei Vincent Klink gelernt!

Der Ausschank liefert Unertl (Haag) und Maxlrainer. Die Weinkarte führt mehr als 300 Tropfen (die Chefin ist (auch) Sommeliere…). Wir labten uns an: Pfannkuchensuppe (herrlich!), geschmorter Ochsenbacke mit Gemüse und Spätzle, Spinatknödeln mit Salbeibutter, Parmesan und Endiviensalat sowie Schweinsbraten – tatsächlich falsch als Schweinebraten in der Karte ;-) – mit Kartoffel-, und Semmelknödel und Krautsalat (letzterer was spektakulär!).

vaas2An der Eingangstüre weit und breit kein Hinweis auf die (redlich verdiente) Listung im Slow Food Genussführer! Was ist da los? Und dann ist es auch gleich schon losgegangen…. Johannes Bauer rückte die Szenerie umgehend in den richtigen Zusammenhang:

vaas4Zu guter Letzt einen lieben Gruß und Dank an die Slow Food Freunde in München für die “Entdeckung” des Vaas!

Slow Wine Degustation 2015 in München

Die deutsche Übersetzung des aktuellen italienischen Weinführers “Slow Wine” (zuletzt 2013) steht wohl in den Sternen. Warum eigentlich? Das italienische Original jedenfalls erscheint weiter im jährlichen Turnus… 2014, 2015.

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Quelle: http://www.slowfood.it/slowine/slow-wine-degustation-2015-ausstellerliste

Letzten Montag zogen gute 60 Slow-Winzer in München ihre Flaschen auf. Ich war gerne wieder dabei:

15sw1Drei sehr feine Entdeckungen will ich hochhalten. Uno – ein Lambrusco: 2013er “Vigneto Cialdini” von Cleto Chiarli:

15sw2Due – eine Cuvée weiß: 2011er “Collio Bianco Col Disôre” von Russiz Superiore:

15sw3Und dann noch der Knaller! Tre – ein Chianti: 2011er Chianti Rùfina Riserva von Frascole:

15sw4Schaut Euch einfach die Hände von Bio-Winzer (Umstellung ab 1998/seit 2007 zertifiziert) Enrico Lippi an. Eigentlich alles gesagt…!

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Burgerliebe – Die 100 Burger Deutschlands

Es gibt tatsächlich Menschen, die kommen (von weit her) nach Ingolstadt um des Essens willen… Eine Entwicklung der ich viel Erfolg wünsche! Die dafür freilich (viel weiter) zu drehende Stellschraube heißt: Qualität des Angebots…!

Benedikt Groß, Josua Stäbler und Anne-Sophie Ebert touren seit knapp sechs Wochen durchs Land. Letzten Donnerstag war Ingolstadt an der Reihe. Ihr Ziel: Das Golden in der Kupferstraße 28:

100 burgerIhre Mission: “Die nächsten sechs Wochen stehen Burger auf der Speisekarte! Wir sind auf der Suche nach den 100 besten Burgern Deutschlands. Quer durchs Land. Wo die Liebe eben hinfällt. … Wir befinden uns dann mal in den kulinarischen Flitterwochen. Sie beginnen in Stuttgart und werden uns bis hoch in den Norden auf die Insel Föhr führen und ebenso weit in den südlichsten Süden Deutschlands. 4000 Kilometer. 44 Städte. Wir machen abnormal geile Bilder und am Ende das leckerste Fotobuch überhaupt. Wir, das ist die Filmfabrik Schwaben, eine junge Filmproduktion aus dem Stuttgarter Westen. Wir lieben Burger und wollen mit euch die deutsche Burgerkultur entdecken!”

Das mit den “abnormal geilen Bildern” stimmt zweifellos! Seht selbst auf ihrer Tourseite bei facebook. Das Buch soll nach derzeitiger Planung selbst verlegt und noch dieses Jahr gedruckt werden – einen Käufer haben sie jedenfalls jetzt schon ganz, ganz sicher!

Beim Genuss meines derzeitigen Golden-Burgerfavoriten “Hühnchen mit Pilzen” beobachtete ich die drei beim Einsatz:

100 burger2Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war das Golden die Nr. 77 auf ihrer Suche nach den 100 besten Burgerbratern Deutschlands. Und dass das Golden in diese Aufzählung gehört ist offensichtlich – nicht nur für mich – keine Frage. Glückwunsch in die Kupferstraße! Und weiter gutes Gelingen dem schönen Projekt!

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Weinschmecker macht mit

Langsam ist das neue Schnell… im Ingolstädter Westen streckt eine weitere Schnecke genüsslich ihre Fühler aus:

weinschmecker sf1Mit dem Weinschmecker von Beate und Jürgen Nüssler hat Slow Food Deutschland einen neuen Unterstützer – herzlich willkommen!

weinschmecker sf2Ich wiederhole meinen Tipp: Jeden Samstag (11:00 bis 16:00 Uhr) gibt es hier den Kulinarischen Samstag-Mittag. So z.B. auf dem Programm am 21.02. “Minestrone mit viel frischem Gemüse & Rindfleisch”. Und – sehr fein – am 07.03. “Blunzn-Gröstel – gebratene Blutwurst mit Kartoffelstampf”.

Käsekuchen, Wurst & Bier

Letztes Wochenende in Berlin. Bei der Verleihung der Berlinale Kamera an Alice Waters (Köchin, Food-Aktivistin, Vize-Präsidentin Slow Food International) und Carlo Petrini (Slow Food Häuptling) war ich leider außen vor…

w&b7In Sachen la dolce vita dafür aber mittendrin! Der ultimative Tipp für meister-fabel-märchenhafte Kuchen: Princess Cheesecake – Tucholskystraße 37/Berlin Mitte:

w&b1w&b2Letztes Jahr begeisterte Chefin Cornelia Suhr mit ihren Kreationen “German Pastry-Making: Sweet Berlin” auch auf dem Salone del Gusto in Turin (Bericht). Von nichts kommt nichts – so geht sie nämlich an die Sache heran:

w&b3w&b4Berlin listet derzeit leider nur drei Wirtshäuser im Slow Food Genussführer. Irgendwie waren uns diese bei der Planung entglitten… Auf der Suche nach Einkehr war uns dann aber das Glück des Tüchtigen vergönnt. In der Rochstraße 2. Auf der Rechnung wurde unser köstliches Essen ganz Understatement nur als “Abendbrot im Haus” erfasst. Und weil am Eingang “no mobiles” und “no laptops” steht, gibt es davon auch keine Bilder… der Ort entschleunigt! Tagsüber geerdeter Feinkostladen, abends gibt es zwischen vielen Kerzen frische, handwerklich einwandfreie, süddeutsch geprägte Küche. Einprägsamer Name: “Lebensmittel in Mitte”. Passend: keine Website.

w&b5w&b6Am nächsten Tag dann der tiefere Grund unseres Besuchs. Tatort: Die Markthalle Neun in Kreuzberg. Slow Food Berlin veranstaltete zum zweiten Mal Wurst & Bier:

w&b8w&b9w&b10w&b11w&b12Feine Sachen gegessen und getrunken. Toll: Die Ahle Wurscht von Metzger Carsten Neumeier (Nordhessen). Mein Tagesgipfel auf der Wurstseite: Die Bratwurst mit Schafskäse vom LandWert Hof aus Stahlbrode (Mecklenburg-Vorpommern). Merke: Eine gute Bratwurst ist ein Gottesbeweis!

Und beim Bier? Da hätten, was die Spitze angeht, auch 40 km nach Norden gereicht… Obwohl. Heute musste es Berlin sein. Auf der Wurst & Bier war nämlich Premiere (“Seit wann gibt es das Bier?” – “Seit morgen”). Max Krieger (Riedenburger Brauhaus) präsentierte sein erstes Porter: Dolden Dark! Herrliche Röstmalznoten, Schokolade, Kaffee… Der Mann macht nur Volltreffer!

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