Marginalie (24) – 100

Es gibt Dinge, die benötigt man höchst selten. Die minimale Auswahl – was rede ich eigentlich – nix Auswahl, ein Angebot habe ich gefunden, spricht dann auch für diese zulässige Verallgemeinerung. Der Anlass ist hingegen hoch erfreulich!

Ich war heute auf der Suche nach einer Geburtstagskarte. Morgen wird nämlich meine Großtante (die Schwester meiner Oma väterlichseits) – in unserem Teil der Großfamilie allgemein als “Tante Anni” anerkannt – tatsächlich 100 Jahre alt!

hundertMich beschäftigte sogleich die Frage: Wie viele Hundertjährige (und darüber) gibt es in Deutschland eigentlich? Die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts dazu stammen vom “Zensus 2011″ (Stichtag 9. Mai 2011): Es waren 13.445. Immerhin. Ich hätte gedacht es wären weniger. 1956 waren es nur 100…

Liebe Tante Anni – von Herzen alles Gute! Ob sie morgen aus dem Fenster steigt und verschwindet?

(23) – Marginalie – (25).

Marginalie (23) – Mülleimer wissen ganz genau was sie lieben

Es gibt für mich 123 Gründe hier nicht Gast zu sein. Seit diesem Monat lässt der Junk-Food-Konzern McDonald’s den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln in der Hähnchenmast wieder zu. Jetzt sind es 124.

By the way – ich bin mir zwischenzeitlich sicher: Mülleimer wissen ganz genau – wohl begründet – was sie lieben. Seht selbst:

abfall

(22) – Marginalie – (24).

Marginalie (22) – God Save the Queen

Gutes Essen ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Seht mal her:

Elizabeth Alexandra Mary besuchte gestern Jorge Mario Bergoglio. Meldungen zu Protagonisten aus europäischen Adelshäusern gehe ich für gewöhnlich standhaft aus dem Weg. Heute mache ich eine Ausnahme.

Die konstitutionelle Monarchin von 16 souveränen Staaten und Oberhaupt des 53 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Church of England – Elisabeth II. – trifft in Rom den monarchischen Souverän der Vatikanstadt, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Bischof von Rom, Hirte der Universalkirche, den irdischen Stellvertreter Jesu Christi – Papst Franziskus.

Protokollarisch lässt sich diese Luft kaum noch atmen… Was hat sie ihm mitgebracht?

Einen Korb mit Bioprodukten aus königlichen Anwesen. Darin – die Meldungen variieren – Marmelade, Eier, ein Glas Honig aus dem Garten des Buckingham Palast, eine Flasche Cider und ein schottischer Single Malt (Balmoral).

Majestätisch.

(21) – Marginalie – (23).

Marginalie (21) – Minderheiten

Ich war mal bei der Mehrheit. Selbstverständlich! Heute gehöre ich zu einer Minderheit. Unglaublich. Mein gerade zum Ausdruck gebrachtes Selbstverständnis signalisiert Besorgnis. Das Minoritätendasein hat nämlich an Qualität gewonnen – wir sind noch weniger geworden. Das ist nicht gut. Habe ich etwas falsch gemacht? Nein. Im Gegenteil. Mein Tun lies mich mit Jahrgang 1969 in den Jahren 1990, 1996 und 2002 ganz natürlich zur Mehrheit gehören. Doch plötzlich 2008 – und ich habe nichts geändert – gehörte ich zu den Wenigeren = 47,32%. Gestern nun, haben nur noch 42,36% der wahlberechtigten Ingolstädter ihre Stimme bei der Kommunalwahl abgegeben. Unheimlich! Ich will – unter Beibehaltung meiner Affinität zum bestimmungsgemäßen Gebrauch von Wahlurnen – wieder zur Mehrheit gehören. Bitte!

Allen Gewählten gilt mein Glückwunsch – vor allem den Debütanten. Ich wünsche mir und meiner Stadt viele glückliche und mutige Hände. In Sachen Verkehr weder Hochtrabendes noch Tiefschürfendes… Der neu gewählte Stadtrat – schaut man ganz genau hin – hat eine weitere Minderheit hervorgebracht. Immerhin. Gab es im letzten davon doch noch gar kein Exemplar. Mit Veronika Peters und Dr. Rupert Ebner sitzen erstmals zwei Slow Food Mitglieder im Plenum! Schön ist das. Wie auch, dass mit Franz Wöhrl weiter wenigstens ein Landwirt im Haus vertreten ist.

Kulinarisch ist Ingolstadt viel zu schnell. Gestern ist es mir gelungen eine Steilvorlage von ungewohnter Seite sicher aufzunehmen. Der km ist natürlich zu vernachlässigen – die Empfehlung gilt überall! Sinnstiftung in der Neuburger Straße. Seht selbst:

besser

besser2

(20) – Marginalie – (22).

Marginalie (20) – Müllauffuhr die Zweite

9 Parteien/Vereinigungen bewerben sich derzeit um die 50 Plätze im Ingolstädter Stadtrat – 8 Kandidaten wollen Oberbürgermeister werden. “Bitte keine Werbung” steht auf unserem Briefkasten. Einschließlich vorgestern haben das alle, bis auf eine mühsame Gruppe am rechten Rand der Tauglichkeit, akzeptiert. Diese Kameraden setzten sich dreist über unseren kundgegebenen Willen hinweg und beglückten uns mit ihrem Müll.

Das ist nichts anderes als eine Eigentums- und Besitzstörung sowie eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Ausdrücklich auch bei Wahl- und Parteienwerbung! Siehe dazu exemplarisch Kammergericht Berlin (Urteil vom 21.09.2001, 9 U 1066/00), Oberlandesgericht Köln (Urteil vom 07.08.1991, 6 U 32/91), Oberlandesgericht Frankfurt (Urteil vom 01.11.1990, 6 U 136/88) oder Landgericht Bremen (Urteil vom 30.11.1989, 2 O 1457/89).

Gestern gesellte sich leider nun eine zweite Gruppierung, mühsam agierend am linken Rand der Tauglichkeit, dazu. Gleiches rücksichtsloses Verhalten. Papiermüll der Genossen:

linke

Wie sinnlos dazu. Bereits vorgestern habe ich nämlich meine Briefwahlunterlagen im Rathaus abgegeben. Ich darf verraten – es gab Stimmen und Häufungen auf 7(!) Listen. Die beiden Ränder waren nicht dabei. Wobei – die Wahrheit liegt nicht immer in der Mitte. Die knusprigen Endstücke (Scherzl) beim Leberkäs – eine Weltmacht!

(19) – Marginalie – (21).