Wenn Mandanten Danke sagen

Der Rechtsanwalt erbringt seine Leistung. Der Mandant – gerne auch der Gegner 😉 – bezahlt ihm diese. Für gewöhnlich sind damit – „do ut des“ oder „quid pro quo“ sowie auch „manus manum lavat“ – die Waagschalen ausgeglichen.

Ich gestehe dass es einem guttut, wenn sich der Mandant daneben auch bedankt. Ist doch die spezielle Tätigkeit als sein Interessenvertreter recht häufig mit einem beträchtlich-persönlichen Engagement verbunden. Besonders schön wird es, wenn der Dank körperliche Gestalt annimmt. Und zugleich auch schwierig. Oft wird dann nämlich ein Klassiker überreicht: Schaumwein – in allen seinen Ausprägungen, von Sekt bis Champagner. Es ist die Perlage im Wein, mit der ich bis heute nicht wirklich warm werde. Ausnahme: Ein guter (trockener!) Lambrusco.

Im Folgenden sehen wir hingegen exemplarisch zwei Volltreffer bei mir – von offensichtlich zufriedenen und einfühlsamen Mandanten. Letzten Sommer: Thüringer Rostbratwürste von einem Metzger aus Gera:

Ganz aktuell – ein selbstgemachter polnischer Apfelkuchen. Mit Äpfeln aus dem eigenen Garten. Herzlichen Dank!

Schnipsel 11 bis 15

SCHNIPSEL 11:
Die Wahrnehmung erfolgt im Vorbeifahren nur über die Augenwinkel. Das schöne Motto bliebt hängen. Wenigstens bei mir. Es könnte auch „Tits and Beer“ oder „Tits and Pizza“ lauten. Auf jeden Fall kommt es darauf an, was man daraus macht… Leider bin ich nächsten Freitag nicht in der Stadt.

Es handelt sich übrigens um die Anzeigentafel (schöne alte Schule) der Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94 in Ingolstadt – Kaponniere 94, Jahnstraße 1a:

SCHNIPSEL 12:
Wie schlechter Atem verbreitet sich im Vorfeld der Kommunalwahl (15. März 2020) mal hier und mal da die aberwitzige Idee, im Westen von Ingolstadt durch den Donauauwald und/oder Gerolfinger Eichenwald eine Trasse für eine weitere Donauquerung oder Untertunnelung zu schlagen. Man muss diesen Wahn im Auge behalten – auch wenn es nur einige wenige sind, dier hier wieder mal Beton für das geliebte Automobil anrühren wollen:

Wenn das Auto (in Bewegung oder parkend) von etwas zu viel bekommen hat in den letzten Jahrzehnten, dann war das Raum und Platz. Fortbewegung – neben spazieren gehen oder wandern – hier, wo um ein Haar noch vor kurzem ein dritter bayerischer Nationalpark entstanden wäre, kann gerne weiter (nur!) so aussehen:

SCHNIPSEL 13:
Vor drei Jahren habe ich am Zaun der Thomas-Kindertagesstätte in Friedrichshofen diesen guten Rat gefunden. Jetzt gibt es stärkende Worte am Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannes in der Ettinger Straße 47:

SCHNIPSEL 14:
Oide Wiesn München 2019. Im dortigen Museumszelt konnten alle ab 1952 Geborenen ihr Oktoberfestplakat ansehen. Meines (1969) ist so lala… das von 1957 gefällt mir sehr gut:

SCHNIPSEL 15:
Das einen Freud, des anderen End. The famous point of view. Dieses Jahr noch Kirchweih, Martini und Weihnachten… Heute auf dem Heindlhof in Gerolfing:

(6 bis 10) – Schnipsel – (16 bis 20).

Mission Bio-Hendl: Impossible for Ingolstadt

Vor einigen Stunden ging das Ingolstädter Herbstfest 2019 zu Ende. Eigentlich wollte ich dazu schon am Eröffnungswochenende so richtig auf die Pauke hauen. Aus Frust. Sie (da stehen viele Köche am Brei) haben es nämlich wieder einmal nicht geschafft! Eine Abwatschorgie von A bis Z sollte es werden. Allein – ich habe heute keine Lust mehr dazu. Es ist ja auch schon lange alles gesagt – man suche im Blog (rechts oben) nur mal nach „Bio-Hendl“.

Eines will ich mir aber nicht ersparen. Fürs Protokoll die kurze Dokumention des Status quo. Der beharrlichen Verweigerung, oder der schlichten Unfähigkeit – je nach Lesart. Leider macht es ja sonst keiner. Wie viele Schläge der OB beim Anzapfen braucht – das ist der Ingolstädter Presse berichtenswert …

In meiner Chronik gab es zum ersten Mal in Ingolstadt auf dem Pfingstvolksfest 2014 (in einem der beiden Zelte) Bio-Hendl. Beim Stiftl. Ausgerechnet! Ich gestehe – er führt Gastronomie nicht so wie ich es mir wünsche. Um so erstaunlicher, dass gerade er der einzige Lichtblick zum Thema in Ingolstadt ist. Und wohl auch bleibt. Dann war auch schon wieder Schluss mit Hendln, die ein würdiges, umweltverträgliches Leben vor dem Tod hatten. Für ganze vier(!) Jahre (Pfingst- und Herbstfest). Wer andere Information dazu hat – her damit. Zu Pfingsten 2019 war es dann noch einmal so weit – große Freude! Es gab gleich in beiden Zelten Bio-Hendl. Folgende Fragen blieben aber bei mir bis heute unbeantwortet: Warum wurde das von niemandem(!) angekündigt oder beworben? Warum war ein Anbieter (nicht der Stiftl) gar nicht berechtigt (zertifiziert) dazu? Und vor allem – warum gab es nach nur vier Tagen keine Bio-Hendl mehr?

Quelle: www.facebook.com/bioerlebnistage

Jetzt aktuell zum Herbstfest wieder Ingolstädter Tristesse: Keine Bio-Hendl. Beide Festwirte – Familie Lanzl (Herrnbräu-Zelt) und Familie Härteis (Nordbräu-Zelt) – bestätigten mir das im Vorfeld bereits auf meine Anfrage. Pikantes Detail am Rande: Im Herrnbräu-Zelt wurde „Gulasch vom schwäbischen Bio-Rind“ angeboten. Eine entsprechende Zertifizierung ist aber nicht zu finden (z.B. hier) …

Um was geht es mir? Um gutes, sauberes und faires Essen. Und dass das Ingolstädter Volksfest (endlich) seinem Namen gerecht wird. Als ein Volksfest! Als eine Festivität für alle. Ein solches Fest – auch noch von der Stadt(!) selbst veranstaltet – zeichnet sich wie z. B. auch ein bayerischer Biergarten unter anderem dadurch aus, dass Platz für alle ist. Für groß und klein. Arm und reich. Gescheit und nicht so hell. Jung und alt. Dick und dünn. Von hier oder zuagroast. Es sind im Ideal wunderbare Spiegel der Gesellschaft. Das ist hier – man sehe auf das Essensangebot (bei einem Fest nicht unwesentlich) – gerade nicht der Fall. Was ist das unbestritten klassische Getränk auf einem Volksfest? Eine Maß (Bier). Und bei der Brotzeit? Ein halbes Hendl natürlich! Und daran mache ich es nicht nur symbolisch fest. Wer ein konventionelles Huhn bestellen will, soll das weiter tun (wenn sich das auf Dauer die Gesellschaft auch nicht mehr wird leisten können – dazu ist Gesamtbilanz eines solchen Tieres einfach zu desaströs; was die seriöse Politik ganz genau weiß). Aber ist 2019(!) nun nicht endlich auch Platz für ein (ansatzweise) nachhaltig aufgezogenes Huhn? Offensichtlich – Stand heute – immer noch nicht in Ingolstadt. Welche Art von „Vorsprung durch“ soll das sein? Und jetzt komme man mir bitte nicht mit sozialen Fragen! Einmal soll es ja nur die Wahl zum Besseren geben. Und dann gehört Deutschland bekanntermaßen zu den wohlhabendsten fünf Ländern der Welt. Und ausgerechnet Ingolstadt hat in diesem reichen Deutschland nach aktuellen Daten (2019) der Bundesagentur für Arbeit den höchsten Verdienst der Arbeitnehmer im Lande. Man kann allerdings auch mit einem Q8 zum Discounter fahren und dort Bratwürste für den neuen High-End-Grill kaufen …

Wo fehlt der Mut? Ist es überhaupt Mut? Das immer wieder gehörte Argument gegen Bio-Hendl ist: Das bestellt keiner. Na ja – nach vier Tagen war es an Pfingsten bereits aus. Und das haben mir alles Leute gesagt, die danach eines haben wollten. Ganz entscheidend ist aber dieser Gedanke: Diejenigen, die gerne ein Bio-Hendl bestellen und essen wollen, sind in ihrer Mehrheit gar nicht erst vor Ort. Weil sie um das fehlende Angebot wissen. Diese sollten und müssten die Festwirte adressieren (was sie aberwitzigerweise nicht einmal tun, wenn sie eines im Angebot haben…. siehe Pfingsten). Frisches Blut würde dem Volksfest übrigens in jeder Hinsicht gut tun. Bitte dafür auch ein wenig Geduld einplanen. Das neue Angebot muss erst einmal ankommen (und dazu bekannt gemacht werden 😉

An mir soll es nicht liegen. So wie es aussieht, wird Pfingsten 2020 wieder der Stiftl ein Zelt bespielen. Und dort wird es dann wohl Bio-Hendl geben. Alle Hoffungen zum Thema ruhen – wer hätte es sich gedacht – nur auf ihm … Ich gehe in diesem Fall von mindestens drei Besuchen zum Hendl-Essen aus – mit Slow Food Ingolstadt (wie schon an Pfingsten), mit der Kanzlei und mit Familie und Freunden. Und so wie mir geht es nicht wenigen! Wo kann man denn (selbst gemacht mal dahingestellt) in der Region ein knuspriges Bio-Grill-Hendl essen? Das wäre – leider – faktisch ein Alleinstellungsangebot! Sieht das in der Marktwirtschaft denn keiner? Mut? Intelligenz!

Bis dahin geht es halt dorthin, wo man schon lange verstanden hat und wo man ein entsprechendes Angebot macht:

Nachtrag. Gerade gelesen, zum Ende der Wiesn in München: „Was die Speisen angeht, registrierte die städtische Festleitung einen „Trend nach qualitätsvollem Genuss“. Die Wirte stellten eine gesteigerte Nachfrage nach Biokost, regionalen Produkten und vegetarischen und veganen Speisen fest.“ (SZ 06.10.2019)

Nachtrag II. Weils gerade so schön passt! Am Wochenende (05./06.10.19) berichtete (hier) der Donaukurier vom Hagauer Bio-Landwirt (Naturland) Seitz, der die feine Ochsenbraterei auf dem Oktoberfest mit seinen Bio-Kartoffeln beliefert. Ach Ingolstadt …